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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-12-29 · 52 (29.12.1911) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
52 (29.12.1911)
Date
1911-12-29
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 52 De. Blochs Wochenschrift «?err, 863 «. Philippson, Neueste Geschichte des jüdischen Volkes. III. Bd. (Grundriss der Gesamtwissenschaft des Judentums.) Leipzig 1913. Gustav Fock. M. 6, geb. M. 7. Der vorliegende Schlussband dieser Darstellung der jüdi" sehen Geschichte in den letzten Jahrzehnten beschäftigt sich aus" schliesslich mit den Juden Russlands, insbesondere auch Russisch- Polens. Alle Schattenseiten und moralischen, sowie politischen Gebrechen des Absolutismus treten gerade in den Schicksalen dieser Juden hervor. Von Konsequenz, von Einheitlichkeit eines Systems ist keine Spur zu finden. Nikolaus, der Despot, steht doch in gewissen menschlichen Zügen hoch über dem heutigen Regiment. Alexander II., der Befreier, lässt durch Umkehr zur Knute und Aufhebung humaner Bestimmungen die Juden, ihre Freiheitshoffnungen umso bitterer büssen. Das Widerstreben des dritten Alexander gegen die Pogroms und andererseits sein Fanatismus gegen alle nicht Russich-Orthodoxen äussern sich in der Inkonsequenz der Judenbebandlung. Alles aber wird übertroffen von dem Zustande gänzlicher Rechtlosigkeit, in dem heute die Juden Russlands schmachten. Auch den unerfreulichen Parteikämpfen innerhalb des Judentums Russlands, sowie der Wirtschaft des Kabuls wird eingehende Würdigung zuteil. Des Buch ist umso freudiger zu begrüssen, äs der Mangel an Kenntniss des Russischen und Polnischen viele daran gehindert hat, von den Zuständen des Gros der Judenheit, und das ist die russische noch immer, sich ein klares Bild zu verschaffen. Es ist für die Verständigung zwischen Ost und West im Judentums sicherlich von nicht geringer Bedeutung. M. Kriefkafter^ Kolonisation. Der Verband der jüdischen Farmer in Amerika, welcher im November d. I. seine dritte Jahresversammlung in New-Aork abhielt, zählt heute bereits 44 jüdische Farmervereine zu seinen Mitgliedern. Von ihnen befinden sich 12 im Staate in New-Iork, 11 in New-Jeriey, 10 in Connecticut, 18 in Nord-Dacota, 2 in Massachusetts, 1 in Washington, 1 in Pennsylvanien und 1 in Canada. Der Umsatz des Zentralbureaus belief sich im verflossene!, Jahre auf 30,000 Dollar. Seit einiger Zeit bestehen inneihalb des Verbandes auch vier Leihgcnossenschaften, über deren Tätigkeit uns jedoch keine Berichte vorliegen. Statistik. Groß-Berlin zählt nach den endgültigen Ergebnissen der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 in allen 86 Vororten zusammen 3,726.834 Seelen. Davon sind 3,081298 Evangelische, 413.258 Römisch-katholische, 21.242 andere Christen, 143.975 Juden und 67.061 Personen sonstigen und unbekannten Bekenntnisses. Bücherspende. Die öffentliche jüdische Bibliothek »Schaare Zion« in Jaffa verdient volle Unterstützung. Laut ihrem letzten Berichte enthält die Bibliothek bereits 7000 Bände und zwar 3500 in hebräischer, 1650 in russischer, 850 in deutscher, 450 in französischer Sprache und 100 Bände im jüdischen Jargon. Die Bibliothek hat auch einen großen Lehrsaal, der stark frequentiert wird. Notiz. Jüdische Bühne. Direktion: M. Siegler. «Hotel Stefanie", II., Taborstraße 12. Freitag den 29., Samstag den 30. Dezember 1911, Dienstag den 2. und Mittwoch den 3. Jänner 1912: „Der komische Herrscher", komische Operette