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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-01-06 · 1 (6.1.1911) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
1 (6.1.1911)
Date
1911-01-06
Page
– (sequence 14)
Language
German
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«saara- •rsasäMS.'?s^!«s<«f jfs «E-12 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. i rabbinischen Wirffamkeit sowie seiner Leistungen und Verdienste auf den verschiedensten Gebieten nicht zu gedenken wären noch die ungemein großen Beträge zu erwähnen, welche sein Einfluß auf Baron und Baronin v. Hirsch-Gereuth humanitären Anstalten, Gemeinden, Vereinen und Einzelnen erwirkt hat. In unserer Zeit, die sich den Spruch zurecht gelegt hat: „Wie süß ist es für's Vaterland zu st—r—e—b—e—n" und die wechselseitige Feier Versicherung und Lo besassekuranz zu einem Iubilirium tremens ausarten läßt, wird man allerdings über ein solches Verhalten etwas ungehalten sein und weniger Verständnis dafür finden, als das nachahmenswerte Beispiel verdient. Agrcku. (Eröffnung des isr. Siechenhause s.) Der 27. Dezember wird einen Markstein bilden in der Geschichte der kroatischen Judenschaft. An diesem Tage wurde das erste israelitische Siechen haus des dreieinigen Königreiches seiner humanitären Bestimmung zugeführt. Zu der Feier waren erschienen namens der hohen Landesregierung Kultuschef Dr. Milan Amrus, für das Kommando des 13. Korps G. M. Hugo Kromer: die kroatischen Gerichtsbehörden waren durch den Oberstaatsanwalt vertreten. Als Repräsentant der Landeshauptstadt war der Bürgermeister von Agram Janko Holjac mit mehreren Gemeinderäten bei der Feier anwesend. Der kroat.-slav. Landtag war durch den Abgeordneten Hrustie vertreten. Außerdem wohnte ein zahlreiches distinguiertes Publikum deni Festakte bei. Die Eröffnungsfeier begann mit einer Ansprache des Präsidenten der Agramer Kultusgemeinde k. Baurat Leo Königsberg. Redner hob in erster Linie die Verdienste des verstorbenen Stifters Leopold Schwartz hervor, sprach allen Vertretern der Behörden für ihr Erscheinen zu diesem bedeutungsvollen Akt, ebenso den Mitgliedern des Verwaltungskomitees für ihre Mühe den verdienten Dank aus. Nunmehr ergriff der Kurator der Leopold Schwartz-Stiftung und Testamentvollstrecker Dr. Karl Goldmann das Wort, um das edle Werk des Stifters zu beleuchten. Den Mittelpunkt des Festes bildete die schwungvolle Festrede des Oberrabbiners Doktor Hosea Jakobi, durch welche dieses Haus der Wohltätigkeit erst seine eigentliche Weihe erhielt. In formvollendeter Rede — wie es stets die Art unseres Oberrabbiners — legte Dr. Jakobi die hohe Bedeutung des der Wohlfahrt der Menschheit bestimmten Heimes dar und schilderte in tiefernsten Worten den edlen Gedanken des Stifters, seinen armen gebrechlichen Glaubensgenossen eine sichere Zufluchtstätte zu widmen. Diese weihevolle Rede machte auf alle Anwesenden den tiefsten Eindruck. Nunmehr folgte der musikalische Teil der Feier. Oberkantor Ren di ließ seine herrliche Stimme ertönen und brachte den Festgästen in meisterhafter Weise einen Psalm zu Gehör, worauf der Tempelchor unter der Leitung des Dirigenten Kantors Weintraub mit einem prächtigen Choral einsetzte. Die Gesangsvorträge fanden allseits wohlverdiente Anerkennung. Nunmehr ergriff Oberrabbiner Dr. Jakobi wieder das Wort und feierte Se. Majestät den Kaiser und König als obersten Schutz - und Schirmherrn des Reiches, unter dessen väterlicher Huld jede Konfession zum Wöhle der Gesamtheit sich frei entfalten könne. Mit der Absingung der Volkshymne schloß die solenne Feierlichkeit. Das Siechenheim ist mit allem Konsort der Neuzeit ausgestaltet, bildet eine Zierde