Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 43 (27.10.1911)
- Date
- 1911-10-27
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 722 Nr. 43 E. Hauptmann, Nationale Erdkunde. 2. Aufl. Strasshurg i. E. Verlag Friedrich Bule. M. 3.80, geh. M. 4;50. Der Titel lässt den Charakter dieses ausgezeichneten Baches schwerlich erraten. Es ist eine auf gründlicher Sachkenntnis basierte Betrachtung der Länder und Völker unter dem Gesichtswiukel der deutschen (daher „national“) Wirtschaftspolitik. Für jeden Zeitungsleser, somit für jeden Kulturmenschen ist das Buch ein unentbehrlicher Behelf, wenn man zu den grossen, internationalen Tagesfragen der Gegenwart den rechten Standpunkt gewinnen will. Das Buch ist fesselnd und anregend geschrieben. x. Die erste Nummer des V. Jahrganges der bestbekannten Zeitschrift für Literatur, Kunst und Theater, „Die Quelle“, gilt in erster Linie Robert Hamerling, der durch die Novellen „Amor im Grünen.“ und „Ritter von Gimpelhausen“, sowie durch zahlreiche Gedichte und durch die umfassende Charakteristik K. M. Brischau nähergebracht wird. Moritz v. Schwind wird durch einen Aufsatz vom Maler Arpad Hamburger in Wort und Bild vorgeführt. Skizzen von Georg August Grote, Marie v. Ebner-Eschenbach, Romanbruchstücke von Rudolf Hans Bärtsch geben nebst lyrischen Erstdrucken von Hugo Salus, Franz Herold, Rob Reinhard, H. Fraungruber dem durch eine reichhaltige „Bücherschau“ ausgezeichneten Hefte ein vornehmes Gepräge.; Der ganze Jahrgang der „Quelie“-Literaturdokumente ist für 5 Mark durch jede Buchhandlung oder durch den Verlag Georg Grote. Hannover, Körtingstrasse 9, zu beziehen. Walter von Molos neue Dichtung ist die Symphonie des ewigen Menschenkampfes; sie ist die Krönung und Aufzeigung unserer Zeit; sie ist ein Kunstwerk von seltener Reinheit, in einer Form dargebracht, die den Inhalt zu tiefster Wirkung steigert. Noch nie gab Walter von Molo mit so vollen Händen, so sehnsüchtig Erwartetes. Reicher, innerer Lohn erblüht dem, der ihm folgt. Preis br. M. 3. - (K 3.60), geh. M. 4.— (K 4.80) Verlag Schuster &Loeffler, Berlin W. 57 Bülowstrasse 107 L Albert Levy. Auf grosser Fahrt, Das Reisebuch eines Schiffsoffiziers. Mit 53 Abbildungen. Verlag Einst Siegfried Mittler & Sohn, königl. Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei, Berlin SW 68, Kochstr. 68—71. Marie Elsässer. Das im Verlage von J.'Kauffmann in Frankfurt a. M. bereits in zweiter Auflage erschienene „Kochbuch für die einfache und feine jüdische Küche“ von Marie Elsässer erhielt soeben auf der „Internationalem Kochkunst-Ausstellung in Frankfurt a. M.“ die grosse Ausstellungs-Medaille. „Die Hilfe“. Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Friedrich Naumann, M. d. R. Nummer 4L. 19. .Oktober 1911. Aus dem Inhalt: Friedrich Naumann: Das Suchen nach der Wahlparole. — Theodor Heuss: Das Verfahren gegen Traub. — Georg H o h m a n n : Die Scheidung der Geister. — Waldemar Zimm ermann; Verein für Sozialpolitik. — Fritz Wertheimer: Parlamentsfragen in China. — Unsere Bewegung. — Soziale Bewegung. — Gottfried Traub: Der inwendige Mensch. — Eduard Engel: Englisch oder Französisch? — Paul Zschorlich! (festliches Tagebuch: Braila — Galatz. — Paul Rohr hach: Palästina VII. — Stephan Becquerelle: Sein eigener Herr, Novelle. — Roheit Breuer: Die reglementierte Kunst. — Karl Fr. Nowak: Das weite Land. — Paul Zschorlich: Franz Liszt. — Büchertisch. — Politische Notizen. — Buchverlag der „Hilfe“, Berlin- Schöneberg. Der dritte Band von Ben-Jehudas grossem, hebräischen Wörterbuch, Aus Jerusalem wird der „N. J. K.“ geschrieben: Mit der jüngsten Lieferung des im G. Langenscheid’scheu Verlag in Berlin erscheinenden Thesaurus totius Hebraitatis von Elieser Ben-Jehuda liegt der dritte Band dieses grossangelegten Werkes abgeschlossen vor. Derselbe reicht bis zum Artikel „Charada“. Zur Feier dieses literarischen Ereignisses versammelte sich im Hause des Autors in Jerusalem eine Anzahl jüdischer Gelehrter und Schriftsteller, die Herrn Ben-Jehuda zu den Fortschritten des bedeutsamen nationalen Werkes beglückwünschten. Es waren aus diesem Anlasse auch zahlreiche Glückwunschtelegramme eingelaufen. Das regelmässige Erscheinen der weiteren Lieferungen des Wörterbuches kann als gesichert gelten. Le Traducteur, The Translator, II Traduttore, drei Halbmonatsschriften zum Studium der französischen, englischen, italienischen und deutschen Sprache. Diese Blätter sind so eingerichtet, dass dem französischen, englischen oder italienischen Original gute Uebersetzungen oder erklärende Fussnoten beigegeben sind, die dem Lernenden leicht über die Schwierigkeiten hinweghelfen und das