Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 52 (30.12.1910)
- Date
- 1910-12-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3020846-3021873-3021926--19844-3044850- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 866 Dr. Vlochs WochenMrist. Nr. 52 Wien. Der k. k. Bezirksschulrat der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien hat dem an der Mädchen-Volksschule im II. Bezirk, Czerninplatz 3, wirkenden Oberlehrer und Waisenrat Leopold Ullmann abermals die Anerkennung für dessen „lobenswerte Tätigkeit" ausgesprochen. Wie«.- (Theologischer Verein.) Samstag den 31. Dezember: 9 Uhr früh, Predigt in der Bibelschule. Tempelgafse Nr. 3. (Kandidat Herrn N. Hahamu.) Brigittenauer FrauenWohltätigkeits-Verein. Sonntag den 18. d. M. fand im Tempel-Sitzungssaal die Generalversammlung des Brigittenauer Israel. Frauenvereines statt. Ja derselben erschienen für den Verein für „Hausarme" Frau Dr.- Bien und Frau Brüll, für den Verein „Zuflucht" Fron Dr.- Hopfinger und Frau Prof. Guttmann, für den Kaiserin Elifabethhort und deu Wöcherinneuverband kais. Rat Herr Dr. Krüger, für den Tempelverein die Herren Ellbogen und Roth, für den Unterstützungsverein die Herren Politzer und Beck. r Frau Präsidentin Emilie Weist begrüßte die Erschienenen und erteilte der Kaffierin Frau Goldner das Wort, welche den GebahrungSausweis für das abgelaufene Vereinsjahr vorlas. Anschließend hieran erstattete der Beirat Herr Dr. Josef Kohn den Tätigkeitsbericht, wonach der Frauenverein im abgelauf.nen Jahre rund K 13.500, deren Aufbringung bei den schweren Zeiten den Vorstandsdamen nicht geringe Mühe verursachte und von denen fast Zweidrittel auS der Wrhltätigkeitsveranstaltung herrühren, zur Verteilung gebracht hat. Da es Heuer gerade 10 Jahre sind, seitdem der unter dem Schutze des Kultusvorstandes wirkende aus Vertreterinnen sämtlicher Wiener israel. Frauenvereine bestehende Wöchnerinnenverband seine Tätigkeit begann, zeigte der Berichterstatter ziffermäßig, wie wohltätig und segensreich dieser Verband wirkte. Darnach hat der Verband in diesem Zeiträume in ganz Wien 5670 Wöchnerinnen unterstützt. Von diesen entfielen auf den XX. Bezirk 2076, das sind 37' Perzent. Von den Gesamtunterstützungskosten per K 203.891 kamen auf die armen Wöchnerinnen der Brigittenau pro rata parte berechnet K 75.376. Der Vorsitzende erwähnte ferner alles dessen, was der Frauenverein auf dem Gebiete der Fürsorge für „Das Kind" leistete. In dieser Beziehung hob derselbe insbesondere das Zusammenarbeiten des Frauenvereines mit dem .unter der Leitung des rührigen Obmannes Herrn Heinrich Weiner stehenden Vereines „Die Brüder^, .hervor, wodurch im heurigen Winter in diskretester Weise 216 Kinder vollkommen. bekleidet und außerdem noch 100 Kinder mit Schuhen versehen wurden. Ja einer statistischen Zusammenfassung zeigte der Berichterstatter zum Schluffe, -daß der Brigittenauer Frauenverein während seines 15jährigen Bestandes K 275 000 für seinen wohltätigen Vereinszweck aufgebracht hat, und schloß seinen beifällig aufgenommenen Bericht mit einem warmen Appell an die edlen Wohltäter um ferneres werktätiges Wohlwollen, denn „Wer den Armen