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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-09-22 · 38 (22.9.1911) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
38 (22.9.1911)
Date
1911-09-22
Page
– (sequence 16)
Language
German
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«r. 38 Dr. Vlpchs WochMchrift Hefte MO ist die Ehrfurcht vor der Heiligkeit unserer Sprache bei einem protestantischen Gelehrten. Ein Rabbiner und Religionslchrer sollte in dieser Hinsicht einem Nichtjuden nicht zuröckstehen. Was sollen wir ferner von den unmöglichen Beifügungen oder Sätzen sagen wie l• D. jizn »gnädige Stimme", pn* mi »der Onkel ist weiß, der Garten ist weiß". Wenn dieser Onkel kein Müller ist, meiß ich wirklich nicht, wie er zu diesen Epitheton kommt. Sein Bart, seine Haare können weiß sein, er selber durchaus nicht. Oder sollte es öier gar der Onkel Laban sein? Nein! in der Gesellschaft des weißen Gartens, des weißen Fisches muß der arme Onkel — oder Vetter — wirklich weiß sein. Was bleibt also von diesem hebräischen Lehrbucke, in dem -as Deutsche kein Deutsch, das Hebräische kein Hebräisch, nie Sprachlehre keine Sprachlehre und endlich der hebräische Stil kein Stil ist? — Jo! etwas bleibt dennoch! Das Schreiben! Nicht genug also der großen Plage des Lesens, des Uebers tzcns (17 Ueberschungsaufgaben). der Grammatik (27 Aufgaben mit dem Befehlsworte „Merke"), auch die Plage des Schreibens muß dnn armen Kinde auferlegt werden. Und nickt weniger als 48 Schreibaufgaben enthält dieses erste Lehrbuch für 6-7jährige Kinder. Und doch haben wir für den Religionsunterricht in den ersten zwei Schuljahren gesetzlich bloß eine Stunde wöchentlich! Und solche Bücher sollen unsere heilige Sprache zu neuem Leben erwecken und unsere Jugend dem I rdentum erhalten? M. Stengel. Lustige Bildergeschichten und allerlei Humore. Gezeichnetes und Gedichtetes von Wilhelm Busch. Zweite, um einen dramatischen Scherz erweiterte Auflage. Herausgegeben von Budolf Will. Preis gebunden, in Leinen-Prachtband grossen Formats, Mk. 6 —. Verlag von Walther Fiedler, Leipzig. Dieses vor einigen Monaten erstmalig erschienene Buch ist, wie bereits viele Busch-Verehrer wissen werden, eine reiche Sammlung solcher „Bildungsgeschichten“, die in den anderen Werken des grossen Humoristen nicht enthalten sind und so unbekannt waren, dass Busch selbst noch im Jahre 1906 sagen konnte: „Ja, ja, von meinen ersten Sachen weiss wohl heute ausser mir keiner etwas mehr. ... Sie sind vergessen. Teilweiselaufen sie sogar unter anderem Antornamen in der Welt herum“. Und das, obwohl diese köstlichen genialen Zeichnungen (beinahe 200 an der Zahl!) von Busch selbst geradezu „Delikatessen“ genannt und von ihm zu den Besten gerechnet werden, was er gemacht habe. Der Herausgeber ist mit offensichtlichem Erfolg bemüht, den von ihm erhobenen Schatz nicht nur nach jeder Bichtung hin sicher zu stellen — Irrtümer in der Zuschreibung hält er heute für ausgeschlossen — sondern auch weiter zu vermehren. Und letzteres ist ihm in der jetzt schon vorliegenden zweiten Auflage in einer Weise gelungen, die allgemein die grösste Ueberraschung sein dürfte. Er hat nämlich jetzt den vollständigen Text einer von Busch gedichteten „Operette“ mitteilen können, die am Münchner Hoftheater und am Berliner Friedrich- Wilhelmstädtischen mit Erfolg in den Sechszigerjahren aufgeföhrt und — da Busch's Autorschaft nicht genannt war — völlig vergessen wurde; nicht einmal den Titel nennen die Erben und Biographen von