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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-03-03 · 9 (3.3.1911) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
9 (3.3.1911)
Date
1911-03-03
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr 9 Dr. Bkochs Wochenschrift. Sette 15-1 der größten jüdischen Sprachpoeten (zum Unters rede von Sprachkünstier). Wohl fehlt ihm das feine musikalische Gehör für die verschiedenen Klangfarben des gesprochenen Wortes, seinen Dialogen fehlt daher auch die lebendige Knappheit eines Genredialoges. Aber Asch trägt in seinem Herzen unendliche Harmonie, er ist voller Musik und daher klingt auch seine jüdische Sprache so einschmeichelnd, weich — musikalisch. Asch ist ein Sprachdichter, nein, er ist noch viel mehr. Ich möchte da weniger über die Stillung, die Asch in der Weltliteratur einnimmt, sprechen; seine Stellung in der jüdischen Literatur ist für mich jedenfalls interkffanter. Für jeden westlichen Juden, der künstlerisch fühlt und Asch nicht als den Dichter von „Gott der Rache", sondern als den Verfasser des „Städtchens" und der „Sippurim" (erschienen in Warschau, Verlag Tuschijah) kennt, muß Asch eine künstlerische Offenbarung sein. Denn in bezug auf jüdische Kunst sind unsere westlichen Brüder wohl nicht allzu verwöhnt. Denn das, was sie jüdische Kunst nennen, ist oftmals nur ein mehr oder weniger verschleierter Panegynkus auf das Judentum, aber keine Kunst. Wenn wir auch nur diejenigen westlichen Künstler in Betracht ziehen, die schon einen Weltruf haben, so ist mit ihnen darin wenig anzufangen. Von Wassermanns nebelhaft verschwommenen Juden bis zu Schnitzlers reflektierenden jüdischen Gestalten zieht sich eine Reihe von- Juden- und Menschenkarikaturen dahin. Wenn Kunst ein Stück Leben ist, das mit den Augen eines Temperamentes, eines Künstlers gesehen ist. so sind diese Gestalten nur ein mit kranken Augen gesehenes Stück Leben. Die jüdische Literatur in jüdischer Sprache brachte zum erstenmal ein Stuck jüdischen Lebens mit den Augen eines jüdischen Künstlers gesehen. Und dazu noch der unschätzbare Vorteil, daß sie bei ihrem Schaffen nicht die Augen eines fremden Publikums auf sich gerichtet fühlte; sie schrieb für Juden ohne j de Verteidigungs- und Bekchönigungsabsicht. Daher hat auch die Literatur in Jüdisch die schöne jüdische Literatur in den europäischen Sprachen beiweitem überflügelt, darum stehen auch die gesunden Menschen — denn gesunde Juden sind auch gesunde Menschen — eines Asch turmhoch über die jüdischen Karikaturgestalten eines Zangwill, Wassermann oder Schnitzler. »vis Hilfe«, Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Friedrich Naumann, M. d. R. Nummer 8, 23. Februar 1911. Aus dem Inhalt: Friedrich Naumann: Paaschs und Heydebrand. — Theod >r H e u s s : Im Sportpalast. — Paul Rohrbach: Russland, China, Deutschland und die Türkei. — Adolf Neumann-Hofer, M. d. R.: Die Zuwachssteuer II. — Unsere Bewegung — Soziale Bewegung. — Paul Schubring: Ein Napoleon-Veteian. — Ricarda Huch: Ein vergessenes Buch aus alter Zeit, II. — Haus Hagen: Nur Volksschullehrer. — Karl Wilhelm Fritsch: Um Michelbrrg. Roman. — Paul Altheer: Rabenflug, Gedicht. — Karl Friedrich Nowak: Albert Bassermann. — Hans Rothhardt: Gartenhöfe. — Büchertisch. — Politische Notizen. — Buchverlag der „Hilfe“, Berlin-Schöneberg. Die Redaktion der „Hilfe“ ist bereit, den Lesern der „Oesterreichischen Wochenschrift“ Gelegenheit zu geben, durch ein völlig kostenloses Monatsabonnement das Blatt näher kennen zu lernen. Das freie Wort. Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Begründet von Carl Sänger. Heräusgegeben von Max Henning. Erstes Märzheft 1911. X. Jahrgang, Nr. 23. Inhalt: Wahlfieber. — Professor Dr. Jastrow: Die Lehren des Essener Meineidsprozesses. I. — Theodor Butz: Preussen, der Vatikan und das deutsche Volk. — Paula Messerplatz (Giessen): Der Kampf um das Frauenstimmrecht in England im Jahre 1910. — Justus: Der Staat im Staate. Ein Bildchen aus Oesterreich. — E. C. Rupert: Eine deutsche Abrechnung mit Rom. — Ernst Kriech: Samuel Lublinski. — Kleine Mitteilungen. — Beilage: Der Dissident. Neuer Frankfurter Verlag G. m. b. H. Frankfurt a. M. Le Traducteur. Halbmonatsschrift zum Studium der französischen und deutschen Sprache. Redaktion und Administration: La Chaux-; de-Fonds (Schweiz) Place Neuve 2. XIX. Jahrgang No. 2, 3 u.4. 16. Jänner 1911. Im gleichen Verlage: The Translator (englisch-deutsch il Troduttore (italienisch-deutsch). Werner Sombart. Die Juden und das Wirtschaftsleben. Preis M. 9.—, gebunden M. 11.