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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-11-25 · 47 (25.11.1910) · page 23

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
47 (25.11.1910)
Date
1910-11-25
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Nr. 47 Dr. Bkochs Wochenschrift. Seite 791 darum an Schärfe des Blickes voraus hat. Eine ganze Reihe im Einzelnen beachtenswerter Stützen werden für die Annahme konstruiert, daß das Buch Daniel während der Belagerung Jerusalems durch Titus in der Atmosphäre überreizter, messianischer Hoffnungsseligkeit entstanden sei, die aus einigen glücklichen Erfolgen des Belagerers Nahrung sog. x. Edtv. Nt. Calisch, The Jew in English Literature, as Author and as Subject. Richmond 1910, The Bell Book and Stiationery Go, Publishers, Richmond, Virginia. U. S. A. Dieses Buch, das der belesene Autor seiner Gattin, der treuen Mitarbeiterin des Werkes» gewidmet hat, stellt dem Ehepaar ein Ehrenzeugnis aus. Es ist keine Kleinigkeit übersehen worden, und trotz der Akribie im Sammeln des Stoffes ist in dem Buch doch nichts als ein bibliographisches Archiv, sondern ein Werk geschaffen, das man mit Genuß lesen kann. Einzelne Kapitel, wie die Shylok- Frage und ähnliche, sind mit besonderer Kunst behandelt. x. Rich. Charmatz, Adolf Fischhof, Das Lebensbild eines österreichischen Politikers. Mit zwei Abbildungen. Stuttgart und Berlin 1910. I. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger. Wenn bisher eine Biographie dieses seltenen Mannes vermißt wurde, so erklärt uns das vorliegende Meisterwerk die Gründe. Ein Urteil über Fifchhof erfordert einen von keiner Mühe verdroffenen Eifer, durch einen Wulst durcheinander schwirrender Bilder und Gesichte, durch eine Sturmflut von Zeitungsnotizen, handschriftlichen Aufzeichnungen und mündlichen Erinnerungen sich zu klarer Erfaffung einer politischen Persönlichkeit durchzuringen. Wir sehen Fischhof, den Helden von Achtundvierzig, durch alle Not und Pein schwankender Geschicke aufrecht und nnbeirrt, hohen Idealen treu, seinen Weg verfolgen und als der „Weise von' Emmersdorf" zum Palladium aller freiheitlich Gesinnten Oesterreichs werden. Selbst die Aussicht, in den Ministerrat einzutreten, zwingt ihm nicht die geringste Konzesiion ab. Auch darbende Armut kann ihn nicht zum Abweichen von dem Wege bestimmen, den er sich vorqezeichnet. Sehr drastisch wirkt durch den Gegensatz, was S. 296 ff. über den Demokraten Lueger zu lesen ist. Das Buch verdient durch einen populären Auszug den weitesten Kreisen, insbesondere unserer Jugend, zugänglich gemacht zu werden. x. Im Verlage von Bandenhoeck u. Rupprecht in G ö t t i n g e n sind erschienen: Gustav Frenfsen, Dorfpredigten, in einem Bande gebunden M-6.50, in drei Bänden geb. je M. 3.—, Friedrich Naumann, Gottes Hilfe, 380 Andachten. In einem Band geb.. 3. Auflage M. 6.—. Die kleine Ausgabe in sieben Bänden zu je M. 1.80, geb. Richard A- Armstrong, Gott und die Seele. M. 2.—. Noch nie hat ein Predigtwerk so rasche und weite Verbreitung wie die „Dorfpredigten" gefunden. Bis 1909 wurden an 70.000 Bände gekauft. Diese Tatsache verliert alles Rätselhafte, wenn man die vom Verleger so handlich ausgestatteten Bändchen aufschlägt und, gleichviel an welcher Stelle, ein paar Sätze darin liest. Es ist ein wirklicher Dichter, der hier das alte biblische Gewand wählt, um den Herzen schlichter Dorfleute nahezukommen. Wie in Frenfsen aus dem Geistlichen der Dichter, so hat sich aus Naumann der Politiker entpuppt. Doch kann man nicht sagen, daß mit dem Wechsel des Berufskreises in seinem Wesen sich ein Wandel vollzogen hätte. Diese prächtigen, in ihrer Klarheit und Knappheit