Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 38 (22.9.1911)
- Date
- 1911-09-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 38 Dr. Blochs WochMchrifl Seite 635 Wien. (Diamantene und silberne Hochzeit.) Samstag den 16. d. M. fand : im Tempel des 31. Bezirkes eine ebenso seltene, wie herrliche Feier statt. Herr und Frau Emanuel Wodiöka feierten ihre diamantene Hochzeit im Kreise ihrer zablreichen Angehörigen, wobei ihr Schwiegersohn und ihre Tochter Herr und Frau Zeckendorf ihre silberne Hochzeit mitfeiern konnten. Rabbiner Dr. Rosenmann hielt eine ergreifende Ansprache, in der er den wechselreichen Lebenslauf des Jubelpaares schilderte, die alle Anwesenden zu Tränen rührte. An diese Ansprache schloffen sich Gratulationsreden des Bezirksrates Konrad Silt im Namen des Bürgermeisters. Dr. König, Obmann des Bethausvorstandes, des Kultusvorstehers Emannel Grünwald, wobei letzterer eine Adresse des Präsidiums der Kultusgi-meide überreichte. Die beiden Kantoren H. Roseuberg und I. Eibenschütz trugen auf das Fest bezughabende Msicheberachs m erhebender Weise vor. Wien. (A m t s j u b i l ä u m.) Am 16. d. M. vollendete der Kantor des Tempelvereines im IX. Bezirke, Herr Abr. Pekarnik das 25. Jahr seiner ununterbrochenen Amtstätigkeit als Kantor und Chordirigent dieses bedeiltenden Tempels. Obgleich Herr Pekarnik in seiner Bescheidenheit einer Jubiläumsfeier aus dem Wege gehen wollte, überraschte ihn der Vorstand am vergangenen Samstag mit einer innigen Feier, die Zeugnis dafür ablegte, welcher Beliebtheit und Anerkennung sich Herr Pekarnik bet dem Vorstande und den Mitgliedern des Tempelvereines erfreut. Beim Gottesdienste hielt Rabbiner Dr. Gelbhaus eine Rede, in welcher er die große Pflichttreue und Fachkcnntnis des Gefeierten rühmend hervorhob und ihn als mustergiltigen Beamten schilderte. Als Herr Pekarnik zur Thora gerufen wurde, rezitierte Oberkantor Kläger einen von ihm aus diesem Anlässe verfaßten Lliseheberaoh, den er dann in kalligrafischer Ausführung seinem Amtskollegen zum Andenken an das Jubiläum überreichte. Nach dem Gottesdienste, den Herr Pekarnik versehen hatte, versammelte sich der Vorstand des Tempelveremes im Zeremoniensaale des Tempels zu einer intimen Feier. Der Präsident Herr Gottlieb Bettelheim hielt an den Jubilar eine tiefempfundene Ansprache, die in anerkennenden Worten für den Gefeierten gipfelte. Zum Zeichen der Anerkennung überreichte der Redner dem Jubilar einen konbaren Pokal, in dessen Inneren sich 50u Kronen in Gold befanden. Herr Pekarnik, der gerührt von diesen Zeichen des Wohlwollens dankte, nahm dann die Glückwünsche der übrigen Vorstandsmitglieder und zahlreicher Mitglieder des Tempelvereines und der Tempelbesucher entgegen. Der österreichisch-ungarisch Kantorenverein, sowie die übrigen Berufskollegen, die erst durch diese Feier von dem Jnbiläum Kenntnis erhielten, beschlossen nun gleichfalls nach den Feiertagen ihren Kollegen in entsprechender Weise zu ehren. Wien. (M u s i k s ch u l e A d l e r.) An dieser Anstalt hat der Unterricht für Klavier, Violine und theoretische Fächer bereits begonnen und werden Neueinschreibungen von Schüler und Schülerinnen in der Direttionskanzlei, IX. Bez.. Roßauergaffe 4, täglich vorgenommen. Für die Besetzung der zwei halben Freiplätze für Klavier und Violine endet die Einschreibung mit Ende Oktober. Jüdische Bühne, Hotel Stefanie, II. Taborstr. 12. Eröffnung Winterspielzeit 1911/12. Wie uns Herr Direktor Siegler, der eben mit Frau Siegler und Frl. Weintraub ein glänzendes Kastipiel in Clernowitz abiolv ert mitteilt, wird die Jüdische Bühne in Wien, Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12, am Dienstag den 3. Oktober l. I. eröffnet. Als Premiere wird die Operette „Das jüdische Herz" in Szene gesetzt. Außer den altbewährten Kräften wie Fel. Weintraub, Herren Reißmann, Podzameze üüv. itt es der.Direktion gelungen, den H^lden-Tenoristen verrn L>on Kalisch. den Komcker M. Streng den Kupietiften K. Jskowich und Fr. Kalisch. Fr. Streng. Fr. Rosenstein, welche in C;ernowltz sich einer überaus großen Beliebthett erfreuten. für die laufende Saison zu engagieren. Die Direktion gibt sich der angenehmen Erwartung hin, daß die jüdischen Kreise unserer Reich-Hauptstadt den Darbietungen der Jüdischen Bühne dasselbe Interesse wie brsher entgegenbringen werden. Austritte aas dem Judentum Vom 10. September bis inkl. 16. September 1911. Aufricht