Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 1 (5.1.1912)
- Date
- 1912-01-05
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Heae 12 Dr. Mochs WochMchrift Mandl aus Neutitschein über das Tbema: «Unsere Weisen über den Umgang mit Menschen" und zwar Sonntag den 31. Dezember 1911 gesprochen hat. Konzerte der Tohnbeehalle. Fräulein Freistädt, die bewährte Gesangspädagogin, hat am 16. v. M. mit ihrer zahlreichen Schülerschar den Besuchern der Tohnbeehalle ein n überaus genußreichen Konzeitabend bereitet. Schulung und Stimmittel der Mitwirkenden verdienen uneingeschränkies Lob. — Am 23. v. M. erregte in einem von Frau Prof. Stock dankenswert arrangierten Konzerte ein junger, amerikanischer Geiger durch Technik und Empfindung im Vortrage der schwierigsten Piecen berechtigtes Aufsehen. — Samstag den S!). v. M. waren es die Gesangsvorträge des Fräulein Paschkus und des Ersten Kantors M. B. Kaufmann, die Darbietungen der Pianistin Margarete Schwarz und des Rezitators Felix Gruuwald. nicht minder aber auch das treffliche Akkompagnement des Herrn Hohenberg, die den lebhaftesten Beifall des Auditoriums fanden. Wien. (Populär-wissenschaftliche Freitag- Abend-Vorträge — auch Frauen zugänglich — am Beth- Hamidrasch .Talmud Tbora", 11., Malzgosse 16.) Am 5. Jänner: Herr Rabbiner L. Goldstein: „Iosef Karo, seine Zeit und seine Werke«, und am 12. Jänner; Herr Rabbiner H. Schenk: „Die Pjalmen". Beginn 7 Uhr 30 Minuten abends. Austritte ans dam Judentum Vom 24. bis inkl. 31. Dezember 1911. Eisner Gustav, Musiker,* geb. 8. August 1884, Wien, XVII., Ortliebgasse 28. Fried Max, Arbeiter, geb. 18. Juli 1883, Eadola bei Trentschin in Ungarn, XX., Denisgasse 44. Zeisel Isidor, Schauspieler, geb. 30. Jänner 1878, Wien, II., Kaiser Josefstrasse 42. * -i- * Fieischmann Hilda, geb. Frisch, aus Kanitz, ist wieder zum Judentnme zurückgetreten. Prag« (Todesfall.) Am 28. Dezember verschied hier der Gatte der bekannten jüdischen Schriftstellerin Babette Fried, Herr Ignaz Fried nach langem schweren Leiden. Die Beerdigung des Verblichenen fand am 31. Dezember unter überaus zahlreicher Beteiligung aller Gesellschaftsklassen statt und gab ein Zeugnis dafür, welch großer Wertschätzung sich die so hart getroffene Witwe Frau Babette Fried in den weitesten Kreisen der Prager Bevölkerung erfreut. Pohrlitz Am 26. Dezember 1911 fand in der israelitischen Kultusgemeinde in Pohrlitz die Installierung des neugewählten Rabbiners Sr. Ehrwürden Herrn Dr. M. Friediger statt. Zur Begrüßung des Herrn Rabbiners und seiner Familie hatten sich am Bahnhöfe eingefunden als Vertreter der Kultusgemeinde Herr Obmann-Stellveckreter Alois Haas und der Obmann der Tewpelverwaltung Herr Moriz Spitz sowie die Vorstandsmitglieder des FrauenwohltätigkeitsvereineS Frau Amelie Haas und Frau Berta Wolluer. Von hier wurden der Herr Rabbiner und seine Angehörigen in das Gemeindehaus geleitet. In dem festlich geschmückten Saale hatten sich unterdessen veriammelt Herr Kultusvoisteher Hermann Schnabl mit dem Kultusvorstande und dem verstärkten Kultusausschuffe, die Vertretung der politischen Gemeinde mit Herrn Bürgermeister Heinrich Elliuger an der Spitze, der Obmann der Cbewra-Kadischa