Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 3 (19.1.1912)
- Date
- 1912-01-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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j» r. r Dk. Vlochs Wochenschrift «,«e 4» Beth Haam (Indisches Bolksheiw). (Wien, XVII., Hormayergasse 7 a.) Samslim den 20. d. M., Uhr abends: Konzert. Arrangement Herr Leo Finkelstein Hierauf Rezitation von Frl. Klärchen Fröhlich Samstag ven 13. d. M. sprach Herr Dr. Georg Weiner über die Eindrücke, die er auf seiner Palästinareise gesammelt batte, in höchst interessanter Wrrse vor einem aufmerksam lauschenden Publikum. Die g-lunqenen pbotographischen Aufnahmen der jüdischen Ko'onien in Palästina erregten die Bewunderung der Zuhörer. — Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man gefällig au den Obmann D". M Förster. XVI., Thaliastraße 22, richten. Die Aufnabme in die Tumiektion des Beth-Haam, Leiter Herr Dr G. Stern, findet in den Turnstunden (Herrentuuien: Montag und Freitag von — 9 Uhr. Damenturnen: Dienstag und Donnerstag von 78/4 — 9 Nur.) statt. Wien, XXI. (Wohltätigkeitsverein „Chaunen- D al".) Sonntag den 7. d. fand unter dem Vorsitze seines verdienstvollen Obmannes^ Herrn Gabriel Dnkes die ordentliche Generalversammlung des überaus segensreich wukenden Vereins „Chaunen- Dal* statt. Anwesend waren: Ehrenmitglied Herr Nabmner Tr. Rosenmann. Obmann der Bezirkskomm'ss'on Herr Dr. Jakob König, der Verelnsvorstand Adolf Wodak. Heinrich Blatt, Beny Deutsch, und viele Gevf indemttgUeder. Nlch Erstattung des Jahresberichtes, der im abgelaufenen Jahre bedeutende U'terstützungSbeiträge an würdige Arme aufwies, vielt Obmann G. Dukes dem verstorbenen Vereinskontrollor Max Feßler s. A. einen w rmen Nachruf. Gewählt wurde das Vorstandsmitglied Adolf Wodak zum Kontrollor und Heinrich Hoffmanu (neu) als Vorstandsmitglied. I. E. Wie». Der Minister für Kultus und Unterricht hat den Turnlehrer am Slaats-Gymnafium im 3. Gemeindebezirke Professor Markus S a l z m a n n in die VIII. Rangsklaffe befördert. Austritte aus dem Judentum Vom 7. bis inkl. 13. Jauner 1912. Feldmann Paula, geb. 3. September 1878, Sebeslav, XVII., Hauptstrasse 151. Friedmann Albrecht, geb. 20. März 1857, München, VII, Kaiserstr. 47. Humpoletz Oskar, Kalkwerkbesitzer, geb. 10. Dezember 1881, Wien, wohnhaft in üiaz. Mann Julius, Direktor der Allgemeinen Verkehrsbank Filiale, geb. 3. Februar 1879, wohnhaft in Graz. Merowsky Alexander, Student, geb. 12. Oktober 1890, Odessa, II., Taborstrasse 49. Pollak Maxim., Buchdruckergehilfe, geb. 25. November 1885, Wien, Ha>nerstras>e 46. Reimann Jola. Private, geb. 7. Mai 1885, Wien, II., Stefaniestr. 16 Steiner geb Koref Stefanie, geb. 8. Mai 1881, Kolin, Böhmen III., Apo telgasse 17. Zsigälnitzky Moses, geb. 27. November 1888, Werchnautinsk, Sibirien, II, Kl. Stadtgutgasse 4. Jamuitz. (Kultusvorsteher Samuel Kohn.) Unter überaus zahlreicher Beteiligung und mit ungewöhnlichen Ehren ist kürzlich Kultnsvorsteher Samuel Kohn in Jamnitz zu Grabe getragen worden. Die ganze Stadt mit ihrer Vertretung an der Spitze und die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften nahm an der Leichenfeier teil. Auf Wunsch des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde, der sein bisheriges Oberhaupt besonders geehrt w'ssen wollte, sprach Rabbiner Kalman Nüreubürger sowohl im Trauerhause als auch am Grabe. Dann sprach der Vorstand des Jamnitzer Männergesangvereines Schul-Jnspeklor Moritz Ptavek. Er wies darauf hin, daß der Verblichene viele Jabre Choimeister des Gesangvereines war und später zum Danke zum Ehrenchormeister ernannt wurde. Am Tage nach dem Leichenbegängnisse versammelte sich der Ausschuß der Kultusgemeinde Jamnitz zu einer Trauersitzung. In einem überaus warmen formvollendeten Nachrufe gedachte Vorsteber - Stellvertreter Dr. Jakob Gleißner der Liebe und des Verständnisses, des Pflichkvcwutzlseins und des Elfers, mit welchen Herr Samuel Kohn durch 20 Jahre als Kultur Vorsteher die Angelegenheiten der Gemeinde geführt hat. Seine hervorragenden Eigenschaften, ganz besonders seine ungewöhnliche Jrtelligenz, seine Friedfertigkeit imd Herzensgüte hatten ihn rum Oberhaupte der Gemeinde geradezu prädestiniert erscheinen lassen. Auf Antrag Dr. Gleißner's faßte der Ausschuß den Beschluß» am 14. Jänner einen Trauergottesdienst abzuhalten, den Verewigten in die HaSkarah