Friedrich, Fabrikseleve, XIII.. Aubofstrasse 45 Aufricht Max Leop., Fabrikseleve, XIII, Auhofstrasse 45. Baum Anna geb. Rachat, 21. August 1880, Odessa, I., Kärntnerring 5. Boskowitz Franziska, Näherin, geb. 23. Oktober 1890, XVII. Taubergasse 2. Munk geb. Adler Paula, 30. Mai 1880, Franzensbad, III. Thongasse 4. Neurath Gustav, geb. 23. Mai 1880, Wien, III., Reisuerstrasse (Palais Rainer.) Palester Franz David, geb. 25. Juni 1895, Gymnasiast, I. Spiegelgasse 2. Polläk Ida, Private, geb. 20. August 1877, Neuhof, Böhmen, VIT., Auersperggasse 19. .. Schneeberger Paul Josef,. Gymnasiast, geb. 16. September 1894, Wien, I., Eb-mlorferstrasse TO. . Weiner Malonie, Private, geb. 8. November 1881, Wien, V,Xoblgasse 44, Weiss Alfred, Praktikant, geb. 2. November 1895, V. Stollberggasse20 Brün». (Auszeichnung.) Dem Besitzer der renommierten Hof-Kunstfärberei und chemischen Wäscherei Herrn Sigmund Fluß (Brünn), k. k. Hoflieferant, wurde von Sr. k. k. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Karl Franz Josef der Kammerlieferantentitel und von Ihrer königlichen Hoheit der Prinzessin Albrecht Schaumburg-Lippe, Herzogin von Württemberg, der Hoflieferantentitel verliehen. Tscheitsch. Der Obmann des hiesigen Kultusvereines, der der Gemeinde in Göding angegliedert ist, hat ein neues Bethaus für seinen Verein erbaut, das am 10. d. M. in Gegenwart von Deputationen der Muttergemeinde Göding und mehrerer Nachbargemeinden, sowie zahlreicher Honoratioren jüdischen und nichtjüdischen Bekenntniffes eingewsiht wurde. Auf Initiative des Tscheitscher Kultusvereines hatte der auf Urlaub befindliche Rabbiner der Gemeinde Göding, Herr Dr. Lazarus, Herrn Bezirksrabbiner Hahn in Dambor.tz, um Vornahme der Einweihung ersucht, die dieser wahrhaft erhebend zu gestalten wußte. Die Feier begann damit, daß die heiligen Thorarollen aus dem alten Bethause in das neue eingeholt wurden. Sodann entzündete Herr Rabbiner Hahn in feierlicher Weise das ewige Licht und knüpfte an diese Zeremonie eine Ansprache, aus die er die eigentliche Festrede folgen ließ, die durch Inhalt und Form, sowie durch das edle Feuer wahrer Religiosität bei dem nach Hunderten zählenden Publikum eine weihevolle Stimmung auslöste und bei demselben eine beifällige Aufnahme fand, die sonst Kanzelreden selten beschieden zu sein pflegt. Nachdem Herr Rabbiner Hahn schließlich ein Gebet voll warmherzigen Patriotismus für unseren Kaiser gesprochen, hielt Herr Rabbiner Professor Dr. Reach aus Gay r eine Rede in tschechischer Sprache, die einen würdigen Abschluß der einen wahrhaften Kiduschhaschem bildenden, Feier darstellte. Der ganze Akt, dem auch die hiesigen interkonfessionellen Vereine korporativ beiwohnten, hinterließ bei allen Teilnehmern einen erhebenden Eindruck, zu dem auch Herr Kantor Grünwald aus Göding und sein gut geleiteter Chor einen redlichen Teil beigetragen haben. Berlin. Auf der vierten Hauptversammlung des Verbandes der Deutschen Juden (im Neuen köaigl. Operntheater am 5. November) werden Rabbiner Dr. B a e ck. Düffeldorf, über „Das Judentum unter den Religionen" und Professor Dr. G o l d st e i n. Darmstadt, über „Das deutsche Geistesleben und die Juden" sprechen. Einen dritten Bortrag, d.ssen Thema noch nicht feststeht, wird der Landtagsabgeordnete Rechtsanwalt Dr. Cohn, D flau, halten. Zu der Hauptversammlung werden gegen 500 Delegierte der jüdischen Gemeinden und wichtigeren Vereinigungen aus allen Teilen des Deutschen Reiches berufen. Das Grabmak de'r Lady Louifa von- Rothschild. Vorige Woche wurde im Londoner Willesden-Friedhof das Grabmal für die im vorigen Jahre im 80. Lebensjahre verstorbene Lady Louifa von Rothschild errichtet. Das Denkmal, eine Schöpfung des Bildhauers M. van Ryn, trägt eine hebräische und eine englische Inschrift, die hauptsächlich aus Bibelversen besteht. Ein jüdisch-türkische Generalkonsul. Der bisherige Direktor des Preßbureaus für auswärtige Angelegenheiten bei der Hohen Pforte. Abraham Effendi Faschi wurde, wie aus Aonstantinopel berichitet wird, zum Generalkonsul in Boston ernannt. Faschi Effendi war viele Jahre hindurch Präsident des Zentralkonsistoriums der Juden in der Türkei. Das Wckrk eines jüdischen Künstlers. Der italienische Minister des Amtzeren hat eine vom Newyorker jüdischen Bildhauer Isidor Skonti ausgeführte Bronzefigur „Die Unsterblichkeit des Genius" für die italienische Regierung angekauft. Die Arbeit wird von den römischen Fachblättern außerordentlich gelobt.