Herr Dr. Gustav Pick, Herr Oberlehrer Moriz Bader mit dem Lehrkörper der hebr. Schule und fast alle Gemeinde-Angehörigen. Zunächst begrüßte das Schulkind Marianne Schild den Herrn Rabbiner mit einem reizenden und gut zum Vortrage gebrachten Gedichte und überreichte ihm einen Blumenstrauß. Sodann hielt Herr Kultusvorsteher Hermann Schnabl an den Herrn Rabbiner eine Ansprache, in welcher er der Freude Ausdruck verlieh, daß die Wahl zum Rabbiner unserer altehrwürdigen Gemeinde einstimmig auf Herrn Dr. M. Friediger gefallen sei, und sprach auch die Erwartung aus, daß das Wirken des Herrn Rabbiners im guten Einvernehmen mit dem Kultusausschuffe unserer Kultusgemeinde zum Segen und Heile gereichen möae. Weitere Begrüßungsanlprachen hielten Herr Bürgermeister H. Elliuger für die II. Stadtgemeinde, Herr Dr. G. Pick für die Chewra-Kadtscha, Herr Moriz Spitz für die Tempelverwaltung und Herr Oberlehrer M Leader für die Schule. Freudig bewegt dankte Herr Rabbiner allen für den so schönen, ihn überaus ehrenden Empfang. Sodann begaben sich sämtliche Festgäste und Gemeindemitglieder zum Festgottesdienste in das in allen Räumen festlich beleuchtete und geschmückte Gotteshaus. Während der Herr Rabbiner vom Herrn Kultusvorsteher und den Vorstandsmitgliedern zu seinem Sitze geführt wurde, sangen die Schulkinder unter Leitung des Herrn Oberlehrers Bader ein Weihelied. Weihevoll und würdig verlief nun der Festgottesdienst. Das Ma-towu sowie der von Sulzer herrlich vertonte Psalm 111 wurden von einem Männerchore, der aus Gefälligkeit mitwirkte, unter der bewährten ausgezeichneten Leitung des Oberkantors Herrn Emauuel Roth vorzüglich gesungen. Hierauf bestieg der ehrwürdige Rabbiner die Kanzel und setzte in emer formvollendeten und dem Inhalte nach ausgezeichneten Rede die Grundsätze auseinander, von welchen er sich in seinem Amte als religiöser Führer unserer Grmeinde lecken lassen wolle. Mit einem Gebete für den Landesvater vor offener Lade und der Absingung der Volk-Hymne schloß die erhebende Feier. Zum Festgottesdienste waren auch erschienen der Bürgermeister der I. Stadtgemeinde Pohrlitz Herr Frauz Rund, Bürgerschuldirektor Tichy, Oberlehrer Schuderla, k. k. Offizial Pokorny und eine Abordnung der k. k. Gendarmerie. Karlsbad. Der jüdisch-akademische Klub in Karlsbad veranstaltete am Donnerstag den z8. Dezember eine Akademie und einen Ball zugunsten des Karlsbader Ferienheims. Diese letztere Institution hat in den letzten Jahren recht Nützliches geleistet, indem zahlreiche Kinder unter Aufsicht erfahrener Lehrer einen kostenlosen Landaufenthalt nehmen konnten. Nunmehr veranstalteten die zionistisch n Studenten unserer Stadt einen fröhlichen Abend, um ihre Sympathien für diese Institution zu erweisen. Die jüdische Bevölkerung hat sich dieser Veranstaltung gegenüber recht freundlich verhalten, so daß dem Zweck mehr als 500 K Reingewinn trotz der hohen Spesen zugeführt werden können. Unter den Anwesenden bemerkte man: den Kultusvorsteher Herrn Ludwig Moser und Rabbiner Dr. Ziegler mit Gemahlin, ferner die Herren: Fabrikanten Oskar Gutherz. Dr. Klemperer, Dr. Fischer-Feldmann, Dr. Eisenberger, Dr. Plowitz mit ihren Gemahliuen, resp. Familien, zahlreiche