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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-03-08 · 10 (8.3.1912) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
10 (8.3.1912)
Date
1912-03-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 10 Dr. Vlochs Wochenschrift Seite 159 jüdischen Leben von London Hai er fast gar keinen Anteil genommen. Er begnügte sich damit, den jüdischen Wohlsahrtsanstalten entsprechende Spenden zutvmmen zu lassen. Der Dichter Bialik und die Ehowewe Zion. Der beMhmte Dichter CH. N. Bralit gibt öffentlich bekannt, daß er die auf ihn gefallene Wahl in das Odessaer Komitee der Chowewe Zion ablehne. Er motiviert dies damit, daß die Wahlen durch gewisse Intriguen getrübt worden seien, wodurch zwei verdienstvolle Männer Roumitzky und Labischinsky, welche seit vielen Jahren dem Komitee angehörten und hingebungsvolle Arbeit leisteten, trotzdem sie in der Vorwahl einstimmig kandidiert wurden, im letzten Momente gestürzt wurden. Dies sei ein Vorgang, der ihn zwinge, öffentlich, zu erklären, daß er einem solchen Kollegium nicht angehören könne. Die Resignation des berühmten und einflußreichen Dichters hat in den beteiligten Kreisen peinliches Aufsehen erregt. Ben Jehuda und Gemahlin beim Papst. Wie die hebräische Zeitung „Haor" in Jerusalem zu melden weiß, wurde der hebräische Lexikograph Elieser Ben Jehuda und seine Frau, wMe aus einer Reise durch Italien in Rom verweilten, vom Papste und dann vom Bürgermeister Nathan in Audienz empfangen. Der Papst habe sich., dieser Meldung zufolge, mit dem hebräischen Schriftsteller über die Entwicklung der hebräischen Literatur, wie auch über die Lage der Juden ,in Palästina und andere palästinensische Fragen unterhalten. Auch Bürgermeister Nathan habe großes Interesse für die Entwicklung Palästinas bekundet. Vermischtes. Wien. (Brigittenauer israelitischer Tempelverein.) Anläßlich der am 28. Februar 1912 stattgefundenen Konstituierung des Vorstandes wurde der langjährige, verdienstvolle Obmann-Stellvertreter Herr Dr. Ernst Rosenthal zum Obmann; der bisherige Obmann der internen Sektion Herr Dr. Jakob Roth, dessen eifriges Wirken in seinem bisherigen Ehrenamte allseits Anerkennung fand, zum Obmann- Stellvertreter berufen. Wien. '(Trauung.) Sonntag den 10. März 1912 um halb 3 Uhr nachmittags, findet im israelitischen Tempel, XVI., Hubergaffe 8, die Trauung des Fräulein Josefine Weiler, Tochter des Herrn Sig. Weiler, Präses der Chewra-Kadischa für den XVI. u. XVI. Bezirk, mit Herrn Heinrich K o„h n e r, Sohn des Herrn Moritz K o h n e r aus Brüx.Zstatt. Wien.',Das k.k. Handelsgericht in Wien hat den Vorsteher-Stellvertreter der Genossenschaft der Lederhändler, Herrn Eduard Politzer als Schätzmeister und Sachverständigen bestellt und beeidet. Herr Eduard Politzer ist auch Obmann des Bethausvorstandes für den 16. und 17. Bezirk. Wie«. Der bisherige Kantor des Brigittenauer Vereinstempels Leopold^J im e r wurde zum Kantor des Gemeindetempels, im 18. Bezirk, Schopenhauerstraße und der bisherige Sänger im Stadttempel F. Hirsch zum Kantor im Gemeindetempel des 15. Bezirkes, Turnergaffe 22 berufen. Dieselben haben ihr neues Amt bereits angetreten. Wien. (Vortrag des Prof. Dr. Fr. Oppenheimer.) Der bekanntes Nationalökonom Dr. Franz Oppenheimer spricht Sonntag den 10. d. M., 3 Uhr nachmittags, iin Festsaale des Hotel Continental, II., Taborstraße..4 über das „Lohnproblem". Der Vortrag findet zu Gunsten des jüdischen tzandlüngsgehilfen-Berbandes statt. Karten au K 1.—. 2.— und 3.— sind in den Büros Kehlendorfer, I.» Krugerstraße 3, und Spitzer, I., Morzinplatz 5. erhältlich. , Wien. Sonntag den 17. Mä^ 1912, um 10 Uhr vormittags, findet in I. Hirsch's Restauration, II., Kaiser Josefsstraße 15, die V. ordentliche Generalversammlung des humanitären Vereines der Elsenstädter in Wien statt. Wien. (Michael G l o g a u). Unter überaus großer Beteiligung fand am 1. Man das Leichenbegängnis des Philanthropen Herrn Michael Glogau, früherer Bürgermeister der Jsraelitenstadt Nikolsburg. statt. Abordnungen des Kultusvorstandes mit dem Präsidenten Dr. Alfred Stern. Deputationen der Gemeinde N kolsburg, der Bethäuser, denen der Verblichene als unterstützendes Mitglied angehörte, und zahlreiche Freunde des Verstorbenen, die Vertreter des eben im Bau befindlichen Fugbachtempels mit dem Obmann Schrame! Rabbiner Abeles. Oberkantor Giblichmann, Architekt Reiser, waren im Trauerhause erschienen, woselbst Rabbiner Abeles einen rührenden Nachruf