Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 4 (27.1.1911)
- Date
- 1911-01-27
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 4 Dr. Vlochs Wochenschrift. Sette 65 scheinen. Der geistvolle Schriftsteller Herr Dr. Egon Fridell trug einige felb'tverfaßte Skizzen vor, welche gleichfalls vesiäll g ausgenommen wnroen Den Kelteren Liedervoi trägen des bekannten Wiener Lieblings Josef Joseph! folgte stürmischer Applm«. Den Schluß der wirklich gelungenen Akademie machte Frl. Louise Kartousch in Begleitung des Komponisten und Kapellmeisters Stolz. Ihrer graziösen Anmut und ihr. m hinreißenden Temperament wurde lebhafter Beifall. Um die Klav'erbeglelrung machten sich der Klaviervirtuose, H rr Prof. Richard Pahlen und Frau Berta Silbermann verdient. Nun konnte die Jugend von ihrem Rechte Gebrauch machen und tanzte bis in den hellichten Tag bei den Klängen der Kapelle des bosn.-herz. Jnf.-Regt. Nr. 1. Das Arranaement des Tanzkränzchens leitete der bekannte Tanzmeister Jacques Löw. Austritte aus dem Judentum Vom 16. bis inkl. 23. Jänner 1910. Gessler Gisela, ledig. Private, geb. 2. April 1887, Freudenthal (Oest.-8chlesien), VI., Kaunitzgasse 85. Goldschmit Marianne geb. Kahnemann, verh , geb. 17. November 1884, Wien, III, Neulinggasse 18. Goldschmit Wilhelm Ernst, verh., Privat, geb 8. Mai 1878, Ludwigshafe t a. Pb. III., Neulinggasse 18.’ Goldberger de Buda Paul Philipp, ledig, Chemiker, geb. 14. Jänner 188i, Wien, I., Zeiinkagasse 2. Kohn Max, verh., Beamter, geb. 27. Juni 1871, Temesvar-Gyarvaros, Ungarn, XX., Klosterneuburgerstrasse 107. Klötzel Klara, verh., Kaufmannsgattin, geb. 10. Dezember 1860, B »tuschan, Rumänien, IX., Währmgeratrasse 20 Kremnik Dr. Alexander, ledig, prakt. Arzt. geb. 17. Juni 1874, Moskau, IV., Favoritenstrasse 21. Mühltau Amalie, verh, Privatbeamtensgattin, geb. 29. Oktober 1859, Wien. VI., Mollardgasse 9. Mynatt Marianne, evang., geb. 27. Februar 1904, Wien, III., Marokkauergasse 1. Mynatt Bianca, evang., geb. 8. April 1907, Wien, III., Marokkanergasse 1. Mynatt Marianne geb. Kauder, verh., geb. 22. September 1876, Wien, III, Marokkanargasse 1. Neutra-Neutra Josefine Therese, ledig, Private, geb. 19. Jänner 1886, Wien, 11., Taborstrasse 72. Nettei Friedrich, ledig Ingenieur, geb. 3. Jänner 1888, Königinhof, III. Löwengasse 25. Pfalzner Helene, ledig, Kontoristin, geb. 4. Mai 1888, Wien, IV., Mostgasse 9. Reichmann Eduard, ledig, Student, geh. 20. März 1891, Wien, I., SchauÜergasse 2. Spanier Ludwig, ledig, geb. 15. Jänner 1882, Wien, Ottakring, VIII., Aiüertplatz 1. Wolf Robert, ledig, Agent, geb. 4. Juli 1887, Wien, I., Stadiongasse 4. Butschowitz. (Mähr.en) Montag den 9. d. M. wurde der Nestor uirseier altehrwürdigen Gemeinde, weiland Herr Max StiaßnY zur ew'gen Ruhe gebettet. — Der Verewigte hat durch vrcle Jahre auf sämmtlichen Gebieten unserer Kultusinstitutionen Hervorragendes geleistet, so daß anläßlich seines Hinscheidens sowohl die Repräsentanz der Knltusgemeinde als auch der Gesamtausschuß der Chewra-Kadischa im Sitzungssaale eine Trauerkundgebung veranstalteten, bei welcher der II. Kultusbeirat Herr Fritz Stiaßny, den Verdiensten des Duhingeschiedencn in beredten Worten Ausd.uck verlieb. Zum Zeichen der Dankbarkeit wurde diese Trauerkundgebung protokollarisch verzeichnet und hievon dem ältesten Sohne, unserem Kultusvorsteher, Herrn Ignatz Stiaßny, in einem überreichten Kondoleiizschreiben Mitteilung gemacht. Belm Leichenbegängnisse dokumentierte sich so recht die allieitige Verehrung, deren sich der Entschlafene erfreute, denn alle Schichten der Bevölkerung ohne Unterschied der Konfession strömten zum Trauerhause, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Die Trauerfunktionen wurden von unserem Bezirks-Rabbiner Max Steif und Kantor E. Rosenfeld in würdiger Weise versehen. . Straßnitz (Mähren). Der Oberlehrer der israelitischen Schule, Herr Hermann Stern, hat einen