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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-09-08 · 36 (8.9.1911) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
36 (8.9.1911)
Date
1911-09-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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0clte6O2 Dr. BLochs Nr. 36 Trauergesänge vorgetragen hatte, würdigte, Herr Rabbiner Doktor Bach als langjähriger Freund der Familie die ausgezeichneten Eigenschaften des Dcchingeschiedenen. Ehre seinem Andenken! Wien. (Todesfall.) Am 3. d. starb nach kurzem Leide» im 72. Lebensjahre der Privatier Moritz Horner. Herr Dr. Jgn. Schwarz, der bekannte Forscher auf dem Gebiete der Wiener Judengeschichte, betrauert in dem Verstorbenen seinen Schwiegervater. Wien. (Todesfall.) Am 16. August ist hier in bescheidenen Berbaltmsseo Herr Hermann Fischhof im Alter von 87 Jahren gestorben. Er hatte ein tatenreiche» Leben, er war bi» zu seinem 40. Lebensjahre Gendarmführer, quittierte freiwillig und wurde ein Bal Tschuwe im wahrsten Sinne des Worte», er begnügte sich nicht mit seiner eigenen Frömmigkeit, er verstand e» auch, andere, die vom Jndentume abgefalleo oder von selben gar nicht» wußten, zu frommen Iehudin zu machen, wie er es selbst war; zu Hunderten zahlen seine Schüler, die in der ganzen Welt zerstreut leben, zur Ehre de» Judentum» und zu« Wohle der Menschheit. Um seine Tätigkeit beneidete ihn so mancher Rabbiner. Möge chm der Se chuß beistehen im Jenseits. Ben Jakov. Austritte aus dem Judentum Vom 27. August bis inkl. 2. September 1911. Brandeis Hugo, geb. 11. Mai 1877, Prag-Lieben, II., Schrottgiesserg. 3. Folkmann Rosa, geb. 2. März 1897, Wien, Chranow, Galizien. Ivanovsky Heinrich L. d. A., geb. 21. Juli 1897, Wien, wohnhaft Feldtiach. Just Katharina, Kravattennäherin, geb. 13. Mai 1881, Kapuvär, XIV., Pereiragasse 16. krenberger Therese, geb. 19. September 1895, Wien, X., Geliertgasse 20. Kries Norbert Paul, Student, geb. 27. Juli 1893, Wien, XIII., Dommayereasse ll. Kiatschko Elia Wera, Private, geb. 29. August 1880, Wien, IV., Belvederegasse 3. LewitDr Oswald, geb. 15. Jnni 1884, Baden, II., Kaiser Josefstr. 25. Markbreiter Magnus geb. Rosenfeld, geb. 19. April 1881, Eozlor, Galizien, II., Forsten;asse 3. .. Markbreiter Wilhelm, geb. 13. September 1882, Gyomo. Schaar Gisela, Private, geb. 9. Mai, 1871, St. Pölten, II., Praterstrasse 43. Süss Dr. Julius, Arzt, II., Molkereistrasse 7. Trachtenberg Heinrich, Fotograf, geb. 2. Mai 1861, Lemberg, XVI, Neulerchenfelderstrasse 17. Warner Katharina, geb. 2. März . 879, Wien, VIII., Florianig. 5ä. Weber Eduard sreb. 26. Mai 1897, Wi^n, Chrzanow. Weinberger Hermann, Ingenieur, geb. 23. April 1882, Wien, XIII, Auhofstrasse 171. Westreiah Siegfried, geb. 3. Juni 1895, Wien, Chranow, Galizien. Bade« Samstag den 16. ds. wird der 2. Enkel des Lektor Friedmauu i. A., der Gymnasiullchüler Ernst Josef Edelstein? Sohn von Alfted und Rahel Edelstein, geb. Friedmauu. imh^sigen Gemeindetewpel als Barmizwah aufgerufen werden. BöÄau. (Diamantene Hochzeit.) Am 3. d. M. feierte hier da» Ehepaar Solomon Frankl und Frau daS Fest der diamantenen Hochzeit. AuS diesem Anlaffe fand im Tempel eine Feier statt, zu der erschienen waren: Die Gemeinderäte Hotelier Zwier schütz und Schaumann «amender Gemeindevertretung, eine Deputation der Badener Sultusgemeinde, Rabbiner Wilhelm Reich aus Baden und Rabbiner Benjamin Weiß aus Wiener-Neustadt, sowie zahlreiche Kurgäste. Das greise Ehepaar wurde von den zahlreichen Verwandten in den Tempel gelettet, wo . Rabbiner Reich eine Ansprache hielt. Dem Jubelpaare wurden viele Ehrengeschenke überreicht. Kremfier. (Rabbinerwahl.) Bei der vorige Woche stattgeftmdeuen Wahl wurde Dr. Albert Schweiger, Rickbiner in MuraSzombat (Ungarn) einstimmig zum Rabbiner gewählt. Der junge Seelsorger, der den Ruf eines tüchtigen Talmudisten und guten KanzelrednerS hat, soll seine neue Stelle sofort, noch vor den Feiertagen, antreteu. Dis Mattersdorfer FriedhofsstWer. Wir erhalten ,folgende Zuschrift: „Wir ersuchen um Veröffentlichung folgender Beschwerde: 3n Mattersdorf ist von der israelitischen Kultusgemeinde die sonderbare und höchst peinliche Einrichtung getroffen morden, dast jeder, welcher