hielt. Unter den Trauergesängen des Oberkantors Morgenstern, der Ersten Kantoren Jurberger und MätyäS. sowie der Chöre beider Tempel wurde der Sarg nach dem Zentralfriedhofe gebracht. In der Halle würdigte Rabbiner Dr. Feuchtwang die Verdienste Glogaus in erhebender Rede, dann sprach Worte des Abschiedes Vorstand Ad Schrame!, und namens der persönlichen Freunde hielt Prof. Nascher einen ergreifenden Nachruf. Am Grabe sprach Dr. MmeÄtz Kohn innige Worte des Abschiedes. Der gebeugten Witwe Frau Therese Glogau, kamen überaus zahlreiche Teilnahmskundgebungeu zu. * * * Der Fugbachtempel, dessen Förderer der Verstorbene gewesen, hält am 10. d. M. eine Trauerfeier ab. Wien. (Wiener Synagogensänger-Verein.) Die künstlerisch überaus gelungene intime Purimfeier fand am 3. d. M. im Festsaale des Hotel G u t h unter der artistischen Leitung des Chordirigenten Julius Hermann statt. Der große Festsaal war bis aufs letzte Plätzchen gefüllt. Nach den Begrüßungsworten des Vereinsobmannes salo Lemberger wurde der Abend durch ein Präludium des ausgezeichneten Organisten M. M e n z e r eingeleitet. Dann sang mit größtem künstlerischen Geschmack der Oberkantor des Josefstädter Tempels K. Neumann Arien aus Rosiini „Barbier von Sevilla" und Massenet's „Weither". Der genußreiche Vortrag wurde mit langanhaltendem Applaus des Publikums belohnt. Nach dem vortrefflichen Violinkonzert I. P a st e r's trugen die Sänger unter der vortrefflichen Leitung des Dirigenten I P o r t h das von ihm für Männerchor bearbeitete »Schoschanah’s Jakow« von Weintrau b, sowie den erhebenden Psalm 90 Beethoven'« in künstlerisch vollendeter Weise vor und entfesselten mit ihrer hervorragenden Leistung einen Sturm des Beifalls, sodaß die erstgenannte Nummer wiederholt werden mußte. Hierauf las Kantor Grob eine der herrlichsten Humoresken von Schalem Aleichem »Mischloach Monaus« vor und mußte man nur bedauern, daß ein großer Teil des Publikums wegen Unkenntnis des Jargons die feinen Pointen und den erquickenden Humor des jüdischen Mark Twain nicht ganz zu genießen vermochte. Kantor L. K i s ch n e r (am Klavier die feinfühlige Pianistin Frau Bronka K i s ch n e r) erweckte mit seinem Vortrage von Donizetti's „Renegat" und' .Stolypin's „Romanze", bei welchem seine sonore Baßstimme zur Geltung kam, lebhaften Beifall. Nun kam die Pifcce de resistance des künstlerischen Programmes, es war dies Sulzer's »Hallelujah« unter der zielbewußten Leitung des Dirigenten Zelluik, gesungen vom großen Männerchor des Vereines. Das Solo in dieser Piece hatte Herr H. Reich von der k. k. Hofoper, der sich seiner Aufgabe mit solcher künstlerischen Vollendung entledigte und dabei nicht nur seine große, in allen Lagen volltönende Stimme zur Geltung brachte, sondern es auch verstand, feinem Vortrage so viel chafanisch Gemütvolles zu leiben, daß, als die Schlußakkorde des großen Hallelujah verklangen, das Publikum minutenlange den herrlichen Solisten, den ausgezeichneten Chor und seinen Dirigenten akklamierten. Große Wirkung erzielte auch das fein und diskret vorgetragene „Wiegenlied" von Brahms. Die Purimstimmung erreichte ihren Höhepunkt, als Professor N a s ch 6 r mit einem seiner geistreichsten Vorträge, der von Witz sprudelte, das Programm» das so viel des Guten geboten hatte, abschloß. In vorgerückter Stunde begann das Tanzkrän-rchen, dessen Arrangement in den bewährten Händen des beliebten Tanzmeisters Herrn Rudolf Hermann lag und die animierte Festgesellschaft bis in die Morgenstunden beisammenhielt. Wien. (Jmber-Abend.) Der junge, jüdische^ Dichter S. I- Jmber, der sich eben auf der Durchreise nach Palästina in Wien aushält, wird auf einem ihm zu Ehren vom akademischen Verein „Jüdische Kultur" veranstalteten literarischen Abend sein Posm „Esterke" und andere Dichtungen vorlesen. Dieser Abend wird am 13. März, um 8 Uhr abends, im Jüdischen Volksheim. II., Stefaniestraße 12, stattfinden. Karten zu X 2, 1 und 50 h find erhältlich im Volksheim und im Vereinslokale, IL, Blumauergaffe 20. Wien. (Jüdisch-akademischer Juristen der ein.) Heute Freitag dm 8. März: Vortrag des Herrn I. U. C. Josef Schell: „Ueber die Beziehungen zwischen Gesetzgebung und Rechtswissenschaft". Ort: Universität Hörsaal XXV jur. Fak. Zeit: 7 Uhr abends. Gäste willkommen! Wie». (Jüdische Toynbeehalle für den 2. Bez t r k.) Samstag am 9. März, halb 8 Uhr abends, hält Herr Med. M. Grosser einen Vortrag über das Thema: „Die Juden in Polen."

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