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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-07-28 · 30 (28.7.1911) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
30 (28.7.1911)
Date
1911-07-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Veite 500 Dt. Blochs Wochenschrift Nr. 30 Austritte ans dem Judentum Vom 17. Juli bis inkl. 23. Juli 1911. Böhm Otto, Bechnnners- Unteroffizier, geb. 1. Mai 1882 zu Neubistritz, III., Heunaaiktkaserne. Metzl Eleonore, geb." Souuenfpld, verh;, Fachlehrersgatün, geboren I. April 1829, Wien, ‘VI., Brückengasse 4. Müller Heinrieh, Hocbschüler, Wien, IV., Viktorgasse 18 Patzowsky Anna, Private, geb. 2. Oktober 18ö7, Wien. XIII., Trauttmansdoiffgasse 56. Unger Lea Mattel, geb. Friedfertig, Private, geb. 10. Juni 1887 zu Brody, II, Casteilezgasse-11. Willer Dr. Hugo Robert, geb. 28. März 1887 zu Leipzig, XVI., Neulerchenfelderstrasse 35. Leipnik (Mähren). Die hiesige Gemeindevertretung hat den Herrn Bernhard Zerkowitz in Wien, anläßlich seines 40 jährigen Jubiläums als Chef der Firma Brüder Zerkowitz, Pvsamenterie-Fabriken in Wien und Leipnik, für seine Verdienste um die Ausdehnung dieses Industrie-Unternehmens und die hiedurch gebotene größere Arbeitsgelegenheit zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Mi^litz Am Sabbath des 15. Juli fand in Gegenwart der Gemeinde und Kultusvertretung, sowie der Lehrerschaft der Volks¬ und Bürgerschule eine solenne Feier anläßlich des Schulschlusses und des Rücktrittes des Herrn Oberlehrers Sigmund Löwy von seinem Amte in der Synagoge statt. Herr Oberlehrer Sigmund Löwy würde zur Thora gerufen, wobei Herr Oberkantor Mayerotvilsch einen zu diesem Zwecke verfaßten Mischeberach in erhebender Weise zum Vortrage brachte. Herr Rabbiner Dr. Schorsteiu feierte den Scheidenden mit tiefempfundenen Worten, die Pflichttreue und die seltene Biederkeit des Charakters mit Anerkennung und Dank besonders bervorhebend. In den Schulräumen nahm Herr Oberlehrer Löwy Abschied von den Schülern und Eltern, wobei Herr Bürgermeister Josef Hauser, Obmann des Ortsichulrates Herr Salomon König. Kultusoorstcher Herr Josef Polleuz. Herr Lehrer Felix Rieseufeld herzliche Dankesworle an den Scheidenden richteten. Klattau. Der hiesige israelitische Chor- und Geselligkeitsverein veranstaltete anläßlich des 50 jährigen Geburtsfestes seines verdienstvollen Obmannes, des Herrn Rudolf Fleischer, unlängst eine, solenne Feier. Der große Saal des Hotels >,zur Rose" vermochte kaum die Zahl der erschienenen Mitglieder und deren Damen, wie der Gäste zu fassen. Der Jubilar, der dem Vereine seit dessen Bestände — durch drei- Dezennien — vorsteht, war Gegenstand zahlreicher Ovationen und erhielt ein prächtiges Ehrengeschenk. Seine Verdienste um den Verein wurden insbesondere durch eine Rede des ältesten Ausschußmitgliedes Herrn Fritz Laschausky beleuchtet. Mehrere Toaste auf das Wohl des genannten Obmannes und seiner Familie folgten. Musik- und Gsangkvorträge trugen viel zum Gelingen de- Abends bei. Herr Rudolf Fleischer spendete bei diesem Anlässe 200 Kronen zum Bibliorheksfonde des Vereines. Praktisch^ Ehrung eines Mischen Redakteurs. Der Redakteur der ungarischen jüdischen Wochenschrift „Egyenlöseg" Mar Szabolcsi vollendete Heuer das fünfundzwanzigste Jahr seines schriftstellerischen Wirkens. Es bildete sich aus diesem Anlasse ein Komitee, das, um dem Jubilar die Anerkennung der ungarischen Judenschaft fn eindrucksvoller Weise zu vermitteln, sich das Ziel gestellt hat, dem Blatte Szabolcsis tausend neue Jahresabonnenten zu werben. Dieser Tage suchten die Leiter des Komitees : Hofrat Franz Szekely, Präsident der israelitischen Landeskanzlei Dr. Moritz Mezei, deren Sekretär königlicher Rat Dr. Franz Mezey, Präsident des Heiligen Vereins Hofrat Julius Winterberg, Vorsteher der Pester israelitischen Religionsgemeinde Mar Grünbaum, Bankier Mar Kramer und andere den Jubilar auf, um ihn zu begrüßen. Hofrat Franz Szekely Würdigte die Verdienste Mar Szabolcsis und seines Blattes, um die geistige Hebung und Nationalisierung, ~ der ungarischen Judenschaft in einer wirksamen Ansprache, die Herr Szabolcsi tief ergriffen beantwortete. Vagujhely. (Grabdenkmal-Enthüllung.) Am 16. d. M. wurde hier auf dem alten, jüdiscken Friedhofe