-. Verlag von Duncker & Humblot, Leipzig, Dresdnersrtässe Nr. 17. Dr. M.' Bienenstock. Das jüdische Element in Heines Werken. Ein kritisch-ästhetischer Beitrag zur Heinefrage. Verlag für Literatur, Kunst und Musik, Leipzig, Kaiser-Wilhelmstrasse 62. Briefkasten „Delegierte". Der Antrag, den Leidtragenden von armen Verstorbenen eine sofortige Unterstützung zu verabreichen, wurde vom Delegierten CH. M. Haas gestellt. Julius Werdisheim, Stockerau. Die Frau des ehemaligen Abgeordneten Schönerer stammt allerdings von Juden ab, und zwar war ihr Großvater der getaufte Jude G s ch m e i d l e r. G. Deutsch, Ciueiuuati-Ohio. Ihre Bemerkung zu dem Leitartikel in N immer 3 notieren wir hier: Wohl hatte der Jude, wenn er einen Christen vor Gericht belangte, christliche Z ugen zu bringen, aber ebenso war es die Pflicht des Christen, wenn er als Kläger gegen einen. Juden auftrat, jüdische Zeugen vorzuführen. So heißt es im Privilegium Herzog Friedrich II. des Streitbaren von Oesterreich ans dem Jahre 1*44, welches ein Musterstatut für die mittelalterliche Judengesetzgebung' geworden ist (Artikel 1): »Nullns christianus contra judeum nisi cum christianö et judeo in testimonium admittatur.« Diese Gesetzgebung beruht auf dem mittelalterlichen Prinzipe des Klassenstaates, wonach jeder Angeklagte nach dem Rechte seines Standes zu richten war. T. Dudik hat unter Verkennung des Sachverhaltes von einer Bevorzugung der Juden durch Kaiser Heinrich IV. gesprochen. Eine klare Darstellung des rechtlichen Verhältn'.ffes findet sich in dem trefflichen Werke I. E. Scherer's: Die Rechtsverhältniffe der Juden in den deutsch-österreichischen Ländern. S. 291 bis 293. Leipzig 1901. Notizen. Jüdisches Theater. Regie: M. Siegler Hotel Stefanie, II.' Taborstraße 12. Ab Freitag den 3. März: „Die Goldene C h a s s e n e", komische Operette von I. Latainer. — Sonntag den 5. März, nachmittag, halb 4 Uhr: „Bar Koch ba", Operette von A. Goldfaden. — Montag den 6.' März: „H e r z a l e Mejch es", komische Operette von M. Richter. — Dienstag den 7. März zum fünfzigsten Male: „Mensch s ol men sein". Operette von Scharr. — Mittwoch den 8. März: Ehrenabend des Duettenpaares M. und Pepi Weinberg. Zur Aufführung gelangt : „G i b o r C h a j e l", Operette von I. Latainer. — Donnerstag den 9. März: „JontelSchnorrer", Operette von A Goldfaden. In Vorbereitung : „Cha i m in Ameri k a". Im Studium: „König A ch a s ch w e r o s ch". („Giselavereiu", Lebens- und AussteuerverficherungSanstalt.) Im Jahre 1910 belief sich die Neuproduktion auf 36 8 Millionen Kronen Versicherungskapital, verteilt auf 30.000 Polizzen, der Reingewinn auf 7*0.000 Kronen. Der Versicherungsstock bezifferte sich am Jahresschlüsse auf 188.320 Polizzen mit 237'4 Millionen Kronen Versicherungskapital, die Rücklage zur Erfüllung übernommener Versicherungsverdindlichkeiten auf 80 4 Millionen Kronen. Daneben bestehen Sicherhritsreserven mit 830.000 Kronen und humanitäre Fonds mit 885.000 Kronen, endlich ein selbständiger Beamtenpensionsfonds, dessen Vermögen bereits eine Million Kronen überstiegen hat. Pro 1910 wird den Versicherten, wie seit vielen Jahren eine Dividende von 6 Prozent der Jahresprämie zugeführt. Aus einem eigenen Fonds, welcher seit seinem Bestände 350.000 Kronen für den Humanitären Zweck verausgabt hat. erhielten auch im Berichtsjahre 125 bedürftige Mädchen, deren seinerzeitige Versicherungen wegen Notlage der Eltern aufgegeben worden waren, Aussteuerstipendien Der Alters, und Hinterbliebenenversorgung der akguifitorischen Mitarbeiter und Inkassanten dient der Hilfsfonds in zweckmäßiger Weise. Derselbe verfügt über ein Vermögen von 155.000 Kronen. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Vom Vorstande der Israel. Kultusgemeinde Czernowitz wird der Konkurs betreffend die Verleihung eines Löw-Friedfertigschen Stipendiums per K 200.— ausgeschrieben. Kompetenzberechtigt sind arme RahbinatskandidateD, welche in Wien oder in Prag den zur Erlangung des Rabbinats gesetzlich vorgeschriebenen Studien obliegen. Bedingung: Zuständigkeit iu einem der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Einreichstelle: Kultusgemeinde Czernowitz. Einreichungsfrist bis 7. April 1911. Näheres imA mtsblatt e der„W iener-Z e itung“ vom 24. Februar 1911. Wien, 28. Februar 1911. Konkurs. Bei der Israel. Knltusgemeinde in S'nczawa. Bukowina, ist dir Posten eines Kantops der auch Kor eh sein muss, zu besetzen. Jahresgehalt K 1200.— und freie Wohnung. Gesuche mit Belegen sind bis längstens 30. März 1911 an den Kultusvorstand Suczawa einzusenden. Nur dem Akzeptierten werden Reisespesen vergütet. Der Vorstand der Israel. Knltusgemeinde in Suczawa.

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