Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-02-03 · 5 (3.2.1911) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
5 (3.2.1911)
Date
1911-02-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021927-3021933--19941-3044952
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 5 Dr. Blochs WocheichhM. Seite 79 einem bestehenden Museum geschenkt werden, wo diese Gegenstände jedoch nicht zur Geltung kommen. Der Aufruf erblickt in der Schaffung eines solchen Museums ein wirksames Mittel, in der jüngeren Generation die Achtung und Ehrfurcht vor dem Andenken ihrer Altvordern zu erwecken und zu befestigen. Ei« jüdisches Stück im Moskauer Aristokratentheater. Vorige Woche wurde im Moskauer „Kunsttheater" oder, wie es allgemein genannt wird, „Aristokratentheater" ein neues Stück des bekannten rusfisch-jüdischen Dichters Simon Fuschtewitsch aufgesührt. Das Drama, das den Titel „Miserere" führt, behandelt die traurige Lage der Juden in Rußland. Das Stück wurde vom Publikum abgelehnt. Ueber den Eindruck, den diese Ablehnung auf ihn gemacht habe, befragt, antwortete der Autor einem Redakteur des „Ustro Rosste": „Ich bin stolz darauf, daß das Stück im Moskauer Theater aufgeführt wurde. Ich betrachte es als ein wichtiges Ereignis, daß in dem nationalsten Theater Rußlands ein jüdisches Stück zur Annahme gelangte, genau so wie rusfische, englische, französische und norwegische. Hiermit wurde zum ersten Male auf der vornehmsten rusfischen Bühne gewissermaßen die jüdische geistige Gleichberechtigung ausgesprochen. Spätere Geschichtsschreiber werden dieses Datum registrieren müffen und unbeschadet dessen, daß das Stück selbst keiyh günstige Aufnahme gefunden hat. Wenn jemand Mr. Loeb heißt. Der Steuerdirektor der Stadt New-Iork und gewesene Sekretär des Expräfidenten R o o s e v e l t, Mr. William, mußte es wiederholt unangenehm verspüren, daß es selbst im freien Amerika nicht als gesellschaftliche Empfehlung gilt, wenn man Mr. Loeb heißt. Mr L o e b hatte wiederholt sich bestrebt, den Nachweis zu erbringen, daß er nicht nur selbst kein Jude sei, sondern auch nicht von Juden abstamme. Um nun allen Verdächtigungen ein für allemal die Spitze abzubrechen, entschloß er sich, seine Mitgliedschaft in dem exklufivsten antisemitischen „Union League Club" von New-Aork anzumelden. Er hatte aber Pech, denn der Vorstand des Klubs hatte seine Werbung zurückgewiesen mit der ausdrücklichen Begründung, daß Bedenken bestehen, ob Mr. Loeb nicht selbst Jude sei oder zumindest von Juden abstamme. Einmal hatte Mr. Loeb schon eine solche Unannehmlichkeit zu bestehen. Es war damals, als er eine Dame, namens Miß Nadage Doree, eines Sonntags einsperren ließ, weil sie vor der Präfidialkapelle eine Flugschrift verteilte, in welcher der damalige Präsident Roosevelt aufgefordert wurde, sich der verfolgten rusfischen Juden anzunehmen. Miß Doree bestand damals darauf, daß Mr. Loeb eingehend über seine Abstammung ins Kreuzverhör gezogen werde, weil sie Nachweisen wollte, daß er ein eingefleischter Antisemit sei, „w i e alle Juden, die ihren Glauben schnöde verlassen". Ihrem Wunsche wurde keine Folge gegeben und so blieb die Abstammung Mr. Loebs nach wie vor ungeklärt und das ließ ihn nun der „Union League Club" büßen. Armer Mr. Loeb! Kongreß der jüdischen Gemeinden in Amerika. Am 17. d. M. begann in New-Ivrk die Tagung der diesjährigen Versammlung des Verbandes der reformierten Synagogengemeinden von Amerika. Dieser Tagung, für welche große Vorbereitungen getroffen wurden, wird in den betreffenden Kreisen große Bedeutung beigemeffen, da hervorragende Persönlichkeiten, so auch Präsident Taft, Expräfident Roosevelt und der gewesene Botschafter Oskar Straus ihr Erscheinen zusagten und Gegenstände zur Beratung gelangen sollen, welche den engen Rahmen der religiösen Angelegenheiten