unserer Stadt und gehört zweifellos zu den schönsten Anstalten der Monarchie. Die Verwaltung liegt in den Händen des Herrn Wilhelm Löw. Berlm. Eine Trauerfeier für Dr. Hirsch Hildesheimer fand Sonntag mittag in der Synagoge der Adaß- Jifroel-Gemeinde statt. Sie war von dem Rabbinerseminar veranstaltet, das vom Vater des nun Verewigten begründet worden ist und an dem der Heimgegangene selbst als Dozent gewirkt hatte. Sein Andenken zu ehren, hatte eine zahlreiche Gemeinde sich eingefunden, in der man viele bekannte Persönlichkeiten bemerkte: so James Simon, Professor Philippson, Justizrat Fuchs, Moritz Mannheimer und andere angesehene Mitglieder der jüdischen Glaubensgemeinschaft Berlins. Die israelitischen Kultusgemeinden und die jüdischen Wohlfährtsvereine nicht nur Berlins und Deutschlands, sondern selbst des Auslandes waren durch Delegierte vertreten. Von den Hörern des Auslandes der Anstalt wurde die Familie des Entschlafenen in das Gotteshaus geleitet. Nach dem Gesang eines Psalmen bestieg einer der Schüler Hildesheimers, Dr. Wohlgemut, die Kanzel, um das Lebensbild dieses vorbildlichen Lehrers und Führers zu zeichnen. Wie sie eröffnet worden war, so beschloß auch Psalmengesang die schlichte, eindrucksvolle Feier. Einweihung des jüdischen Archivs. Im Sitzungssaale der Repräsentantenversammlung der Berliner jüdischen Gemeinde fand Donnerstag um 12 Uhr die feierliche Einweihung des „Gesamtarchivs der deutschen Juden" statt. An der Feier nahmen unter anderen teil: Professor Philippsohn, der Rektor des Rabbinerseminars Dr. Hoffmann, Geh. Regierungsrat Dr. Barth, Professor Dr. Maybaum und Geheimer Regierungsrat Cohen-Marburg, ferner Vertreter der hiesigen jüdischen Gemeinde. Die Staatsbehörden vertraten der Generaldirektor der Staatsarchive Wirk!. Geh. Oberregierungsrat Dr. Koser und Geh. Archivrat Baillen. Nach einer Begrüßungsansprache von Professor Philippsohn, in der dieser den Entwicklungsgang des Archivs schilderte, hielt der Archivar Dr. Täubler einen Vortrag über die Aufgaben und die wissenschaftlichen Ziele des Gesamtarchivs. Geheimrat Koser beglückwünschte die'Gemeinde zu der Errichtung des „schönen Archivs" und brachte die Interessen der Staatsarchive an dieser Gründung zum Ausdruck. Für die Großloge Bne Brith und die jüdische Gemeinde sprach Geheimer Justizrat Timendorfer. An die Feier schloß sich eine Besichtigung des in dem Verwaltungsgebäude der jüdischen Gemeinde untergebrachten Archivs an. Erwähnenswert ist schließlich!, daß Herr Justizrat Burgheim-Minden die Schaffung einer Normal-Friedhofs- und Synagogenordnung für die Provinz Westfalen anregte und schließlich eine Resolution zugunsten der Marks-Heindorfschen Stiftung Annahme gefunden hat, in welcher allen Gemeinden der Provinz Westfalen die tatkräftige Förderung der Anstalt wärmstens empfohlen wird. Em jüdischer Oberstaatsanwalt in Paris. Der bisherige Staatsanwalt am Pariser Appellationshofe Justin Seligmann wurde zum Oberstaatsanwalt am Kassationshofe in Paris ernannt. Nach dem Rücktritt des Justizrates Alphandery ist Oberstaatsanwalt Seligmann der einzige jüdische Richter am Kassationshofe und ist überhaupt der erste Jude, der in Frankreich das Amt eines Oberstaatsanwaltes bekleidet. Auszeichnungen anläßlich der Enthüllung des Ferry-Denkntals. Anläßlich der Enthüllung des Denkmals für den französischen Staatsmann Jules Ferry wurden die Herren Joseph Moise Petit, Generalinspektor des öffentlichen Unterrichtswesens, und Hyppolyte Beruhe im, Professor der Pariser Universität, zu Offizieren und Jaques Salomon Hadamard, Professor am College de France, zum Chevalier der Ehrenlegion ernannt.

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