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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-07-28 · 30 (28.7.1911) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
30 (28.7.1911)
Date
1911-07-28
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 602 Dr. Bwchs Woch«Wüst Nr. 30 Natur nachgeahmt. Sie bekleiden öfters die Früchte mit äußeren Schalen, die an und für sich selbst schmackhaft und köstlich sind; nicht selten aber den zarten Kern mit einer ungenießbaren Schale, damit man, ohne bei derselben sich aufzuhalten, sogleich den köstlichen Kern suchen möge." Literat«». Conr. von Orolli, A11 g e me ineReligionsgeschichte, l, 1. 2. Aufl., Bonn 1911. A. Marcus u. E. Weber, Wie ans der Einleitung hervorgeht, vertritt das Buch die christlich-theologische Auffassung, die dem Judentum nicht einen Eigenwert auch für die Gegenwart zugesteht, sondern es nur als eine Etappe der Entwicklung gelten lässt, die im Christentume ihr Ziel und ihre Krönung findet. Dass diese Auffassung auch zur Apologetik drängt, wie 8. 13, ist ganz natürlich. Sieht man von diesem prinzipiellen Standpunkt ah, so lässt schon die vorliegende Probe von dem Buche das Beste erwarten. Walter von Molo, Der ge z ä h m t e E r o s. Berlin 1911. Schuster und Löffller. Eine*? fesselnde Lektüre, die das oft variierte Thema behandelt, dass die Liebe sich nicht in Fesseln schlagen nnd nicht die Richtung verschreiben lässt. Vieraeli (Lord Beaconsfield), Contarini Fleming. Verlag Oesterheld & Co. 1911, Mk. 4.—. Berlin W. 15, Lietzenburgerstr. 48. Schon der Name des Verfassers fesselt beim ersten Blick auf den Titel. Seine Persönlichkeit wird durch die ausgezeichnet geschriebene Einleitung des Uebersetzers in ihrer ganzen eigenartigen Bedeutung wieder vor unseren Angen lebendig. Welch ein jüdischer Rassenstolz lebte in diesem hervorragenden Geiste! Dass ein guter Schriftsteller auch ein grosser Staatsmann sein kann, beweist das Buch auf jeder Seite. Jakob Fromer, Gh ettodämmerung. Berlin 1911. Schuster und Löffler. Mk. 3, geh. Mk. 4. Geher den Selbstbekenntnissen Fromers liegt eine Uriel Acosta-Stimmung, die nicht nach jedermanns Geschmack sein dürfte. Das Wertvollste an dem Buche ist das Typische darin, Wir gewinnen wieder einen Blick in das Judentum des Ostens, mit dem wir rechnen müssen, weil es durch die Einwanderungen immer sicherer unsere Zukimft wird. Hermann Soholer, Die antisemitische Bewegung, ihre Entstehung und Ueberwindung. Vom Standpunkte liberaler Weltanschauung staatephilosophisch beleuchtet. Berlin NW. 52. Verlag Richard S c h n ü r p e 1. Der Verfasser glaubt, dass der Antisemitismus in keinem anderen . Geiste überwunden werden wird, als in dem liberalen, dem Vater aller Kultur und Gesittung. Diesen Wunsch des Verfassers können wir nur unterstützen, indem wir seine Schrift hiemit warm empfehlen. v. Floeckher, Unsere Freunde die Italiener. Berlin 1911. Karl Kurlins. M. —.80. Eine Jabelschrift zu Ehren des gegen uns Juden so hochsinnigen Reiches und vor allem seines wahrhaft königlichen Herrschers. Ein politischer und wirtschaftlicher Bädecker. . Aug. Iffert, Sprechschule. Leipzig 1911. Breitkopf u. Härtel. M. 1.50, geh. M. 2.—. Es war eine bemerkenswerte Anregung, der Prof. Iffert folgte, als er sich entschloss, den sprachlichen Teil seiner „Allgemeinen Gesangschule“ zu diesem ausgezeichneten Büchlein zu erweitern. „Das menschliche Sprachorgan“, „Die Laute der deutschen Sprache“, „Die Aussprache“, „Der Vortrag“, so sind die Kapitel überschrieben, die selbst dem reifsten, erfahrensten Praktikerjmanchen dankenswerten Wink erteilen. Müller 6„ Pfarrer, Studien zum Text der Psalmen. (Beiträge zur Förderung christlicher Theologie. Herausgegeben von Prof. D, Schiatter and Prof. D. W. Lütgert. Jahrgang 1910, 2. Heft. C. Bertels mann , Gütersloh. M. 1.80. Es sind Konjekturen, die manches für sich haben. Hier einige Beispiele: Pe. 2, 12 (mit Hinübernahme des h in bireada) (Vers. 11): hinnageschn bo, »schüesset euch an ihn an“. Ps. 8, 2 (vgl. Ri 6, 11) isch jetanneh, „Jedermann preist deine Herrlichkeit am Himmel“ usw. Neben. Baethgen, Gunkel u. A. wird das Büchlein seinen Platz behaupten. , Ph. ReclanTs Unlversal-Bibiiothek. Phil. Reklam, Leipzig. Die vier Novitäten Felix Holländer, Der PfLegesöhn und andere Novellen;; Etlar, der Landesfeind Tschechow,, Humoresken und W. Wundt, Zur Psychologie und Ethik, bieten jede in ihrer Art Ausgezeichnetes E t l a r’s Roman hat bleibenden Wert nnd ragt turmhoch über die Flut der Unterhaltungslektüre. Tschechow berührt auch das russische Judentum, in Holländer interessiert schon die Person des Autors. Dass Wundt uns nun in Reclam begegnet, bedeutet für die Volksbildung einen hohen Gewinn. Velhagen und Klasing’s Volksbücher, Nr. 1: Rembrandt von H. Jantzen, Nr. 2 : Tizian nnd Nr. 10 . D ü r e r , diese beiden von F. H. Meissner. Velhagen u. Kl a sing, Leipzig. Mit diesem Unternehmen hat der Verlag in dem rühmlichen Wettbewerb durch billige nnd dabei gediegene Monographien über unsere grossen Künstler, das Volk mit ihnen vertraut zu machen, entschieden den Vogel abgeschossen. 