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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-02-16 · 7 (16.2.1912) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
7 (16.2.1912)
Date
1912-02-16
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 7 Dr. Bliochs WochMschrift Seite 111 wöchentlich, nebst Verabreichung von Tee und Gebäck, durch Vorträge und Konzerte Belehrung und geistigen Genuß zu verschaffen, sieht in der stets steigenden Frequenz der Besucher die Notwendigkeit des Bestandes dieser Institution ein, in der das jüdische Selbstbewußtsein gehoben und die Zusammengehörigkeit der Glaubensgenossen gepflegt wird, und muß bereits darangehen, seine längst unzulänglichen Räume zu erweitern. Eine Turnsektion, Lesehalle und Bibliothek sind Gründungen dieses Vereines. Leider hemmen uns die allzuknappen Mittel am Ausbau dieses humanen und echt jüdischen Unternehmens, weshalb an alle wohltätig gesinnten Glaubensgenossen die herzliche Bitte ergeht, durch Abnahme von Eintrittskarten die Aktion des Vereines zu unterstützen. Mitwirkende: Fräulein Selma L i b o w i tz, Klaviertuosin; Frau Josefine Kramer-Glöckner vom Deutschen Volkstheater; Herr Leopold Kramer, Oberregisseur des Deutschen VoikslheaterS; Herr Dr. Otto K a p p e r l, Konzertmeister im Raimund-Theater; Herr Elias B a r u ch, Opernsänger; Herr Paul Morgan vom Ronacher- Theater und das Orpheus-Quarteit. Karten sind zu haben: Im Vereinslokale täglich von 7 bis 8 Uhr abends; im Cafe Jungmann, XVI., Ottakringerstraße 37; im „Arbeiterheim" (Tageskasse) und bei den Vorstandsmitgliedern: Dr. M. F ö r st e r, XVI., Thaliastraße 22; Dr. G. Stern, XVI., Thaliastraße 80; städt. Lehrerin Frau Eunlie Strauß, XVI., Ottakringerstraße 114; Fräulein Philippine Blumenstein, 1., Schottenring 23; Moritz Gottesmann, XVII., Hormaycgaffe55; Sigm. Schickler, XVII., Steinergasse 1. Austritte aus dem Judentum Vom 4. bis infcl. 10. Februar 1912. Husserl Johanna Auguste Gabriele geb. Forst, geb. 6. Mai 188t, Berlin, IX., Porzellangasse 45. Kocheies Karl, geb. 11. Dezember 1887, Wien — derzeit Judendorf bei Graz. Leidersdorf Stefanie, Hilfsarbeiterin, geb. 2. April 1888, Wien, XI., Eyzingergasse 7. Manhard Theodor Hermann, Kaufmann, geb. 24. Juli 1880, Wien. IX., Peregringasse 4. Sterk Emma geh. Birnbaum, Schriftstellersgattin, geb. 5. Februar 1872, Wien, IV., Joh. Straussgasse 34. Sterk Gertrud Magda, Kind, geb. 3. Juni 1907, IV., Joh. Straussgasse 34. Sterk Peter Cornelius, Kind, geb. 24. Juli 1906, IV., Joh. Straussgasse 34. Sterk Vilmos, Schriftsteller, geb. 28. Juni 1880, Budapest, IV., Joh. Straussgasse 34. Aspern. Bei Herrn Julius Galia, der in seinem Hause, Siegesplatz 19, ein Pnvatbethaus erhält und dasselbe auch der Gemeinde zu öffentlichen Gottesdiensten zur Verfügung stellt, fand anläßlich des ersten Geburtstages seines jüngsten Sohnes die Einweihung eines neuen Sefer Thora statt. Bei dem feierlichen Akte hielt Herr Rabbiner Dr. Rosenmann die Festrede und die kantorale Funktion versah Herr Kantor Abraham Kahn. In Vertretuna der Wiener Kultusgemeinde war Herr Kultusvorsteher Emanuel Grünwaid erschienen, welcher dem Herrn Galia für fein frommes und gemeinnütziges Wirken die vollste Anerk nnung aussprach. Ferner waren anwesend in Vertretung des Bethausvorstandes im XXI. Bezirk die Herren Obmannstellvertreter Gabriel Duckes, Moritz Schwarz, Emil Fantol, Adolf Reiniger, Heinrich Mandel, die befreundeten Familien Dr. Julius Weiß, Alois Theumaun, Bernhard Kohn, I. Pollitzer, Gebrüder Jelenek, Galia aus Gaya. stäotischer Arzt Dr. Poregger, Moritz Politzer, Julius Grünspan, die Herren Kuliusvorsteyer Leopold