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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-01-29 · 3 (29.1.1911) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
3 (29.1.1911)
Date
1911-01-29
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Nr. 8 De. Blochs WochenfchM. Sette 48 stellten Zöglingsarbeiten der Horte: Knabenhort XX., Othmargaffe 46 (Leiter Lehrer Zwirn). Mädchenhort XIV., Herklotzgasse 21 (Leiterin Frl. Sachs), Knabenhort XIV.. Herklotzgafse 21 (Leiter Lehrer Hnschak), besichtigt, womit die Generalversammlung unter lebhaften Ovationen für die Funktionäre der Vereine ihr Ende fand. Beth Ha'am (Jüdisches Bolksheim) * XVII., Hormayergasse 7 a. Samstag den 21 Jänner, halb 8 Uhr abends: I. Mufikgeschichtliche Einleitung: H. Aork-Steiner. II. Konzert unter Mitwirkung der Damen Fräulein Katny, Fräulein Lamm und der Herren Dr. M e n a s ch e, Rudolf Nettl und Dr. Bendiener. Mittwoch den 25. Jänner: Herr Sekretär Siegfried Fleischer: Die Stellung der jüdischen Frau. Anschließend Diskussion. Freundliche Anerbieten für Vorträge oder Konzertmitwirkungeu find zu richten an H. York-Steiner, XVII., Hauptstraße 67. Samstag den 14. Jänner las Herr Oberlehrer Riesenfeld über Lichtfeste. Seine sehr intereffanten Ausführungen begannen mit einer historischen Zusammenstellung der Lichtfeste bei deu alten Völkern und schloffen mit einer Gegenüberstellung von Chanuka und Weihnachten. Herr Riesenfeld geißelte die üble Gewohnheit der modernen Juden, die den Christbaum bei sich einführen. Sehr wichtig war die Anführung dessen, was sich die Christen bei einer solchen Nachäffung der ihnen heiligen Gebräuche denken. Eine eifrige Diskussion brachte dem erfolgreichen Redner die herzlichste Zustimmung. Zum Schluffe rezitierte Herr Spiegler einige Gedichte von Mosenthal und von anderen jüdischen Dichtern mit großem Erfolge. Wien. (Literarische Matinee.) Bei der am Sonntag den 22. d. M. im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines, I-, Eschenbachgaffe 9, stottfindenden literarischen Matinee wird auch Herr Rudolf Schildkraut. Mitglied des Berliner deutschen Theaters und Präsident des Vereines zur Förderung jüdischer Kunst in Berlin, Mitwirken. Da außerdem Fräulein Lia Rosen (Burgtheater), Schriftsteller Felix Satte«, Regisseur Dr. Walter Friedemau« .(Volkstheater) und Max Biug (Bürgertheater) am Vorlesetisch erscheinen werden, ist eine gediegene Veranstaltung zu erwarten. Karten zu K 2.—, K 3.— und K 5.- sind noch täglich ab 7 Uhr abends im Lokale des «Jüdischen Handlungsgehilfenverb andes", II., Taborstraße 20 (Souterrain) erhältlich. Wien. (Vortrag über das Rassenproblem.) Dienstag den 24. d. M. findet im «Jüdischen H a n d l u n g sgehilfenverbanh", II., Taborstraße 20 (Souterrain) ein Vortrag des Herrn Dr. Koloma« Freuder statt. Thema: Das Rassenproblem. (Fortsetzung.) Beginn 8 Uhr abends. Gäste (Damen und Herren) willkommen. Wien. (Freitag-Abend-Vorträge im Lrih - Hamidrasch „Talmud Thora", II.. Malzgaffe. 16.) Am 20. Jänner d. I.: Herr Rabbiner Moritz Flesch: «Der Mensch, die Krone der Schöpfung". Am 27. Jänner d. I.: Herr Professor Mor. Autscherl: «Alte jüdische Briefe". Beginn um 7 Uhr 30 Minuten abends. Austritte aus dem Judentum Vom 9. bis inkl. 15. Jänner 1910. Agular Hermann, Chemiker, geb. 3. April 1885, Wien, VII., Siegmundsgasse 5. Bonhordi Stefanie, Näherin, geb. 11. April 1880, Wien, XIV., Schweglerstrasse 10. Menkes Josef Sehoma, k. k. Ob.