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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-02-23 · 8 (23.2.1912) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
8 (23.2.1912)
Date
1912-02-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 128 Dr. Blochs Wochenschrift Nr. 8 Egon Frankl. Karl Freund, Dr. Rudolf Fürth, Adolf Haag, David Horowitz. Viktor Schwadron, Ernst Simon, Dr. Siegmund Stiaßny, Richard Wiener. Zu Zensoren wurden gewählt die Herren: Jakob Mensch, S. Steiner. Alfred Waizuer. Nachdem noch Herr Dr. Wilhelm Kuöpfmacher dem Vorstande den Dank der Keneralversammlung für seine Tätigkeit in herzlichen Worten aussprach, wurde die Versammlung geschlossen. Die Aufgabe dieses eminent wohltätigen Vereines ist es, einer möglichst großen Anzahl jüdischer würdiger Glaubensgenossen unverzinsliche Darlehen zu gewäh en, um sie und ihre Familien vor dem Untergange, vor vollkommener Verarmung zu bewahren; soll er dies erreichen, soll er nicht gezwungen sein, eine bedeutende Anzahl von Gesuchen wegm ungenügender Mittel abzuweisen, muß er auf die weitestgehende Unterstützung Aller rechnen können. Man fördert ein gutes Hilfswnk, wenn man dem Vereine als Mitglied beitritt. Der mindeste Mitgliedsbeitrag beträgt jährlich 4 Kronen; Beitrittserklärungen sind au die Adresse des Vereines, IX., Bcrggasse 4, zu richten. Jüdische Toynbeehalle, Wien, XX., Othmargasse 46. Das nächstwöchentliche Programm ist wie folgt festgesetzt: Samstag den 24. d. M.: Arrangement: Herr G. Bettelheim: Konzert. — Sonntag den 25. d. M.: Direktor Dr. Friedeberger: Thema: Die Entstehung der Sprache. — Montagden 26. d. M.: Dr. Heinrich Herbatschek: Bürgerkunde (Zyklus IV.) — Dienstag den 27. d. M>: Prof. Dr. K. Kupfer: Jüdische Geschichte (Zyklus) — Mittwoch den 28. d. M: Dr. M. Propper: Das österr. Eherecht. — Donnerstag den 29. d.M.: Schriftsteller Friedrich Porges: Literar-Abend. — Freitag den 1. März: Herr I. Rosner: Brbelvortrag. Beginn der Vorträge: An Wochentagen halb 8 Uhr Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. — Anmeldungen von Dorttägcn und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. I. Samuely, Wien, I., Fischerstiege 6, gelangen lasten. (P u r i m - F e st j a u s e.) Die seit einer Reihe von Jahren vom Obmann-Stellvertreter Karl Freund und dessen Gattin Marie in der T yubeehalle veranstalteten Kindernachmittage bewähren sich auch in dieser Saison als segensreiche, hcrzerfundene Einrichtung und versammeln jeweilig mehr als 300 Kinder in den behaglichen Räumen. Insbesondere die jüdischen Feste werden zum Anlaste genommen, den Kindern fröhliche Stunden zu bereiten und so ist auch als Purim-Vorfeier für Sonntag den 25. d. M. 7*3 Uhr nachmittags eine Festjause anberaumt. „Beth Haam" (Jüdisches Volksheim). Wien, XVII , Hormayrgasse 7 a). Samstag den 24. d. M. 7-8 Uhr abends: Herr Dr. M. Reiß: »Der Beruf des Verteidigers". Mittwoch den 28. d. M. 7,8 Uhr abends: Kammermusikabend. Arrangement: Frl. Helene Goldbaum. * * * Sonntag den 25 Februar präzise 7,3 Uhr nachmittags große Künstler-Akademie im ThaliatheaterXVI., Kreitnergaste 31. Mitwirkende: Frl. Selma Libowitz Klavier virtuosin. Frau Kramer-Glöckuer vom Deutschen Volketheater, Herr Kramer. Oberregisieur des Teutscheu Volkstheaters; Herr Dr. Otto Kapperl, Konzertmeister im Raimund- Theater, Herr Elias Baruch, Opernsänger, Herr Morgan, Komiker