Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 46 (17.11.1911)
- Date
- 1911-11-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 1× ep/1000834
- Tunis 1× ep/1048155
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Sette 766 Dr. 8AWs WvWnMist Nr. 46 Sterling jährlich ausgesetzt. Ein bemerkenswertes Sympton dieser Sitzung war auch die Bestellung des Rabbiners Chaikin von der unter Führung des Lord Swaythling stehenden konservativen Federation of Synagogues zum Dajan der United Synagogues. Diese Bestellung ist deshalb symptomatisch^ weil Dajan Ehaikin zur An- Annahme dieses Postens der vorherigen Genehmigung Swaythling bedurfte und man aus dieser Zustimmung in gewissen Kreisen den Schluß zu ziehen glaubt, daß zwischen diesen beiden Kultusorganisationen nunmehr eine Einigung und ein dauernder Friede herzustellen sein wird. Diesem Bestreben galt auch ein viel beachteter Passus in der Rede des königlichen Rates Jessel, der der Meinung Ausdruck gab, daß die Federation ihre Entdeckungsreise nach einem geeigneten Rabbiner doch unterbrechen möge, da ein besonderer Rabbiner für die Federation überflüssig sei und nur höchstens zur Vertiefung der angeblich künstlich geschaffenen Kluft zwischen den einzelnen Teilen der englischen Iudenschaft beizutragen geeignet wäre. Warschau. 38 Personen haben in Warschau, 39 in Odessa ihre Religion gewechselt, um die Erlaubnis zum Bjesuch der dortigen Universitäten zu erhalten. Ohne Taufe keine Villdüng! — Ein Beispiel davon, wiio man gegen jüdische Kullturarbeit in Rußland vorgeht, zeigt folgende Mitteilung aus Odessa: Der Vorstand hier Odessaer Abteilung der Gesellschaft zur Verbreitung der Bildung unter den Juden wurde von der Polizei aufgiefordert, sieben Tage vor jeder Versammlung der Polizkei sämtliche Namen undl Adressen der geladenen Mitglieder mitzuteilen. Konskription ausländischer Juden in Rußland. Aus Petersburg wird berichtet: Die Regierung hat an sämtliche Steuerinspektorate die Aufforderung ergehen lassen, so rasch als möglich eine genaue Liste der in ihrem Rayon befindlichen ausländischen Juden anzufertigen und der Zentralregierung einzusenden. Die russischen Blätter geben der Meinung Ausdruck, daß diese Aktion mit der Forderung der amerikanischen Regierung betreffend Freizügigkeit der amerikanischen Juden in Rußland im Zusammenhang stehe. AusschWchuug der Juden Ln Rußland vom Militärdienste. Mehreren russischen Blättern zufolge soll Kriegsminister Suchomlinoff mit Genehmigung des Zaren einen Gesetzentwurf ausgearbeitet haben, durch welchen die russischen Juden von dem Militärdienste in der Armee vollständig ausgeschlossen werden. Statt des Militärdienstes wird den Juden die Zahlung einer Militärtare auferlegt. Die Motivierung dieses Gesetzentwurfes soll eine endlose Kette von Injurien gegen die Juden enthalten. Der Gesetzentwurf soll noch in der heurigen Session der Reichsduma vorgelegt werden. Die egyptffchen Juden für die Türkei. Das in Kairo erscheinende arabische Journal „El Geridan" veröffentlicht einen Aufruf an die egyptffchen Juden, dem türkischen Reiche moralisch und materiell zu Hilfe zu kommen. Der Aufruf, der überall tiefen Eindruck machte, enthält die folgenden bemerkenswerten Stellen: „Juden! vergeht nicht, was Spanien uns in vergangener Zeit und was die europäischen Länder, insbesondere Rußlands uns in allerjüngster Zeit getan haben und noch heute tun! Wir haben in der Türkei ein ßksyl gefunden, möge es Gott schützen! Helfen wir der Türkei, denn ohne sie, die uns mit offenen Armen