Busch richtig. Die Operette, die ein echter Busch in ihren-Verwicklungen, in der Meisterschaft ihrer Verse und sozusagen ein dramatisierter Bilderbogen ist, gehört schon dem Umfange nach zu den grössten Schöpfungen des Maler- Dichters, und schon ihretwegen wird das hier angezeigte Buch von allen Busch-Freunden freudig begrüsst werden. Dass Busch auch ein erfolgreicher Bühnendichter war, das wird man ja kaum glauben wollen und ebensowenig, dass erst in dem hier angezeigten Buche dieses Werk zugänglich gemacht wird. „Die Hilfe“. Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst' Herausgegeben von Friedrich Naumann, M. d. B. Nummer 37* 14. September 1911. Aus dem Inhalt: Friedrich Naumann* Das Suchen nach dem Wesen des Kapitalismus. — Martin Wenck: Heinrich Engel. — Max Maurenbrecher: Sozialistische Kolonialpolitik. — Erich Eyck: Home Bule I. — Unsere Bewegung. — Soziale Bewegung. — Gottfried Traub: Ums liebe Geld. — Avzam Coralnik: Der Humor des Philisters. — Bobert Breuer: Die Bielefelder Leinenindustrie. — Paul Bohrbach: Palästina II. — Gerhard Ouckama Knoop: Die da geistig arm sind. — Karl Friedrich N o w a k: Eduard Stuckens Drama „Lanväl“. — Büchertisch. — Politische Notizen. — Buchverlag der „Hilfe“, Berlin-Schöneberg. Ost und West. Illustrierte Monatschrift für das gesamte Judentum. Organ der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Israölite Universelle. XI. Jahrgang, Heft 8/9. Aug.-Sept. 1911. Inhalt: G. K u t n a: Josef Israels. (Mit 18 Illustrationen.) — A. F.: Zum Jnbiläumskongress der Zionistischen Organisation. — Der zehnte Zionistenkongress. (Mit 3 Illustrationen.) — L. Pilichowski: Josef Israels. Ein Gedenkblatt. — Doktor g. M. Melamed: Die Krisis in der englischen Judenheit.— Jehuda H a 1 e v i: Zionide. Gedicht. Nachgedichtet von Doktor C. Seligmann: — Konstantin Brunner: Onkel Abraham und der Dieb. — Eduard Saenger: Aphorismen zur Moralphilosophie. — Fei tele Zaddik’s Leben und Toi. — Ghief-Babbi Dr. Hermann Adler. (Mit Porträt.) — Babbiner Dr. M. Bosenmann: Isak Noah Mannheimer. (Mit 7 Illustrationen.) — Doktor A. Coralnik: Der jüdische Stil. — Bar-Ami: Aus der jüdischen Sagen- und Märchenwelt. — Thekla Skorra: Thoraschreiber. Gedicht. — Jakob Beimei: Sabbathgesänge. 2. Hawdalah (Noten). — Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau der Alliance Israölite Universelle: Aufruf der Deutschen Konferenz- Gemeinschaft zugunsten der durch die Brandkatastrophe in Konstantinopel geschädigten Glaubensbrüder. — Bericht über den Brand in Konstantinopel. — Das Ergebnis der Wahlen. — Babbiner Dr. Heinemann Vogestein, Stettin. (Mit Porträt.) — Die Israeliten in Marokko. — Die Israeliten in Bussland. — Die Israeliten in der asiatischen Türkei. — Notizen. — Dr. Emanuel Las k er: Schach. — Inserate. — Verlag Ost und West, Leo Winz, Berlin-Charlottenburg, Knesebeckstrasse 32. Mitteilungen der Jüdischen Volkskunde. Herausgegeben von Dr. M. Grunwald, Babbiner der israelitischen Kultusgemeinde. 14. Jahrgang, 3. Heft. (Der ganzen Beihe 39. Heft) Diese Mitteilungen erscheinen ungleich als Organ der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. Inhalt: M. Grunwald: Zur jüdischen Namenkunde (Fortsetzung). M. Grunwald: Gemeindeproklamationen der Dreigemeinden von 1724—1734. -r- J. W. Well esz: Kabbalistische Bezepte, Wundermittel und Amulette. — S. Goldschmidt. — A. Marmorstein: Zeena ureena (Fortsetzung.) — Bücherschau. — Alle Sendungen werden erbeten an die Adresse des Herausgebers: Wien, XV., Mariahilferstrasse 167. Sitzungsberichte der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien. Philosophisch-historische Klasse. 