gibt, leiht dem Ewigen". Kontrollorin Frau.Katharina Kohn erstattete hierauf ihren Kontrollbericht, worauf die Herren kaif. Rat Krüger, Ellbogen und Beck den Verein zu seinem Wirken und feinen Erfolgen beglückwünschten. Hierauf wurde der alte Vorstand wieder- und Fraü Dreiner, die sich zur Mitarbeit meldete, durch Zuruf neugewählt. Konzert Felix Hupka. Ueber den am 22. Dezember d. I. im Bösendorfer- Saale stattgefuudeueu eigenen Klavierabend eines 13jährigen Künstlers, eines Sohnes des Sängers und Beamten der Wiener Kultusgemeiude, schreibt im „Extrablatt" Dr. Hanns Lieb st ockl: Bei Bosendorfer war kürzlich der dreizehnjährige Klaviervirtüose Felix Hupka zu Horen. Von de» Wundernkindern der herkömmlichen Faktur unterscheidet sich dieser hochbegabte Knabe durch einen absichtslosen Ernst, durch ein echtes und merkwürdig reifes Gefühl für die Kantilene, durch eine griffeste und doch nirgends aufdringliche Bravour. Ein Heller und gütiger Lehrer scheint ihn rechtzeitig darüber aufgeklärt zu haben, daß Anschlag und Ton mehr zählen als Technik, daß es sich bloß darum handelt, Herrschaft über das Material zu bekommen, ohne daß das Artistische gestreift wird. Es ist wohl mißlich, den Propheten in Wunderkinder-Angelegenheiten zu spielen, aber ich glaube, daß.dieser kleine Pianist das Zeug zu einem großen Künstler in sich hat. Wie«. („H a s o m i r", Verein zur Förderung jüdischer Literatur und Kunst.) Die nächsten GesangSprobenfinden Dienstag den 3. und Mittwoch den 4. Jänner im Eafe „Dohm" II., Untere Augartenstraße 26, statt. Wie». („Beth-Hamidrasch".) Herr Dr. A. Kammka Haft in diesem Wintersemester folgende Vorlesungen, je einmal wöchentlich: Jeden Mittwoch, 7—8 Uhr abends: Religionsphilosophie. (MümomdeS, More Nebuchim. III. Teil); jeden Donnerstag, 6 bis 7 Uhr abends: Talmud, Traktat Sanhedrin. Wien. Freitag-Abendvortrage am Bet-Hamidrafch „Talmud-Thorax, Wien, II., Malzgaffe. 16. Am 30. d. M: Prof. Mor. Autfcherl: „I e rn f a l e m zur Zeit der Makkabäer" und am 6. Jänner Rabb.- H. Schenk: „Die Psalme n". Beginn jedesmal um 7‘30 abends. Wien. Der Humanitäre Unterstützungsverein der Schafsa'er in Wien veranstaltet Samstag, den 7. Jänner 1911, im Prachtsaale des Hotels „Bayrischer Hof", II., Obere Augartenstraße 5, sein XIII.'Gründungsfest mit Akademie und T<mzkränzchen. DaS Reinerträgnis fließt ausschließlich dem humanitären Unterstützungsverein der Schaffa'er in Wien zu. Wien-Mariahilf Sonntag den 18. d. M. fand im Vereinslokale die diesjährige Kinderbeteilung durch den Mariahilfer Frauen-Wohltätigkeitsverein statt, bei welcher 63 Mädchen mit vollständiger Winterkleidung reich beschenkt' wurden. Aus diesem Anlasse kamen dem Vereine viele Naturalspenden zu, für welche den edlen Wohltätern auch an dieser Stelle wärmstens gedankt wird. Jüdische Toynbeehalle. XX., Othmargasse 46. (Haltestelle der Elektrischen: Jägerstraße.) Das Wochenprogramm ist, wie folgt, festgesetzt: Freitag den 30. Dezember : Lehrer H. Löw-Vogel: Bibelvortrag. — Sonntag den 1. Jänner: Konzert, Arrang. Frau Freund-Funk. — Montag den 2. Jänner: Dr. Josef Jerusalem: „Dienst- und Arbeitsrecht" (Zyklus). — Dienstag den 3. Jänner: Lehrer