überschreiten. Gleich am ersten Tage wurde eine Resolution gefaßt, in welcher Präsident Taft aufgefordert wird, sein bei seiner Wahl gegebenes Versprechen einzulösen und den amerikanischen Juden, die mit Pässen versehen find, die Freizügigkeit in Rußland zu sichern. An dem Kongreffe nahmen 400 Delegierte aus allen Teilen der Bereinigten Staaten teil. Der erste Mische Kolomsationskongreß in Argentinien. Der für den 17. Dezember 1910 nach Buenos-Aires einberufene erste Kongreß jüdischer Kolonisten war nicht so stark besucht, wie erwartet wurde. Es waren im ganzen vier Kolonien durch 12 Delegierte vertreten. Nach eingehender Beratung, an welcher auch viele Juden aus Buenos-Aires teilnahmen, wurde die Gründung einer „Confederacion Aericka Argentina Jsraelita" beschlossen und das Statut der Gesellschaft genehmigt. Die Konferenz Motz mit einem Hoch auf die argentinische Republik. Vermischtes. Kranzublösungsfpeuden zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Marie Großberg: Von M. A. Markus X 5, Josef Kolischer 10, Isidor Goldberg 5. Zusammen X 20. Anläßlich des Ablebens des sel. Heinrich S ch ö n f e l d: Von Personale der Firma Boschan u. Komp. X 5J. Anläßlich des Ablebens des sel. Osius Birnbaum: Von Geschwister Birnbaum, X 17. Anläßlich des Ablebens des sel. Emma K a r p e l e s: Von Friedrich und Josef Stiaßny K 100, Alfred Stiaßny 50, Rudolf Stiaßny 50, Dr. Artur Schüller 20, Moriz und Bertha Reif 30, Henriette Strakosch 30, Julius Bachrach -.0, Dr. A. Bing 50, Otto Strakosch 30, Dr. Hermann Popper 30, Dr. Armin Tofler und Frau 50, Alfred Heinsh:imer 50, Siegmund Jchenhäuser 50, Alexander Weiner 50, Felix Hirsch 50, Dr. Friedrich Frey 50, Leopold Pollack 50, Helene Emmerling 5, Alfred Jaray 5v, Otto Strakosch 30. Dr. Robert Hirsch 50, Olivia Kuranda 20, Ernst und Martha Hirsch 5v. Zusammen X 975. Anläßlich des Ablebens des sel. Isidor S ü s z: Bon Jacques Geiringer K 10. Bernhard Bettelhetm 10, Wilhelm Peer's Nachfolger 10, Karl Süß 10, Sigmund Süß 5, Franz Süß 3, Dottor Arthur Süß 3. Karl Heller 5, Jakob Egg *0, Adolf Geiringer 10, Adolf Lengyel 10. Zusammen K 96. Anläßlich des Ablebens des sel. Babette Dreh: Von I. RoubiLek K 20. Anläßlich des Ablebens des sel. Josef R a s k i n: Von Max Popper X 10. Anläßlich des Ablebens der sel. Babette Fischer: Vom Personale der Firma Gottlieb Kantor X 30, Kom.-Rat Gottlieb Kantor 20. Zusammen X 50. Anläßlich des Ablebens des sel. Julius K o r e tz: Von Rosa Kohn 20, Dr. Alexander Kirsch^LO. Reg.-Rat. Dr. Steger 20, Salo und Camilla Kohn 30, Dr. Viktor Block 10. Zusammen K 100. Anläßlich des/Ablebens der sel. Amalie Deutsch: Von Emil Wessely X 20/Karl Wesiely 20, Dr. Ernst Schlesinger 20, Eduard Schweinburg 20. Zusammen X 80. Anläßlich des Ablebens der sel. Guste Allerhand: Von Jsak Schrötter X 5, Pinkas Steinberg 2, Max Zerner 5. Zusammen X 12. Anläßlich des Ablebens Her sel. Mathilde Goth: Von Johann Goth X 5, Ludwig Fleischer 2, Leopold Herzog 10, Familie Börserat Salo Beer 20. Zusammen X 37. Anläßlich des Ablebens der sel. Amalie.Deutsch: Von Karl Schostal X 5. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosalia Adler: Von. Adolf Fleischmann X 10, Adolf Adler 10, Helene Weiß samt Kinder 10. Zusammen X 30. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Moriz^ L rdj't enstein: Von Familie Hermann Müller X 20. Anläßlich des Ablebens der sel. Marianne^S i n g'e r: Von Julius Modern X 20. Anläßlich des Ablebens.der, sel. Karoline^ G.lesinger: Von kais. Rat Alois Lemberger X 100,' Fanni Löw-Collorcdo 50, Oskar Loew 20, Dr. Sonderling 20, Dr. Rosenthal 20. Zusammen X 210. Anläßlich des Ablebens des sel. k. k. Oberst .Friedrich Mandel: Von Dr. Josef Steinberg, Advokat X 20, Dr. Ritter, k. k. Stabsarzt, 20, Josef Mauksch 20, Dr. H. Bum 20. Zusammen X 80.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.