Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 31 (4.8.1911)
- Date
- 1911-08-04
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Seite 515 i' fc~ 'äi.ia*. •■.. ‘-hi- .‘»'jiKSjjg' Dr. Bkochs WochenWM Rr-31 Wien. (Todesfall.) Mittwoch den 2. d. M. verschied nach längerem Leiden der I. Kantor und Bezirksamtsleiter des Gemeindetempels Währing Herr Max Peterselka im Alter von 63 Jahren. Der Verstorbene, ein Sohn des ehemaligen Rabbinatsassefsors Maser Peterselka in Szenicz (Ungarn), gehörte zu jener guten alten Schule der Chassanim, die außer einer wohlklingenden Stimme auch gediegenes hebräisches Wissen und eine innere Ueberzeugung für ihren Beruf in ihr Amt mitbringen. Der Verblichene, der 35 Jahre hindurch im Dienste der Wiener Gemeinde stand, hat fich durch seine Fachkenntnis, seinen Pflichteifer und nicht zuletzt durch seinen Wohltätigkeitssinn die Liebe und Anhänglichkeit der Mitglieder seiner Gemeinde und die Achtung und Wertschätzung selbst derjenigen erworben, die ihm beruflich nicht nahestanden, sondern ihn wegen seines Edelsinnes achteten und schätzten. Im Bezirke Währing, der Stätte seiner Tätigkeit, hatte der Dahingeschiedene sowohl in der jüdischen, wie auch in der christlichen Bevölkerung einen großen Kreis von Freunden, die sein Dahinscheiden tief beklagen. Der Verstorbene hinterläßt fünf Kinder^ von denen besonders der Aelteste, Herr Josef Pe te r s e l k a, Hauptkasfier der Wiener Kultusgemeinde, fich allgemeiner Beliebtheit erfreut. Ihm, wie den übrigen Mitgliedern der trauernden Familie, die an dem nunmehr entschlafenen Familien oberhaupte mit geradezu abgöttischer Verehrung hingen, wendet sich jetzt die allgemeine Teilnahme zu und die überaus große Zahl der Beileidskundgebungen, welche der tiefgebeugten Familie aus allen Kreisen der Gemeinde rukommer», ist nur ein neuerlicher Beweis der Wertschätzung, deren fich der Verstorbene zeitlebens erfreute und die Hinterbliebenen genießen. Das Leichenbegängnis findet Freitag den 4. d. M./; vyrmittag 91/* Uhr, vom Gemeindetempel, XVIII., Schopenhauerstraße 39, aus nach dem Zentralfriedhof statt.- Austritte aus dem Judentum Vom 25. Juli bis inkl. 1. August 1911. Edelstei» Mauritius,^ geb. 188?, Wien (Hernals), Magyarfalu. - "• Freund Jeanette (Johanna), geb. 2. Jnli 1880, Witschkoberg, VI., Webgasse 34. Freund' Leopold, Baupolier, geb. 14. Jänner 1878, Unter-Kralowitz, 111., Erdbergstrasse 174. * . Fuchs Leo, Kaufmann, geb. -28. Juni 1884, Wien, IX., Nussdorferstrasse 34. Gerngross Elisabeth, geb. 20. Mai 1888, Wien, Hadersdorf. Goldstein Hedwig, Private, geb. 3. Mai 1859, Pressburg, IX., Porzellangasse 52. Himmelreich Mathilde, Hilfsarbeiterin, geb. 29. September 1883, Perchtoldsdorf, XX., Karajangasse 27. Richter Gerschon, Photograph, geh. 20. November 1874, Wielkyoczy, XX., Treustrasse 68. Ruff Bernhard, geb 6. Jänner 1892, Odessa, VII., Schottenfeldgasse 41/43. Thal Hinde Taube, Private, geb. 18. September 1881, Braila, 11., Vereinsgasse 4. Weenen, Katharina von, Gesang- und Sprachlehrerin, geb. 28. März 1859, Amsterdam, IX., Alserstrasse 10. Weissberger Franz, Buchhalter, geb. 4. Juni 1886, Wien, IX, Porzellangasse 24 a. Budapest. (M >aguatenh ausmitgIied Karl Schwab gestorben.) Magnatenhausmitglied Karl "Schwab ist nach kurzem schweren Leiden in Gavosdia im Alter von 82 Jahren gestorben. Die Leiche wird nach Budapest gebracht und ttt der dortigen Familiengruft beigesetzt werden. Schwab hat an den ungarischen Freihqitskätnpfen teilgenommen und war in der liberalen Aera durch viele Jahre Mitglied des ungarischen Abgeordnetenhauses. Später wurde er von Koloman Tisza ins Magnatenhaus berufen. Er war das erste jüdische Mitglied dieser Körperschaft. LundcMurg. (I s r. Kültusgemeinde.) Anläßlich des Amtsantrittes des neugewShlten Rabbiners Herrn Dr. Heinrich Schwenger, k. k. Feldprediger, findet Sonntag, den 6. August l. I., um.2 Uhr nachm., im hiesigen Tempel ein Festgottesdienst statt. Raudnitz. (Approbiertes Lehrbuch.) Doktor Richard Feders, Rabbiner in Randnitz a. E., „Hebräisches Lehrbuch", 1. und 2. Teil, wurde laut Erlaffes des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht vom 26. Juni 1911, Z. 26.264, zum Gebrauche beim israel. Religionsunterrichte an allgemeinen Volksschulen mit deutscher Unterrichtssprache als zuläffig erklärt. - Protznitz. Am 22. Juli verschied in Baden Herr