vmpfing, wäre der Name Israels für immer verschwun- Idirn gewesen! Denket an die Leiden in Spanien, denket an die organisierten Judenschfächtereien in Rußland Md an die Gräber eurer Brüder, Opfer russischen Barbarismus. Denket an all das Unglück, das uns getroffen und das selbst unsere Feinde gerührt hat un!d denket schließlich daran, daß der einzige Ort, der uns als Schutz gewährt wurde, die Türkei war!" — Zum Schlüsse fordert der Aufruf die ottomanischen Juden auf, sich bereit zu halten, um Gut und Blut für das Vaterlands die „geliebte Mutter" zu opfern. Hebräisch auf dem Kap der Guten Hoffnung. Der Senat der Universität auf dem Kap der Guten Hoffnung beschloß, vom lausenden Semester angefangen, die hebräische Sprache und Literatur unter diejenigen Gegenstände aufzunehmen, für welche der Hörer bei der 'vorgeschriebenen Jmmatrikulationsprüfüng optieren kann. Ueberdies wurde eine Preisstiftung für die hebräische Sprache und Literatur errichtet. TllNttz. Bei dem Aufruhr, der kürzlich in der Stadt Tunis als mittelbare Folge der italienischen Grausamkeiten auf dem tripolitanischen Kriegsschauplätze entstand, wurden im Bazarviertel die Läden vieler jüdischer Händler geplündert. IDermiscbtea, Kranzablösuugsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der fel. Rosa Stein: Von Willi Löw X 10. Anläßlich des Ablebens des fel. Antonie Gomperz: Bon Dr. Louis Gomperz X 80. Anläßlich des Ablebens der fei. Therese Gutwillig: Von Leopold Löwh X 40, Karl Adelberg 10, Alfred Adelberg 10, Ignaz u. Bertha Löwy 10, Charlotte Weisl 10, Irene u. Edmund Zucker 10. Zusammen K 90. Anläßlich des Ablebens der sel. Karoline Herschmann: Von Dr. Böla Taussig X 20, Koloman K^vacs 20, Otto u. Irma Katz 10, Armin und Elsa Lemberger 10, Firma Heinrich Klinger 50, Singer 10, A. Epstein 20. Zusammen X 140. Anläßlich des Ablebens der sel. Katharina K o h n: Von Bernhard Mandelbaum X 5. Anläßlich des Ablebens des sel. Josef Pick: Von Doktor Ascher X 15, Ehrenfeld 20. I. P., IX., 10. Zusammen X 45. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Michael Freund: Von Nathan Jerusalem X 20, Fr. Therese Hecht u. Mutter 5, Wilhelm Freund 30, Josias Freund 20, Dr. Gustav Koze 100. Zusammen X 175. Wien. Die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien veranstaltet am 22. November 1911 einen Vortrag des Herrn Dr. Wilhelm S t e k e l: „Die Träume der Dichter" im Saal des Ingenieur- und Architektenvereines I., Eschenbachgasse 9. Karten bei Kehlendorfer zu 1 und 2 Kronen. Wien. (Bund der israelitischenReligionslehrer Oesterreichs.) Von zuständiger Stelle werden wir ersucht, den mit dem Signum Sch. gezeichneten Bericht in Nummer 45 unseres Blattes dahin zu ergänzen, daß Herr Professor Dr. Adolf Weiß folgendes ausführte: Die von den geehrten Vorrednern so nachdrücklich den Religionslehrern gepredigte israelitische Richtung habe auch er in seinem Referate betont. Keinesfalls dürfe man diesen den Vorwurf machen, daß ihre Bestrebungen nur nach der materiellen Richtung gehen, denn der Kampf um die Rechtsstellung, sichere Anstellung, Altersversorgung. Einfluß auf die Gestaltung des Unterrichtes seien mit den materiellen Bestrebungen nicht identisch. Das von dem Bunde zu schaffende Organ werde aber auch die Aufgabe haben, die öffentliche Meinung aufzuklären und den Stand gegen ungerechte Angriffe zu verteidigen. Wien. (Wettbewerb.) Der Tempelverein ,v!es XIII. Bezirkes der Stadt Wien schreibt zur Erlangung von Jdleenskizzen für den Neubau einer Synagoge in Wien XIII. Ono Kloppgasse für alle