Rosenbaum, F. Mandel sowie Ferdinand Rosenbaum aus Groß-EnzerSdoif und viele andere Gäste. Bei dem dem weihevollen Akte folgenden Festmahle wurden mehrere Toaste gesprochen. Als erster toastierte Herr Rabbiner Dr. Rosenmann auf die Verdienste der Mutter des Festgebers, Frau Delhi Galia, wie auf die Gattin des Festgebers, indem er ihr humanes Wirken und ihre Gastfreundschaft hervorhob. Herr Dr. Julius Weiß würdigte das echt religiöse, jüdische Familienleben, das der Festgeber im Sinne seines seligen Vaters aufrecht erhält. Die schöne Feier, die in animierte ster Stimmung verlief, endete mit einem hebräischen Toast, den Herr Kantor und Lehrer Kohn auf den Rabbiner Dr. Rosenmann, auf den Vorstand, den Festgeber und alle anwesenden Gäste ausbrachte. Budapest. (Todesfall.) Freitag am 9. d. M. wurde der Inhaber des Grünwald-Sanatoriums königl. Rat Herr Dr. Moritz Grünwald unter außerordentlicher Beteiligung der gelehrten Welt, so auch von Bekannten und Freunden zur ewigen Ruhe im hiesigen Friedhofe gebeitet. Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Elras Adler hielt eine Rede, in welcher er die Vorzüge des Dahingeschiedenen als Familienhaupt, als Menschenfreund, als Arzt und Wohltäter, überhaupt als Jude kennzeichnete, welche einen besonderen Eindruck auf alle Anwesenden übte. Den gesanglichen Teil versah Prosessor Oberkantor Lazarus mit dem Tempelchor. Am Grabe hielt im Namen des „Aerzteoerbandes" Herr Dr. Pokorni und im Namen der „Kongreß-Kalman-Loge" Herr Dr. Deutsch ergreifende Abschiedsworte. Krems a. D. Am 1. Februar d. I. wurde hier Fran Malwine Singer, Gattin unseres langjährigen Chewra-Kadischa-Vorstehers Moritz Singer, in ihrem 57. Lebensjahre zur letzten Ruhe bestattet. Die Dahrngeschledene hinterläßt bei allen, die sie kannten, den Ruf einer mrcn nrs. Dies kam auch in der großartigen Beteiligung aller Bevölkerungskrerse nm Leichenbegängnisse und m den zahlretchen Beileidskundgebungen an die trauernde Familie zu beredtem Ausdruck. Bodenbach a. E. Unser seit 12 Jahren für die Kultusgemeinde unter seinem verdienstvollen Qbmanne Herrn Sigm. Brauner segensreich wirkender Tempelbauverein hatte am 4. Februar d. I. seine Hauptversammlung und beschloß, wieder einen ansehnlichen Betrag aus dem Vereinsvermögen pro 1911 der Kultusgemeinde zuzusühren. Anschließend daran hatte unser Wohttätigkeits-Frauenverem die Gemeindemitglieder zu einem „Teeadend" eingeladen. Dem Rufe der Frauen waren viele Familien gefolgt und man hatte es nicht zu bereuen, man verlebte ein paar angenehme Stunden. Fräulein Martha Reumann sang drei Lieder und errang verdienten rauschenden Beifall. Die eole Schiller'sche Ballade „Das verschleierte Bild zu Sars" fand einen geistvollen Interpreten in dem Doyen unserer akademischen Bürger. Em Duett, trefflich naturfrisch dargeboten von Fräulern Martha Reumann und Erna Kugel, führte die Stimmung aus dem seriösen nach dem heiteren Programm. Tombola und Tänzchen hielten die Gäste bis zum frühen Morgen in froher Stimmung. Teschen. Mit tief erschütternder Tragik lichtet die letztere Zeit vorzugsweise die Reihen unserer besten Glaubensgenossen hier. Der soeben unter überaus zahlreicher Beteiligung aus allen Schichten der Bevölkerung, der Beamtenschaft und der Vertreter vieler Kultusgemeinden zu Grabe getragene kaiserl. Rat Herr Jakob SUbersteiu, Präsident der hiesigen rsrael. Kultusgememde, gehörte zu den besten. Schmerzlich ergriffen von dem Verluste, den die gramgebeugte Familie ebenso wie das Gemeinwesen erlitten, trauert gn seinem Grabe mit den Tausenden, die dem Hingeschiedenen den Tribut dankbarer Erinnerung zollen, auch die hiesige Talmud-Thora-Schule. Sie