Studium äusserst angenehm und fast mühelos machen. Ausserdem vermitteln sie die Korrespondenz in fremder Sprache, so dass mancher unserer Leser in ihnen ein ausgezeichnetes Mittel zu seiner Vervollkommnung finden wird. — Probenummern für Französisch, Englisch oder Italienisch kostenfrei durch den Verlag des „Traducteur“ in La Chaux-de-Fönds (Schweiz). Jung-Juda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. XII. Jahrgang, Nr. 21, Prag, den 20. Oktober 1911 (28. Tischri 5675)..Inhalt: Salis Seewis: Noah’s Taube. — Ben Jehuda: 1. Buch Moses, Kap. 11, V. 4—7. — Prof. N. Slousch: Die Juden in Tripolis. (Illustration.) — Der Hofmeister und sein Zögling. — Am Suezkanal. — M. Berka! Die Warnung. — Die Herden in Südamerika. (Illustration.) — Aus aller Welt. — Uebersetzungsaufgabe. — Rätsel-Auflösungen. — Redaktion und Administration: II., Prag, Stephansgasse 630. F. A, Parlamentsgebäude Baron Morsey soll nun in das Herrenhaus berufen werden. Ueber ihn berichteten die „Wiener Blitzlichter" folgendes Geschehnis: Der Finanzminister läßt es sich nämlich nicht nehmen, im Beratunaslokale für die Budgetausschußmitglieder Zigarren in Kisteln aufstellen zu lassen. Da bemerkte eines Tages der Abgeordnete Diamond, wie Baron Morsey ein solches Kistel in den Papierkorb warf und mit Papier zudeckte. Er machte auf dieses Beginnen den Abgeordneten Schuhmeier aufmeiksam und Beide beobachteten nun, wie Baron Morsey ein zweites Kistel, in dem sich noch Zigarren befanden, in den Papierkorll warf. Als Baron Morsiy auch mit dem dritten und vierten Kistel in gleicher Weise manipulierte, wurde auch der Abgeordnete Prochaska auf das Treiben aufmerksam und er ließ den Baron Morsey durch einen Diener hinausrufen. Unterdessen hatten die Abgeordneten Schuhmeier und Diamand den Papierkorb umgestürzt, wobei eine Menge Zigarren auf den Boden sielen. Tableau! Die Affäre erregte damals viel Aufsehen, sie wurde aber vertuscht. K- Der Komponist Max Josef Beer, dessen Lieder und Chöre in allen Konzertsälen Heimatsrecht erworben haben, starb vor drei Jahren; er war jüdischer Abstammung. Afsimilant. Der Prozeß Wertheim war die Probe auf das Exempel, wohin die Entjudung führt. Eine erschreckende Degeneration, eine Verwüstung der Familie, Zersetzung und Auflösung und das unvermeidliche Verderben ist die sichere Folge, die mit der Kraft eines Naturgesetzes eintrilt. Das Großstadtjudentum dieser Sorte ist eine Sumpfpflanze, welches Gift um sich verbreitet. Rabb. Dr. F. Die Stelle Tosefta Sabb. 7, „schützend gegen Blitze" wurde in der „Oesterr. Wochenschrift" bereits wiederholt erwähnt. Ph. L., Villach. Wir empfehlen, von der Setzung eines Grabsteines Abstand zu nehmen und den gesammelten Betrag einer Chewra-Kadischa zu überweisen. Mehrere Leser. Wenden Sie sich an die Buchhandlung Jos. Schlesinger, Wien, 1., Seitenstettengasse 5. Notizen. Jüdische Bühne. Direktion: M. Siegler. »Hotel Stefanie" II., Taborlkraße 12. Ab Freitag 27. Oktober, und täglich „Mein Wabs Freund" von I. Latainer. — Sonntag den 26. Oktober, nachmittags um halb 4 Uhr: «Die Jüdische N e s ch o m e" von I. Gordin. — Mittwoch den 1. November, nachmittags halb 4 Uhr: „Sulamith", Operette von A. Goldfaden. — Studenten zahlen an Wochentagen halbe Preise. — In Vorbereitung : „Das Wahre Pintale Jü d". Kantoren-Mdrmgsanstatt. KundmaHrrng. Am I. November wird die behördlich genehmigte Kantorenschule des österr.-ungar. Kantoren-Vereines in Wien eröffnet und haben sich die Aufnahmswerber bei dem gefertigten Vereinsvorstaude schriftlich zu melden. Aufnahmsbedingungen: Vollendetes 18. Lebensjahr, bildungsfähige Männerstimme, Nachweis der nötigen Kenntnisse im Hebräischen und der allgemeinen Bildung, soweit dieselbe durch Absolvierung einer unteren Mittelschule oder einer Bürgerschule erreicht wird. Der Bildungsnachweis, insofern er nicht durch das Zeugnis einer öffentlichen LehP anstalt erwiesen wird, kann durch eine Prüfung bei der Aufnahme in die Kantorenschule oder im Laufe des Studienganges erbracht werden. Dauer des Studienganges in der Kantorenschule: zwei Jahre. 1 Jahr Vorbildung, 1 Jahr Ausbildung. Bei genügenden Vorkenntnissen kann auch die Aufnahme in den Ausbildungskurs erfolgen. Schulgeld: Bei Absolvierung beider Jahrgänge 300 Kr. jährlich, für den Ausbtldungskurs allein 400 Kr. Das Schulgeld ist vierteljährig im Vorhinein zu entrichten. Einschreibegebühr 6 Kr. Besonders talentierte oder gänzlich mittellose Aufnahmswerber können vom Schulgelde zum Teile oder gänzlich befreit werden. Wien, im September 1911. . Der Vorstand des österr.-ungar. Kantoren-Vereines: kaiserl. Rat Josef Singer Jakob Bauer Präses. ' 1. Bizepräses.