Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 2 (13.1.1911)
- Date
- 1911-01-13
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Blochs WocheiMrist. Seite 39 Nr. L Wie». (Freitaa-Abend-V ortrage im Btth - Hamidrasch ..Talmud Thora", II.. Malzgasse >6.) Am 13. Jänner d. I.: Herr Rabbiner L. Goldsteiu: ,,Der Talmud und dessen Schicksal e". Am 30. Jänner d. I.: Herr Rabbiner Moritz Flesch: «Der Mensch, die Krone der Schöpfung". Beginn um 7 Uhr 30 Minuten abends. Wie». (Bethamidrasch „Montefiore", II.. Taborstraße. 38.) Vortrag des Herrn Rabbiners Moritz Flesch. Sonntag den 15. Jänner. Yb5 Uhr nachmittags, Midrasch. — Mittwoch den 18. Jänner, 7a5 Uhr nachmittags, Chowos Halwowos. Gäste willkommen. ' Jüdische TohÄbeehalle. XX., Othmargasse 46. (Haltestelle der Elektrischen: Jägerstraße.) Das Wochenprogramm ist wie folgt festesetzt: Samstag den 14. Jänner: Konzert. —»Sonntag den 15. Jänner: Hermann Berliner: Nationales im Glauben der Juden. — Montag den 16. Jänner : Dr. Josef Jerusalem: Dienst- und Arbeitsrecht. Zyklus (II). — Dienstag den l7. Jänner: K. Kupfer: Geschichte der Juden in Oesterreich. Zyklus (II). — Mittwoch den 1^. Jänner: Kaiser!. Rat Johann Lichtenstadt: Reiseeindrücke ans Nordamerika. (Mit L'chlb idern.) — Donnerstag den 19. Jänner: Doktor Wolfgang Pollatschek; Aus der Mappe eines Verteidigers. — Freitag den 20. Jänner: Bibelvo.trag. Beginn an Wochentagen um halb 6 Uhr, Samstag sowie an Sonn- und Feiertagen um 7 Uhr abends. — Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten an den Obmann Doktor I. Samuely, I., Fischerstiege 6, erbeten. * * * Generalversammlungen. In den Räumen der „B'nai B'rith"-Vereinigungen, IX., Universitätsstraße 4, findet Sonntag den 15. d. M., 10 Uhr vormittags, die Generalversammlung der Jüdischen Toynbee-Halle und daran anschließend die des Vereines zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder, verbunden mit einer Ausstellung von Zöglingsarbeiten, statt. Hiezu ergeht hiemit die Einladung an die Mitglieder und Gönner dieser Vereine. Beth Ha'anr (Jüdisches Volksheim). XVII., Hormayergasse 7 a. Samstag den 14. d. M.. V28 Uhr abends: I. Vortrag des Heern Oberlehrers H. Riesenfeld: Llchtfeste. II. Rezitation, Herr Gustav Spiegler. Samstag den 7. d. M. las Herr Reichsratsabgeordneter Dr. Mahler über „Versunkene Welten, Bilder aus der semitischen Urzeit". Herr Dr. Mahler dozierte bekanntlich an der Prager Universität Archäologie, so daß er nur aus seinem reichen Schatze des Fachwissens schöpfen mußte, um dem zahlreich erschienenen Publikum einen genußreichen Abend zu verschaffen. Seine interessanten Ausführungen über die Gesetze der Summerier, eines n chtsemitiichrn Stammes, dessen auf etwa 5000 Jahre zurückreichende Schriftwerke eine Fülle von charakteristischen Kulturbildern aufweisen, wurden geradezu gierig erfaßt. Denn er wies nach, daß wichtige Gesetze von den Assyriern übernommen, an die Juden weitergegeben wurden, aber bei diesen ethisch vervollkommnet rn Wirkung kamen. Eine sehr animierte Diskussion und der lebhafte Beifall bewiesen, wie tief alles ins Volk dringt, was direkt oder indirekt mit der Geschichte des Judentums zusammenhängt. Wie». (Verein der jüdischen Handels- und Privat- An ge stellten „Ach w ah".) Sonntag den 16. Jänner, halb 5 Uhr nachmittags, Vortrag