I. Faltitschek: „Die Erziehung zn reliaiö'str Duldsamkeit". — Mittwoch den 4. Jänner: Dr. Max Eisenstädter: „Ueber erste Hilfe" (Zyklus). — Donnerstag den 5. Jänner: Prof Dr. Otto Simon: „Ueber Wärme". — Freitag den 6. Jänner: I. Rosner: Bibelvortrag. Sonntag fand in der Toynbeehalle am Nachmittag eine Ehanuka? festjause für 320 arme Schulkinder der Brigittenau und abends die übliche Chanukafeier für die Erwachsenen statt. Als Ehrengäste halten sich eingefunden : Vizepräsident der Kultusgemeinde Dr. Gustav Kohn mit den Inspektoren Prof. Kauitz und Julius Braun. Oberstabsarzt Dr. Fischer, Präsidentin Goldschmidt, Frau Dr. Weiß, Generalsekretär Dr, Ascher, Mag.-Sek. Dr. Wilhelm Löwy, Kommerzialrat S. Rosenzweig u. v. A. Lehrer Rudolf Müller erklärte den Kleinen die Bedeutung des ChanukafesteS, worauf der Tenorist Herr L. Finkelstein unter den üblichen Gesängen das. Anzünden des Chanukalichtes vornahm. Instrumentale und deklamatorische Vorträge der Kinder, wie die Aufführung eines Theaterstückes brachte den kleinen Künstlern vielen Beifall. Sämtliche Kinder wurden hierauf bewirtet, mit Zuckerwerk, Spielzeug und dergleichen btschenkt, während im Laufe der Woche die Kleider- und WäschebeteUungen vorgenommen wurden. Herr Karl Freund, der Veranstalter dieser Kinderjausen, hat gemeinsam mit seiner Gattin Frau Marie Freund den Gegenstand herzlicher Ovationen von Groß und Klein gebildet. Abends hielt Herr Rabbiner Dr- K. Kupfer die Chanukafestrede, während Kantor M, Grob nebst dem feierlichen Entzünden der Ehanukalichter gesangliche Vorträge und auch Vorlesung eigener Skizzen brachte Die Konzertsangerin Fräulein Bing und der Rezitator Herr Leinmüller vervollständigten das Programm des schönen Abends. Beginn an Wochentagen um halb 8 Uhr, Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen um 7 Uhr abends. — Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten an den Obmann Doktor I. Samuely, I., Fischerstiege 6, Spenden für die Kinderjausen (Kleidungs- und Wäschestücke, Bücher, Spiele rc.) an den Obmann- Stellvertreter Karl Freund erbeten. Jüdische Toynbeehalle XVII., Hormayrgaffe 7a. Sonntag den 25. d. M. fand in dieser neuen Halle eine solenne Chanuka-Feier statt, die ein zahlreiches Publikum aus den angrenzenden Bezirken versammelt hatte. Herr Oberkantor Neumann sang die Segenssprüche nach einer weihevollen Mufik, die Herr Kapellmeister Bruslawsky für. diesen Abend geschrieben hatte und die er selbst begleitete. Rauschender Beifall lohnte die künstlerisch vornehme Darbietung. Herr Rabbiner Dr. Bach sprach dann über . die Bedeutung. des Festes mit Beziehung auf die neue Unternehmung der Halle, die den Titel „Beth-Hamidrasch" „Jüdisches Volksheim" erhalten wird. Seine volkstümlichen humorgewürzten Ausführungen fanden lebhaften Beifall. Der zweite Teil der Feier war weltlicher Kunst gewidmet. Die Violin-Virtuofin Fräulein Kamilla Bauer spielte Tonstücke von Tfchaikowsky, Wienarsky und Schubert mit sicherem Ton und künstlerisch vornehmer Nuanzierung, so daß der Beifall nicht enden wollte. Dann las der bekannte Amateur Herr Präger, ein Spezialist in der Vorlesung jüdischer Dichtungen, Ernstes und Heiteres von