Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 7 (17.2.1911)
- Date
- 1911-02-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 7 Dr. Blochs Wochenschrift. Sette 103 Außerdem kondolierten: Erzherzogin Maria Theresia und Erzherzog Leopold Salvator, Prinz Franz Josef von Braganza, Obersthofmrister Fürst Montenuovo und Fürstin Montenuovo, Minister des Aeußsren Graf Aehrenthal und Gräfin Aehrenthal, Fürst und Fürstin Trauttmansdorff, Fürstin Pauline Metternich-Sandor, Fürstin Khevenhüller, Prinzessin Rosa Croy, Prinz Alfred Liechtenstein, Fürst und Fürstin Dietrichstein, Fürst und Fürstin Schönburg-Hartenstein, Fürst und Fürstin Fürstenberg, Fürstin Leontine Fürstenberg. Fürst Kinsky, Fürst Auersperg. Prinz Gottfried Hohenlohe-Schillingsfürst, Prinz Leopold Croy, Oberstkämmerer Graf Leopold Gudenus, Statthalter Graf Lielmansegg und Gräfin Kielmansegg, italienischer Botschafter Herzog von Avama, französischer Botschafter Crozier, deutscher Botschafter von Tschirschky und Frau v. Tschirschky, englischer Botschafter Sir Fairfar Leigthon Cartrocight und Lady Eactwright sowie viele andere Mitglieder des diplomatischen Korps und des Hochadels. Der Oberst und Regimentskommandant der Sechser- Dragoner Alfred Freiherr v. Dachenhausen kondolierte im Namen dieses Regiments. Wohltätige Zuwendungen de'r freiherrlichen Familie Rothschild am Begräbnistag. 2m Sinne des vom verewigten Freiherrn Albert v. Rothschild ausgesprochenen Wunsches haben die Hinterbliebenen zur Verteilung an würdige Arme am Tage der Beerdigung an die niederösterreichische Statthalterei . 100.000 K. an den Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Wien . ._. . . . . 100.000 R. an das königlich ungarische Ministerium des Innern in Budapest . .. 50.000 K. an den Vorstand der fortschrittlichen israelitischen Kultusgemeinde in Budapest . . . 50.000 R. übergeben lassen. Trauerkundgebung der Wiener israelitischen Kultusgemeinde. In der Sonntag stattgefundenen Plenarsitzung des Vorstandes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde hielt Präsident Dr. Alfred Stern folgende Ansprache : Ein großes, schweres Unglück hat unsere Gemeinde betroffen. Gestern morgens ist Baron Albert Rothschild gestorben. Gestern abends hat die Jahressitzung der Nothschild'schen Künstlerstiftung, welche ihr Entstehen dem Dahingeschiedenen verdankt, stattgefunden. Die unter den Anwesenden wohl nur mir bekannte Geschichte der Entstehung dieser Stiftung gibt ein schönes Bild der Gesinnung und Tätigkeit des Verewigten, daß ich glaube, sie gerade heute mit kurzen Worten Ihnen vorführen zu sollen. Ich hatte mich vor Jahren für einen notleidenden jüdischen Maler an Baron Rothschild mit der Bitte um Hilfe gewendet und die Erwiderung auf meine Bitte war sofort der spontan kundgegebene Entschluß der Errichtung einer Stiftung von K 200.000.— für aufstrebende jüdische Künstler. Unter Mitwirkung des. Baron Rothschild wurde sofort das Statut der Stiftung entworfen und hat der edle Stifter auch in der Folge sein reges Interesse bewährt. Es ist bekannt, welch lebhaftes Interesse der Dahingeschiedene gleichwie auch andere Mitglieder in seiner Familie an der Rothschild'schen Famckienstiftung, dem Spitale unserer Kultusgeweinde, nahmen. Als vor kurzem der Aerztestand in unserem Spitale eine Vermehrung erfuhr und ich den Dahingeschiedenen aufmerksam machte, daß hiedurch sowie auch durch verschiedene, im Laufe der Zeit, im Verfolge der fortschreitenden wissenschaftlichen Behelfe errichteten Hilfsinstitute die Räumlichkeiten für die Aufnahme von Kranken immer mehr beengt werden, fich als unzureichend erweisen, erklärte er sich sofort bereit, der Kultusgemeinde die Mittel zur Erwerbung eines für Unterbringung jener Hilfsinstitute geeigneten Nachbarhauses zur Verfügung zu stellen und ist, wie Ihnen bekannt, dieses Nachbarhaus seither angekauft worden. Wie seit langen Jahren war es stets und auch in den letzten Tagen sein Herzenswunsch, daß ein der Ehre, Würde und Bedeutung der großen Wiener Kultusgemeinde entsprechender großer Repräsentationstempel in der Inneren Stadt erbaut und hiedurch einem geradezu schreienden religiösen Bedürfniffe abgeholfen werde. Schon vor vielen Jahren hat er in einer Versammlung, welche in diesen Räumen stattfand, einen Beitrag von K 300.000.