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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-06-30 · 26 (30.6.1911) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
26 (30.6.1911)
Date
1911-06-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Dr. BMs WoWmWM J^unk Vlasta.geb. 9«, Oktober 1889 in. Morowanj VIII.,.. Kochg. 84 ^ailätschek>WUhelminer Private, geb. 15. Dezember 1890, Wien, VI., örasgäsie 2 Rosenbaum Rosa geb. Bock, Private, geb. 39. November 1868. Wien, I., Canovagasse 3 , Schneeberger Anna, geb. 4. November 1891, Wien, I,, Ehendorferstrasse 10 . Seidner Brane, geb. 15. Juli 1889 in Czernowitz, II., Klanggasse 7 Silberstein Emil Sigmund, Ingenieur, VI., Engelgasse 1 Sonnenfeld Bernhard, Haschinfachlehrer, geb. 26. Juni 1882, Gfalgocz, VI., Brückengasse 4 Trawniczek Franz, Tischlergehilfe, geb. 15. Jänner 1886, VI., Morizgasse 3 Krems. Sonntag den 2. Juli d. I. findet im Rathaussaale zu Anistetten die Trauung des Herrn Jacques Karpfen, Sohn des Kültusvorstehers von Krems Leopold Karpfen, mit Fräulein Paula Sommer, Tochter des Herrn Leopold Sommer, Kaufmann in Amstetten, statt. Oberhollabrunn. (K ü l t n s w a h 1.) Bei der am 9., beziehungsweise 23. Juni 1. I. durchgeführten Neuwahl der israelitischen Kultusgemeinde - Repräsentanz Oberhollabrunn wurden nachbenannte Herren als Ausschußbezw. Vorstandsmitglieder gewählt: Herr Beeter Wilhelm, Oberhollabrunn, Kultusvorsteher, König Theodor, Retz, .Kultusvorsteher-Stellvertreter, Hauser Wilhelm, Oberhollabrunn, I. Beirat, Skutetzky Emil, Oberhollabrunn, II. Beirat, und Herr Ranzenhofer Karl, Oberhollabrunn, Kassier. Ferner gehören dem Ausschüsse an die Herren: Dr. Emanuel Ritter, Stabsarzt i. P., Oberhollabrunn, Schidlof Sigmund, Oberhollabrunn, Kurz Ignaz. Retz, und Griinwald Bernhard, Mailberg. Als Ersatzmänner die Herren: Fleischmann Josef, Schendorf, Berger Karl. Hadres, und Ehrlich Rudolf, Rctz. Als Vertrauensmänner in den verstärkten Kultusausschuß die Herren: Weinberger Leopold, Oberhollabrunn, Berger Michael, Oberhollabrunn, Pisker Jakob, Hardega, Seidl Bernhard, Haugsdorf. Kurz Julius, Retz, Weyer Rudolf, Schöngrabern, Schön Edmund, Ravelsbach, Abeles Rudolf, Eggendorf, und Schimerlik Max, ZierSdorf. Kutina. Im Alter von 75 Jahren starb hier Herr Ignatz Pölitz e t, Vater des Präsidenten unserer Kultusgemeinde, Bezirksarztes Dr. N. P o l i tz e r. An dem Leichenbegängnis am 18. d. M: nahmen die Beamten der Bezirksbehörde teil und Herr Rabbiner T a über widmete dem Verstorbenen einen ergreifenden Nachruf. Marienbad. Verzeichnis der Häuser, deren Besitzer sich bei den letzten Reichsratswahlen in hervorragender Weise für den antisemitischen Kandidaten eingesetzt und agitiert haben. Der Besitzer vom Hotel Klinger, „ Delphi n, „ Carl ton, „ Engl. Hof, „ Wagner, Cafe Panorama, ferner die Besitzer folgender Häuser: Quifisana, Windsor, Apollo, Palladio, Auge Gottes, Lissa, Kronprinz, 3 Linden, Haus Gustav, Haus Lucker, Pyramide, Paradies Montreux, Bohemia, Nizza, König von Bayern, Coburg, St. Paris. Jüdischer Volks-Gesangverein „Harmonia" in Tarnöw. Populäre Musikabende. Noch waren die letzten Töne des jüngst im großen Sokolsaale mit riesigem Erfolge stottgefundenen Konzertes nicht verklungen, ging die Vereinsleitung gleich daran, populäre Musikabende (Entree 20 Heller) — Vokal und Instrumental — zu veranstalten. Und sie gab in den letzten paar Wochen eine förmliche Flut von solchen kleinen Musikabenden, die im Vereinssaal stattfänden. Am gelungensten gestaltete sich der Abend, der Samstag den 17. d. M. stattfand. Als Einleitung sang der Massenchor zwei Lieder: «Losung" von Szopski utid das „Wiegenlied" von Kremser, worauf Herr Dr. Joses Münz die „Sonatine 137" für Violine von Schubert und die „Mediation" von Massenet spielte; er verstand es, der Geige kapriziöse, zärtliche Töne zu entlocken, die zum Gemüte und Herzen sprachen. Stürmische Beifallsrufe zollten dem Vortragenden Dank für seine Leistungen. Sodann spielte der 15jährige Pianist