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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-01-12 · 2 (12.1.1912) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
2 (12.1.1912)
Date
1912-01-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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flr. 2 Dr. «Ms «ochsnWüst Cette 27 Wien. Am 19. Jänner feiert der Bethausvorstand vom III. Gemeindebezirke Herr Josef Baß seinen 70. Geburtstag. In der umfassendsten und hingebungsvollsten Weise widmet er sich seiner Gemeinde. Mit dankbarem Herzen nennen wir seinen Namen, mit dem aufrichtigen Wunsche seiner Verehrer und Freunde, daß er noch ungezählte Jahre in geistiger und körperlicher Frische den Seinen und der Gemeinde erholten bleibe. Herr Baß war durch 45 Jahre als Lehrer in Böhmen tätig und wurde ihm für sein Wirken von Seite des k. k. Landesschul- und Bezirksschulrates wiederholt belobende Anerkennung zuteil. Dr. A s ch e r. Bisenz. Herr Mox König st ein, Sohn des verstorbenen Tempelvorstehers von Fünfhaus weil. Herrn Jonas König st ein (Bruder des Herrn llniv-rfilätsprofissors Doktor Leopold K ö n i g st e i n). hat anläßlich seiner hüsigen A Wesenheit eine Stiftung von zusammen K 2400.— grmacht, wofür ihm der hiesige Kultusvoist her Herr Simon Fürst im Namen der Gemeinde den innigsten Dank aussprach. Wien - Mariahilf. Am 24 Dezember v. I. wurde die im hohen Aller verstorbene Frau Kaiharina F i s ch l e r zu Grabe getragen. Mit der Verewigten ist eine mit allen Gaben des Geistes und des Herzens ausgestattete Dame dahingegangen, welcher ihre Kinder und alle jene, die sie kannten, ein liebevolles Andenken bewahren werden. Der 70. Geburtstag des ältesten Wiener Zettungskorrefpondenten. Am Dienstag den 9. ds. beging der Herausgeber der „Korrespondenz Kulka", Herr Alois Kulka, der älteste Wiener Zeitungskorrefpondent, seinen 70. Geburtstag. In Leipnik in Mähren geboren, widmete er sich frühzeitig dem Musikstudium und besuchte, da er mit einer sehr kräftigen und klangvollen Tenorstimme begabt war, das Wiener Konservatorium. Noch als Schüler des Konservatoriums legte er im großen Probesaale des Hofoper,ntheaters vor dem damaligen Direktor Ioh. Herbeck und mehreren anderen Kunstverständigen eine Gesangsprobe mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Es fehlte ihm nur — an Bühnenerscheinung. Nebst seiner Vorliebe für Gesang war es vornehmlich auch die Journalistik, die ihn mächtig anzog. Die „Morgenpost" öffnete ihm „ihre Spalten". Im Sommer des Jahres 1870 weilte er in Rumänien (Velluschan). Bald nach seiner Ankunft wurde ihm Gelegenheit geboten, sich als Journalist zu betätigen. Die Judenverfolgungen brachen aus, die in Gewalttätigkeiten gegen die jüdische Einwohnerschaft in hohem Grade ausarteten. Oft den ihm drohenden Gefahren trotzend, berichtete er als Augenzeuge über dieselben der „Neuen Freien Presse". Seit dieser Zeit — sonach durch nahezu 42 Jahre — ist nun Kulka fast unausgesetzt journalistisch tätig. Während dieser Zeit war es ihm auch vom Jahre 1874 bis einschließlich 1880 mit Bewilligung des damaligen Oberststallmeisters, G. d. K. Prinzen Emerich Thurn und Taris, gestattet,, als Zeitungsberichterstatter die zu den großen Parforcejagden in Göding von hier abgegangenen Hofzüge benützen zu dürfen. Im September des Jahres 1880 gründete er die von den hervorragenden Wiener Tagesblättern, dem „K. k. Telegr. Korr.-Bureau" und dem „Neuen Pester Journal" benützte „Korrespondenz Kulka", die seit jener Zeit ohne Unterbrechung e»rscheint. Herr Kulka erhielt anläßlich seines 70. Geburtstages zahlreiche Sympathiekundgebungen. Es gratulierten: Erzherzogin Marie Therese, Gräfin Stephanie Lonyah, Oberstkämmerer Leopold Graf Gudenus, Obersthofmeister Altgraf August Salm - Re ff richeidt, die Oberstbofmeisterin Gräfin Alberti, Kammervorsteber August Prinz Lobkow'tz. Hofrat Wilhelm Baron W ckbecker, Kanzleidirektor des Oberstkammereramtes, Sekttonsrat Franz Lumbe, Schatzmeister des habsburg-lothringi'chen Hausschatzes, Wilhelm Ritter Laudnsky v. Tieffenthal, Hilfsämterdlrektor im Oberstkämmereramte Ernst Wollmann, Hofrat Professor v. Reuß, die Wiener Kulturgemeinde mit einer Glückwunschadreffe, der Verband der W ener Zntung?korrespandenten unt einer Adresse, der artistische Beirat des Burgtbeaters, Dr. Rosenbaum rc. Namens des Oesterrei» chisch-ungartschen Kantorenvereines