Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 47 (24.11.1911)
- Date
- 1911-11-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 782 Dr. M>Ks WoMMrtst Nr 47 Wie». (Auszeichnung.) Der junge Komponist Herr Josef Pollak, Sohn des Zugrevisors der Nordwestbahn Herrn Emauuel Pollak, erhielt aus Anlaß einer übersendeten Komposition zur Hochzeitsfeier Sr. k. u. k. Hoheit des Erzherzogs Karl Franz Josef und der Frau Erzherzogin Zita ein ehrendes Schreiben, in welchem demselben höchstderen allerherzlichster Dank ausgesprochen wird. Der junge Komponist hat bereits früher zwei ähnliche Auszeichnungen erhalten. Wien. Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich hat den Kaufmann Herrn Robert Lederer in Manchester zum k. k. östetr. und ungar. Vizekonsul daselbst ernannt. Der Herr Vizekonsul Robert L-derer ist ein Sohn des bestbekannten Herrn Julius Lederer in. Wien, XIX. Wie». (Ki n d e r b e k l e i d u n g.) Der „Israelitisch e Frauen-W oh ltätigkeitsverein f ür die Bezirke Wieden-Margareten in Wien", V., Siebenbrunnengasse 1, hat auch heuer, wie seit vielen Jahren, siebzig Schulkinder mit vollständiger Winterbekleidung beteilt. Wien. Der Ausschuß des Verbandes der isr. Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen beschloß, die diesjährige Generalversammlung für den 27. Dezember, eventuell auch 28. Dezember anzuberaumen. Kollegen, welche nach Erledigung des geschäftlichen Teiles einen Vortrag zu übernehmen beabsichtigen, werden gebeten, das Thema dem Obmanne Prof. Dr. Heinrich Pollak, II., Rembrandtstraße 27, ehebaldigst bekanntgeben zu wollen, damit die betreffende Ankündigung auf die Tagesordnung der Einladung gesetzt werden kann. Wien. (8 0. Geburtstag.) Am 7. Dezember l. I. vollendet Herr A. Kläger, der Vater des Oberkantors Philipp Kläger, sein.80. Lebensjahr. Herr A. Kläger gehört zu jenen Philanthropen, die still und anspruchslos ihr edles und aufopferungsvolles Wirken entfalten, einem Herzensbedürfnis und nicht der lieben Mode folgend. Deshalb blieb auch Kläger der großen Gesellschaft, die selbst Wohltaten übt, unbekannt und nur jene Scharen von Kranken und Unglücklichen aus dem Osten Unserer Monarchie, denen er jederzeit mit Rat und Beistand die Not und Sorge mildern half, und alle, die diesen edlen Menschen näher kennen, werden dem Achtzigjährigen an seinem Geburtstag die innigsten und herzlichsten Glückwünsche übersenden. Kaiserin Elifabeth-Feier des Vereines „Frauenhort". (IX., Müllnergasse 21.) Am 19. November verteilte dieser Verein an 200 Schulkinder des 9., 19. und 20. Bezirkes vollkommene Winterkleidung, Winterwäsche und Schulrequisiten. Trotz des ihn belastenden Defizites glaubte der Verein im Hinblickeauf das Elend der Großstadtjugend seine Beteilung nicht einschränken zu dürfen, weswegen Gaben edler Kinderfreunde an Geld und Material dringend erwünscht wären, um das jüdische, arme Schulkind, das bedauernswerteste der Bedauernswerten, einigermaßen für den künftigen, schweren Lebenskampf zu kräftigen und aufzurichten. Wie». (Jüdisches Museum.) Die Münchener Loge (M. O. B. B.) hat in einer ihrer letzten Sitzungen den hochherzigen Beschluß gefaßt, die von ihr in der Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden ausgestellten Gegenstände unter Wahrung des Eigentumsrechtes dem Wiener Jüdischen Museum dauernd zu überlasten. Im Jntereste der Zentralifierung jüdischer Ausstellungsobjekte, die sonst in ihrer Verzettelung gar nicht zur Geltung kämen, ist dieser Beschluß mit Freuden zu begrüßen uud zur Nachahmung zu empfehlen. Wien. (Generalversammlung des Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis.) Mittwoch den 29. November d. I. um 7 Uhr abends findet im Vereiuslokale des Israelitischen Humanitätsvereines „B'nai Brüh", IX., Universitätsstraße 4, die XII. ordentliche Generalversammlung des Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis statt.. Wien. Der Jüdisch-akademische Philosophen-Verein erlaubt sich, seinen Mitgliedern, Gönnern und Freunden mitzuteilen, daß am Freitag den 24. November, um 1 Uhr mittags, im großen Festsaale die Promotion des A. H. Josef Silbigers zum Doktor der Philosophie stattfindet. Wien. (Verlobung.) Samstag den 18. November d. I. feierte Herr Fritz