von Scheikewiez. — Sonntag den 31. Dezember 1911, nachmittag halb 4 Uhr: „Der I esschiw e Bücher", Komödie von N. Ratkor. — Sonntag den 31. Dezember, 8 Uhr abends (Silvesterfest - Vorstellung): „Mensch soll man sein", Operette von A. und M. Schorr. Zum Schluffe: „D i e jüdische C h a s e n e" von Goldfade». — Montag den 1. Jänner 1912, nachmittag halb 4 Uhr: „Mein Weibs Freund", Komödie von I. Lateiner. — Montag den 1. Jänner und Donnerstag den 4. Jänner 1912, 8 Uhr abends: „Al Naharos Buwel", Operette von I. Latainer. Zur gefl. Beachtung. Da in den nächsten Tage» mit der Drucklegung der Adresschlelfen für das nächste Jahr begonnen wird, ersuchen wir unsere geschätzte» Abonnenten, uns alle gewünschten Aenderungen oder Richtigstellungen in Namen, Titeln oder Adressen gefälligst umgehend bekanntgeben zu wollen. Die Administration der „Oesterr. Wochenschrift" IX/1, Hahngaffe 15. An unsere Keser! Mit dem 1. Jänner 1913 tritt die „O österreichische Wochenschrift" in das erste Quartal ihres 28. Jahrganges ei«. Wir richten an unsere geehrten Abonnenten, deren Abonnement, wie ans der Skadenz auf der Adrestschleise ersichtlich, bereits abgelause» ist, die Bitte» dasselbe mittels des in der heutigen Nummer beigelegteu Posterlagscheines zu erneuern, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintrete. Bezugspreise: Für Oesterreich-Ungarn: Ganzjährig K LH —, halbjährig K 8.—, vierteljährig K 4.—. Für Deutschland und alle übrigen Länder: Ganzjährig K20.—, halbjährig K IO.—, vierteljährig K 5.—. Die Administration. Israelitische Ku tusgemeinde Wien. Der vom Kultusvorstande in der öffentlichen Sitzung vom 23. Dezember 1911 festgesetzte Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde, sowie sämtlicher unter der Verwaltung der Kultusgemeinde stehender Fonde und Anstalten für das Verwaltungejahr 1912 liegt vom heutigen Tage ab durch 14 Tage im Sekretariate der Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, 3. Stock, zur Einsicht der Gemeindemitglieder auf. Die Gemeindemitglieder sind gemäss § 90 des Statutes berechtigt, innerhalb dieser Frist Erinnerungen bezüglich des Voranschlages bei dem Kultusvorstande schriftlich zu überreichen, welcher dieselben in Erwägung zu ziehen hat. Wien, 24. Dezember 1911. Erster Sekretär: Der Präsident: Dr. Theodor Lieben. Dr. Alfred Stern. Israelitische Kultusgemeinde Kremsier. Die israelitische Kultusgemeinde Kremsier besetzt mit I. Februar 1912 die Stelle eines zweiten Kantors der die Fähigkeiten haben muss, das Gemeindesekretariat zu führen. Der Petent muss überdies Koreh und Schochet sein und die deutsche sowie auch böhmische Sprache vollständig in Wort und Schrift beherrschen. Jahreseinkommen K 1500.—. Nach einjähriger, zufriedenstellender Dienstleistung erfolgt Definitivem mit Pensionsansprüchen. Einreichtermin bis 15. Jänner 1912 mit eigenhändig in beiden Landessprachen geschriebenen Gesuchen mit Zeugnisabschriften, die nicht retourniert werden. Der Kultusvorsteher: Ignaz Knöpfelmacher. lllfällrllfm V0Q *“er Oder auswärts finden in gutem, streng lUClIIuJIvU religiösem Hause vollständige Pension. Denselben ist gleichzeitig auf Wunsch auch Gelegenheit geboten, sich im Schnittzeichnen, Zuschneiden und Kleidermacben vollkommen auszubilden in der von der k. k. Statthalterei konzess. Privatlehranstalt für Schnittzeichnen und Kleidermachen der Frau Berta Pfeiffer, verehel. Szegö, G. Wien, II., Pillersdorfg. 1. mmmmm WWW»»

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