trauert nicht bloß um den liebenswürdigen und herzensguten Menschen, den bewährten Vertreter gemeinnütziger Interessen, sie trauert auch um ihr langjähriges verdienstvolles Vorstandsmitglied, um ihren eifrigen Gönner, der die heiligen Ziele der Schule, das Gedeihen und die Ausgestaltung derselben in wahrhaft opferfreudiger Hingebung und hochherziger Unterstützung durch alljährliche Verleihung von Prämien an brave und fleißige Schüler allezeit zu fördern bestrebt war. Was er vollends unserer Gemeinde war, was er gewirkt und geschaffen, kann unter dem unmittelbaren Eindrücke der erschütternden Kunde jetzt nicht geschildert werden. Er war Vielen viel und unserer Gemeinde alles. Seinen sterblichen Teil haben wir bestattet, doch er lebt fort im Herzen seiner Familie, in der Erinnerung seiner Freunde und im Andenken aller, die ihn gekannt. Dieses Andenken wird sicherlich nachwirken zum Tröste seiner hartgeprüften Familie und zum ferneren segensreichen Gedeihen unserer Gemeinde, ^n diesem Sinne war auch die vom Herrn Rabbiner Prof. Dr. Leimdorfer gehaltene Leichenrede. Kremsier. Am 15. März a. c. feiert Herr Oberkantor A. Reicharb in Kremsier seinen 60. Geburtstag und zugleich fein 40-jähngeS Berufsjubuäum als Oberkantor. Herr Oderkantor Reicharb, der sich ursprünglich dem Rabvlnerstande widmete, besuchte zur Zelt des Ksaw Sofer die Jeschiwah zu Preßburg. Im Besitze einer klangvollen Stimme widmete er sich hernach dem Kantorenberufe wobei er, durch die Mumfizenz des Herrn Wilhelm Ritter v. Gutmanu s. A. materiell gefördert, sich ein großes musikalisches Wissen anelgnete. Als langjähriger Oberkantor unserer altehrwürdigen Gemeinde erfreut sich der Jubilar ob seines konzilianten Wesens großer Sympathien der vornehmsten Gesellschaftskreise. Für sein künstlerisches Wirken, welches jetzt m unserem neuen Tempel zu besonderer Geltung kommt, wird ihm stets die vollste Anerkennung gezollt. Möge Herrn Oberkantor Reicharb, der noch mit voller Jugendfrische seines Amtes waltet, seine schöne hellklingende Stimme als auch seine Gesundheit noch recht viele Jahre ei halten bleiben, daß er bis ins späteste Menschenalter seinem heiligen Berufe zu seiner Ehre und zur Freude aller Andächtigen Nachkommen möge. R. S. Aussig a. E. (B e z a l e l-A u s st e l l u n g.) Von allgemeinem Interesse dürste die Nachricht von der letzten Ausstellung der Bezalel-Erzeugnisie in Aussig sein, die das wachsende Interesse bezeugt, das den Tendenzen der Kunstgewerbeschule Bezalel in Jerusalem in immer weiteren Kreisen unserer Glaubensgemeinschaft entgegengebracht wird und den Erzeugnissen der Schule ein immer größeres Absatzgebiet sichert. Das Protetz torat über die Ausstellung hatte Herr Kommerzialrat Eb. I. Weinmann in liebenswürdiger Weise übernommen, während das Komitee unter dem Vorsitz des Herrn Rabbiners Dr. Artur Roseuzweig Damen und Herren aller jüdischen Kreise Aussigs umfaßt. Die Eröffnungsfeier fand in Gegenwart der Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, in feierlicher Weise am Sonntag den 11. d. M. statt. Berlin. Die Beisetzung Julins Pagels, des hervorragenden Forschers auf dem Gebiete der historischen Medizin, der im Alter von 61 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben ist, fand auf dem Friedhof der jüdischen Gemeinde in Weißensee unter großer Beteiligung von Universilätsprofessoren und des Lehrkörpers der Kaiser- Wilhelm-Akademie statt. An der Spitze des Lehrkörpers der Universität nahm der Rektor der Universität, Professor D. Dr. Lenz, an der Spitze der zahlreich zur Trauerfeier erschienenen Militärärzte der

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