Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 5 (2.2.1912)
- Date
- 1912-02-02
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. i Dr. Blochs Wochenschrfft Seite 71 Ferienheim und das £)• fterretdjiicfie @eetiorJ)t? P^äffdenUn Sopft'e Grünfeld, Vi'kp'äsidentin Sopdie Q'iittner. V'zep äsi"<'r't Pb. Po'-n-S und Sckriffsübrerin Adele Zirs, für den Verein der Borknw'tzer Obmann Dr. B x. Der Tempelverein für den 9. Bezirk du-ch den Obmann G. Bettelheim und feinen Stellnertreter BenrkSrat Dr. Scknepp, der Tewpelverein für den 4. und ft. Bezirk durch den Obmann Ados D'fmnnn und den Schriftführer Franz Frankl, der Verein »Cbetvra Kadischa" durch den Präsidenten Salo Cnhn und den St'llvertreter Dr. Markus Sp'tzer, der Verein B'nai B'ritb, ..Eübeit" durch den P'äüdenten Direktor Hecht und den Vizepräsidenten Tugendbat und Vorstandsmitglied Ernst Götzb der Verein „Wien" durch den Präses R. Petichek und den Schriftführer Dr. Th. Liehen. Die Wiener Zeitungen und ihre Redakteure, zahlreiche andere bohe Beamte. Off z^ere und namentlich fast sämtliche Wiener Polizeibeamte hatten Gratulationen gesendet. 38. Generalversammlung des Israelitischen Teiilpelvereines Wieden—Margarethen kn Wien. Sonntag den 28. Jänner d. I. fand Ne 38. Generalversammlung des Israelitischen Tempelvereines Wieden—Margarethen in Wien unter besonders starker Beteiligung der Mitglieder unter dem Vorsitze des Obmannes Adolf Hofmann statt. Als Vertreter der Kultusgemeinde war Vorsteher Herr Grünwald, als Ehrengast Kultusvorsteher Herr S. St ern er erschienen. Ebenso die Herren Obmann I. S. Straßberg und Vorsteher Schidrowitz vom X. Bezirk und Obmann Spitzer des israelitischen Krankenvereines Wieden—Margarethen. Aus dem vom Schriftführer Franz Frankl verlesenen Jahresberichte entnehmen wir die weitere Ausgestaltung des Gotteshauses durch Vermehrung der Bankreihen, Errichtung monumentaler Gedenktafeln für Verstorbene, die sich bei Lebzeiten um den Tempelbau oder den Verein besondere Verdienste erwarben, und für Verstorbene, für welche Kadischstiftungen errichtet wurden. DA Namen der Herren kais. Rat Adolf Lichtblau als gewesenen Präsidenten des Tempelbaukomitees und Albert Freiherr v. Rothschild als Stifter und Förderer des Tempelbaues wurden an der Spitze dieser Tafeln verzeichnet. Trotz der vermehrten Mitgliederzahl blieb der Verein im abgelaufenen Jahre von Todesfällen aus der Reihe der Mitglieder verschont, woran der Bericht die Aufforderung zum Beitritte der Glaubensgenossen aus den bskden Bezirken knüpft. Dagegen betrauert der Verein das Ableben feines Gönners Herrn Albert Freiherrn v. Rothschild, seines langjährigen Oberkantors Herrn Alfred Tauber und des Bezirksschulrates Religionslehrer Herrn Gerson Feith. Die Versammlung gibt ihrer Teilnahme durch Erheben von den Sitzen Ausdruck: die Kundgebung wird protokolliert. Im abgelaufenen Jahre fanden 24 Trauungen und 32 Barm'zwas statt. Eine Trauerfeier wurde anläßlich des 50jährigen Bestandes des israelitischen Kränkenvereines Wieden- Margarethen für die Verstorbenen dieses Vereines abgehalten. An der Feier des 80. Geburtsfestes des Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde, Herrn Dr. Alfred Stern, nahm der Verein gemeinschaftlich mit allen anderen Tempel- und Bethausvereinen Wiens lebhaften Anteil. Für den Unter der Leitung des kafferl. russischen Militärkapellmeisters Braslawski stehenden Männer- und Knabenchor wurde ein Uebungssaal errichtet und die tüchtige musikalische Ausbildung des Chores fortgesetzt, die es ermöglicht, daß neben den Meisterwerken Salomon Sulzers auch abwechselnd die Gesänge anderer hervorragender Komponisten allwöchentlich zum Vortrage gelangen. In der darauffolgenden Debatte wird der vom Revisor Herrn Mar Spitzer