Damen mit Töchtern aus akademischen, Beamten- und kaufmännischen Kreisen, sowie Vertreter mehrerer jüdisch-akademischer Burschenschaften; außerdem bemerkte man eine Anzahl von Advokaturskonzipienten, darunter die letztangelanaten und hrer in Stellung befindlichen Wiener Konzipienten Dr. Bestermaun, Dr. Stiaßny, Dr. Markus, ferner mehrere ihrer hiesigen Kollegen, wie Dr. Robert Neubauer usw. Zur Vermeidung von Mißverständnissen sei aber erwähnt, daß mehrere der vorerwähnten Herren sich nicht als Angehörige der zionistischen Partei betrachten, andererseits aber den Standpunkt einnehmen, daß dies keiy Grund sei, sich von deren jüdischen Unterhaltungen, besonders wenn dieselben für allgemeinwohltätige Zwecke stattfinden, fernzubalten. Besonders die oben miterwähnten Akademiker haben durch ihre und ihrer Familien Anwesenheit bei dem Feste eine bisher hier wahrgenommene Gepflogenheit durchbrochen und für die Zusammengehörigkeit des Judentums eine vorbildliche Lanze eingelegt. Mißlitz. (Makkabäerfeier.) Am 23. v. M. veranstaltete der hiesige jüdische Gesangsverein eine Matkabäerfeier mit reichhaltigem Programm. Die Festrede hielt Herr Oberlehrer Hersch, worauf der Männeraesangsverein unter der Leitung des Chormeisters Herrn Oberkantor Mayerovitsch einige mit großem Beifall aufgenommene Chöre zum Vonrag brachte. Besondere Anerkennung fanden auch die Lieder¬ und Duettvorträge des Frl. Anna Schmidl und des Herrn Oberkantor Mayerovitsch, fctoie das Violinkonzert des Herrn Bjelovski und die Deklamationen des Herrn Fr. Pollenz. Frau Gisela Neumann und Frl. Frieda Hauser besorgten die Klavierbegleckung in exakter Weise. F. R. Semlin. (Ehrung eines Lehre s.) Im Magistratssaale der Stadt spielte sich Samstag eine erhebende Feierlichkeit ab. Bürger« meister Dr. Peter Markowies überreichte dem Schulleiter Bernhard Kohn die goldene Verdiennmedaille, mit welcher der Jubilar von Sr. Majestät ausgezeichnet wurde. Der Bürgermeister hielt eine Ansprache an den Schulleiter, der heute sein fünfzigjähriges Lehrerjubiläum feiert; er würdigte die großen Verdienste des hervorragenden Pädagogen und bemerkte, daß sein verstorbener Vater vor dreißig Jahren als Bürgermeister denselben Bernhard Kohn als Lehrer installierte, den er, der Sohü, jetzt mit der königlichen Auszeichnung schmückt. Der Schulleiter dankte gerührt. Breslau. (Auszeichnung.) Herrn Rabbiner Doktor Rosenthal in Breslau ist der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen worden. _ Feuilleton. Di- AbfaUpoge. Auf einer kleineren Bühne der Residenz uurd jetzt ein interessantes Stück gespielt. Auf jene Komödie, welche so viele Grotzstadtjuden sich und Anderen mit der Taufe Vorspielen, hat ein fixer Literat eine Komödie gedichtet, und in den Schicksalen, Wesen und Manieren der Familie Mey r findet mancher aus dem Zuschauerraum sein eigenem Jibes Ich wieder. La comedia di comedia! Der Verfasser hat sich freilich die Sache leicht gemacht. Er schrieb eine Posse, weil es sein Beruf ist und seine Absicht war, das Theaterpublikum zu amüsieren. Der Stoff aber hat auch eine tragische Seite, und je nach dem Standpunkte, den man zur Abfallbewegung einnrmmt, kann man „Meyers" lächerlich fin-