166. Band, 7. Abhandlung. D. Herzog: Zwei hebräische Handschriftenfragmente aus der Steiermark. (Mit zwei Tafeln).. Vorgelegt in der Sitzung am 30. Juni 1910. In Kommission bei Alfred Holder, k. u. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler, Wien, I., Kotenturmstrasse 16. Dr. Benjamin Lewin. Charakteristik und Biographie des Babbi Scherira Gaon. Sonderabdruck aus dem Jahrbuch der jüdischliterarischen Gesellschaft VIII, Frankfurt a. M. 1910. Buchhandlung M. Poppelauer, Berlin C. Dr. Wilhelm Münz. Einsames Baud. Erzählungen und Stirn-, mungsbilder. Zweite, durch neue Skizzen vermehrte Auflage, Verlag von J. Kauffmann, Frankfurt am Main. B. K. Rabbiner Dr. Frankl-Grün aus Kremsier ist nach Wien übersiedelt und hat in Döbling, Hauptstraße 19, Wohnung genommen. Dr. S. Ein Buch über Samson Wertheimer ist von dem verstorbenen Professor David Kaufmann in Budapest erschienen und durch jede Buchhandlung erhältlich. Sonst ist uns keine Broschüre über Samson Wertheimer bekannt. K. S. Bei der Uebergabe des von den Vereinigten Staaten dem deutschen Kaiser geschenkten Steuben-Denkmals sprach das Mitglied des amerikanischen Kongresses Herr Richard Barthold in seiner Anrede an den Kaiser von „jener Treue, von der der Dichter sagt, daß, wenn sie nicht so alt wäre wie die Welt, gewiß ein Deutscher sie erfunden hätte“. Der Dichter, der hier zitiert wird, ist — Heinrich Heine, der kürzlich aus dem Park des Achilleion hinauskomplmentiert wurde und der bei preußischen Denkmalenthüllungen bisher noch keine Verwendung gefunden hatte. Die angeführten Worte stehen in der Harzreise (Elster, Gesamtausgabe Band 3, Seite 31). K L. Der Angelegenheit des gewesenen Marienbader Rabbiners Dr. Goldberger, eine ausführliche Berichterstattung zu widmen, scheint uns nicht von besonderem Interesse. Wenn aber die antisemitischen Zeitungen diesen Umstand benützen, um daraus Kapital für ihr unsauberes Geschäft zn schlagen, jo ist das weder gerecht, noch vernünftig. Es ist gewiß bedauerlich, wenn in den jüdischen Reiben etwas Unschönes vorkommt. Da aber auch wir Juden Menschen mit Schwächen sind, so wird man schließlich begreifen, daß sich manchmal auch Schattenseiten zeigen. Wir haben niemals verlangt, daß man die Juden als Engel behandelt. Wir sind aber auch keine Teufel. Man betrachte uns als Menschen mit Tugenden und Schwächen, wie die anderen auch, dann wird man uns am besten gerecht werden. Geradezu komisch ist es, wenn der „Reichsbote" diesen Umstand' benützt, um auf die „jüdische Presse" zu schmähen. Jüdische Presse ist nämlich für dieses frömmelnde Blatt alles, was nicht antisemitisch und reaktionär ist. Die liberalen Blätter, die diese Zeitung offenbar im Auge hat, werden nicht von jüdischen, sondern von liberalen und kommerziellen Gesichtspunkten aus geleitet. Sie sind weder in ihrer Weltanschauung jüdisch noch dienen sie jüdischen Jntereffen. Wir müssen es daher ablehnen, eine Verantwortung für das zu übernehmen, was diese Blätter schreiben oder verschweigen. Die liberalen Blätter sind ebenso wenig jüdisch, wie die antisemitischen christlich sind. Man solle sich endlich daran gewöhnen, als jüdische Presse nur die Organe zu bezeichnen, die ausschließlich jüdisch-religiösen Interessen dienen. A. St. in O. Derlei Anfragen zu entscheiden, ist einzig und allein der Ortsrabbiner zuständig. -

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