die Gr,über seiner Angehörigen 'besucht, zuvor eine von einer iVrome zu bezahlen hat. Der betreffende Diener geht mit dem Besucher m den Friedhof hinein und sperrt dann die Türe hinter sich, ab, damit niemand ohne Erlag der Tare hinausgehen kann. Das ist ein unglaublicher Vorgang. Wenn vor etwa zehn Jahren dort eine Persönlichkeit begraben wurde, müssen die Nachkommen und die Angehörigen für jeden Friedhofsbesuch eine Tare erlegen. Bei keiner israelitischen GeMejinde in Europa ist ein solches Verfahren horgekommen; und auch bei den anderen Konfessionen wird kein Friedhofsbesuch behindert, sondern es stehen überall Sammelbüchsen für freiwillige Spenden. Es werden auch reichliche Gaben in die Büchsen geworfen, allein nirgends wird eine Steuer auferlegt. Es wäre Pflicht der königlich ungarischen Behörden, darauf zu achten, daß solche Ungehörigkeiten abbestellt werden. Vielleicht bringt diese Veröffentlichung, um welche wir die geehrte Redaktion herzlich bitten, dße Herren Mattersdorfer zur Raison, um weiteren chilul Haschern zu vermeiden. ' i Brün«. Am 11. September 1911, nachmittags 2 Uhr, findet in Brünn im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde die außerordentliche Generalversammlung deS Verbandes der Rabbiner Mährens und Schlesiens statt. Tagesordnung: 1. Revision der Gemeindestatuten. (Ref. Prof. Dr. R e a ch.) 2. Standesangelegenheiten. 3. Halachischer Vortrag. (Rabbiner Dr. F r e i m a n n.) Thema: piD'Ra svm in« ip (Welche Bedingungen knüpft das jüdische Religionsgesetz an die Vertrauenswürdigkeit der Geschäftsinhaber, von rituell zubereiteten Nahrungsmitteln.) 4. Freie Anträge. (Dieselben sind bei Herrn Prof. Doktor Reach vorher schriftlich anzumelden.) Trebitsch. Löbliche Redaktion! Ersuche höflichst, folgende Nachttcht, für deren Inhalt ich die Verantwortung übernehme, in der nächsten Nummer Ihres geschätzten Blatteabdrucken zu wollen. In verschiedenen anonymen, dem Brunner „Volksfreund" entlehnten Zeitungsartikeln waren gegen den von mir erteilten Mädchenkonfirmationsunterricht unqualifizierbare Anwürfe veröffentlicht. Ich machte dem Vorstande meiner Kultusgemeinde hievon freiwillig Mitteilung. Der Kultusvorstand gelangt einhellig zu der Ueberzeugung. daß jene Anschuldigungen jeder Grundlage entbehren, und überreichte mir ein Vertrauensvotum, in dem es u. a. heißt: »Der gefertigte Vorstand spricht seine Entrüstung über die Form aus, in welcher die Ihnen angeschuldigten Tatsachen verbreitet wurden, und Werst die Ihnen von offenbar gehässiger Seite unterschobenen unlauteren Beweggründe auf das Entschiedenste zurück, zumal er Ihre musterhafte Lebensführung, wie Ihr ersprießliches W rken durch mehr denn 4 Jahre kennt und ihre bisherige Amtsführung dem KultuSvorstande keinen Anhaltspunkt bietet, solch unlautere Motive für wahr zu halten. Indem wir gerade Ihre Verdienste um die Erziehung unserer Jugend und die schon erzielten, schönen Erfolge anerkennen, sprechen wir Ihnen hiemit unserer vollste» Vertrauen aus und wünschen: „Euer Ehrwürden mögen unbeirrt an der Erfüllung Ihrer Pflichten Weiterarbeiten und unserer Gemeinde noch recht lange erhalten bleiben-. Die Eltern der von mir unterrichteten Konfirmandinnen übersandten mir gleichfalls eine ehrenvolle Zuschrift, in der fie mich ob meiner selbstlosen Hingabe an den Jugendunterricht ihrer vollsten Anerkennung und Dankbarkeit versichern. Ich erachte die Angelegenheit, soweit fie mein Verhältnis zu Kindern, Eltern und Gemeindevertretung betrifft, für mich und für vernünftige Leser hiedurch als erledigt und werde an die Loyalität jener Blätter nicht appellieren. Mit bestem Danke, Rabbiner Dr. Johann S t ö ß l e r. RözSahegy (Ungarn.) .Hier verschied nach längerem Leiden Frau Philipp Wix, ged. Aloisia Glasner. Die Verblichene, die eine esches chajil in des Wortes edelster Bedeutung war, erfreute sich zufolge ihres Woh tätigkeitssinnes und ihrer Herzensgüte allgemeiner Wertschätzung. Rabbiner Emarmel Elsasz hielt an der Bahre eine ergreifende Trauerrede und schrlderte den herben Verlust, den ihre Familie und die Armen, erlitten haben. Weiland Moses Glasner gewesener Oberrabbiner in Klausenburg, war ein Bruder der Verstorbenen.

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