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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-03-03 · 9 (3.3.1911) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
9 (3.3.1911)
Date
1911-03-03
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 148 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 9 Jüdische Toynbeehalle. (XX., Othmargasse 46. (Haltestelle der Elektrischen: Jägerstraße.) DaS Wocheuprogramm ist wie folgt festaesetzt: Samstag den 4. März: Konzert. Arrangement: Pianisiin Helene Lampl. —Sonntag den 5. März: Oberlehrer: Riesenfeld: «Die Juden in Alexandrien". — Montag den 6. März: Cand. phil. I. Krug: „Benjamin D'Jsracli" (Zyklus ll) — Dieustag den 7 März: Dr. K. Kupfer: „Geschichte der Juden in Oesterreich". (Zyklus.) — Mittwoch den «. März: Konzert. Arrangement: Frau Freund Funk. — Donnerstag den 9. März: Prof. Dr. Ludwig Singer: „Grillparzer und sein Werk" (ll). — Freitag den 10. März: Rabb. cand. Bela Fischer: Bibelvortrag. Beginn an Wochentagen um halb 8 Uhr, Samstag - sowie an Sonn- und Feiertagen um 7 Uhr abends. — Anmeldungen von Vorlagen und Mitwirkungen bei Konzerten an den Obmann Doktor I. Samuely. I.. Fischerstiege 6, erbeten. DaS am 18. v. M. von Herrn Salo Lemberger veranstaltete Konzert zählt zu den gelungensten dieser Saison Mit einer Chopin'schen Nocturne und Mendelsohns „Scherzo", von der jungen Pianistin Frl. Auuie Lemberger sauber und geschmcckooll gespielt, wurde der Abend eiageleitet, worauf Herr Markus Horowitz Hornstein den l. Satz aus Beethovens Violin-Konzerte, von dem 14jährigen Klavier-Virtuosen Felix Hupka mit verblüffendem künstlerischen Verständnisse begleitet, zu Gehör brachte und sich den verdienten Dank d-s Publikums holte. In seiner launigen Weise sprach sodann Herr Prof. Nascher über talmudischcn Witz. Herr Oderkantor Reumann von der Joscfstadt erfreute das Auditorium mit Arien aus „Boheme", „Tosca" und „Rigoletro". Er wurde mit stürmischen Applaus belohnt, der sich noch steigerte, als er mit dem wohlgeschulten Bariton Herrn Lemberger das große Duett aus der „Verkauften Braut" sang. Den gelungenen Ab ud beschloß Herr Lemberger mit dem trefflichen Vortrage heiterer Lieder, wobei die klangvolle Stimme zu bester Geltung kam. Beth Haam (Jüdisches Volksheim). XVII., Hormayergaffe 7 a. Samstag den 4. März, abends halb 8 Uhr: Konzert der Gesangsschule Schlaffenberg. Mittwoch den 8. März, abends halb 8 Uhr: Diskussionsabrnd. „Die Bedeutung des Turnens für die jüdische Jugend" Referent Herr Taglicht. Wien. (Oberlehrer Ignatz Lö'w.) Die Talmud- Thora-Bolksschule. II., Malzgaffe 16, veranstaltet am Dienstag den 7. Marz d I., 10 Uhr vormittags, im Bethause daselbst eine Trauerseier nach dem ehemaligen. Oberlehrer Herrn Ignatz Löw s. A. Schiller und Gönner dieser Schule werden dazu ans diesem Wege crngeladen. Wie«. (II Universitätsreise.) Die Universitätsreise, die sich heuer nach 'Griechenland erstreckt, findet zu Ostern 1911 stctzt. Da die Anmeldung zur Teilnahme durch die F^chbereine erfolgt, werden jene jüdischen Kollegen, die sich an der Reise zu beteiligen gedenken, ersucht, Namen und Adresse dem gemeinsamen Komitee der jüdisch-akademischen Fachvereine, IX., Müllnergasse 35, bekanntzugeben, wo auch diesbezügliche Auskünfte erteilt werden. Wien. (Freitag-Abend-Borträge im Leih - Hamidrasch „Talmud Thora", II.. Malzgaffe 16.) Am 3. März. 8 Uhr abends: Herr Profeffor.Antscherl: „Meister und Meisterwerke der bebraischen Dichrkunst". Am 10. März: Herr Rabbiner L. Goldstein: Schlußvortrag. Beginn jedesmal um 7 Uhr 45 Minuten abends. Austritte aus dem Judentum Vom 19. Februar bis inkl. 25. Februar 1911. Fürst Edith. Künstlerin. II., Aspernbruckeng., „Hotel de l’Europe“. Grünwald Dr., Hermann Friedrich, Arzt, geb. 29. Jänner 1880, Wieu, IX., Porzellangasse Bla. Hailander Irene, geb. 20. Sept. 1880, Kaschau, IEI., Matxerg. 15. Hajek Gustav, Scbuhmacbergebilfe, geb. 15. Mai 1886, Prag, Böhm., XX., Brigittalände 42. Löbl Victor, Techniker, geb.- 9. November 1885. Saaz, Böhmen, IV., Mostgasse 14 Lustig Otto, geb. 17. Oktober 1856, Liesing, Paris, 45 Boulevard Magenta. Luzker Rudolf, geb. 25. Juni 1885, Wien, XVI., Stillfriedplatz 3. Nagel Friedrich (Fritz), Architekt, geb. 19. Juni 1885. Nagel Olga, Private, 8. Oktober 1883, Wien, IX, Nussdorferstr. 4. Rosenzweig Julie, Kassierin, 1. Dezember 1886, Teplitz, Böhmen, XX , Salzachstrasse 21 Sborowitz Max, geh. 21. April 1884, Prossnitz, Mähren, XVI,, Hellg. 