Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 7 (16.2.1912)
- Date
- 1912-02-16
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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«eite 11« Skr. 7 Dr. «lochs Wochenschrift Wien. (IüdischerMittelschulverein.) Am 13. Februar fand die konstituierende Generalversammlung des „Jüdischen Mittelschulvereines" statt, die aut besucht war. Nach kurzer Begrüßung der Anwesenden wurden die Begrüßungs-Zuschriften der Herren: Rabbiner Dr. Feuchtwang, Fabrikant Kremenetzki. E. Torczhner verlesen. Hierauf erstattete der Vorsitzende den Rechenschaftsbericht, berichtete über die Zabl der bereits gewonnenen Mitglieder, über die Höhe der geleisteten Beiträge und ließ sein Referat in einen Appell ausklingen, die jüdische Mittelschule durch Rat und Tat zu unterstützen. In der darauf folgenden Debatte nahm Herr Landesschulrat Dr. Gustav Kohn das Wort, erklärte, er sei im Prinzipe für eine jüdische Mittelschule, warne jedoch, eine solche ohne einen Fond erhalten zu wollen. Herr Professor Oskar Ltebeu glaubte, es wäre Pflicht der Kultusgemeinde, eine derartige Anstalt zu unterstützen, die allein imstande sei, den — nach den Worten des Herrn Dr. G. Kahn — „entsetzlichen" Verfall der jüdischen Jugend aufzuhalten. Was die aufzuwendenden Mittel betreffe, so glaube Redn r für eine jüdische Mittelschule in Wien selbst genügende Förderung zu finden. Herr eauä. pbil. Silbermaun bemerkt, daß eine jüdische Mittelschule ein tatsächliches sofortiges Bedürfnis sei und daß ein Warten auf den reichen Mann, der eine Riesensumme zur Verfügung stellt, wohl nicht das Richtige sei. Er fordert Mithilfe aller Gleichgesinnten und sofortige Agitation. Herr Rabbiner Dr. Kamiuka spricht in äußerst warmer Weise für das Projekt, das nach seiner Ansicht berufen fein könnte, Elite-Juden heranzubilden. Ebenso Herr Dr. meä. Reiniger. der zugleich die Talmud-Thora-Schule energisch in Schutz nimmt. Nachdem noch Herr Dr. Freuder, meä. Löwy gesprochen, nahm der zum Vorsitzenden gewählte Prof. Antscherl das Wort, dankte allen Teilnehmern, insbesondere aber dem Herrn Vizepräsidenten Dr. G- Kohu für das Erscheinen, schlägt die Bildung eines provisorischen Komitees vor und ersucht die Anwesenden Mitglieder des neuen Vereines zu werden, worauf zahlreiche Herren größere Beiträge zeichneten. In später Abendstunde schloß die ungemein interessante Zusammenkunft. Unter den Anwesenden bemerkte man ferner: Direktor Dr. Friedeberger. die Herren: Emil Neurath, Moritz Felsenburg. Eduard Deutsch, Oberkantor Schorr, Glückselig, Prof. Dr. Pollak, Dr. Freudmauu, Löw-Vogel u. s. w. Wien. (Verein jüdischer Portiere und Hausbesorger.) Sonntag den 4. d. M. fand die I. Generalversammlung des Vereines jüdischer Portiere und Hausbesorger bei großer Teilnahme der Vereinsmitqliedcr statt. In seinem Berichte konnte der Vereinsobman Karl Zerkowitz die erfreuliche Mitteilung machen, daß es dem Verein während seines kaum einjährigen Bestandes gelungen sei, 20 jüdische Portiere in guten Häusern zu plazieren. Die betreffenden Hausbesitzer, unter denen sich auch Vereine und Anstalten befinden, haben wiederholt ihrer vollsten Zufriedenheit mit ihren jüdischen Portieren Ausdruck gegeben. Dieser Erfolg sei um so höher anzuschlagen, als es ja bekannt ist. welche Vorurteile und falsche Anschauungen gerade bei jüdischen Hausbesitzern und Vereinen über die Verwendbarkeit jüdischer Portiere herrschten und zu überwinden waren. Der Anfang sei nun gemacht und es bestehe die Hoffnung, daß die Idee, welcher der Verein dient, immer