des Herrn Siegfried Schmitz über „Jüdische Literatur", Dienstag den 17. Jänner, 8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Robert Beer über „Palästina Land und Leute". Wien-Wühring. (Jubiläum.) Am 31. Dezember 1910 feierte der im XVIII. Bezirke wohlbekannte pensionierte städtische Lehrer und Religionslehrer Heinrich Paschkes sein 70. Geburtsfest. Aus diesem Anlasse wurden diesem Manne, welcher durch fast fünfzig Jahre im Lehrerberufe tätig war und sich allseits großer Beliebtheit erfreut, seitens verschiedener Korporationen, sowie der vielen Freunde und Verehrer zahlreiche Ehrungen zuteil. Auch der Vorstand der isr. Kultusgemeinde ergriff diese Gelegenheit, um dem Jubilar, welcher auch für den XVIII. Bezirk als Bethaus-Vorsteher wirkt, in herzlichen Worten seine Anerkennung zum Ausdrucke zu bringen. In besonders ehrender Form benützte der Bethaus-Vorstand und Chewra-Kadischa- Verein diesen Anlaß, um seinem Vorstrndsmitgliede die Glückwünsche zu diesem Tage darzubringen. Im Tempel wurde der Jubilar als Morenu zum Haftoralesen zur Thora gerufen. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang hielt eine Ansprache an demselben, in welcher er dessen wahre Frömmigkeit, sowie sein mustergiltiges Familienleben hervorhob und die herzlichsten Glückwünsche im eigenen, sowie auch im Namen der Gemeinde zum Ausdrucke brachte. Nach dem Gottesdienste wurde der Jubilar in den Sitzungssaal geleitet, woselbst sich der gesamte Bethaus-Vorstand und der Vorstand der Chewra-Kadischa, sowie die Familienmitglieder und zahlreiche Gäste eingefünden hatten. Hier brachte namens der genannten Korporationen Herr Präses Emanuel Hoffman» in herzlichen Worten die Glückwünsche dar und überreichte dem Gefeierten eine künstlerisch ausgeführte Adresse. Namens der Lehrerschaft sprach Herr Lehrer Wengraf die Glückwünsche aus, welche damit schlossen, daß es diesem braven Manne vergönnt fern möge, noch viele Jahre in köiperlicher und geistiger Rüstigkeit im Dienste der guten Sache tätig zu sein. Und dies wünschen alle seine Freunde. Zehnjähriges Gründungsfest des humanitären Frauenvereines „Krankenpflege". Za dem am 15 Jänner im Hotel Continental, II.. Tabor straße 6, stattfindenden Festabend macht sich ein so großer Zuspruch bemerkbar, daß es sich empfiehlt, rechtzeitig die Kartenvormerkung bei den Komiteemitgliedern zu sichern. Ihre sichere Mitwirkung hnben in liebenswürdiger Weise zugesagt: Die Künstler Mimi Marlow (Büraertheater). Eugen Jense» (Kleine Bühne), Komponnt Bela Laszky Rudolf Meinhardt (Kleine Bühne), Frl. Helm (Kleine Büh e) unv Olga Eisuer (k. k. Burgtheater). — Beginn: 9 Uhr. — Soireetorlette. Austritte aus dem Judentum Vom 1. bis inkl. 8. Jänner 1910. Cerwinka Karoline geb. 18. Mai 1890, Roschitz, XVI., Thalheimergasse 51. Fischt Michael, Bankbeamter, geb. 1. Oktober 1870, Temesvar, VI., Gumpendorferstrasse 5:2. Kolbert Jakob, Kaufmann, geb. 27. August 1878 Wien, I, Schulerstrasse 3. Lichtblau Adolf geb. 9. Juli 1884, Vösendorf. Schreiner Marie, Private, geb. 12. August 1877 Wien, II., Miesbachgasse 5. Spielmann Helene, Private, geb. 5. Mai 1870, Poisdorf bei Nikolsburg, II., Komödiengasse 3. Tödemessy Adele geb. 24. Dezember 1871, VI., Hofmühlgasse 32. Traub Karl, Bankbeamter, geb. 10. Jänner 1891, Pahora, Böhmen, IX., Türkenstrasse 