Heinrich Glast. der am 26. Juli hier beerdigt wurde. Der Verstorbene war ein hochgeachteter Bürger, dessen Charakterfestigkeit und Biedersinn allgemeiner Wertschätzung begegneten. Er gehörte eine Zeitlang der Handels- und Gewerbekammer in Olmütz als Mitglied an. Das eigentlichste Gebiet seiner gemeinnützigen Tätigkeit war die Schule, für die er sein warmes Herz und einen unbeugsamen Willen einsetzte. Als Mitglied und langjähriger Obmann des Ortsschulrates der israelitischen Stadtgemeinde Prostnitz fand er reichlich Gelegenheit, für die Interessen der Volksschule einzutreten. Unter seiner Führung ist der Neubau der deutschen Volksschule durchgeführt worden, und der Name des Verblichenen wird mit dieser modernen Schöpfung dauernd verknüpft bleiben. Neuhaus. Am 1. August verließ unser verehrter Herr Rabbiner Dr. Schweuger unsere Stadt, um seinen neuen Posten in Lundeuburg anzutreten. Während der ganzen Dauer seines hiesigen Wirkens erfreute sich derselbe durch seinen besonderen Pflichteifer, seine unermüdlichen Bemühungen zur Hebung des religiösen Sinnes der Schuljugend, sowie sein bescheidenes Auftreten der größten Wertschätzung und bleibt ihm ein dankbares Gedenken in den Herzen aller GemeindemitgUeder gesichert. Am vorausgegangenen Sabbath hielt Herr Dr. Schwenger eine tiefempfundene Abschiedsrede. Herr Kantor Fiirnberg rezitierte bei der Thoravorlesung einen von ihm verfaßten Mischeberach und richtete an den Herrn Rabbiner rührende Worte des Abschiedes und Wünsche für weiteres Wohlergeben. Eine Deputation der Gemeinde begleitete in Wagen Se. Ehrwürden zum Bahnhofe, wo man sich nochmals auf's Herzlichste verabschiedete. Triest. (Jubiläum des Direktors Gentilomo.) Im geräumigen Kassasaale des jüngst neuerbauten Bankpalais der F liale der Oesterreichischen Kreditanstalt für Handel und Gewerbe, fand am 30. Juli vormittags eine erhebende Feier, nämlich das fünfzigjährige Dienftjubiläum des leitenden Direktors Oskar Gentilomo der Filiale Triest dieser Anstalt, statt. Aus diesem Anlass: hatten fich der Vizepräsident der Wiener Zentrale der Kreditanstalt Julius Blum und der Wiener Zentraldirektor Dr. Spitzmüller, die Leiter der übrigen österreichischen Filialen der Anstalt, Vertreter der übrigen Triester Bankfilialen, die Vizedirektoren, Beamte und sonstigen Angestellten der Triester Filiale der Kreditanstalt versammelt. Vizepräsident Julius Blum namens des Verwaltungsrat. s, Zentraldirektor Doktor Spitzmüller namens der Wiener Zentraldirektion, der Vizedirektor der Filiale Triest Tischler namens der Vizedirektoren und Prokuristen der Filiale, sowie Vertreter der Filialbeamten und Diener wie auch der übrigen Filialen der Kreditanstalt hielten Begrüßung?- und Beglückwünschungsansprachen an den Jubilar, wobei ste dessen langjährigem Wirken. Pflichteifer und großzügige Beurteilung, der hohen Bedeutung des unter seiner bewährten Führung aufstrebenden Institutes für den Handel Triests und die heimische Schiffahrt und seiner gutangekegten Fürsorge für seine Unterstellten gedachten und dem Jubilar zahlreiche wertvolle Geschenke darbrachten. In wiederholten Erwiderungsansprachen dankte der Jubilar, dem die herzlichen Ovationen dargebracht wurden, gerührt für die Gratulationen und die Beweise der Sympathie. Gr.-Tapolosauy. (Ungarn.I Dieser Tage verschied dahier im Alter von 67 Jahren der pensionierte Lehrer Herr Jakob Schenk. Sein Heimgang bedeutet nicht nur für die hiesige jüdische Gemeinde einen chweren Verlust, sondern auch für alle, die mit ihm in Berührung kamen. Sein ganzes Leben war erfüllt von dem Geiste ernster und gewissenhafter Pflichte.füllung gegen Gott und Menschen. Die überaus zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung legte Zeugnis ab von dem hohen Maße der Liebe und Verehrung, deren sich der Verblichene während seiner 45jahrigen Tätigkeit erfreute. Im Trauerhause hielt der Sohn des Verstorbenen, Herr Rabbiner Schenk aus Wien, einen inhaltsreichen Hesped, in welchem er die Verdienste und- Vorzüge seines Vaters rühmend hervorhob; die Rede machte auf die zahlreiche Versammlung einen mächtigen Eindruck. Im Namen der Gemeinde sprach Herr Rabbiner Schlesinger und im Namen der hiesigen Lehrerschaft sprachen die Religionslehrer Fürst und Ehreufrenub warme Worte des Dankes und des Abschiedes aus. Sein Andenken wird in unserer Gemeinde ein gesegnetes sein.