mehr durchdringen und Wurzel fassen werde. Lebhaftes Interesse erweckte die Mitteilung des Obmannes, daß auch nichtjüdische Hausbesitzer in jüngster Zeit jüd'sche Vortiere und Hausbesorger anstellen und voll Lobes sind über die musterhafte Führung der Häuser. Der Redner ermahnt schließlich die Mitglieder auszuharren und sich nicht damit zu begnügen, daß sie selbst in gesicherte Stellung gelangt sind, sondern es als ihre Pflicht anzusehen, den Vorstand in der Propaganda zu unterstützen, damit der Verein in die Lage versetzt werde, seine große sozial» Aufgabe zu lösen. Großen Beifall fand die Mitteilung des Obmannes, daß der Vorstand der Wiener israel. Kultusgemeinde die Bestrebungen des Vereines moralisch fördert. Die Generalversammlung spricht hierauf dem Vorstande der Kultusgemeinde den Dank aus. Der Kaffabericht, den der Vereinskaffier Ullmauu verliest, wird nach einem Berichte der Revisoren zustimmend zur Kenntnis genommen. An den Bericht knüpfte sich eine lebhafte Diskussion, an welcher sich die Vereinsmitglieder Schweinburg, Herrmauu, Jakob Schwarz, Breuuinger und der als Gast anwesende Schriftsteller Jakob Krausz beteiligten. Es werden verschiedene Anträge betreffend die Schaffung eines Kautionsfonds, die Gründung von Fortbildungskursen usw. gestellt und im Prinzipe angenommen. Die Ausarbeitung der Durchführungsmodalitäten dieser Vorschläge wurde einem fünfgliederigen Komitee übertragen, welches mit den Vorarbeiten binnen Kurzem fertig sein und'einer hiezu einzuberufenden außerordentlichen Generalversammlung Bericht erstatten muß. Bei der hierauf erfolgten Ersatzwahl wurde das Vereinsmitglied Schweinburg zum zweiten Schriftführer und das Vereinsmitglied Geber in den Ausschuß gewählt. Nach einem Dankesbotum für den Vereinsobmann sowie dem gesamten Ausschuß und dem Schriftsteller Jakob Krausz für das werktätige Interesse, daß derselbe dem Vereine seit seiner Gründung entgegenbringt, wurde die Generalversammlung geschlossen. Wien. Der Unterstützungsverein „Emes Weschulaum"-„Wahrhett' und Friede" veranstaltet zu Gunsten seines Witwen- und Waisenfondes am Mittwoch, den 21. Februar 1912, im Prachtsaale des Hotel „Bayerischer Hof", II., Taborstratze 39, sein zehnjähriges Jubiläums-Fest, verbunden mit Vorträgen und. Tanzkränzchen. In Anbetracht des humanitären Zweckes hofft die Vereinsleitung auf zahlreiches Erscheinen. Verein jüdischer Hochschüler „Mensa Äcademica Judaica“ In der letzten Plenarversammlung wurden folgende Mitglieder in den Ausschuß gewählt: cand. Phil. Bela Diamant, Präses; cand. ing. Ernst Weiß, I. Vizevräses; cand. ing. David Wallach, II. Vizepräses; cand. ing. Leo Reich, cand. Phil. Andermann, Kassi-re; med. Josef G l a e s e r. exp. acad. Abrabam Reiner, Schriftführer; med. Moses T u m e n, M. U. E. M. Keßler, Oekonomen; med. S. Mann, Hausverweser; cand. Phil. I. Goldberger, M. U. E. T a j t a z a k, Revisoren. Wien Die Generalversammlung des humanitären Vereines »Tiferess bachurim«, welche am Sonntag im Turnsaale der „Talmud- Thora" stattfand, war recht zahlreich besucht. In Vertretung des Kultusvorstandes erschien Herr ,Adolf Schramek. Der Obmann Herr Jakob Pinkas begrüßte zunächst die Anwesenden, zugleich die triste und wüste materielle Lage der unbemittelten Bachurim in der Jeschiba mit beredten, tiefempfundenen Worten schildernd, und richtete zum Schluffs seiner Rede an die An- und Abwesenden einen warmen Appell um geneigte Förderung der humanen Tätigkeit des Vereines. .Hierauf hielt Ehrw. Herr Rabb. Jos. Baumgarten die Festrede, die sich allgemeiner Zustimmung