23. Wahle Ludwig, Kutscher, geh. 15. September 1887, Wien, XVIII., Staudga-se 81. Königsfeld. Einer Anregung des Herrn Edmund Back, Vorstandsmitglleoes der israelitischen Kultusgemeinde >n Brünn, folgend, versammeln sich die hiesigen Glaubensgenossen allmonatlich einmal in Morgensterns Restaurationssaal teils zu gemütlichem Beisammensein, teils zum Anhören ernster Vorträge oder Diskussionen. Das heurige Chanukafest bot Veranlassung, die Glaubensgenossen der Nachbarstadt Brünn zu einer solennen Chanukafeier einzuladen. Sie folgten denn auch am 1. d. M dieser Einladung in so stattlicher Anzahl, daß die geräumigen Lokalitäten bald vollkommen überfüllt waren. Fräulein Grete Back, Tochter des oberwähnten Herrn Kultusvorstehers. begrüßte mst herzlichen, liebenswürdigen Worten, die Erschienenen, worauf Herr Kantor Leo Ast aus Brünn die Chanukalichter entzündete und die Segenssprüche, sowie das Moaus zur Jeschuossi in würdiger Weise zum Vortrage brachte. Das Komitee, welchem nebst Fräulein Grete Back die Herren Donath, Feldmann und Müller angeyörten, hatte auch für den gemütlichen Teil der Feier bestens vorgesorgt, so daß das den Vorträgen folgende Kränzchen erst in den Morgenstunden sein Ende fand. Toynbeehalle in Brünn. Anläßlich des 10 jährigen Bestandes der Brünner Jüdischen Toynbeehalle veranstaltete selbe am 25. Dezember v. I. eine Kinder- Ehanukafeier. wie eine solche in Brünn noch nicht stattgefunden hat. Im großen Tempel fanden sich die Kinder, denen ein Teil des Parterreichrffes und der Galerien reserviert war, in großer Zahl ein, und es war e n herrlicher Anblick, diese vielen Hunderte von Kindern zu lehen, wie sie das so vielen leider unbekannte Entzünden des Chtmukalichtes anstaunten, den erhabene» Klängen des Moaus'zur Jeschuossi lauschten und der zu Herzen gehenden Predigt des Herrn Rabbiners Dr. Ledy andächtig zuhörten. Eine gemeinsame Jause im großen Redoutensaale, Vorlesung jüdischer Märchen, Lichtbildervorträge, Beschenknng mit Büchern aus der jüdischen Literatur und mit — Zuckerln bildeten den zweiten Teil der herrlichen Feier, die nunmehr zu einer feststehenden Institution werden muß. A. S. Falkenau. Anläßlich des Chanukafestes fand hier am 28. Dezember v. I. im Saale des Hotels „Kaiser von Oesterreich" ein großes Kinderfest statt, welches sehr stark besucht war und auf das Glänzendste verlief. Die Feier wurde durch einen Ehanuka Prolog, durch inhaltsreiche Gedichte und einen Fahnenreigen eingeleitet, wodann eine Quadrille ii la coeur von 16 niedlichen Knaben und Mädchen getanzt wurde und rauschenden Beifall erntete. Nach gemeinschaftlich eingenommener Jause folgten verschiedene Spiele, dann ein kleines Singspiel „Die Chanuka- Puppe", welchem sich ein weiterer Kappen-Reigen anschloß, worauf eine Ehanuka-Apotheose, dargestellt von sämtlichen anwesenden Kindern, unter bengalischer Beleuchtung auf der Bühne dargestellt wurde und mit dem Schlußliede »Moaus zur jeschuossi« das Ende des Festes bildete. Auch wurden sämtliche Kmder. infolge der zahlreichen Spenden durch die Firmen Ignaz und Max Kahn in Teplitz, Alfred Fischer» Adolf Hermann, Leo Hübsch und Alois Löbeustein in Falkenau. welchen an dieser Stelle der wärmste Dank gezollt wird, mit verschiedenen Spielsachen beschenkt. Um das Zustandekommen dieses schonen