das K-abdenkmol desrühmlichst bekannten Dichters und Schriftstellers Dr. Arnold Weiffe, der, 68 Jahre alt, im Vorjahre in Wien verschied, feierlich emhullt. Ein von der Wiener Firma Friedländer und Deutsch stillvoll ausgeführter Denkstein ziert Dr. Weiffl's Grab, das zu Füßen seiner verstorbenen, verdienstvollen Eltern, Oberrabb'ver Josef Weiffe und feiner Gattin Lea — Charlotte — s. A., sich befindet. Unter den bedeutenden Gräbern dieses alten „Bet-olam“ ist das genannte Grab eines der letzten vielleicht schon, da der neue, jüdische Friedhof bereits mit einer Leiche belegt wurde. Das oben, genannte Grabdenkmal ziert' ein geistvolles, hebi-äisches Akrostichon aus der Feder des Herrn Rabbiner Dr. I. I. Uugcr (Jglau), der den Poeten durch diese Verse be onders ehrte. Zum Schluffe befinden sich auf dem Steine zwei Vers.', die der Dahmgeschiedene in seinem „Chamisch-Ossor“ selbst gedichtet. Proflssor Antscherl aus Wien, der Schwager des Verewigten, hielt bei der Emhüllung eine würdige Ansprache, die auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. — So ruht der Dichter und Menschenfreund, der als langjähriger Redakteur eines der bedeutendsten Blätter Deutschlands zu wiederholten Malen seine Feder zum Schutze seiner unglücklichen und bedrängten Glaubensbrüder gebrauchte, unter den Großen, die der alte Waagneustädtler „Gute Ort" birgt und wird sein Ai.denken ein ehrenvolles immer bleiben. _ Soziale Fürsorge. In Schwelm i. Westf. wurde am 15. Mai das „Jsr. Landheim Schwelm" eröffnet, das seine Entstehung der Initiative des Direktors Silberberg-Ahlem verdankt. Das Landheim, eine Viertelstunde von der Stadt entfernt, hat eine gesunde, schöne Lage. An drei Seilen von herrlichen Tannen- und Buchenwaldungen umgeben, gewährt es einen entzückenden Ausblick ins Wuppertal. Das Institut verfolgt den Zweck, autzerschulpflichtige, in der Entwicklung zurückgebliebene Söhne wohlsituierter Faüiilien weiter zu erziehen, zu unterrichten und für den Gartenbau beruflich auszubilden. Diesem Zwecke dient eine ansehnliche, modern eingerichtete Gärtnerei, in der die jungen Leute sowohl im Gemüsebau als auch in ^Baumschule und Gewächshausgärtnerei unterwiesen werden. Die Leitung dieser Abteilung liegt in den Händen eines tüchtigen jüdischen Fachmannes. Die ärztliche Aufsicht hat der bekannte Nervenarzt Sanitätsrat Dr. Wertheim Barmen übernommen.^ Feuilleton» Uor dem Tore des Gan-Wden. (Eine chassidifche Legende.) Es war zu Mitternacht. Der Nordwind wehte in der Machpela, der Grabesstätte unserer Erzväter, weckte sie und sie erwachten, klagten und weinten über Israels Golus und baten Gott, den allmächtigen Schöpfer der Welt, um Erbarmen für ihre Kinder. Und Gott verließ seine Trauerhallen/ in denen er die ersten Stunden der Nacht mit den Engeln, Israels Golusbegleitern, über seine Kinder weinte, die er ihrer Sünden wegen aus dem Lande vertrieben und unter die Völker zerstreut hatte, und ging in den Gan-Eden, um sich mit den Seelen der Zaddikim zu freuen. Und alle Engel im Himmel und hie Geschöpfe auf Erden zitterten und sangen und priesen den allmächtigen Schöpfer der Welt. Um diese Zeit träumte Reb Abraham Chaim, der Verfasser des Wegweisers, gesegnet sei sein Andenken, einen Traum. Er sah den heiligen Maggid Reb Mechale aus Zloczow vor den Toren des Gan-Edens stehen. Ein Zittern überrieselte seinen Leib und ein Schrecken überfiel ihn, er erwachte, weinte und klagte, schüttete Asche auf sein Haupt, fastete, peinigte seinen Geist, denn er dachte, groß müssen der Menschen Sünden sein, wenn nicht einmal Reb Mechale, das große Licht der Zeit, in den Gan-Eden gekommen ist. Und er schrie und bat, daß Gott vergeben soll und die Tore für Reb Mechale öffnen soll. Drei Tage und drei Nächte kasteite Reb Abraham Chaim seinen Leib, daß Gott sein Erbarmen walten lasse. Und abends fiel Reb Abraham Chaim ermattet nieder und schlief ein. Da erschien ihm im Traume -Reb Mechale und sagte: Warum peinigst du deinen Körper? Man hat mich sofort in den Gan- Eden führen wollen. Es waren alle Richter versammelt, um mich hinzuführen. Alle sieben Tore in Gan-Eden standen für mich offen. Ich stand schon vor dem ersten Tore und .sah die Cherubin darin und wurde für würdig

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