des Ronachertheaters und das Orpheus-Quartett. Karten a 5, 4, 3, 2 und 1 X zu haben an der Tageskaffa des Thaliatheaters, bei Dr. M. Förster. XVI.. Thaliastraße 22. Frau Emilie Straus, XVI., Ottakrmgerstraße 114, Frl. Lilli Blumenstein. I., Schottenring 23 und XVII., Hormayergaffe 7 a (7—9 Uhr aveuds.) Wie«. (Populär - wissenschaftliche Freitag- Abendvorträge imBet-Hamidrasch „Talmud Thora", II., M a l z^g a s s c 16. Schlußvortrag in dieser Saison am 23. Februar. Herr Prof. Mor Autscherl: „Purimfeste in unserer Geschichte". Beginn um aj48 Uhr abends. Die täglichen Abendvorträge und die Vorträge für junge Leute Sonntag 7*12—7-1 und Samstag 1l—12 durch Herrn Rabb. H. Schenk finden auch fernerhin statt. Wien. („Adaß Jeschurun" Bethaus-Verein.) Die ordentliche Generalversammlung findet Sonntag den 25. Februar 1912 präzise 3 Uhr im Vereinslokale IX., Pflug^asse 5 statt. Tagesordnung: I» Rechenschaftsbericht. 2. Erteilung des Absolutoriums. 3. Neuwahl des Vorstandes und der Revisoren. 4. Festsetzung des Mitgliedsbeitrages. 5. Eventuelles. Sollte die Generalversammlung nicht beschlußfähig sein, so findet eine halbe Stunde später laut § 28 der Statuten eine neue General-Versammlung statt, die jedenfalls beschlußfähig ist. Wien. (Brigittenau.) Die seit Jahren hier bestehenden Bildungs- und Humanitätsvereine „Schomre Hadass“ und „Linass Hazedek“ haben sich jüngst durch eine Fusion der Bethaus-Vereine zu einem einzigen, mit Namen „Ansebe Dass wu Zedek“ assortiert und ihr Brtlokal in der Traunselsgasse Nr. 3 eröffnet. Die feierliche Einweihung fand am vorigen Sonntag abends statt bei zahlreicher Beteiligung der Mitglieder und Gäste, die Herr Obmann S. Dickstein freundlichst begrüßte. In Vertretung der Kultusgemeinde erschien Abtetlungsleiter Herr Fuchsgelb für den Briqittenauer Tempelverein Herr Ben auch Vertreter des V ereincs „Adass Jeschurun“ und anderer befreundeter Korporationen waren zugegen und nachdem die Thorarollen in die Bundeslade getragen wurden, entzündete Herr Rabbiner Mayersohn das „Ner Tomid“ als das Symbol des ewigen Lichtes der Thora. Die von demselben gehaltene inhaltreiche Festrede betonte hauptsächlich den Segen der Einigkeit für Israel. Mit Abstngung der Volkshymne und Rezitation des Maariv-Gebetes dmch Oberkanto: Basch schloß die schöne, erhebende Feier und die Teilnehmer begaben sich darauf korporativ^ ins Restaurant Ehrlichhof zu einem gemütlichen Abend, der bis gegen Mitternacht währte. —n. Austritte aus dem Judentum Vom 11. bis inkl. 17. Februar 1912. Benedict Gisela, ged. Eger, Private, geb. 5. April 1873, Wien, VII., Burggasse 5. Bilik Owschei, Konditor, geb. 15. Februar 1871 in Kischenew, XVII., Palffygasse 14. Bloch Alfred, Agent, geb. 16. Februar 1883, Wien. VI., Stumpergasse 45. Frischmann Helene, Private, geb. 21. November 1869, Wilhelmsburg, XI., Hauptstrasse 173. Hackar Gisela. Verkäuferin, geb. 16. Oktober 1879, Pinkasö, XVI., Grundsteingasse 42. Hofmann Josef, Prokurist, geb. 31. Juli 1877, Stanislau, XIII. Parkhotel. Klempner Paul, geb. 14. Juli 1878, Wien, II., Schmelzgasse 7. ■ Körner Rudolf, Reisender, geb.; 12. Juni, Göding, II., Stuwerstr. 