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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-11-24 · 47 (24.11.1911) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
47 (24.11.1911)
Date
1911-11-24
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 786 Nr. 47 „Wir wollen wieder zu den Treibhäusern'^ knurrte jetzt Onkel Abraham. „Ich will dir dort deinen eigentlichen Auftrag geben." Eigentlichen Auftrag?! Also doch! Heinrich klopfte das Heiz. „Ach, Onkel — —!" „Nun?" „Sie müssen doch — es ist doch herrlich, was Sie alles haben. .'.!" „Hm ... Meinst du?" „Nun, ich kann mir wirklich nichts Großartigeres vorstellen als Kniephof!" „Das glaube ich." „Sie haben einfach alles!" „Nun, nun! Das Wichtigste fehlt mir!" „Das Wichtigste—?!" >Bist du ein Sammler? Bist du vielleicht ein Botaniker?". U „Wie käm' ich denn dazu? . . . Für Botanik Hab' ich mich freilich immer sehr interessiert." „Davon hört' ich. Du bist mir doch auch ergeben, mein Junge? Ich kann mich doch auf dich .verlassen?" „Onkel! Erwarten Sie von meiner Dankbarkeit —!" „Ich erwarte weiter nichts von ihr, als daß du mir die Blume Krubul holst." „Was — ——?" /.Komm' mit!" Sie betraten das größte Treibhaus. „Sieh", flüsterte der Onkel. „Mein Liebstes, mein Kostbarstes sind meine Pflanzen. Rembrandts haben auch andere Leute.— dies hier hat niemand auf der Welt als ich. Es sind sämtliche, sämtliche Orchideenarten, die bekannt sind. — Keine fehlt, mein Junge, außer der Krubul. Verstehst du, was das heißt?" ' „Aber Onkel — die Krubul, die wirst du doch auch noch bekommen!" „Ach Kind! Du naives Kind du! Ich bin 64 Jahre alt geworden. Bis jetzt Hab' ich sie nicht erreicht. Ich kann aber nicht ruhig sterben, wenn ich Ne, Krubul nicht in meinem Treibhaus Habe. Früher wuchs sie auf Neuguinea und auf den Salomonsinselin. Aber das Schiff, das ich ertra hingeschickt habe, hat sie nicht mehr gefunden. Neulich ist nun plötzlich ein Gerücht zu mir gekommen von einem spanischen Kapitän, daß -er die Krubul auf Java gesehen habe. Verstehst du? Nun kommt es darauf an. Ich brauche einen Menschen von unbedingter Zuverlässigkeit, der für mich nach Java reist und mir die Krubul holt. Willst du es tun, Heinrich? Das ganze Gewächs mit der Wurzel?" Heinrich starrte vor sich hjin. Er glaubte die vom Onkel ersehnte, gespenstische Blume am fernen Ozean zu sehen. Er atmete ihren süßen Duft ein. „Ich hole sie! Wie sieht sie aus, Onkel?" flüsterte er. Er glich jetzt einem Artusritter, der heilig beauftragt ins ferne Land zog. „Das Hab' ich dir ganz genau aufgeschrieben. Die Krubul hat nur eine einzige Blüte von neun blis zehn Fuß Durchmesser." „Neun bis zehn Fuß — ■—?“ „Sie ist die größte Orchidee der Erde. Sie gehört zu den fleischfressenden Pflanzen und ihre Blütenblätter' sind scharlachrot, sehen selbst wie Fleischfetzen aus. Ihr Duft ist übelriechend, wie Aas, er lockt die giftigen Fliegenschwärme an — daran erkennt man die Krubul. Aber wenn du sie im Urwald findest, Heinrich, dann mutzt du sie gut aufladen, denn ihre Wurzeln sind wie lebendige Schlangen, mehrere Meter lang, und das Ganze wiegt einen Zentner!" „Das muß eine wunderbare Blume sein. . ." „Ich würde jetzt selbst noch nach Java reisen, ich alter Mann, wenn mein verdummtes Podagra mich nicht festhielte! Das-Einzige, was mich wirklich glücklich machen könnte, das entgeht mir, Heinrich! Hätte ich nur in meiner Jugend vernünftiger gelebt! . . . Aber nun Hab' ich;das Letzte nicht, die Blume Krubul!" „Aber sie ist doch so häßlich,' Onkel — ungeschlacht — und — stinkt — —?" „Sie ist wunderbar schön, mein Junge! Getraust du dich aber, sie zu holen? Das ist deine einzige Mission! Sonst hist du mir vollkommen gleichgültig! Wenn du mir die Krubul bring sh sollst du's wie ein Prinz haben! Aber komme