Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 51 (23.12.1910)
- Date
- 1910-12-23
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Veite 860 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 51 Gesainlorgamsation -er südafrikanischen Juden. Bis vor kurzem bestanden in den einzelnen südafrikanischen Kolonien, Transvaal, Oranje und Kapkolonie. jüdische Gemeindevertretungen (Board of Deputies), welche in jüdischen Fragen selbständig mit der betreffenden Kolonialregierung zu unterhandeln pflegten. Nachdem nun die politischen Vertretungen sämtlicher südafrikanischen Kolonien sich zu einem allgemeinen südafrikanischen Parlament vereinigten, beschlossen auch die jüdischen Gemeindevertretungen die Schaffung einer Gesamtorganisation der südafrikanischen Judenschaft, deren Leitung allein berechtigt und berufen sein wird, in jüdischen Angelegenheiten mit der südafrikanischen Regierung Verhandlungen zu pflegen. Der Sitz des Verbandes ist in Pretoria. Vermischtes. Srauzablösuugsfpendeu zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seiteustetteugaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. Michael Neurath: Von Familie Michael Neurath K 100, Familie Theodor Schrecker 50, Kommerzialrat Josephy. Hugo Herzfelder und Dr. Gustav Haas 50, Gustav und Sofie Schlestnger 10, Ludwig Ullmann 25, Heinrich Spiegler 20, A. Neumann 30. Max Lawetzky 5, Hugo Lawetzky 5, Hermann Engel 10. Witwe Fanny Schlesinger 10, Familie Ludwig Neurath 50. Adolf Deutsch 10, Albert Jellinek 20, Ludwig und Anna Weiß 20. Familie S. Chiger 20, Pauline Weiner 20, Familie Hugo Weiner 20, Dr. Schrecker 20. Familie Samuel Neurath 50, Leo und Richard Kann 30, I. B. Ulrich 20, Familie Ludwig Samek 40, kais. Rat Maxim. Bondy 50. Robert Kern 50, Oskar von Szirmai 20, Dr. Ignaz Mikosch 20, Paul Lechner 30, Sigmund Löwh 20, Dr. Ignaz Kornfeld 30, Dr. August Kornfeld 20, Doktor Hugo Kcüberg 20, Dr. Maria v. M. 50, Sigmund Kanitz 20. Emil Neurath 10, David Mannheimer 10, Adolf Getreu 10, Rudolf Meininger 10, G. Roth, Prag, 20. Zusammen K 1015. Ein jüdischer Klub in Wien. Wir erhalten folgende Meldung: Geleitet von der Absicht, eine Gesellschaft zur einheitlichen Pflege jüdischer Interessen ins Leben zu rufen, versammelte sich in der abgelaufenen Woche eine Anzahl Herren der verschiedensten Berufskreise zu einer vertraulichen Besprechung, deren Resultat nach eingehender Debatte der prinzipielle Beschluß zur Gründung eines Klubs bildete. Wien-Mariahilf. Die 37. ordentliche Generalversammlung des Mariahilfer Tempel-Vereines findet Donnerstag den 29. d. M., 7 Uhr abends, im Vereins-Lokale, VI., Schmalzhofgaffe 3 statt. Wien. Am 6. Jänner 1911 vollendet Herr Moritz Pollak, Privatier und Tempelvorstand im XIX. Bezirk, XIX., Gatterburggaffe 6, seinen 70. Geburtstag und Geburtsjahr. Wien. Herr Solomon Peretz, Realitätenbesitzer, Wien, VII., feiert am 25. d. M. die Vollendung seines 70. Lebensjahres im engsten Kreise seiner Familie. Der Jubilar, welcher das Fest in vollster geistiger und körperlicher Frische begeht, erfreut sich infolge seines bekannten wohltätigen Wirkens großen Ansehens und der vielseitigsten Sympathien. Er blickt auf eine arbeitsreiche Laufbahn und ehrenvolle Vergangenheit auch im Dienste des Vaterlandes zurück, da er mit