6. Münzer Hermann, geb. 18. Juli 1877, Wien, II., Zirkusgasse 17. Pilpel Max, Beamter, geb. 24. Jänner 1873, Wien, IX., Pramergassel8. Popper Emma, Private, geb. 8. Juli 1883, Wien, IX., Hörigasse 18. Stäuber Alice, Med. Dr., IX., Dietrichsteingasse 7. Werner Hermann, Kaufmann, geb. 1. Dezember 1879, Nadas, II., Praterstrasse 66. Ezernowitz. (Jüdische Toynbeehalle.) Das Kuratorium der jüdischen Toyrbeehalle in Ezernowitz erläßt folgenden Aufruf: Durchdrungen von der Erkenntnis, daß alle Selbstvervollkommnung egoistisch bleibt, so lange die Massen in dumpfer Unwissenheit dahindämmern, stieg der g^oße englische Philanthrop Arnold Toynbee von der Höhe des Universitäts-Aristokraten zum Volke herab, ihm die Herrlichkeit der Kultur zu erschließen, es für die edelsten Freuden des Lebens empfänglich zu machen. In seinem Sinne wurden in England und Amerika, später in Oesterreich und Deutschland überall Stätten errichtet, in denen der Reiche mit dem Armen, der Wissende mit dem Unwissenden, der Glückliche mit dem Unglücklichen Fühlung sucht, in denen sich die äußersten Schichten der Gesellschaft liebevoll begegnen, um so den Ausgleich der sozialen Gegensätze aufs beste arrzubchnen. Seit dem Winter 1911 hat auch Ezernowitz, dank der Munifizenz der Eheleute Markus und Anna Kislinger seine Toynbeehalle. Gelehrte, Pädagogen, Schriftsteller, Künstler haben sich in den Dienst der guten Sache gestellt. Jeden Samstag wird hier 600—700 Männern und Frauen Belehrung bildende Unterhaltung und eine kleine Erfrischung geboten. An den jüdischen Gedenktagen wurde für 700—800 Kinder eine Jause veranstaltet, die mit einem belehrenden Vortrag über die Bedeutung des Tages verbunden war. Mit inniger Befriedigung können wir auf das bisher Erreichte zurückblicken, aber um erfolgreicher wirken, das Wrk nach allen Richtungen hin weiter ausbauen zu können, bedarf es größerer Hilfsquellen, als uns gegenwärtig zur Verfügung stehen. Wir wenden uns daher an alle Glaubensgenossen, die sich unser altes Erbteil, das Pflichtbewußtsein den Armen gegenüber, bewahrt haben, mit der Bitte, dem Vereine, dessen Statuten bereits behördlich genehmigt sind, als Mitglieder (jährlicher Mindestbeitrag 4 K) und Stifter (einmaliger Beitrag 200 K) beizutreten und so das gute Werk aufs kräftigste zu unterstützen. Beitrittserklärungen sind an den Schriftführer des Vereines Professor Dr. Leon Hoffman«, Ezernowitz, Bukowina zu richten. Ezernowitz, im Februar 1912. Das Kuratorium der „Jüdischen Toynbeehalle" in Czernowitz: Profeffor Dr. Leon Kellner. Obmann. Baurat Professor Gottlieb Winkler. 1. Obmannstellvertreter. Großindustrieller Aron Rosenkranz. 2. Obmannstellvertreter. Süßkind Landau. Dr. Philipp Menczel. Oberrabbiner Dr. Josef Rosenfeld. Professor Dr. Leon Hoffmann. Dr. Friedrich Melzer. Dr. Mayer Ebner. Finanzsekretär Lazar Weinreb. Adolf Wallstein. Landtagsabgeordneter Dr. Max Fokschaner. Brünn. (Hebräische Sprachkurse.) Zufolge einer Notiz nahm ich Veranlassung, einer Unterrichtsstunde des von Herrn Religionslehrer Nabinowicz aus Boskowitz geleiteten hebr. Kurses in Brünn beizuwohnen. Vor allem will ich meiner Freude darüber Ausdruck verleihen, daß der Stunde über 60 Teilnehmer, erwachsene und junge Leute beiderlei Geschlechtes, beiwohnten. Nach ungefähr 17 Unterrichtsstunden vermag die Zuhörerschaft, alles, was ihnen der Sprachlehrer in deutscher Sprache vorsagt, ins Hebräische zu übertragen. Die Uebertragung vom Deutschen ins Hebräische geschieht seitens der Zuhörerschaft exakt und fließend. Wenn man in Betracht zieht, daß

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