— zugesagt und im Laufe der Jahre bei verschiedenen Anläffen hat er mich oft und oft daran gemahnt. Er erklärte es als selbstverständlich, daß jedes Mitglied der Gemeinde, insbesondere jedes Mitglied des Kultusvorstandes von dem Gefühle der Notwendigkeit der Erbauung eines derartigen Gotteshauses in Wien tief durchdrungen sein muß. Und als nun in den letzten Wochen einmal er wieder darauf zurückkam und ich bemerkte, daß unter den heutigen Verhältnissen und bei den beschränkten und gerade jetzt so vielfach in Anspruch genommenen Mitteln der Kultusgemeinde ein jene damals genannte Summe vielfach übersteigender Beitrag von seiner Seite zu erhoffen sei, und ich eine solch hohe Ziffer nannte, glaubte ich aus der Art und Weise, wie er mein Begehren ausnahm, zu entnehmen, daß ec dagegen im entscheidenden Momente sich nicht ablehnend verhalten dürfte. Was er im Bereiche der Wohltätigkeit, insbesondere bei den großen Hilfsstationen, als es galt, Tausende und Tausende unserer verfolgten Glaubensbrüder vor Not und Elend zu retten, geleistet hat, das ist mit ehernen Lettern in der Geschichte unserer großen Hilfsvereine eingetragen. So zeigte fich der Verewigte als einer der größten Wohltäter unserer Gemeinde, als ein Förderer der künstlerischen Bestrebungen unserer Glaubensbrüder, als ein warmer Anhänger und Förderer ihrer gottesdienstlichen Einrichtungen, als ein edler, treuer Glaubensbruder, dessen Andenken in unserer Gemeinde ein unvergängliches, gesegnetes ist und bleiben wird. Und so wollen wir hoffen, daß, gleich wie ec im Sinne seiner Voreltern, auch seine Söhne in seinem Sinne fortwirken werden. Sie haben durch Erheben von den Sitzen der Trauer Ausdruck gegeben und stimmen zu, daß diese Trauerkundgebung auch den Söhnen des Dahingeschiedenen mitgeteilt und dem Protokolle einverleibt wird. Das Leichenbegängnis. U.uer ungewöhnlicher Teilnahme seitens aller Kreise der Resioenz fand das Leichenbegängnis am!4. d. M. statt. In unübersehbaren Reihen fuhren vor dem Trauerhause die Wagen und Automobile vor, die die Trauergäste aus allen Kreisen der Gesellschaft und der Hocharistok.atie, der Finanzwelt und der Behörden brachten. Eine große Anzahl der Trauergäste hatte sich in die Appartements begeben, um den Mitgliedern der Familie Rolhschcko ihr Beileid auszudrücken. Der weitaus größte Teil der Anwesenden hatte sich im Vestibül und im Vorhof veisammelr. Lautlose Stille trat ein, als vor 11 Uhr die tiefgebeugten Mitglieder der Familie aus den Gemächern im ersten Stocke heräbkamen und ins Vestibül traten: Baron Alfons, Baron Louis und Baron Eugen Rothschild, Baronin Valentine, dann Baron und Baronin Eduard Rothschild aus Paris, Madame Ephrussi-Rothschild, die Schwägerin des Verblichenen, Rudolf v. Goldschmidt-Rothjchild aus Frankfurt am Main. Sie begaben sich in den Parterresalon, in dem die Leiche aufgebahlt lag. Ja der Trauergesellschaft sah man in Vertretung des Herzogs Ernst August von Cumberland Hofmarschall Grafen Grotte, Prinzessin Elvira von Bayern, die Minister Graf Stürgkh, Dr. Mayer, Graf Wlckenburg, die Botschafter Herzog von Avarna, von Tschirschky, Crozier und Mac Kerens, die Gesandten Baron Tücher, Duzell und Graf Beck-Friis, Oversthofmeister des Erzherzogs Rainer Graf R o s e n b e r g-O r s i n i, Statthalter Grafen K ie lmannsegg und Gemahlin, Fürstin Pauline Metternich, Botschaftsrat Grafen Wald bürg und Mckitärattache Grafen Kageneck von