Steinitz, Schatzmeister der k. k. priv. Verkehrsbank, mit Fräulein Paula Herzl, Tochter des Edelsteinhändlers Salomon Herzl, das Fest seiner Verlobung. Ueber Anregung des Herrn Präsidenten des Vereines alter Männer in Wien, Herrn I. Schwarz, welcher dieser Feier beiwohnte, wurde auch der segensreichen Tätigkeit genannten Vereines gedacht und von den versammelten Festgästen dem Vereine die namhafte Spende von 312 Kronen. zugeführt. Möge dieses schöne Beispiel bei ähnlichen Anlässen, Festen u. dgl. recht oft Nachahmung finden! Wien. (Trauung.) Sonntag den 26. d. M:, 2 Uhr nachmittag, findet im Seitenstettentempel die Trauung des Frl. Anny Selmeczi, Tochter des Herrn Leopold Selmeczi, Seniorchef der Wr.-Neustädter Gardinenfabrik, mit Herrn Josef P e r e l i s, Industrieller in Wien, statt. Wien. (Trauung. Sonntag den 3. Dezember d. I. um 3 Uhr nachmittags findet im Tempel, I., Seitenstettengaffe die Trauung des Fräuleins Jella Hau s e r, Tochter des Herrn Josef Hauser aus Mißlitz, mit Herrn Ernst Löw, Sohn des Herrn Leopold Löw, statt. Wien. (Jüdisch-akadem. Juristen verein, IX. Müllnergasse 35.) In der am 7. November 1911 stattgefundenen ordentlichen Plenarversammlung 'wurden nachstehende Herren in den Vorstand gewählt: 106. Oskar Trnka, Obmann; 106. Josef Schell, I. Vize-Obmann; 106. Oskar Samek. II. Vize-Obmann; iur. Edgar Schick. Bibliothekar; iur. Wilhelm Lederer, I. Schriftführer; iur. Josef Frankfurter, II. Schriftführer; iur” Stefan Jokl, Kassier; iur. Hermann Klapper, Zeitungsverweser; 106. Friedrich Wessely und iur. Hermann Wasser, ohne Mandate. Der Verein hat seine Tätigkeit im Studienjahre 1911/12 mit der Abhaltung von Seminarkursen begonnen. Und zwar werden zunächst Herr Kollege 106. Josef Schell einen Vorbereitungskurs zur rechtshistorischen Staatsprüfung (Mittwoch Ya8-9 Uhr abends und Sonntag von 9'—'/, 11 Udr vormittags) und Herr Kollege 106. Oskar Samek einen Kurs für Anfänger (Donnerstag V*7— 9 Uhr abends) abhalten. Anmeldungen im Vereinslokal, IX., Müllnergasse 35., Dienstag und Donnerstag von 5— 6 Uhr abends. Wien. (Populär-wissenschaftliche Freitag- Abendvorträge des Bet-H amidrasch „Talmud-Thora" 10. Malz gaffe 16.) Am 24. November Herr Rabbiner L. Goldstei« über „Ein Kapitel aus der jüdischen Geschichte", am 1. Dezember Herr Rabbiner H. Schenk über „Die Psalmen". Beginn jedesmal um Uhr abends. Wie«. Der seit 22 Jahren bestehende humanitäre Geselligkeitsverein „Rudolfsbund" zur Bekleidung armer würdiger Schulkinder veranstaltet am 25. d. M. im Kaiser Jubiläums-Stadttheater zu gunsten des Kinderbekleidungsfondes eine Wohltätigkeits-Vorstellung, bei welcher die Oper „Wenn ich ein König wär" in erstklassiger Besetzung zur Aufführung gelangt. Mit Rücksicht auf den eminent Humanitären Zweck hofft der Verein aus dieser Vorstellung ein so namhaftes Reinerträgnis zu erzielen, daß er bei der Sonntag den 3. Dezember, Ya^U&r nachmittags, im Saale der Börse für landwirtschaftliche Produkte, II., Taborstraße 10, stattfindenden Bekleidung wiederum eine stattliche Anzahl von Kindern (bisher wurden vom Vereine mehr als 2000 Kinder mit vollständiger Winterbekleidung beschenkt) zu bekleiden in der Lage sein wird. 3v jährige Jubiläumsfeier des „Vereines der Kinderfreunde" zur Bekleidung armer jüdischer Schulkinder von Hernals-Ottakring. Ein seltenes Fest der rastlosen Arbeit auf philanthropischem Gebiete begeht im heurigen Jahre der „VereinderKinderfreunde" von Hermals - Ottakring. 30 Jahre sind es, seitdem sich wackere Männer des Bezirkes zusammengetän und mit Einsetzung ihrer ganzen Kraft und getragen von dem Gedanken, der Not und dem Elend, unserer Glaubensgenossen entgegen zu arbeiten, den „Verein der Kinderfreunde^' gründeten. Die Zeit und die Erfolge haben bewiesen, daß ein gottgefälliges, gutes Werk geschaffen wurde. Gleich einer zarten Pflanze wuchs der Verein, erwärmt von den Strahlen der jüdischen Nächstenliebe, zu einer mächtigen Korporation im Bezirke an, die von allen Seiten gefördert wird. Tausenden armen unglücklichen Geschöpfen, die, verstoßen von der Tafel des Lebens, in Kummer und Elend ihr Dasein fristeten, hat er den Glauben an die Menschheit wieder gegeben, hat er die rettende Hand geboten. Der Fernstehende ahnt nicht, welche