-Offizial i. R., geh. 1. April 1858, Lemberg, XIII., Gurkgasse 6. Richter Johanna, Private, geb. 19. November 1869, Wien, VII., Gardegasse 3. Süßmandl Bertha, Sängerin, geb. 30. Juni 1886, Wien, II., Venedigerau 4. Winnik Chaim, Drognist, geb. 19. Februar 1861, Przemysl, IX., Spitalgasse 9. Winkler Kamilla, Fabrikantenstochter, geb. 22. Juli, Wien, IV., Brahmsplatz 7. Israelitische Kultusgemeinde Baden. Bei der am 15. d. M. erfolgten Neuwahl des Vorstandes der Chewra-Kadischa Baden wurden wiedergewählt: die Herren Moriz Leitner, Sigmund Rausnitz und Gustav Ödenburger; neugewählt Herr Ignaz Fleisch mann. Als Kantor der israelitischen. Kultusgemeinde in Baden wurde Herr Leo Zolda« bestellt. Madrid. Die Juden von Melilla haben den Ministerpräfidenten Canalejas durch eine Abordnung ersucht, ihnen das Bürgerrecht zu bewilligen. Canalejas hat die Abgeordneten wohlwollend empfangen und ihnen unter Hinweis auf die jetzt in Spanien errungene Freiheit aller Glaubensbekenntnisse Prüfung ihrer Angelegenheit zugesagt. Zeit wär's, daß das «moderne Spanien" den wenigen Juden, die es beherbergt, endlich die vollen Bürgerrechte einräumte. Feuilleton. Der Taufroman eine» russisch-jüdischen Mädchens in Jerusalem. Auf Grund persönlicher Erlebniffe dargestellt von Phil. Kieferudorf. (Fortsetzung.) ‘ Aber so viel konnte die Besucherin aus dem leidenden traurigen Gesichtsausdruck und dem ganzen niedergeschlagenen, niedergedrückten und schwermütigen Wesen der „Schwester" doch schon auf den ersten Blick ersehen, daß dieselbe im Herzen gewiß nicht das geringste von der Freude, dem Glück und der Seligkeit, verspürte, welche nach den Vorspiegelungen und Versprechungen der russisch-orthodoren Verführerin in dem Hause des bucharischen Juden Kandinow, der Empfang der Taufe und das Leben im Kloster auslösen sollten, und darum voll Verlangen die günstige Gelegenheit herbeisehnte, um ihrem „goldenen Käfig" wieder zu entfliehen. Nachdem dann die verheiratete Schwester wieder nach Jaffa zurückgekehrt war und dort über den immerhin bedeutenden und befriedigenden Erfolg ihrer Jerusalemer Reise der mit gespannter Erwartung und heißem Verlangen auf ihre Wiederkehr harrenden Mutter Bericht erstattet hatte, atmete und lebte diese in ihrer bisherigen trostlosen und verzweifelten Niedergeschlagenheit und körperlichem und seelischem Druck förmlich auf, da sie schon alle Hoffnung aufgegeben hatte, daß es dm Angehörigen noch je einmal verstattet sein werde, mit der so gut wie lebendig begrabenen Tochter noch einmal in persönliche Verbindung zu kommen, und sie beschloß daher, in den nächsten Tagen jetzt auch selbst wieder nach Jerusalem zu fahren und dort gu versuchen, auf demselben Wege, wie die ältere Tochter und Schwester, den Zutritt in das Nonnenkloster auf dem Oelberg zu erlangen. Da die körperliche Wiederherstellung und Kräftigung der Mutter jetzt infolge der erhaltenen mehrbefriedigenden Nachrichten rasche Fortschritte machte, konnte sie auch tatsächlich diesen ihren Entschluß schon in den nächsten Tagen zur Ausführung bringen. In Jerusalem angekommen, wendete sie sich, den Instruktionen der älteren Tochter gemäß, an denselben jungen, liebenswürdigen Priester, der einige Tage zuvor die beiden Schwestern so unauffällig und unbemerkt zusammengebracht hatte, und derselbe erklärte sich auch sofort bereit, jetzt auch die Mutter auf den Oelberg zu begleiten und ins Kloster einzuführen. Ohne daß die Nonnen irgendwie Verdacht schöpften, war es also nun auch der Mutter vergönnt, nach vielem schweren Herzeleid und ausgestandener Pein, die schon gänzlich für verloren gehaltene Tochter wieder zu sehen und zu sprechen. Allerdings, wie es vorher mit den beiden Geschwistern der Fall war, durfte die Begegnung der Mutier mit der Tochiter auch nur nach den von den Nonnen beliebten undbestimmten Verfügungen stattfinden. Als die Mutter, beim Anblick der in ihren schwarzen Nonnenkleidern, mit einem großen Kreuz auf der Brust, ihr entgegentretenden Tochter in der ersten stürmischen Erregung des Herzens, derselben um den Hals fallen und sie küssen wollte, trat schnell die Oberin hindernd zwischen die beiden, ergriff das an

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