Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-12-08 · 49 (8.12.1911) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
49 (8.12.1911)
Date
1911-12-08
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3020846-3021927-3021977--20728-3045783
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seite 623 Dr. Btochs WochMchirtft Nr. 49 Lin wissenschaftliches Werk über die jüdische Emigration. In den nächsten Tagen wird ein bedeutsames Werk des Privatdozenten an der Genfer Universität, Dr. L. H e r s c h Uber die jüdische Emigration im Vergleiche mit der Emigration anderer europäischer Völker unter besonderer Berücksichtigung der Völker Oesterreich-Ungarns und Basslands erscheinen. Das Werk, das ein sehr reiches statistisches Material und Diagramme enthält, hat folgende Hauptbapitel: I. Der Umfang der jüdischen Emigration. 3. Die jüdischen Emigranten. 3. Die Ursachen der jüdischen Emigration. 4. Die Bedeutung der jüdischen Emigration, ä. Die Regulierung der jüdischen Emigration. Das Werk wird zunächst in jüdischer Sprache im Wilnaer Verlage die „Welt“ erscheinen. Ein Zweiakter von Schalom Asch in Berlin. Wie aus Warschau berichtet wird, wurde Schalom Asch’s neuester Zweiakter .Die Schwachen“ vom Direktor Beinhardt zur Aufführung im Berliner Deutschen Theater angenommen. Das Stück ist bisher noch nirgends zur Aufführung gelangt. Von derselben Seite wird berichtet, dass der bekannte Schriftsteller Berthold Feiwel die Uebersetzung von Schalom Asch’s neuestem Boman „Mary“, der das amerikanisch-jüdische Leben behandelt, übernommen hat. Die deutsche Uebersetzung wird binnen Kurzem bei Eischer in Berlin erscheinen. Der genannte Boman erscheint jetzt fortsetzangsweise in der Feuilletonbeilage des Warschauer jüdischen Tagblattes „Der Fraind-1. Salomon Dembitzer. Vun meine Täg. Jargongedichte. Verlag von Sänger‘u. Friedberg. Frankfurt a. M., Allerheiligenstrasse 81. „Das freie Wort", Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Begründet von Carl S a eng er. Herausgegeben von Max Henning. XL Jahrgang, No. 17. Erstes Dezemberheft 1911. —- Inhalt: Moderne Kreuzfahrer. —- Arthur Böhtlingk: Der Zentrumssturm und der liberale Großblock. — Th. But z: Zum drittenmal: Was soll uns Marokko lehren? — La verite est en marche. Auch ein Wort zur Christusmythe“. — Servus':- Frenssen, Jatho, Traub etc. —' Eugen Mayer: Moderne geistige Strömungen innerhalb der Studentenschaft. — E. P. B a e g e: Grundgedanken der Schulreform. — Wolf gang Quincke: Hans Uw'er Weltversteinerung oder Weltverjüngerung? — Kleine Mitteilungen. — Beilage: Der Dissident Nr. 9. — Neuer Frankfurter Verlag, G. m. b. H., Frankfurt a. M. gtriefbafrtt; B. K. Wie erinnerlich, bat General Tolmatschew vor seiner Demission den Befehl ei lassen, daß der Tixt der Inschrift für das den Prog om-Gefallenen zu errichtende Monument ihm zur Zensur vor^elegt werden müsse. Hierauf bezieht sich die folgende doppelsinnige Notiz in der humoristlschen Beilage eines Warschauer jüdischen Blattes. Der Text für ein Grabmal: .Nachdem das Proj kt des Odessaer Progromdenkmals die Zensur Tolmatschew paffieren muß, so wird auf dasselbe die folgende Inschrift gesetzt werden müssen: Grabmal für dre Ermordeten m den finsteren Pojromtagen des Jahres J905 auf dem vom Polizeidirektor gestatteten und bestätigten Plan." 8 F. in WaraSdiu. Ihre Ausführungen über den Zionismus in der Dichtkunst der Völker wären noch durch das Folgende zu ergänzen. Mali Aiko, der einzige Schriftsteller, den das Lappenvolk besitzt, hat einen Roman mit zionistischer Tendenz geschrieben, der »Des Hebräers Sohn" heißt. Acko, der aus dem nördlichen Norwegen stammt, läßt diesen Entwicklungsroman in Christiania, in Deutschland und Russisch-Polen spielen. Man ist überrascht, wie tief er sich in die Psyche der Ztonisten eingelebt hat, allerdings bietet das nationale Leben der Lappländler manche Gemeinsamkeit mit dem jüdischen Volke und diese natronale Gemeinsamkeit mag auch Aiko dazu geführt haben, seinen Roman zu schreiben. Selbstbewußter Galiziauer. Sie haben ja nicht Unrecht, wenn Ste sich darüber beklagen, daß die galizischen Juden selbst im freien Ungarn tausendfachen Zurücksetzungen und Erniedrigungen ausgesetzt sind. Aber andererseits dürfen Sie antisemitischen Statistikern nicht aufsitzen. Die