erfreute. Bei der dann psr aeelamationsn vorgenommenen Neuwahl wurde der bisherige Vorstand einstimmig wiedergewählt. Herr Kultusrat Schramek drückte noch dem Vereine seine Sympathie aus. Die Teilnehmer der Versammlung be. aaben sich dann ins Restaurant'Pinkas im Hotel „New-Uork" zum Bankette, bei welchem man ebenfalls angenehme Gelegenheit hatte, geistvolle und zündende Reden;u hören — so von den geehrten Herren Rabbinern: Banmaarten. Flesch. Fleischmann, Goldstein, Schenk n. a.. ferner von Herrn Pappenheim-Rosner — und den humoristischen Teil des Abends besorgten die Herren Dukes und Stepler. In spater Abendstunde, nachdem das Mesumen-Benschen von Herrn Schramek zu Gunsten der Vereinszwecke um 150-K erstanden wurde, endete das schöne, gemütliche Fest. — n.— Wien. (SimmeringerFrauen-Wohltätigkeits- Verein.) Samstag den 2. März findet im Kursalon der Stadt Wien, I., Stadtvark eine große Wohltätigkeits-Akademie mit anschließendem Tanz statt. Beginn der Vorträge 9 Uhr. Soiree- oder Balltoilette. Mit Rücksicht auf den wohltätigen Zweck haben folgende Kunstkräfte ihre gütige Mitwirkung in liebenswürdiger Weise zugesagt. Prolog: Verfaßt von Herrn Alfred Freih. v. Berger, Direktor des k. k. Hofburgtheaters. Frl. Melly Weiß, Rezitationen. Herr Dr. Otto K a p p e r l, Konzertmeister vom Raimundtheater. Frl. Mizzi I e r i tz a. Mitglied der Volksoper. Herr Fritz G r ü n b a u m, Conferencier der Hölle. Frl. Gisela Springer, Klaviervirtuosin. Herr Ary-von-L e u w e n, Flötist des Wr. Hofopernorchesters. Frl. Else S a l d e r n, Diseuse, Mitglied . des Cabarets „Fledermaus". Herr Karl Ziegler, Mitglied der Volksoper. Frau Nonny Paldo, Konzertsängerin. Herr Josef Gutmayer, Direktor der Schauspielerschule „Otto". Frl. Camilla Godlewsky, Mitglied der k. k. Hofoper. Am Klavier Herr Kapellmeister Anton Z i l z e r. Tanzmusik: K. k. Infanterie-Regiment Nr. 67 unter persönlicher Leitung des Herrn Kapellmeisters Hermann D o st a l. Tanzarrangement: Herr Rudolf H e i m a n n. Jüdische Toynbeehalle, Wien, XX., O t h m a r g a s s e 46. Das nächstwöchentliche Programm ist wie folgt festgesetzt: Samstag den 17. d. M.: Oberlehrer Riesenfeld: „Im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung" (III.) — Sonntag den 18. d. M.: Orchesterkonzert. — Montag den 19. d. M.: Pr f. Dr. Em. Kohn: Aus der ältesten griechischen Kunst und Kultur (mit Lichtbildern). — Dienstag den 20. d. M.: Dr. Heinrich Herbatschek: Bürgerkunde (Zyklus III.) — Mittwoch den 21. d. M.: Prof. Dr. K. Kupfer: Jüdische Geschichte (Zyklus). — Donnerstag den 22. d. M.: Moses Waldman«: Kulturhistor. Studie: „Juden in Galizien." — Freitag den 23. d. M.: Lehrer H. Löw Vogel: Bibelvortrag. Beginn der Vorträge: An Wochentagen halb 8 Uhr Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. — Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. I. Samuely, Wien, I., Fischerstiege 6, gelangen lassen. Beth-Haam (Jüdisches Bolksheim) XVII., Hormayrgaffe 7 a. Samstag den 17. Februar, V28 Uhr abends: Herrn Siegfried Fleischer: „Justizirrtümer." — Künstler-Akademie: (Sonntag den 2b. Februar im Arbeiterheim, XVI., Kreitnergaffe 32, Beginn V23 Uhr nachmittags.) Wie im Vorjahre geht auch heuer der Vorstand des „Beth Haam" daran, durch Veranstaltung einer großen Künstler-Akademie im Theatersaale des Arbeiterheim, XVI., Kreitnergaffe 32, dem Vereine die zur Entfaltung seiner segensreichen Tätigkeit notwendigen Mittel zu verschaffen. Der Verein, der sich zur Aufgabe gestellt hat, den ärmeren Schichten der jüdischen Bevölkerung der äußeren Bezirke, zweimal