Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 10 (10.3.1911)
- Date
- 1911-03-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 162 Dr. Blochs Wochmfchrift. Nr. 10 frank Adolf, Architekt, geb. 18. April 1879, Lnndenburg, VI, Amerlingstrasse 9. Liß Benita, geb. 24. Oktober 1879, Wien, II., Praterstrasse 13. Rosenberg Zeinwel, Apothekergehilfe, 10. Oktober 1870, Poltawa Bussland, II., Grosse Pfarrgasse 23. Sonnenschein Moriz, Verkäufer, geb. 10. Februar 1874, yi., Liniengasse 8. Spiegel Hedwig. Private, geb. 16. Jänner 1883, Wien, IX., Porzellangasse 45. Weiss Helene, geb. 20. März 1888, Wien, XX., Jägerstrasse 45. Ischl Herr Bernhard Blumenthal, Inspektor und Bahnerhaltungsvorstand der k. k. Staatsbahnen, wurde mit dem Titel eines kaiserlichen Rates ausgezeichnet. Tacharr. Der Sanitätsassistent Herr Dr. Emanuel Sperber wurde von der k. k. Statthalterei in Prag zum k. k. Sanitätskonzipisten in Tachau ernannt. Herr Dr. Emanuel Sperber der ostentativ sein Judentum zur Schau trägt, hat seine jüdische Gesinnung, ebenso bei seiner derzeitigen Beförderung, wie bei seiner im Vorjahre erfolgten Ernennung, mit einer namhaften Spende im Gotteshause dokumentiert. Durch seine uneigennützige Tätigkeit, sowie konziliantes Benehmen hat sich Herr Dr. Sperber die besondere Achtung und Wertschätzung aller Kreise erworben und erfreut sich großer Beliebtheit. Nachod. Spcnden-Verzeichnis für wohltätige Zwecke anläßlich des Ablebens des Herrn Max Goldschmied: Kais. Rat Adolf Neumanu — Wien K 100, Siegfried Goldschmied- Wien 100, Mathilde Goldschmied—Nachod 100, G istav Schur—Nachod 50, Dr. Richard Neumann—Wien 50, Berta Neumann—Wien 50, Arnold Goldschmied— Wien 50. Moritz Schur—Wien 40, Jgnctz Beck—Wien 30, Emil Goldschmied—Wien 20, Theodor Schur—Wien 20, Rosa Pollak, Dr. Leopold u. Emanuel Goldschmied—Wien 80. Dr. Sommerstein und Frau—Darachow 20, Leo und Dr. Richard Neumann—Neubrdschow 20, Dr. Richard Lobl—Aussig 20, Jem y Singer—Pardubitz 30, Karl Spitz—Pisck 40. Rudolf Haas—Prag 40, Eduard u. Sofie Pick—Triest «0, Josef A. Goldschmied—Triest 50, Jda Angelte— Triest 20, Fanny Hauser—Teplitz 20, Dr. Isidor Schur—Reichenberg 10, Henriette Grab—Wien 10, Jakob Pick—Nachod 10, Moritz Sommernitz—Nachod 10, Jakob Sommernitz—Nachod 5, Josef Lederer —Nachod 5, Siegfried Pichel—Nachod 5, Summe K 1045. Klattmr. Der hiesige Ehor- und Geselligkeitsverein hielt dieser Tage unter dem Vorsitze seines langjährigen Obmannes Herrn Rudolf Fleischer seine 30. Generalversammlung ab, die zahlreich besucht war. Der Bericht der verschiedenen Funktionäre wurde mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Die sogenannte Chanukagruppe hat während ihres Bestandes 350 arme Schulkinder bekleidet, im heurigen Schuljahre 9; allgemein wurden die Verdienste des Herrn Ignaz Lederer um diese Gruppe anerkannt. Das Vergnügungskomitee, an dessen Spitze die Herren H. Hahn, Tausiig und W. Bruml stehen, hat einige vorzüglich HÄangene Unterhaltungen veranstaltet; am 1!. d. M. findet ein -großer Masken-Purimball statt, der, nach den Vorbereitungen zu schließen, Ueberraschungen aller Art bringen wird. — Die Bibliothek des Vereines wurde* bedeutend vermehrt und w»rd vom stnd. jur. Lbtthur Steiuer musterhaft verwaltet. In den Vorstand des Vereines wurden fast einstimmig die Herren Baum, R. Fleischer, G. Hahn, F. Laschausky, Schütz, Schleißner und M. Singer g« wählt. — Zum Obmann der Chewra-Kadischa wurde der um diesen Verein hochverdiente Herr Simon Hahn, zur Präsidentin des israelitischen Franenvereines die durch Frömmigkeit und Wohltun ausgezeichnete Frau Berta Steiuer, zur Viz Präsidentin Frau J.-U.-Dr. Eleonore Steiner gewählt. — Herr Ignaz Lederer und Frau haben der Chewra-Kadischa den Betrog von 500 L gewidmet. Das Asyl in Meran. Wien, den 28. Februar 1911. Löbliche Redaktion! Der sprichwörtlich bekannte Wohltätigkeitssinn der Juden zeigt sich in den täglich in den verschiedensten Blättern ausgewieseuen Spenden, die bald dem, bald jenem humanen Zwecke dienen. Hie und da lese ich darunter Ausweise zu Gunsten des „Asyls für kranke Israeliten in Meran", welches ich gelegentlich einer Reise vorige Woche kennen zu lernen Gelegenheit hatte. Das Asyl für lungenkranke Israeliten in Meran ist eine Schöpfung, um die deren Gründer und Erhalter allgemein beneidet werden können. Ein geräumiges Haus in der herrlichsten Lage, mit allem Komfort ausgestattet, bietet es den Bedürftigen einen angenehmen Aufenthalt und die