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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-08-18 · 33 (18.8.1911) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
33 (18.8.1911)
Date
1911-08-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Seite 541 Dr. Bkochs Wochenschrift Nr. 33 Außerdem wurden von 159 jüdischen Handwerkslehrlingen nachstehende genossenschaftliche Fachschulen für Lehrlinge besucht. Die Schule der Anstreicher.*..... üon 3 Burschen Buchbinder.2 „ Buchdrucker.n 21 „ Drechsler ..„ 8 „ Fleischhauer. 8 Friseure, Raseure .. 11 Gastwirte. „ 7 „ Glaser, Glashändler, Glasschleifer . . . „ 2 „ Gürtler .. „ 3 „ Hoteliers.„ 2 Juweliere.> . . „ 17 „ Kleidermacher. 4 „ Lohnfuhrwerker.„ 1 „ Optiker. „ l „ Photographen.„ 6 j; Schlosser.1 „ Schuhmacher. „ 2 „ Spengler.„ 16 Tapezierer.„ 16 „ Tischler.„ 3 Uhrmacher.„ 21 „ Zimmermaler .„ 3 „ Zuckerbäcker.. „ 1 „ Von den jüdischen Lehrmädchen besuchten 380 nachstehende Fortbildungsschulen: Die 16 Schulen für Kleidermycherinnen . . Itz8 Mädchen „ 1 „ „ Weißnäherinnen.... .5 „ „ 1 „ „ Modistinnen.153 „ „ 2 „ Wäschewarenerzeugung . 24 „ Außerdem .war die kaufmännische Fortbildungsschule für Lehrlinge vpn 930 Schülern und die für Lehrmädchen von 23 Schülerinnen besucht. Unter den Handelslehranstalten besuchten die Wiener Handelsakademie ....... 565 Juden „ Neue „ ....... 361 - „ Handelsakademie für Mädchen.72 Jüdinnen „ Gremialhandelsfachschule des Wiener Handelsstaudes (wie oben) 930 Inden und 23 Jüdinnen die 11 Privathandelslehranstalten für Schüler 642 Juden u. die 22 Privathandelsschulen f. SchülMnnen 685 Jüdinnen (Schluß folgt.) - Me „Cthik des Judentums."*) Von Rabbiner Dr. Alois Schweiger, Eger (Erlau). III. Der zweite Teil der „Ethik" beginnt mit dem dritten Abschnitte, der von dem „Wege der Sittlichkeit" handelt. Wird ja auch die Aufgabe des Menschen, zur eigentlichen Würde des Daseins zu gelangen, in den biblischen Schriften als: T1“1 „Weg" bezeichnet. Erst spricht der Verfasser von den irna Eigenschaften, die gewonnen werden sollen und zwar durch Intelligenz, Gefühl und Willen. Schon diese Einteilung zeigt uns, daß wir mit einem Psychologen zu tun haben, der die drei Grundfunktionen der Seele: Erkennen, Fühlen und Wollen, auch auf die Ethik überträgt. Die Abhandlung über Intelligenz enthält nicht wesentlich Neues; Regeln, wie wir den Geist bilden, resp. die Thora studieren sollen. Scharfes, bestimmtes Denken, deutliche Aussprache, gemeinschaftliches Studium wird gefordert; Reflexionstätigkeit wird besonders geschätzt, auch Streit der Meinungen soll man nicht scheuen usw. Der Begriff der Vollkommenheit a-vn, dem *) Die „Ethik des Judentums". Von Prof. Dr. M. L a z a r u s. Zweiter Band. Aus dem handschriftlichen Nachlasse der Verfassers, herausgegeben von I. Winter und August Wünsche. Frankfurt am Main. Verlag von I. Kaufmann, 1911. LV + 404 Seiten (Groß- Oktav). wir im biblischen Schrifttume so oft begegnen, bedeutet mehr Richtung als Ziel. In zehn Punkten wird gezeigt, wie die sittliche Entwicklung geschehen soll. In einem Exkurse wieder, wie wissenschaftliches Denken auf dem Grunde der Urweisheit der Patriarchen entsteht. Der sittliche Bestand, das charakteristische Ethos des Menschen offenbart sich in Gefühlen, die das Handeln begleiten. Verfaffer polemisiert mit den Romantikern, die der Souveränität des Gefühls alle geistigen Kräfte als Vasallen unterwerfen. Eine Folge davon ist Ausartung ins Bodenlose. Wohl ist Gefühl durch Naturanlagen