Behauptung von antisemitischer Seite, daß im verflossenen Jahre allein bloß nach Budapest 14.000 galizische Juden eingewandert seien, wurde gleich am anderen Tage von dem Abgeordneten Pfarrer Johann Hock aufs glänzendste widerlegt. Er wies aus Grund amtlicher Daten nach, daß unter den eingewanderten 14.000 Personen sich bloß 1600 Juden überhaupt befanden, während alle übrigen christiche Arbeiter waren. Pfarrer Hock leistete sich bei dieser Gelegenheit auch den mit allgemeiner Heiterkeit aufgenommenen Scherz, daß er den antisemitischen Abgeordneten zurief: »Pardon, meine Herren, ich protestiere sehr energisch gegen diese Wegtaufung, ich überlasse meine braven treuen Gläubigen nicht den jüdischen Rabbinern". K. M. ht Budapest. Von den seinerzeit so berührten alten Judeogemeinden in Elsaß-Lothringen verschwinden immer mehr und mehr und der Rest schrumpft zur Bedeutungslosigkeit zusammen. Auch die letzte Volkszählung vom Jahre 1910 stellt die Abnahme der jüdischen Bevölkerung in diesen vielumstrittenen Provinzen fest. Seit dem Jahre 1871 hat die jüdische Bevölkerung in Elsaß-Lothringen um 26 Prrzeiit abgenommen. Am stärksten zeigt stch diese Abnahme in Oberelsaß. Diese Erscheinung bängt wohl im allgemeinen mit den wirtschaftlichen Verhältnissen zusammen, dürfte aber auch eine Folge der politischen Verhältnisse, welche in den letzten dreißig Jahren in diesen Provinzen herrschien, sein. Dr. K. in Lemberg. Die Hermann Hescheles'sche Ausstattungsstiflung dürfte im Monat Oktober 1913 *ur Ausschreibung gelangen. Die Einreichung kann bloß in der Zeit der Ausschreibung stattfinden. _ Jüdische Grabsteine in Friesach. Nicht nur von Frankfurter, der übrigens gleichfalls eine solche Veröffentlichung vorbereitet, auch von Anderen ist Manches über diesen Gegenstand geschrieben worden. Meine Angaben, die mit diesen Wiedergaben nicht gleichlauten, verfolgten nur den Zweck, zum Schutze obdachloser, jüdischer Altertümer aufzufordern. Dr. M. G r u n w a l d. Notiz. Jüdische Bühne. Direktion: M. Siegler. «Hotel Stefanie", II., Tavorstraße 13. Freitag den 8.. Samstag den 9, Montag den 11. und Dienstag den 12. Dezember 1911: «Gabriel", Op.'rette van I. Latainer ■=- F eitag den 6. Dezember, nachmittaas um halb 4 Uhr: „Herzale Mejiches", Komödie von M. Richter. — Sonntag den 10 Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: „Dre jüdische Neschume" von I. Gordin. — Sonntag den 10. Dezember. 6 Uhr abends: „Al Naharos Buwel", Operette von I. Latainer. — Mittwoch den 13. Dezember: „S u 1 a m i t h", Operette von Goldfaden. — Donnerstag den 14. Dezember: „D i e goldene Hochzeit", komische Operette von I. Latainer. Zur gey. Beachtung. Da in den nächsten Tagen mit der Drucklegung der Adresschleifen für das nächste Jahr begonnen wird^ ersuchen wir unsere geschätzten Abonnenten uns alle gewünschten Aenderungen oder Richtigstellungen in Namen, Titeln oder Adreffen gefälligst umgehend bekanntgeben zu wollen. Die Administration der „Oesterr. Wochenschrift" IX/1, Hahngaffe 15. Lslomon Horowitz-Widmung für Arme, Anzahl der Plätze: Unbestimmt im Betrage von zusammen K 70. Bewerbungsbereohtigt sind : Würdige, jüdische Arme, unter welchen verarmte Deszendenteu des Herrn Salomon Horowitz in erster Linie berücksichtigt werden sollen. Verleihungstag : 20. Jänner 1912. (1. Schebat.) Gesuchsbeilagen : Geburtsschein, Armutszeugnis, eventuell Nachweis der direkten Abstammung von dem Widmungs-Namensträger. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 15. Dezember 1911. Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichumrsprotokoll). Näheres in den von der Einreichstelle unentgeltlich zu beziehenden Gesuchsbögen. Lori Baumgarten-Stiftung für herzkranke Frauen. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von K 40. Bewerbungsberechtigt sind : Bedürftige, herzkranke Frauen israelitischen Glaubensbekenntnisses. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, ärztliches Zeugnis. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 15. Dezember 1911. Verleihungstag: 6. Februar 19:2. (18. Schebat.) Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). Näheres in den von der Einreichstelle unentgeltlich zu beziehenden Gesuchsbögen. Wien, 1. Dezember 1911. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.