Riugelheim Schumanns „Träumerei" und eine Humoreske von Dwokak mit außerordentlicher Feinfühligkeit; der junge „Virtuos" hat einen sehr leichten Anschlag und weiß Rhythmus zu wahren. - Stürmische Begeisterung rief der beliebte Sänger Herr Hermann Hnlles mit dem Liede „Am Rhein und beim Wein" von Ries und den Wolog zu „Bajazzo" hervor. Als. Zugabe schenkte der brausend akklämierte Sänger die Ballade von Loewe »Archibald Douglas", die er mit feiner geschmeidigen und wohlklingenden Stimme absang. Ein Duett von Weidt: «.Der Spielmann und sein Kind",füc Bariton üud Baß sangen die Herren Halles (Bariton) und De. Georg Daniel. Dr. Daniels tiefinnige, metallische, von schönem Timbre durchzitterte Stimme verursachte nichtendenwoüenben Beifall. Die Akkompagnements besorgte mit großem, musikalischem Sinn gefälligst Frau Dr. Helene Silbiger. Das Arrangement hatte Herr Chiel Perlstein über. Seinen Abschluß fand der Abend, der zugleich der letzte dieser Saison war, in zwei schönen Liedern, die der strebsame Chor unter Führung seines Dirigenten Herrn Feiwisch zum Besten gab. C. P. Feuilleton. Zwei Märtyrer. Ein Kapitel aus der zu schreibenden Gech i ch t e der I u d e n in S z e n i tz (Neutraer Komstat) Von Bernhard Mandl (Budapest). (Schluß.) Welch furchtbar trauriger Schewuothtag mag der 7. Sivän 5499 — er fiel damals auf den 13. Juni und, gerade wie heuer, auf erneu Samstag;— den Szenitzer Juden gewesen sein! Zwei ihrer Glaubensgenossen, unter denen der eine ihr Vorsteher war, mutzten an diesem Festtag eines unschuldigen Martertodes sterben, denn datz sie des geziehenen Verbrechens unschuldig waren, das erhellt daraus, datz ihre Gemeinde ihnen für ewige Zeiten ein Märtyrer-Seelengedächtnis bestimmte, was bekanntermatzen nur für unschuldig Hingerichtete geschehen darf. Auch ihre Vermögensumslände lassen es als undenkbar erscheinen, datz sie sich zu solch gemeinem und horrendem Verbrechen erniedrigt haben sollten. Moses Jakob war, wie aus einer drei Jahre vorher (1736) amtlich zusammengestellten Konskriptionsliste ersichtlich ist, ein wohlhabender Mann, der eine Spiritusbrennerei besatz, sich 10 Kühe und Dienerschaft hielt und seinem Grundherrn, dem reichen Baron Mar Horeczky, jährlich 35 Gulden Schutzgeld zahlte. Benjamin Wölf hinwieder, ein nach Sassin aus Stratznitz in Mähren eingewanderter Jude, war Tabakhändler und laut einer am 17. Juni 1739, also drei Tage nach seiner Hinrichtung, in Nikolsburg abgegebenen und vom dortigen Stadtrichter Gabriel Meftola beglaubigten christlichen Aussage*) in der Nacht des Kircheneinbruches, d. i. am. 10 Mai 1739, mit vier Wagen Ware und vier christlichen Kutschern einige Meilen weit von Szenitz entfernt. Auch der Umstand, datz der verursachte Kirchenschaden nur aus dem Vermögen der zum Christentum übergetretenen Salamon Lebl und Sohn und nicht auch aus dem Nachlasse der in der Haskara erwähnten Moses Jakob und Benjamin ersetzt wurde, spricht dafür, datz die Unschuld dieser zwei Märtyrer schon 13 Tage nach ihrer Hinrichtung evident wurde. **) Offenbar fielen sie der Rache oder dem Uebermute irgend eines Adeligen, am allerwahrscheinlichsten aber dem Zorn und Hatz des gewalttätigen Erbherrn von Berencs zum Opfer, der aber noch auch nach anderen Opfern lechzte, denn gleichzeitig mit Benjamin Wolf wurden noch andere unschuldige Sassiner Juden verhaftet und gefoltert, für deren Befreiung nach dem traurigen Beispiele der so rasch Hingerichteten die Judenschaft des Neutraer Komitates in einem schon am 21. Juni eingegebenen Majestätsgesuche bittend einkamen und flehentlichst baten, dem Wüten *) Landesarchiv Jnd. Konzept. Exped. 1739 Juni ad Nr. 111- **) Der damalige Szenitzer Pfarrer, Andreas Jos. Rudinszky bestätigt in einem von ihm am 26. Juni ausgestellten-Zeugnisse dem jungen Salamon Lebl, der in der Taufe den Namen Johann bekam: „ . . . illatnm. Eccleaiae Szenicziensis damnum tum ex parte sua, quam ex parte patris sui debite compensayerik.“.

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