bestimmt, doch kann Erziehung großen Einfluß üben. Biblische Geschichte ist ein Mittel zur Erregung sittlicher Gefühle. Aehnlich Kant behauptet auch Lazarus, daß nur Jdealgefühle den Grund der sittlichen Norm bilden, im Gegensatz zu den sympathischen. Gestützt wird diese Behauptung mit einem Beleg aus jer. Megilla IV 75 e, wo aber das i'nr>w des Rabbi Jose be Bun im Gegensätze zur althergebrachten Uebersetzung nicht mit „Machtsprüchen", sondern mit ethischer Notwen d i g k e i t wiedergegeben wird, was auch wahrscheinlicher klingt. Interessante psychologisch-ethische Betrachtung über Pathetische und sympathische Gefühle folgen und das ethische Ergebnis ist, daß Innigkeit des Gefühls auf Strenge der Pflicht gestützt sein muß. Idealität soll auch in die Alltäglichkeit hineinwirken. Die an diese ethische Sentenz geknüpfte Erklärung der schwierigen Talmudstelle Pesach 113 a ist eine Perle allegorischer Interpretation. Der Paragraph über das Gewissen blieb leider unvollendet. Hochinteressant ist die Abhandlung über den Willen. Kant sagt, es gibt nichts Gutes als der Wille. Lazarus legt dagegen das Hauptgewicht auf die Gesinnung. Charakter ist die feste Richtung des Willens auf das Gute. Herrlich ist die Erklärung des Ausspruches des Rabbi Jannai: „Wehe wer kein Haus hat, aber sich eine Türe zum Hause macht" Nach Schabb. 31 a b und Joma 72 b ist der Sinn: Wer keine praktische Gesinnung hat, aber Theorie treibt. Lernen ist nur die Tür, der Charakter ist das Haus! Der Paragraph 322 trägt Hegelsche Gedanken vor und diese werden — ziemlich glücklich — in talmudische Aussprüche hineininterpretiert. Der Verfasser mäßigt den streng formulierten Sittenbegriff von Kant. Das Gute sei mit Neigung auszuführen, denn nur gute Gesinnung macht die pflichtgemäße Handlung zur sittlichen. Ob der Wille Macht über das Gefühl hat, bejaht Schleicrmacher. Im Anschlüsse daran erklärt der Verfasser mit C h i n u ch das zehnte Gebot folgendermaßen: „Bei einer bestimmten Entwicklung der ganzen Persönlichkeit oder der Gesinnung kann ein gewisses Gefühl gar nicht auftreten, so im sittlichen Menschen das Gelüsten nach des Nächsten Weib oder Gut. Somit heißt iiann *6 „Du sollst dich nicht gelüsten lassen." Von der Gedankenbildung hängt es ab, ob gewisse Gelüste entstehen. Das Kapitel über „die Manifestation der Tugend" behandelt den Begriff der Freiheit, welche mit der Anzahl der Motive zum Handeln steigt. Auf dem Fundamente der mechanischen Gesetzmäßigkeit erhebt sich der Bau der freien Tätigkeit, welche die mechanische Gesetzmäßigkeit wie ein Material verwendet. Der § 336 ist eine scharfsinnige Betrachtung der Frage, ob da-5 Gesetz der Erhaltung der Kraft auch auf das Psychische anwendbar sei. Die ethischen Prinzipien, welche der altjüdischen Gesetzgebung zu Grunde liegen, müssen heute noch zur Anwendung kommen. Jedoch die Gesetze selbst für einen kleinen, rein agrarischen Staat berechnet, finden im heutigen Groß- und Industriestaat keine Anwendung. Diesen Gedanken wiederholt der Verfasser in der Abhandlung über Recht und Wohltätigkeit. Die Unvollkommenheiten der Natur müssen durch Arbeit ausgeglichen werden, welche bei Rabbinen sehr hoch geschätzt wird. Auch das Prinzip der Teilung der Arbeit war ihnen bekannt. Weiter spricht der Verfasser über Volkserziehung, wobei es nicht an Seitenblicken auf moderne Zustände fehlt. Die hebräische Sprachform für Erziehung „Chinoch" steht im engen Zusammen-

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