Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 52 (30.12.1910)
- Date
- 1910-12-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 864 Nr. 62 Vertreibung -er bucharischen Juden. Aus Mettv wird den russischen Blättern gemeldet: Die bucharischen Juden, die noch vor der Eroberung dieses Gebietes durch die Russen im Merw'er Gebiete wohnten, haben plotzW einen Ausweisungsbefehl erhalten. Durch diese Ausweisung ist in der Baumwollindustrie, die fast ausschließlich in den Händen der Juden und der Mohammedaner jener Gegend liegt, eine förmliche Krisis ausgebrochen. Die Schulbank vor -re Tür gesetzt. In den russischen Schulen hat jeder Schüler seine eigene Schulbank. So auch die Volksschule des Städtchens Wadraschkow in Bessarabien. Der Schuleninspektor dieser Stadt hatte nun den Einfall, eines Tages zu dekretieren, daß alle jüdischen Schulkinder gezwungen werden, an ,Samstagen und jüdischen Feiertagen in der Schule zu schreiben. Ein großer Teil der jüdischen Schüler weigerte .sich, dem Gebote Folge zu leisten, und mutzte die Schule verlassen. Der Schulleiter schien bloß diesen Moment ,abgewartet zu haben, denn kaum verließen die Schüler das Lehrzimmer, so ließ der Schulleiter auch sofort die leergewordenen kleinen Bänke der kleinen Schüler vor die Türe stellen und erklärte die Schüler für ausgeschlossen. Vermischtes. Vortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur. Donnerstag den 5. Jänner 1911, präzise halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten- BereineS. I., Efchenbachgafie 9, ein Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. Max Gr««wald statt. Thema: „Hygiene der Juden." Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei, ohne Karten. Spendenliste zur Plenarsitzung des Kultusvorftaudes vom 4. Dezember 1910. Von Herrn Kommerzialrat Emanuel Grab anläßlich der Konfirmation seines SabneS für Arme .K 200.— Von Frau Sidonie von Tnuffig anläßlich des SterbetaaeS ihres seligen Gatten Herrn Theodor R. v. Taussig für Arme..„ 200.— Von L. B.. B-eSlau durch Herrn Dr. Alfred Berger für die Brigittenauer Schulküche .* 180.— Spenden im Gemeindetemvel in der Leopold, ft a d t : Von den Herren: Rabbiner Dr. Schmiedl Kronen 20, Josef FnchS 10, Siegmund Subak 20, Samuel Pisk 30, Julius Gröbl 20, Adolf Glaser 120; zusammen K 220. Spendenliste zur Plenarsitzung des Kultusvorstaudes vom 18. Dezember 1910. Von Herrn Karl Auspitz von Artenegg anläßlich des Ablebens seiner Gemahlin zur Verteilung an Arme . . . . K 6000.— Legat deS sel. Ignaz Max Herbert für Arme . X 2000.— zuzüglich der Imsen vom Todestage . . » 150.— * 2150.— Von Herrn Natban Vogel zur Fundierung eines ewigen Jahresbeitrages für die Talmud-Thora, 4perzentige österr. Kronenrente ... 300.— Von den Erben des verstorbenen Herrn Josef Cantor für Arme . . . ... 100.— Von Frau Rachel Marmarosch anläßlich des Sterbetages ihres S hnes für Arme ... „ 30.— Von T. SB. für die armen Witwen der Jäiteles-Stiftung 10.— Spenden im Bethause XVIII: Von den Herren: Leop. Löwy Kronen 7. Jacques Karpeles 100, Karpeles jan. 10, Nathan Klein 18, Josef Hofmann 16, Emanuel Hoffmann 30, Leo Steiner 30, Dr. Josef Baumann 50, Nathan Neumann 3, Julius Pordes SO, Emanuel Kohn 30, Edmund Kohn 70, Eduard Gassinger 23, Siegfried Fleischer 1, Rudolf Bauer 40, Simon Klein 10, Heinrich Pick 5, David Thumir 16, Dr. Hesky 2, Heinrich Freyberger 10, Simon Zimmer 6, Max Schweiger 30, Simon Weiß 2, Eduard Kohn 5, Berthold Löwenstamm 2, Simon Fleischer 20, Philipp Mandl 9, Hermann Gottesmann 10, Adolf Wengraf 10, Moses Schmeyer 1, Abraham LubaSky 2, Simon Friedmann 1, Moriz Schmeyer 1, Max Reich 3; zusammen von 34 Personen X 613. Hafenbaudirektor Hofrat Siegmund Taussig. Am 22. d. M. ist in Baden im Mercedeshof der gewesene Wiener Hafenbaudirektor Hofrat Siegmund Taussig gestorben. Hofrat Tausfig galt als einer der hervorragendsten Fachmänner auf dem