schweren Verlust erlitten. Seine Gattin, Frau Amalie Stern, hat sich vor zwei Monaten zur Behebung eines Leidens nach Wien begeben und wurde heute dort unter allgemeiner Teilnahme beerdigt. Tabor. Bei der am 22. Jänner 1911 stattgehabten Generalversammlung des hiesigen israelitischen Frauenvereines „Chanuka" wurden in den Vorstand gewählt: Frau Malvine Wodicka, Präsidentin; Frau Leonie Reiner, Präfidentin- Stellvertreterin; Frau Klara Guttmann, Kassierin; Frau Anna M e n d l, Schriftführerin; ferner Frau Jda Stein und Frau Hedwig W e i s l o v i t c, Prerau. (Trauungen.) Fräulein Hedwig Fall, Tochter des Kapellmeisters Moriz Fall, Schwester des Komponisten Leo Fall, wurde im Saale des Restaurant Haas mit Herrn Fabrikanten Emanuel B atschan aus Holleschau getraut. — Fräulein Elsa Spitzer, Tochter des verdienstvollen Herrn Kultusvorstehers David Spitzer aus Leipnik, wurde mit Herrn Friedrich Lafus aus Wien, Disponenten des Hauses Neumann, getraut. Bodenbach. Herr Eduard S a l z m a. n n, Borbeter und Schächter bei der israelitischen Kul'usgemeinde Bodenbach a. d. E., wurde von der israelitischen Kultusgemeinde Dresden als Kantor und Schächter engagiert. Groß-Meseritsch. Sonntag den 29. Jänner, Erew Rausch-Chaudesch Schwat, feiert Herr Samuel Drechsler hier im engsten Familienkreise seinen 70. Geburtstag. Kaiserliche Auszeichnung an eine illustrierte Jargonzeitung. Anläßlich des 80. Geburtstages des Kaiser- Franz Joseph hat die vom Schriftsteller Jonas Krepel in Krakau herausgegebene „Jüdische illustrierte Zeitung" eine Festnummer mit Original-jüdischen Artikeln über das Leben des Kaisers herausgegeben. Ein besonderes Exemplar in Prachtband wurde am 18. August an den Kaiser nach Ischl gesandt. Dieser Tage erhielt nun die Redaktion des genannten Blattes eine Mitteilung der Statthalterei, in welcher dem Redakteur der Allerhöchste Dank ausgesprochen und gleichzeitig bekanntgegeben wird, daß die betreffende Nummer der k. k. Fideikommißbiblothek einverleibt wurde. Feuilleton. Der Tantroma« eines rnffisch-jn-ifchr« Mädchens in Irrnsalem. Auf Grund persönlicher Erlebniffe dargestellt von Phil, lliestrudorf. (Fortsetzung.) Die Mutter hatte in einen kleinen jüdischen Hotel in Odessa Absteigquartier genommen und war fest entschlossen, die Stadt nicht eher wieder zu verlassen, bis sie die übernommene Mission und Mutterpflicht mit Erfolg gekrönt sehen würde. Wer beschreibt da nun aber das allgemeine Erstaunen und den freudigen Schrecken der Mutier, als nur wenige Tage nach dem Besuche in dem Odessaer Kloster die Tochter in ihren Nonnenkleidern in der höchsten Aufregung und Verwirrung zu der Türe des jüdischen Gasthauses, in welchem die Mutter sich aushielt, hereingestürzt kam und mit por Furcht erstickter Stimme und mit händeringendem Flehen sie vor ihren Verfolgern zu retten und zu schützen bat! Im nächsten Augenblick hatte sie sich, trotz ihrer sichtbaren physischen Erschöpfung, mit aller Hast auch schon die Nonnenkleider vom Leibe gerissen, und erst als man sie, so gut es in der Eile eben gehen wollte, mit anderen, gewöhnlichen Kleidern versehen und sie sich von ihrer Bestürzung und gänzlichen Fassungslosigkeit ein wenig beruhitg und erholt hatte, war sie fähig, zu berichten. was sich denn eigentlich nach dem Besuch der Mutter im Kloster mit ihr weiter zugetragen und wie sie auf so rätselhafte und ganz unbegreifliche Weise jetzt in das jüdische Gasthaus komme. Wie den Nonnen in Jerusalem, so war es auch den „Schwestern" in Odessa im höchsten Grade unangenehm, als es sich herausstellte, daß der Mutter und den Angehörigen des jüdischen Mädchens auf rein unbegreifliche Weise auch dessen neuer Aufenthaltsort bekannt geworden war, und sie beschlossen daher. sofort nach dem Weggang der Mutter aus dem Kloster die junge jüdische Nonne ohne Verzug in ein anderes weiter entferntes Kloster in der Provinz zu schaffen. Darum erhielt ein russisch«