geprüfte Kassenbericht, welchen der Revier als musterhaft schildert, zur Kenntnis genommen und dem Kassenverwalter Herrn Emil Wieselt hi er der Dank für seine erfolgreiche Tätigkeit ausgesprochen. Nachdem noch mehrere Redner Wünsche wegen Errichtung einer Talmud-Thora^ckule, gegm den Mißbrauch der Kanzel zu persönlichen Ausfällen, für die ständige Bestellung von Kohanim u%. vorbrachten, wurden die Neuwahlen vorgenommm, und die ausgelosten Herren: I. Braun, Franz Frankl, Adolf Hofmann, Hermann Sonnenfeld und Emil Wieselthier einstimmig wiedergewählt. Ebenso wurden die Herren Mar Spitzer und Leopold Weißkopf wieder zu Revisoren bestellt. Mit Worten wärmster Anerkennung seitens >der beiden Herren Kultusvorsteher Grünwald und S. Steiner für die Leitung des Vereines, welchen Obmann Adolf Hofmann erwiderte und die fernere Fürsorge der Kultusgemeinde für den Verein erbat, schloß diese 38. Generalversammlung des Vereines. Generalversammlung des Tempelvereins des 13. Bezirks. Es ist ein Zeugnis des lebhaften Interesses für jene Angelegenheit, welche jetzt die jüdi'che Bevölkerung Hietzings am meisten in Ansvruch nimmt, für die Temvelbaufrage. daß die Generalversammlung vom 2 2. Januar d. I. so zahlreich besucht war und die Stellungnahme der israelitischen Kultusgemeinde zu dieser Frage den Gegenstand einer sehr lebhaften und bewegten Wechselrede bildete. Sie endete in der bejubelten Beschußfassung, dem Vorstande des Tempelv^reines den Dank für seine bisherige Mühewaltung um den Bau zu sagen und iihm auszutragen, sich mit dem Kultusgemeindepräsidium behuis kräftiger, allseitiger, voller, moralischer und materieller Unterstützung des Baues ehestens ins Einvernehmen zu setzen. Der Vorsitzende und Präsident d"s B »reines. Herr Direktor Dr. S. Krenberger, hatte sich in seinem Rechenschaftsberichte fast nur mit der Bau^rage beschäftigt und hervorgehoben, daß der im April 1910 gekaufte und nach dem jetzigen allgemeinen Bodenvreis wertvoller gewordene Baugrund bereits zu zwei Drittteilen ausbezahlt sei. Infolgedessen habe der Vorstand des Vereines die früe Vereinigung jüdischer Architekten in Wien zur Mithilfe bei der Ausarbeitung von Bauplänen ersucht und im November 1911 einen allgemeinen Wettbewerb zur Erlangung von Jdeensknzen für den Bau einer Synagoge in Hietzing mit drei gleichen Preisen zu je 500 Kronen ausgeschrieben. Bis zum 15. Januar 1912 waren beim Sekretariat des Architektenvereines 34 Projekte eingelaufen. Am 5. Februar d. I. tritt das Preisgericht, best-hend aus den Architekten Oberbaurat Profe^or Julüs Deinmam, Prof. Dr. Mar Fabmni. Bnurat Ernst v^n Go'th'lf Rr-of. Dr. Os*ar Strnad, Kultusvorstand Jnkob Gärtner. Friedrich Schön und Ernst Lindner, sowie den Vorständen Dr. S. Krenberger und Mar Zirner zur ersten Prüfung zusammen. Als Baukosten sind 130.000 Kronen bestimmt. In dieser Summe sind sämtliche Arbeiten zur Herstellung des Gebäudes samt innerer Einrichtung und Beleuchtung, jedoch ohne Vorhänge, Stoffe. Orgel und Verglasung des Synagogenraumes verstandm. Um diese Bausumme h^rbeizuschaffen, wird der Hietzinger Tempelverein dieselben Wege beschreiten. welche die Brudervereine in Wien. und anderwärts in ähnlicher Lage gingen, und hofft, im künftigen Jabre das Werk bks zum First gebracht zu sehen. Die Notwendigkeit des Baues erhellt aus der stetig zunehmenden Bevölkerungszahl Hietzings, wofür die Schulfreguenz der jüdischen Kinder den deutlichsten Beweis bildet, aus dem engen Raum des jetzigen Beisaales (130 Plätze) und aus dem Bedürfnis, für den Gottesdienst zu sorgen, was eine Kulturtal ist, denn Religiösität ist die höchste Form der Sittlichkeit,und bringt dem Charakter Stärke und Selbstzucht, Demut und Einsicht. Der sehr warm begrüßte Vertreter des Kultus-