Gebiete des Wasserbaues und hat sich dauernde Verdienste um das große Werk der Donauregulierung erworben. Als junger Beamter der Statthalterei wurde er zu Beginn der Donauregulierungsarbeiten zur Mitwirkung an denselben berufen. Ec ist in diesem Dienste von Stufe zu Stufe emporgestiegen, bis er Leiter der Donauregulierungsarbeiten wurde. Erst als infolge der Ausführung der Hafenbauanlagen eine Zweiteilung der Arbeiten notwendig ward, wurde er speziell zum Hafenbaudirektor ernannt. Es blieb ihm aber gleichzeitig ein großer Einfluß auf die gesamte Donauregulierung gewahrt. Er hat sich bei verschiedenen Hochwasserkatastrophen, die Wien bedrohten, hervorragende Verdienste erworben, seiner Fachkenntnis und Unerschrockenheit war es zu verdanken, daß die Gefahr beseitigt und eingedämmt werden konnte. Wiederholt schwebte er in persönlicher Lebensgefahr bei diesen Arbeiten. So hatte er auch beim Sverrschiffe Gelegenheit, seine Geistesgegenwart und Tüchtigkeit an den Tag zu legen. Als das Sperrschiff einst von Eis bedroht war und das Wasser in dasselbe gedrungen war, war es seinen und seines Kollegen Engerth Bemühungen zu verdanken, daß Wien vor einer großen Gefahr bewahrt blieb. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten gehörte die Umwandlung des Donaukanals in einen geschloffenen, respektive schließbaren Hafen. Das neue Sperrschiff wurde nach seinen Plänen - erbaut und von allen Fachmännern wegen seiner technischen Vollendung allgemein anerkannt. Auch von auswärtigen Staaten wurden die großen Fachkenntniffe, die Hofrat Tausfig besaß, gewürdigt, und er wurde wiederholt mit der Abgabe wichtiger technischer Gutachten betraut. Von ihm stammen auch die Pläne für eine zweite Schleuse zwischen der Augarten- und der Stefaniebrücke und für eine bewegliche Wehr sowie für die dritte Schleuse und eine Wehr vor der Ausmündung des Donaukanals. Hofrat Tausfig zog sich im Frühjahre 1905 von' seinem Posten zurück, beschäftigte sich aber bis in die jüngste Zeit mit allen wichtigen technischen Vorkommnissen. Der Verstorbene war Ritter der Eisernen Krone dritter Klaffe und des Franz Joseph-Ordens. Der Verblichene war ein treuer Sohn des Judentums, saß Jahre hindurch in der Leitung der israelitischen Kultusgemeinde und war Mitglied des Kuratoriums für das jüdische Museum und anderer wichtiger jüdischer Institutionen. Unter sehr großer Beteiligung fand Sonntag vormittag auf dem Zentralfriedhofe die Beisetzung statt. Unter den Trauergästen befanden sich: der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern mit dem Vizepräsidenten Dr. Gustav K o h n und den Vorstandsmitgliedern Salo Cohn, Dr. Markus Spitzer, Samuel Steiner und kaiserlichen Rat I. W e i l, Karl L e mb e r g e r, den beiden Sekretären kaiserlichen Rat Dr. Lieben und Dr. Adler und den Bethausvorstehern Rudolf Kohn, Theodor Kohn und Hermann Pollak, weiter: Ministerialrat Bozdech, Hofrat S i e d ek, Hofrat O e l w e i n, Statthaltereirat Fischer, Oberbaurat Professor Halter (Technische Hochschule), Strombaudirektor Oberbaurat Grengg, die Oberinspektoren Reinhold, Kleiner, Ä roßmann und B r a n d l, Ministerialsekretär Dr. Z e i n e r, Generaldirektor Wagner, die Oberinspektoren Hartwich, Glas (Aspangbahn) und Freund (Nordbahn), die Ingenieure S ch o st a l, Gütmann, Linzbauer und Pollak, Baurat Schild, Universitätsprofeffor Dr. Leopold K ö n i g st e i n, Bankdirektor Kux, Prokurist des Bankhauses S. M. v. Rothschild Pollak, Bankier Siegmund Popper, Oberbauräte P a ch n i k und Gr.ohmann, Baurat Ignaz Pollak, die Präsidenten der Humanitären Vereine „Bne Brith" Bankier Tugendhat („Eintracht") und Dr. Knöpfmacher („Wien") mit vielen Mitgliedern, die Hof- und Gerichtsadvokaten Dr.. Moritz Schnabel, Dr. W e ch s b e r g mit Gemahlin und Doktor Siegfried Spitzer jun., Industrieller Pollak v. Rudin, Dr. Felix K a tz a u, Dozent Dr. W a h r m a n n, Wilhelm