der silbernen Tapferkeitsmedaille, der Kriegsmedaille, der schleswig-holsteinfchen Erinnerungs- und Jubiläumsmedaille ausgezeichnet wurde. — Mögen dem Jubilar, dem eine edle und gleichgesinnte Gattin schon 41 Jahre treu zur Seite steht, noch viele, viele Jahre ungetrübter Gesundheit und Rüstigkeit beschieden sein, zur Freude seiner ihn hochverehrenden Familie und seines ihn hochschätzenden Bekanntenkreises. Wien. (Freita g - A b end -V orträ g e im Beth-Hamidrasch Talmud-Thara. II.. Malzgasse 16.) Am 28. d. M.: Herr Rabbiner L. Goldsteiu: „Die Hasmonäer" und am 30. d. M.: Herr Rabbiner H. Schenk: «Die Psalmen". Beginn jedesmal um 7 Uhr 30 Minuten. Wie«. (Jüdischer Handlungsgehilfenverband «Achwa h", II., Taborstratze 20, Souterrain.) Sonntag den 2b. d. M., Uhr abends, interne Makkabäerfeier im Vereinsheim. — Dienstag den 27. d. M., 8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Fachlehrers Georg Schmiedl. Thema: Das neue Sittengesetz." Gäste (Damen und Herren) willkommen. Wien. (Sijum im Beth-Hamidrasch „Talmud- Thora", II., Malzgasie 16.) Es gibt doch nichts über eine jüdische Feier, wie sie am 18. d. M. im großen Turnsaale der Talmud- Thora-Vereinßschule unter besonders großer Beteiligung aus allen Kreisen unserer Großgemeinde abgehalten wurde. An der in Hufeisenform aufgestellten Riesentafel — das Arrangement besorgten die Herren Lemberger und Weiß und das „Junge Herren-Komitee" — saßen die ehrwürdigen Rabbuiergäste, die Vorstandsmitglieder der Kultusgemeinde und verschiedener Korporationen und bis gegen Mitternacht dauerte die „Thora-Unterhaltung". Zum Schluffe wurde das »Mesuman-Benschen« lebhaft begehrt, versteigert und von Herrn Klug erstanden. Feierlich erklangen kurz vor Mitternacht die Gebete für Speise nnd Trank und was Jeder von „Thora" sich von diesem Feste milnahm, es bildet ein wertvolles Andenken an diesen Festabend. Ein Mahl mit solcher Thora-Würze ist eben eine Spezialität und die jungen Herren, als deren Sprecher Herr Brody am Schluffe auftrat, hatten nicht genug Worte des Dankes, besonders für Herrn Simou Buchwald, den Vereins-„V a t e r" und rührigen Obmann des Beth Ham'drasch und dessen Mitarbeiter. Es sprachen bei dieser Festversammlung die Herren Rabbiner Schenk, Fürst und Flesch, die Herren Bezirksschulrat und Vertreter Doktor Markus Spitzer, Betdausvorstand Dr. E. Münz. Inspektor I. Braun, Professor Antscherl, Hofbauer, W. Pappenheim, Warkuny und Blaß und noch mehrere Andere. Alle Reden, deren geistvoller Inhalt oft stürmisch akklamiert wurde, bildeten eine Huldigung für das Thora-Studium, das in unserer Großgemeinde, vom Kultusvorstande lebhaft gefördert, neu aufzublühen beginnt, und klang in einen herzlichen Dank aus an alle ehrwürdigen Lehrer und Förderer der idealen Bestrebungen unseres Betb-Hamidrasch seit seinem Bestände bis heute. Es war eine wahre »Suda schel mizwa«, ein Festabend, der ein Glanzpunkt in echt jüdischem Vereinsleben Wiens genannt zu werden verdient. Dem V reinsrabbiner Herrn H. Schenk wurde für seine Vorträge und insbesondere für seine religiöse Belehrung junger jüdischer Kanfleute besondere Anerkennung zuteil. Erwähnt sei noch, daß Kantor Dukes, als „Reimer" ein Spezialist, in den Zwischenpausen des Festes durch feine Kunst auch zur Erheiterung der