für die hohen Feiertage eintraqen und ein großes Bild des Verblichenen anfertigen und im Gemeindesitzungssaale anbringen zu lassen und eine den Namen Samuel Kohn führende Stiftung für die Talmud - Thora - Schule zu errichten. Die Witwe Frau Katharine Kohn wurde von' diesen Besch Lssen in einem von sämtlichen Ausschußmitglledern unterfertigten Schreiben in Kenntnis gesetzt. Jamnitz. (Kultusvorsteherwahl.) Der Ausschuß der israel. Kalrnsgeme nde Jamnitz bot an Stelle des verstorbenen Samuel Kotz« den Adnokaten Dr. Jakob Gleißner zum Kultusvorsteher gewählt. Dr. Gleißner hat sich bereits um die Kultusgemeinde große Verdienste erworben und erfreut sich allgemeiner besonderer Wertschätzung. Seine Wahl wurde von allen Mitgliedern der Gemeinde mit lebhafter Genugtuung ausgenommen. Holleschau. Am 30. v. M. feierte Herr Adolf Braunfeld, Sekretär uns Kantor der isr. G rneinde, sein 25 jähriges Amtsjuviläum. Ans diesem Anlass: wurden ib:n von Seite der Gemeinde, sowie der einzelnen Mitglieder mannigfache Ehrungen zuteil. Rabbiner Dr. Frermann hielt eine schöne Ansprache an den Jubilar, in der er die he, vorragenden Eigenschaften desselben als Beamten '-owie als Menschen im Allgemeinen hei vo hob. Ein Zeichen der besonderen Beliebtheit des Herrn Braunfeld sind die vielen Ge'cherke, Glückwünsche und Telegramme, die ihm von Nah und Fern übrrsanct wurden. Kolin. (Vierzigjährige Berufstätigkeit) Dem hier überaus verdienstlich wirkenden Oberkantor Moriz Kulka wurden anläßlich seiner vierzigjährigen Amtstätigkeit mannigfache Ehrungen zuteil. Am Sonntag den 14. d. M. versammelten ft t) im borttcien tir. Nstkian-saale der gesamte Vorstand unter Führung des Präsidenten Max Steiner, v'ele Gemeindemitglieder mit dem Rabbiner Dr. Rafael Gugenheimer. Der Präses als auch der Rabbiner hielten an den Jnailar sneruche, dessen Verdienste würdigende Ansprachen, worauf dem Oberkantor die bm dem k. k. Statthalter verliehene goldene Ehrenmedaille für vierzigjährige, h-ngebungsvolle Dienste stierlichst überreicht wurde. Auch zahlreiche Gemeindemitglieder beglückwünschteu den gefeierten Jubilar. Bielitz In der Ausschußfitzung vom 6. Janncr 1912 wurde hier Herr Rudolf Fischer, ein Schüler des Herrn Oberkantors Heller in Brünn, zum Kantor und Sekretär einstimmig gewählt. Herr Kantor Fischer tritt sein Amt am 15. Februar 1912 an. Agram. (D r. H o s e a I a c o b i.) Am 3. Jänner d. I. feierte der Oöerrabbiner der Agramer israelitischen Kultusgemeinde Dr. Hosea I a c o b i seinen 70. Geburtstag. Im Alter von 27 Jahren kam Dr. I a c o b i aus seiner Vaterstadt Berlin als Rabbiner nach Agram. Er erlernte rasch die Landessprache und verfaßte in derselben „Die jüdische Geschichte" und den „Katechismus für den Religionsunterricht". Die hiesige Talmud- Thora-Schule, sowie der Jüdisch-literarische Verein und die Errichtung eines groß angelegten Asyles für Arme und Sieche in unserer Stadt find Dr. Jacobi zu danken. Auch die Reorganisation des kroatischen Rabbinerstandes und die Gründung eines Landesrabbinerverbandes sind aus seine Initiative zurückzusühren. Seine Verdienste fanden auch an Allerhöchster Stelle wiederholt Anerkennung. Aus Anlaß seines 70. Geburtsfestes wurden dem gefeierten Oberrabbiner zahlreiche Ovationen und Ehrungen zuteil. Hamburg. Bei Commeter ist gegenwärtig eine Ausstellung der Werke des genialen Bildhauers Henry Glycenstein, dessen Kolossalstatue „der Messias" bekanntlich im Bezalelmuseum in Jerusalem strht. Der Präsident der Pariser Akademie der Wissenschaften. Wie uns aus Paris berichtet wird, wurde der bisherige Vizepräsident der Pariser Akademie der Wissenschaften Prof. G. Lippmann zum Präsidenten der Akademie gewählt. Feuilleton. Eine Karriere. Chaim Tiefbaß war armer Leute Kind. Der Vater war Dorfgänger. der mühsam genug das karge Brot für die zahlreiche Familie verdiente. Armut und Kindersegen sind ja nicht nur in Galizien unzertrennliche Begriffe. In dem kleinen Städtchen am Fuße der Karpatben drängt sich eine dichte jüdische Bevölkerung zusammen, zu welcher kaum noch die ersten Strahlen mitteleuropäischer Kultur gedrungen waren. Auch die Bauern der umliegenden Dörfer steckten tief in Elend und Schmutz. Kein Wunder, daß die Mehrzahl der Juden sich kaum zu ernähren vermochte. Sie lebten eigentlich nur von dem Vertrauen auf Gott und von der Hoffnung von einem Schabbes zum andern. Diese