60 Pfennige kostet hier ein solch’ prächtiges Heft mit zum Teil kolorierten, sehr gut reproduzierten Illustrationen. Der Text ist in allen drei Heften ganz ausgezeichnet. Hanns Fuchs, Sagen, Mythen nnd Sitten der Masoi, Jena 1910' Herrn. Costenoble, Als Merker mit seinem Buche Über den eigenartigen Stamm der Masoi hervortrat und. in ihren Sitten und Ueberlieferungen Verwandtschaft mit den biblischen nnd altsemitischen Ueb erlief erun gen aufdeckte,. wurde ihm von vielen Seiten mit Zweifel begegnet. Da trat Fritz Hommel mit seiner Autorität _ für ihn ein und wie das Buch Merker’s ist auch das kürz vorher erschienene von Sir Charles Eliot über denselben Gegenstand eifrig diskutiert worden. Mit Benützung dieser englischen Vorlage und auf Grund genauem Studiums der Originale liefert Fuchs eine sehr brauchbare Einführung in dieses interessante Gebiet. Hilprecht H. V., Der neue Fund zur Sintflute geschickte ans der Tempelbibliothek zu Nippur. Leipzig 1910. J. C. Hinrichs. M. 2.—. Den bekannten Bericht Hilprecht’s über seine neueste Entdeckung hat Dr. Zehrpfund ins Deutsche übersetzt; In die Tagesblätter; („Frankfurter Zeitung“ u, a.) hat sich sogar der Streit um einzelne Deutungen dieses Berichtes, der älter als die Niniveh-Versionen, von dem Böden.: t der 'streng wissenschaftlichen Literatur übertragen. Keine bisher bekannte Version steht dem biblischen Text so nahe. Das hebräische Wort „min“ in diesem nimmt Hilpert (mit ihm Delitzsch) als babylonisches Lehnwort in der Bedeutung „Zahl“ in Anspruch. Nicht nur die Ergebnisse, auch die anderen Ausführungen des Verfassers über die Nippur- Funde überhaupt, über die Keilschrift-Bibliothek Pierpont Morgan’s u. A. sind von hohem Interesse. 8. Euringer , D i e Chron o \ o g i e der b i b 1 i s c h e n U r g schichte. Münster i. W. 1909. Aschendorff. M. 0.60. Der Verfasser erkennt aus der Vergleichung des masoretischen Textes mit den Versionen, dass die Zahlen des ersteren in der Urvätergeschichte die natürlichsten und zuverlässigsten sind. (S. 18.) Die vorchristliche Periode übersteigt nach den Angaben' , der Bibel in keinem Falle 5000 Jahre. (8. 23.) Die Aufstellungen der Aegyptologie und Assyriologie, die weit höhere Ziffern ansetzen, werden kritisch geprüft und erheblich reduziert. Gewisse Inkongruenzen versucht der Verfasser auszugleichen. Er glaubt zum Schlüsse,- dass alle Bedingungen erfüllt sind, welche die päpstliche Bibelkommission 1905 aufstellt. x. E. W. G. Mastermann, Studiesin Galileo. Chicago 1909-. Th. Stauffer, Leipzig, Universitätsstrasse 26. George Adam Smith, der bekannte Glasgower Alttestamentler, befürwortet in einer warm empfundenen Einleitung dieses Buch, das sich durch sich selbst am besten empfiehlt. Ein Mann, der mit jeder einzelnen der hier beschriebenen Lokalitäten durch langjährigen -Aufenthalt bis ins Kleinste vertrant ist, hat mit Macaliser und anderen Spezialforschern sich verbündet, um etwas wirklich Tüchtiges zu leisten. Mit der Gründlichkeit des Inhaltes darf sich die Pracht der Illustrationen messen. Karl Vorländer, Geschichte der'Philosophie. 2. Bände. 3. Aufl. Leipzig 1911. M. 8.10. Verlag Dürr. Das Buch will zwischen den umfangreichen Geschichten der Philosophie von Ueberweg-Heinze, Erdmann u. A., sowie den; nur einzelne Teile behandelnden Werken von Zeller, Falkenberg etc."" auf der einen und dürren Kompendien, wie Schwegler n. A. eine Mittelstufe darstellen. Diese Absicht ist durchaus erreicht. Das Buch dient dem Fachmann nnd Studierenden zur Orientierung; es bietet aber auch dem Laien, der sich mit den der Philosophie entströmenden, treibenden Kräften im Geistesleben der Menschheit bekannt. machen will, eine zuverlässige, .fasslich gehaltene Auskunftsquelle und obendrein eine sehr anregende Lektüre. Nur würde die Wendung (I. Bd., S. 188): „Der jüdische Monor theismus mit seiner schroffen Entgegensetzung von Gott und . Welt, seinem Engel- und Dämonenglauben usw.“ eine Berichtigung vertragen. Ebenso bedeutet es eine Unterschätzung des Maimonides, wenn er (L Bd, 8. 260) „mehr kluger Vermittler als originaler Denker“' genannt.wird.“ Geradeaus Cohen’s Arbeit, die ja hier zitiert wird, ist dieses Urteil am besten zu berichtigen. Besonders gelungen finden wir die Partien über die neuesten, philosophischen Bestrebungen. x.

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