fand fich der Erste V'zepräfi^nt O^erkantor I. Bauer in der Wohnung des Jubilars ein und beglückwünschte ihn herzlichst. Ferner qrarulierten kaif Rat Jg. Gewäsch, der Erste Vizepräsident der W'ener israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Gustav Kohn, Oberkantor Professor Adolf Lazarus (Budep st), die Hof- und Kamme! jaweliere Max Zirner und Gemalin (mit finnreichem Angebinde) und Kommer<ialrat Joses Mayer und B'Uder, Kommerzialrat Ludwig Bösendorfer und Karl Hutterstraß r (in Firma Bösendoefer). Kammervirtuose Alfred Grünseld und dessen Bruder Ludwig G ünfeld. Wien. Sonntag den 15. d. M. findet die Verlobung des Fräulein Fanny Breuer, Tochter des Herausgbers deS Kurorte-Albums Herrn Gustrv Breuer und Enkelin des sel. Rabbiners Breuer, mit Herrn Alfred Epstein, Sohn des Herrn Moritz Epstein, statt. Wien. (Konzert-Akademie.) Samstag den 6. Jänner 1912 fand im Saale des „Jüdischen Bolkeheim" eine Konzert-Akademie statt, in der ein junger Biolin-Birtuose, Emil S ch a r f f, vor einem zahlreichen Auditorium Proben seiner Kunst ablegte. Emil S ch a r f f verblüffte durch sein ficheres Spiel, die reine Tongebung und das Gefühl, mit dem er besonders die Bach'schen Konzertstücke wiedergab. Die „Räoerie" von Vienktemps, Hauser's Ung. Rhop'vdie" und Mendelssohn's „E woll-Konzert" bildeten die schörsten und von Schorfs am besten gebrachten Nummern des Programms. Fräulein Gisa Singer, eine junqe Klaviervirtuofin, erntete mit dem Bortrag des Cyopin'schen „Nocturno", Paganini-Liszt's „Cawpanella" n. a. reichen Beifall. Auch der Klavierbegleiter des Virtuosen, Herr Louis D i t 6, der den schwierigsten Anforderungen gerecht wurde, sei lobend erwähnt. In einer Programmeinlage brachte das bekannte und bewährte Mitglied des Johann Strauß-Theaters Dr. Benno Wunsch humoristische Borträge, die das Publikum zu lautester Heiterkeit Hinriffen. Wie«. Der bekannte Schriftführer des Vereines zur Unterstützung jüdischer Kleingewerbetreibender Wien, Herr 1. t. Revident Fritz Gold färb, wurde vom Finanzminister zum k. k. Rechnungsrate ernannt. Wien. Der Jsr. Kranken-Unterstützungs-Berein „Der Wiener Dienstmann" veranstaltet am Samstag den 13. d. im Hotel Central einen Wohltätigkeitsball. Mit Rückficht auf den wohltätigen Zweck bittet der Verein um zahlreichen Besuch. Jüdischer Schulverein für den IX. Bezirk. Der Vorstand des Jüdischen Schulvereines für den IX. Bezirk veranstaltete in diesem Jahre in den Schulräumen eine Chanuka- Feier, die ob ihres wohlrmrchdochten. stimmu»gsvollen Arrangements und des reichen Programmes sich unaemein eindrucksvoll gestaltete. Der überaus rege Besuch des schönen Festes gab Zeugnis dafür, daß das Wirken dieses Jüdischen Schulvere'neS im weiten Kreisen volle Anerkennung und Würdigung fand Unter den Ehrengästen befanden stch der Ehrenpräsident des Vereines. Vizep> äsident der KultuSgemeinde. Landesschulrat Dr. Gustav Kohn, Amtsleiter und Religions-Schul'nip kror Julius Brauu, J upektor Professor Kauitz. Amt leitcr W Freistadt, Delegierte zahlreicher Vereine, darunter Vertreter der SauMwu .Adaß Jisroel", der Bethaus vereine „Adaß Jefchurun" und „Ohel Abraham" und eine größere Anzahl Religionslehrer, Mitglieder des Schulvereines rc. Dar Fest wurde eingeleitet durch eine Begrüßungsansprache des Obmannes, worauf das Anünden der L'.cdter durch Lehrer Müller erfolgte. Der Chor der Kinder sang sehr -xakt das Moaus zur in feiner Gänze; hieran schloß sich eine nach Form und Inhalt gleich hervorragende, weihevolle Rede des Lehrers Brouuer. in der die Heldentaten der Makkabäer als leuchtende Vorbilder jüdischen Opfermutes und selbstverleugnender Glaubensfreudigkeit verherrlicht wurden. Die Rede übte eine wahrhaft begeisternde Wnkung Hierauf folgte eine längere Reihe von Einzel- und Gcuppenvorträgen von Kindern, denen durchwegs echt jüdische. Begeisterung und Liebe zum Judentums erweckende Motiv: zugrunde lagen. Zum Schluffe wurden die Kinder beschenkt. Die Festesfreude leuchtete den Kleinen förmlich aus den Augen und auch die Hunderte erwachsener Teilnehmer erhielten den Eindruck, daß an dieser Stätte jüdischer Geist und echte Religiosität liebe- und verständnisvolle Pflege finden. Um das schöne Gelingen deS Festehaben sich insbesondere Lehrer Müller, sowie die Damen Frau Dr. Hofbauer und Iran Goldschmidt verdient gemacht.

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