Möglichkeit, Genesung oder zumindest bedeutende Erholung zu finden. Drei Aerzte nebst Pflegerinnen sorgen dafür, daß es den Schützlingen an nichts fehlt, reichliche und kräftige Kost trägt das ihrige dazu bei, den Gesundungsprozeß zu fördern. Daß diese Anstalt, die derzeit über 100 Patienten. be-,. herbergt, große Geldmittel erfordert, ist natürlich und es stehen. dem Kuratorium bis nun hinreichende Mittel zur Verfügung. Aber es wäre gewiß in der Lage, noch mehr zu bieten, noch viel mehr zur Bekämpfung dieses fürchterlichen Leidens beizutragen, wenn sich mehr Förderer und Gönner fänden, welche dieses großartige Asyl mit weiteren Mitteln versehen würden.' Vielleicht werden Sie in einer Ihrer nächsten Nummern hierauf in entsprechender Weise Hinweisen und somit gleichfalls dem guten Werke Ihre Unterstützung verleihen. Hochachtungsvoll A. K. Trauerfeier für Baron Albert von Rothschild. zu Smyrna. In stiller Trauer versammelte sich am Sonntag den 26. Februar a. c. die jüdische Gemeinde zu Smyrna,^ um für. ihren verstorbenen Wohltäter ein Seelengebet zu verrichten. Eine, tiefe Trauer bewegte all die Hunderte, die sich in der Synagoge Kürütatch versammelt hatten. Die Nachrufe, die gehalten wurden, i drückten hohe Dankbarkeit aus für den Verblichenen, der durch Schaffung eines jüdischen Spitales und Unterstützung der be-. stehenden Wohlfahrtseinrichtungen sich hier ein edles Denkmal errichtet hat. Unter den Anwesenden erschienen u. A. die Vertretung des k. u. k. österr.-ungarischen Generalkonsulates, die Herren August Kral, k. u. k. Generalkonsul, Dr. Angelo Mar- , gulies k. u. t Konsulararzt, und Benzion Ventura, erster Dragoman des k. u. k. Generalkonsulates. Tiefergriffen verließen diese Herren nach Schluß die Trauerfeier, wobei der k. u. k. Generalkonsul Herr August Kral einen ansehnlichen Betrag für: jüdische Arme spendete. An die Hinterbliebenen des Verschiedenen würde eine Kondolenzdepesche der jüdischen Gemeinde abgesandt und am Tage der Seelenfeier wurden die Armen und Waisen ausgespeist. Lichtenberg bei Berlin. Die „Israelitische Vereinigung Lichtenberg" feierte am 27. Februar d. I. ihr löjähriges Bestehen und hielt zugleich ihren 100. Vortragsabend ab. In anerkennenswerter Freudigkeit haben die Mitglieder, aus kleinen Anfängen heraus, 'sich eine Organisation geschaffen, die heute gegen 100 Mitglieder umfaßt und in der Frankfurter Allee- 189 ein würdiges Gotteshaus, das 150 Synagogenplätze enthält, errichtet. In der Religionsschule, an der Lehrkräfte wirken, werden zirka 100 Schüler unterrichtet. Jnteressayt ist, daß es der Wirksamkeit des verdienten Vorsitzenden Herrn Eugen Lewald gelungen ist. von der Kommune Lichtenberg eine jährliche Subvention zu erhalten. Seit ihrem Bestehen hält die Vereinigung belehrende Vorträge ab. Mit besonderem Dank erwähnte der Berichterstatter Herr Dr. Birnbaum die freundliche Unterstützung, die der verstorbene Dr. Karpeles der Vereinigung durch seine Vorträge hat zuteil werden lassen. Den Festvortrag hatte Herr Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee-Berlin in liebenswürdiger Weise übernommen, der über die Bedeutung des Judentums im Leben der Gegenwart und über die Aufgaben der Berliner jüdischen Gemeinde sprach. An der recht lebhaften Diskussion beteiligten sich besonders die Herren Lewald und. Spiewkowski Den harmonischen Verlauf des Abends beschlossen künstlerische Darbietungen. Ph. G. Ein Denkmal für Cäsare Lombroso. In Verona, seiner Geburtsstadt, soll für Casare Lombroso ein Denkmal errichtet werden. Auf Anregung des italienischen Zentralkomitees sind in Deutschland die Herren Prof. Aschaffenburg (Köln), Dr. Kurella (Bonn), Geheimrat von Liszt (Charlottenburg), Geheimrat Moeli (Herzberge), Geheimrat Pelman (Bonn), Prof. Sommer (Gießen), Geheimrat Ziehen (Berlin) und Dr. Pfungst (Frankfurt) als deutsches Komitee zusammen-, getreten. In einem Aufruf wird gebeten, Geldspenden zu, diesem Zweck an die Mitteldeutsche Kreditbank in Frankfurt a. M. zu senden. Krrmitz. In Krimitz bei Pilsen ist der Privatier. Herr David Abeles im Alter von 101 Jahren gestorben. Der Verblichene, dessen Gattin bereits im 97. Lebensjahre steht, dürfte der älteste Mann des hiesigen .Bezirkes gewesen sein. Er erfreute sich bis vor verhältnismäßig kurzer Zeit einer seltenen körperlichen und geistigen Frische. Die Leiche wurde im Trauerhause in Knmitz gehoben, nach Pilsen übergeführt und daselbst auf dem israelitischen Friedhofe zur ewigen Ruhe bestattet.