Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 50 (15.12.1911)
- Date
- 1911-12-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 838 Dr. Blochs WochMchrtst Nr. 80 Auiriiie ans dem Judentum Vom 3. bis inkl. 9. Dezember 1911. Baum Itzka, Direktor, geb. 18. September 1872, Welisch, IX., „Hotel Union“. Gräbner Rosa, Privatbeamtin, geb. 25. August 1887, Wien, V., Margarethenstrasse 47. Griinwald Olga geb. Wiesner, Private, geb. 6. August 1887, Brünn, VIII. , Albertgasse 1 a. Gus Julie, Geschäftsleiterin, geb. 9. Oktober 1886, Wien, IX., Spitalgasse 25. Hofer Max, geb. 2. Juni 1877, Wien. Ritter Hugo, geb. 18. März 1886, Wien, II., Glockengasse 23. Sonn David, Kontorist, geb. 31. Jänner 1884, Wien, VII., Lerchenfelderstrasse 15. Steiner Robert, Maler, geb. 8. April 1891, Wien, II., Castellezgasse 34. Strass Hermanne, Private, geb. 23. Jänner 1877, Wien, IV., Belvederegasse 7. Schwarz Otto, Privat, geb. 24. November 1897, Wien, II., Kaiser Josefstrasse 29. Weigl Gabriele geb. Löwenbach, Private, geb. 22. Juli 1859, Wien, IX. , Müllnergasse 5. Westreich Gustav, geb. 9. Juni 1865, Kochornocz, III., Maixergasse 17. Drmm Se. Exzellenz Herr Dr. Karl Freiherr b. Heinold, k. k. Minister des Innern, hat folgende Zuschriften an Herrn Doktor Daruch Plaezek, mährischen Landesrabbiner und Oberrabbiner der israelitischen Kultusgemeinde in Brünn gerichtet. 1. Se. kaiserliche und königliche Apostolische Majestät haben mit Allerhöchstem Handschreiben vom 3. November l. I. mich zum Minister des Innern allergnädigst zu ernennen geruht. Beim Scheiden aus meiner bisherigen amtlichen Stellung fühle ich mich verpflichtet. Euer Ehrwürden für die mir stets gewährte, sehr schätzenswerte Unterstützung meinen verbindlichsten Dank zu sagen. Mit dem Ausdrucke vorzüglichster Hochachtung H e i n o l d. 2. Für die so herzliche Beglückwünschung anläßlich meiner Ernennung zum Minister des Innern bitte ich Euer Hochwohlgeboren, meinen verbindlichsten Dank entgegen zu nehmen. Das jederzeit bereitwillige Entgegenkommen Eurer Hochwohlgeboren, sowie die überaus loyale Haltung der mährischen Rabbiner überhaupt wird mir stets in angenehmer Erinnerung bleiben. Mit der Versicherung vorzüglichster Hochachtung H e i n o l d. Wien, am 18. November 1911. Holleschau. (Verlobung.) Frl. Röfi Michalowsky, Tochter des Herrn Jakob Michalowsky, Kantor in Holleschau, hat sich mit Herrn Morris Deutscher, Krakau, verlobt. Zuaim. Am 7. Dezember starb hier Frau Julie Pisker im Alter von <V2 Jahren. Sie war von edlem, wohltätigen Charakter, namentlich hat sie sich 30 Jahre lang als Vizepräsidentin unseres Frauenwohltätigkeitsvereines segensreich betätigt. Ihr Ableben rief allgemeine große Teilnahme hervor, welche durch eine besondere Trauerkundgebung unseres Vereines in eigens dazu einberufener Vorstandssitzung zum Ausdruck kam. Frau Präsidentin Louise Brüll würdigte die Verdienste der Verblichenen. Besonders zeigte sich die allgemeine Beliebtheit bei deren Leichenbegängnis am 10. d. M. Eine ungeheuere Menschenmenge fand sich vor dem Trauerhause ein; der Vorstand des Frauenvereines erschien korporativ, ebenso fast der vollständige Ausschuß der Kultusgemeinde, der Chewra Kadischa und der Turnerklub. Diese außerordentliche Ehrung galt nicht blos der Verblichenen, sondern auch deren hochachtbaren Kindern. In seinem Nachruf hob unser Rabbiner Herr Dr. I. Kahau den Edelmut, die Frömmigkeit und den außerordentlichen