nicht ohne sie zurück!" Heinrich nickte. Er schloß sejine Augen. Er roch die ferne Blume, und es war ein häßlicher, aber ein starker, belebender Geruch. Als er die Augen wieder öffnete, sah er seinen wunschoerzehrten Wohltäter mit einem bleichen und stolzen Lächeln an. Er schien in dieser Minute gereift zu sein. „Schicke mich nur nach Java, Onkel," erwiderte er leise. „Ich versuch's." „Aber du bist dann in der weiten Welt — du vergißt mich vielleicht — was Hab' ich für Garantien?" fragte Onkel Abraham mit giftigem Mißtrauen. „Garantien hat niemand." Der Alte senkte den kahlen Kopf und winkte mit zitternder Hand. „Komm', komm' — ich schick' dich — — du sollst haben, was du willst." (Fortsetzung folgt.) Literat«». Dr. M. Grunwald, Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde in Wien. - Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. 14. Jahrgang, 4. Heft. (Der ganzen Reihe 40. Heft.) Diese Mitteilungen erscheinen zugleich als Organ der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. — M. Grunwald: Aus .Philo. — 8. E. A r t o m! Isaac Israeli. — V. Nordkeim er; Aus dem Cusari Juda Helevis. — P. Münz: Die hygienische Bedeutung der jüdischen Speisegesetze. — M. Grunwald: Ottto ’SalomoD, ein jüdischer Reformer der Schulhygiene. — Bücherschau. — M. Grunwald: Bericht über die Gruppe „Hygiene der Juden“ in der Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden 1911. — Alle Sendungen werden erbeten an die Adresse des Herausgebers: Wien, XV., Mariahilferstrasse 167, Ost und West. Illustrierte Monatschritt für das gesamte Judentum. Organ der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Israfelite. Universelle. XI. Jahrgang, November 1911. Heft 11. Inhalt: Der stille Pogrom. Wehruf eines russischen Juden. — Illustrationen zu Russlands Judenpolitik, in den letzten Monaten. — Revue der Ereignisse. — Karl Bayer: Jakob G 1 a s n e r (mit sechs Illustrationen). .— A. B e n e z r a: Zur Ethik des Judentums. — J. L. Perez : Die.beiden Schwestern. — Erich Wolfsfeld, Max Fabian: Illustrationen nach Gemälden. — Paul Barchan: S. Fischer (mit Porträt). — Bar-Ami: Jüdische Hochzeitsbräuche in alter und neuer Zeit. — Jüdische Hochzeitsmelodien: I. Vor der Träuung (Noten). — Dr. Leopold Hirschberg: Tondichtungen alttestamentarischer Texte von Joh, Seb. Bach. — Theodor Zlocisti: Glückverlangen. Gedicht. —. Literarische Rundschau. — Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau der Alliance Israelite Universelle: Sitzung des Zentralkomitees. — Die Israeliten in Russland. — Notizen. Schach. — Inserate. — Verlag Ost und West Leo Winz, Berlin- Charlottenburg, Knesebeckstrasse 32. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden, Berlin C. 2, An der Spandauerbrücki ln. Begründet von Dr. Arthur R u p p i n. — Redigiert. von Dr. Bruno B1 au. 7. Jahrgang. Heft Nr. 11. November 1911. — Inhalt: I. Abhandlungen? 1. Dr. oec. publ. Jakob S e g a 11: Stand der jüdischen Bevölkerung in Deutschland auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 (I. Preussen.) — 2. Dr. S. Weissenberg, Elisabethgrad: Das Verhalten der Juden gegen ansteckende Krankheiten. Ein Beitrag zur Pathologie des Juden. (Fortsetzung.) — 3. Der Untergang der deutschen . Juden. — II. Statistisches Archiv. Geburten, in Ungarn 1908 und 1909 mit Rückblick bis 1881. — Hauptergebnisse der Volkszählung in Holland vom 31. Dezember 1909. — Mischehen in Amsterdam.'—- Todesursachen der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung Amsterdams. — Die Pest in Odessa. — Die jüdische Bevölkerung im Distrikt Fergana. —- III. Literatur. jung - Juda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. XII. Jahrgang, Nr. 23, Prag, den 17. November 1911 (26. Chesch-

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