4. Uj’hazi Ludwig, Kaufm., geb. 19. März 1868, Budapest, I., Annag. 1. Weil Emilie, Private, geb. 4. März 1878, Brandeis a. d. Elbe, XII., Schönbrunnerstrasse 290. Lu»de«b«rg. Am 21. Februar verließ unser verehrter Herr Rabbiner Dr. Groß die Stadt und die Gemeinde Lundenbürg. Herr Dr. S. Groß hat fast vierzig Jahre in unserer Gemeinde mit seltener Pflichttreue seines Amtes gewaltet — bescheiden, ein Muster und Vorbild der jungen Generation. Er erfreute sich stets, sowie dkssen Gemahlin Frau Dr. Karola Groß der ungeteilten Hochachtung der Bevölkerung und hinterläßt ein ehren- und liebevolles Andenken. Schon vor 25 Jahren lenkte er durch seine öffentlichen Vortlage, die er in Auspitz, Göding, Prag und Wien hielt, die Aufmerksamkeit auf sich. Die stets opferwillige Kultusgemeinde Lundenburg setzte ihm in Anbetracht seines fast 40jährigen, segensreichen Wirkens einen ansehnlichen Ruhegehalt aus. Infolge eingetretener Kränklichkeit des verehrten Herrn Rabbiners mußte der Kultusvorstand zu seinem größten Leidwesen von der geplanten Abschiedsfeierlichkeit Abstand nehmen und sich auf die Ueberreichung einer Dankadresse beschränken. Herr Dr. S. Groß übersiedelte nach seiner Vaterstadt Bielitz, begleitet von den Segenswünschen seiner treuen Gemeinde. Budapest. Dr. Samuel Rado, Chef des „Ungar. Telegr. Korrespondenzbüros", und Dr. Ludwig B r o d y, Redakteur des „Neuen Pester Journal", erhielten die Hofralswürde und Dr. Sigm. Schiller, Redakteur des „Pester Lloyd", den Eisernen Kronenorden 3. Klasse. Des jüdischen Tischlermeisters Ludwig Dalnokis Lustspiel „Der Pester Junge" wurde im Kecskemeter Stadttheater mit großem Erfolg gegeben. Neutra. Am 16. Februar fand hier die Trauung des Advokaten Dr Hugo Milch mit Fräulein Gisela Schiller, Tochter des Hoteliers Schiller statt. Den Trauuuasakc vollzog Rabbiner Doktor Klein, die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Jenö Weis). Bei der Trauung erschien eine große Menge der Freunde und Verehrer der Familie, um den Eltern und dem Brautpaare seine Glückwünsche darzubringen. Mährisch - Ostrau. (T r a u e r g o t t e s d i e n st.) Die hiesige israelitische Kultusgemeinde veranstaltete gestern abends im hiesigen Haupttempel zur Erinnerung an den verstorbenen Freiherr Albert ».Rothschild, dem ja das hiesige Jndustriercvier den größten Teil seines Aufschwunges dankt und der sich durch zahlreiche Wohltätigkeitsakte besondere Verdienste erworben, einen solennen Trauergottesdienst. Zu demselben hatten sich der Bürgermeister und der Vizebürgermeister der Stadt Mährisch-Ostrau, sämtliche Oberbeamte, Betriebsleiter und dienstfreie Beamte der Witkowitzer Steinkohlengruben, ferner Vertrtter des Eisenwerkes Witkowitz, der NordbahngrubiN und der Fürst Salm-Gruben, die gesamte Kultusgkmeinde-Vertretung unter Führung des Präsidiums, der Vorstand des Frauenvereines, die Zöglinge des Rolhschild'schen Waisenhauses und zahlreihe Gemeindemitglieder eingesunden. Nach einigen durch Oberkantor L ö w y mit dem Tempelchore vorgrtragencn Trauerpsalmen hielt Rabbiner Dr. S p i r a eine Gedächtnisrede, in welcher er insbesondere die Treue des Verblichenen für das Judentum, sein segensreiches, humanitäres Wirken und seine Bedeutung für die Entwicklung des hiesigen Jndustrierevieres würdigte; sein Andenken werde durch die von ihm geschaffenen Werke der Humanität und insbesondere die Kranken- und Waisenhäuser ein ewiges und unauslöschliches bleiben. Die erhebende Trauerfeier hatte auf. alle Anwesenden einen tiefen Eindruck hervorgerufen. Olmütz. Der hiesige Kantor Herr Otto Friedländer hat dieser Tage folgende ihn ehrende Zuschrift von dem Präsidenten der Kultusgemeiude Olmütz erhallen: Wohlgeboren Herrn Otto Friedländer, II. Kantor, Olmütz. Der gefertigte Präsident fühlt sich angenehm veranlaßt, Ihnen mitjuieileir, daß der Kultusaus schuß in der am 19. Februar 1911 abgehaltenen Plen'rsitzung beschlossen hat. Ihnen in Würdigung der bisher tadellosen Erfüllung Ihrer Amtsobliegenheiten die Standesbezeichnung eines „II. Kantors" zuzuerkenncn. Indem ich mich beehre, Sie hievon mit dem Bemerken in setzen, daß Ihnen diese Ehrung ein Ansporn weiterer strikter Pflichterfüllung sein möge, zeichne achtungsvoll als Kultuspräsideut Dr. Eben. Olmütz, am 21. Februar 1911." Die Olmützer israelitische Kultusgemeiude gehört zu jenen vornehmen Gemeinden, die die Leistungen ihrer Kultusbeamten zu würdigen jederzeit gerne bereit sind.

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