Wohltätigkeitssinn der Verklärten besonders hervor. Die Trauergesänge wurden vom Kantor S. Handgriff in würdiger Weise^zum Vortrage gebracht. Am Grabe nahm noch die Vereinspräsidentin in warmen Worten von der langjährigen Mitarbeiterin auf dem Gebiete der Wohltätigkeit Abschied und sandle ihr den Dank der unzähligen Armen, denen sie hilfreiche Unterstützung gewährte, in die Ewigkeit nach. Selbst durch ihren Tod war sie die Veranlaffung einer großen Wohltätigkeitsaktion, indem sehr viele Spenden als Kranzablölung und zwar bei 240 Kronen eingelaufen sind. Allgemein war die Empfindung, daß hier eine der edelsten Frauen zu Grabe getragen wurde. Jamrritz (Todesfall.) Am 13. d. ist in Jamnitz der Kultusvorsteher Samuel Ko hu im 77. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene, der durch viele Jahre auch Mitglied der Gemeindevertretung und des Bezirksschulrates war, erfreute sich wegen seiner guten Charaktereigenschaften allgemein der größten Hochachtung und Beliebtheit. Karlsbad. (K u l t u s w a h l e n.) In der verflossenen Woche fanden in Karlsbad die Wahlen in die Kultusgemeinde-Repräsentanz statt, welche folgendes Resultat ergaben: a) Mitglieder der Kultusgemeinde-Reprasentanz: die Herren r Ludwig Moser, Adolf Rosen - feld, Josef Hainsfurt, Gustav Löbl, Dr. Alfred Samel, Doktor Arthur Feldmann, Robert Epstein, Dr. Bernhard Löwy, Bernhard Löwenstein. Lndwig Zentner, Adolf Griinbaum. Oskar Gutherz, Dr. Ferdinand Fleischner, Dr. Wilhelm Samisch. Josef Teiner, Rudolf Mosauer, Wilhelm Zentner, Julius Kohn, b) Ersatzmänner: die Herren: Rudolf Schiffler. Leo Frank. Hugo Holzner, Heinrich Oestreicher, Julius Zentner-Fisa ern, Julius Goldmann, Heinrich Kessler, Ludwig Lederer, Emil Heller, c) Mitglieder der Umlage-Kommission: die Herren: Rudolf Mayer, Lippmann Böhm, Philipp Maier-Fischern, Leopold Zeiner, Adolf Hahn. Dr. Jaques Hoffmann, Adolf Eisner, Wilhelm Lenk, Dr. Leo Klemperer, d) als Kassa-Revisoren: die Herren: Arthur Sommer, Theodor Steiner, Guglielmo Weinberger. Pohrlitz. Am 29. November d. I. wurde hier Herr Abraham Bader. Vater des Herrn Wilhelm Bader, Beirates der hiesigen Kultusgemeinde, im hohen Alter von 87 Jahren zu Grabe getragen. Der Verstorbene erfreute sich in den weitesten Kreisen der hiesigen Gemeinde ob seines biederen und rechtlichen Charakters, seines frommen und friedlii en Wesens allgemeiner Hochachtung. Er war Jahre lang Mitglied der hiesigen politischen Gemeindevertretung, des Ortsschulrates, des Kultusausschusses und wirkte auch lange Zeit als Obmann der Tempelsektion. Allen diesen Aemtern unterzog er sich in der pflichteifrigsten Weise, so daß er sich durch seine Amtstätigkeit ein ehrenvolles Andenken in unserer Gemeinde gesichert hat. An seinem Leichenbegängnisse beteiligte sich nebst den Vertretungen der genannten Körperschaften, der Leitung des Frauen-WohltätigkeitS-Vereines, der Schuljugend mit den Lehrern eine große Anzahl von Trauergästen. Herr Dr. Heinrich Flesch, Rabbiner aus Kanitz, stellvertretender Rabbiner der hiesigen Kultusgemeinde, hielt dem Verblichenen an der Bahre einen ehrenden Nachruf. Bielitz-Biala.Der Israelitische Handwerk erverein hielt dieser Tage rm Festsaale des isr. Gemeindehauses in Bielitz seine 31. Hauptversammlung ab. Herr Obmann Rudolf Keftel begrüßte ebenfalls zum 31. Mole eine ansehnliche Vesammlung von Damen und Herren, darunter als Vertreterinnen des isr. Frauenvereines die