Gäste nach den ernsten Vorträgen beitrug und reichen Beifrll fand. Einen Wursich wollen wir noch zum Schluffe — er wurde schon vielfach geäußert — auch hier aussprechen: Bauen wir einmal in Wien ein «Jüdisches Vereinshaus" im großen Stile, wir bedürfen dessen dringend. Was jede größere Organisation bereits besitzt, brauchen auch wir, bringen in ein solches Haus hinein das «Jüdische Museum", Klub- und Vortragsräume mit einem Prachtsaal rc und neu wird das jüdische Leben in unserer Großstadt sich entfalten können. »Jwri onauchic Wie«. („H asomi r"-Ab end.) Mittwoch den 7. Dezember d. I. veranstaltete der Verein „Hasomir" in den Lokalitäten deS Cafe Concordia einen literarischen Abend, der, von einem zahlreichen Publiknm bewcht, einen glänzenden Verlauf nahm. Schriftsteller I. A. Loubezky, der Obmann des Vereines, wies in seiner Begrüßungsrede auf die Bedeutung des „Hasomir" hin, der da, ohne jeden politischen Anstrich, die Angehörigen aller und der verschiedensten jüdischen Vereine in Wien in sich zur Pflege echt jüdischer Art und Kunst vereinigen will. Die Sympathien, deren sich der „Hasomir" erfreut, seien ja auch bereits so große, daß man auf die Erreichung jenes Zieles hoffen darf Nach dieser beifallsfreudig aufgenommenen Rede Loubezkys las Schriftsteller Bernard Tag sein philosopbischetz Prosagedicht „Ahasvers Rast und Unrast" (erschienen im «Bar Kochba"-Almanach) vor. Das tiefsinnige und formschöne Poem ist ein Monolog Ahasvers, der von künftiger' Rast träumt. In ihr aber zieht er sein Ende — und wieder nicht. Er schwankt in Gefühlen und Gedanken, bis die Erste wieder zu wanken beginnt. Die Rast ist aus, Anasver muß weiter wandern. Anhaltender Beifall lohnte Tags Vorlesung. Ihr folgte die Vorlesung jüdischer Skizzen von Schalom Asch durch die Herren Juris und Loubezky. darunter die pbontusievclle „Erde" des bekannten DrckiterS. Der Violinvirtuose A. Bunin brillierte mit dem vollendeten Vortrage einiger jüdischer Musikpncen, Fil. Scharr sang mit Empfindung und reiner Stimme ein jüdisches Lied. Die Konferenze bei dielen Vorträgen führte Herr Loubezky. der zu jedem etwas Interessantes zu sagen wußte. Den C>ou des Abends bildete das Erscheinen der Schauspieler des jüdischen Theaters, von denen wieder unser Stern, F l. Weintraub, entzückende Lieder sang. Ihrem Vortrag schloss n sich mit gleich vorzüglichen Leistungen die Herren Deutsch und Podzameze an. Das Schlußwort ergriff Herr Tag. in dem er nochmals dre Ziele des „Hasomir" erläuterte und den Verein einen Mittel- und B>ennpunkt jüdischen Lebens nannte, der es werden könnte, wenn er wie bisl er von allen Seiten unterstützt würde. Die Veranstaltung währte bis in den Morgen. F. P. Wien. Der humanitäre Frauenverein „Krankenpflege", ein durch sein humanitäres Wirken rühmlichst bekannter Verein, feiert am 15. Jänner >911 in den Prachtsälen des „Hotel Continental", II.. Taborstraße 6, die Feier seines zehnjährigen Bestandes. Zu dieser Feier, die außerordentlich gelungen zu werden verspricht, haben hervorragende Kunstkräfte ihre Mitwirkung bereits zug sichert. Der Verein, der nun auf ein Dezennium erfüllter Pflicht und reichlicher Wohltätigkeit zurückblicken kann, hofft auf zahlreichen Besuch. Karlen sind bei sämtlichen Ausschuß- und Komiteemitgliedern,, überdies