Damen B. Riesenfeld, Goldschmidt und Paula Korn, vom Bielitzer isr. Kultusgemeindevorstande die Herren M. Braunberg. Dr. I. Schmetterling und O. Schmelz, vom Bialaer Herr Jg. Perl und widmete den verstorbenen Mitgliedern des btzten Jahres S. Bachner, S. Rittermann und M. Robinsohn einen warmen Nachruf. Zu den anwesenden 25 Schützlingen gewendet, legte er ihnen den sittlichen und materiellen Wert der Handarbeit dar, ermahnte sie zu Fleiß, Genügsamkeit, Ehrlichkeit und Gottesfurcht, entließ feierlich einen der jungen Menschen am Schlüsse seiner Lehrzeit aus der Fürsorge des Vereines, der seinem Danke für diesen in kurzen bescheidenen Worten Ausdruck gab. Hieran schloß sich die Beteilung von 25 Knaben mit Wintergewand und Schuhen. An die Versammlung gewendet, berichtete Herr Kestel, daß er die vorjährige Festrede des Herrn Rabbiner Dr. M. Steiner habe in Druck legen und an mehrere Freunde und Gönner des Vereines versenden lassen, wofür mehrere sehr warme Dankschreiben und von Herrn kais. Rat Alois Lembergrr in Wien ein Stiftungsbetrag von 500 Kronen eingegangen ist. Für diese munifi;mte Spende wurde Herr A. Lemberger zum Ehrennntgliede des isr. Handwerkervereines ernannt. Die Einnahmen des abgelaufenen Vereinsjahres betrugen 1206 Kronen, die Ausgaben 1140 Kronen, der Ueberschuß 96 Kronen und das vorhandene Stiftungskapital 1600 Kronen, eine Summe, die zu den Bedürfnissen des wohltätigen und musterhaft geleiteten Vereines in gar keinem rechten Verhältnis steht und Herrn Dr. I. Schmetterling zu einem Appell an die Repräsentanten der isr. Wohltätigkeitsvere'ine (Freitisch, Frauenverein und Ferienheim) veranlaßte, bei ihren einträglichen Festveranstaltungen auch dem Handwerkervereine einen entsprechenden Anteil zuznweisen. Zum Vorstandsmitgliede wurde für den abgängig gewordenen Herrn S. Rittermann Herr Josef Rosenfeld gewählt. Nachdem Herr Braunberg namens des Kultusvorstandes die Verdienste des Herrn Rudolf Kestel um den Verein anerkannt und seinen Obmann und den Ausschuß gebeten hatte, seine segensreiche Tätigkeit zum Wohle der armen Jugend und zur Ehre der Gemeinde weiter fortzusetzen, sprach in ähnlichem Sinne auch namens des Bialaer isr. Kultusvorstandes dessen Mitglied Herr Ignaz Perl, worauf die Versammlung nach Erledigung der Tagesordnung geschlossen wurde. Schlau. Der 5. Dezember war für die hiesige Kultusgemeinde ein großer Trauertag, denn an demselben wurden die sterblichen Ueberreste unseres am 3. d. M. nach kurzem, schweren Leiden verstorbenen allverehrten und weit über die Grenzen Böhmens bekannten und hochgeachteten Herrn Rabbiners Leopold Thorsch im Alter von 79 Jahren zu Grabe getragen. Der Verblichene, aus einer hochgeehrten Goltsch- Jenikauer Patrizier-Familie stammend, ein hochherziger edler Menschenfreund, ein hervorragender Kanzelredner in der deutschen und böhmischen Sprache, weihte sein ganzes Dasein sowohl dem Wohle seiner Gemeinde, in welcher er über 25 Jahre zur allgemeinen besonderen Zufriedenheit wirkte, als auch seinen allverehrten Familienangehörigen, welche in ihm einen treuen, liebevollen Gatten und einen der zärtlichsten, aufopferndsten Väter verloren. Durch .die Initiative des Dahingeschieoenen wurde die hiesige Chewra-Kadischa, deren Ehrenmitglied der Dahingeschiedene war, und der israelitische Frauenwohltätigkeitsverein ins Leben gerufen; auch versah er bis zu seinem Ableben das Amt eines Armenvaters aufs Gewissenhafteste.