unübertrefflichen, aus dem Leben gegriffenen und ins Leben hineinwirkenden Beispiele und Ratschläge zeigen deutlich den scharfen Blick Ar das Reale, die Kenntnis der Bedürfniffe des Volkes, das edle Mitfühlen mit allen aus seelischem Zwiespalt zum Frieden Strebenden, die den Politiker Naumann auszerchnen. Aus jeder Seite spricht er zu uns, wie ihn Liebermann gemalt hat. In Armstrong stellt uns der Uebersetzer Titius einen erlesenen Geist vor, der Ungläubige langsam, aber unwiderstehlich zum Glauben an Gott und an die Wirklichkeit der seelischen Postulaie leitet. So mußte heute ein moderner Schleiermacher Reden über die Religion an die Gebildeten unter ihren Verstchtern halten. Die hohe Anerkennung, die in allen drei Büchern das Volk Israel und sein Werk, die Bibel, findet, macht sie uns doppelt lieb. x. „Die Hilfe." Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Friedrich Naumann, M. d. R. Nummer 46 20. November 1910. Aus dem Inhalte: Martin B e r a d t: Vorsitzender und Verteidiger. — Gerhard Richter: Freie Studentenschaft und Freibund. — Ernst C a h n: Fortschrittliche Volkspartei und Reichsversicherungsordnung. — Gottfried Traub: Und dann? — Theodor K a p p st e i n. Max Maurenbrecher. — Paul Zschorl i ch: Pianistenelend. — Karl Wilhelm Fritsch: Um Michelburg. — Buchverlag der „Hilfe". G. m. b. H. Berlin-Schöneberg. „Tagebuch in Versen." Von Max B r o d. Verlag Axel Juncker, Berlin-Eharlottenburg. Zwei Jahre des Reifens liegen zwischen Dr. Brod's letzten Gedichtband „Der Weg des Verliebten" und dem Büchlein, welches er kürzlich unter obigem Titel erscheinen ließ. Naturempfinden, Liebe, Sehnsucht, Glücks- und Unglücksstimmung tönt ans diesen Gedichten — Dinge, die schon jeder Dichter besungen und die Max Brod doch auf feine eigene Weise besingt. Seine Ausdrucksweise, seine Sprache ist die eines Mannes, dem ein großer Wortschatz zur Verfügung steht. Karl Müllenhoff. Sagen, Märchen und Lieder der Herzogtümer Schleswig-Holstein und Lauenburg. Anastatische Reproduktion des ersten Abdruckes der Auflage vom Jahre 1845 aus dem Berlage der Schwers'schen Buchhandlung. Vierte Auflage. Verlag von M. L i e b s ch e r, Siegen. 1911. Das Buch Koheleth. Uebersetzt und erklärt von Dr. Gerson Lange, Direktor der Realschule der „Israelitischen Religionsgesellschaft" in Frankfurt am Main. Verlag von A. I. Hofmann, Frankfurt a. M. 1910. Dr. Leon Reich. Almanach Zydowski. Cena Egzemplarza oprawnego 6 Kor. Sklad Glowny: Karol Juffy, Ksiegarnia, Lwow, Ul. Kopernika L. 3. Srirskaster^ K. L., Zionist. Ihren Brief können wir erst in nächster Nummer publizieren. „Neumann II". Nicht Albert, sondern Edmond Baron Rothschild ist im Begriffe, nad) Palästina abzureisen, um mit Erlaubnis der ottomanischen Regierung Ausgrabungen an der vermutlichen Stätte der jüdischen Königsgräber zu veranlaffen. Ph. Mit Ihrer Anfrage wenden Sie sich an Herrn Rabbiner Maiersohn, Dr. L. K, Lemberg. Der Almanach in polnischer Sprache ist vorgestern eingetroffen. Notizen. Jüdisches Theater. Regie: M. Siegler. Hotel Stefanie. II., Taborstraße 12. Ab Freitag den 25. November täglich: „D u S Pintale J üd" von Z. Liubin. — Sonntag, 27. November, nachmittags halb 4 Uhr. halbe Preise. Zur Aufführung gelangt: „Die Klüge Frau" von N. M. Schelkiwrtz. — In Vorbereitung: „Die Schehi te" von I. Gordin. Bekanntmachung. Wir machen die p. t. Jntereffenten auf das Inserat der Adaß J'.sroel in Bezug Vergebung ihres Mazzesbackhauses aufmerksam. Verein Kr oseatgcHGcbett ÄrWtjnachwtis Wien, II., Taborstrasse 59 Ara 19. November 1910 standen in Vormerkung’: I. Klasse: Manuelle Arbeiter. 2 Anstreicher 1 Glaser — Monteure Aufpapper 1 Goldu. Silberarbeiter 4 Schlosser 3 Bäcker 15 Hausknechte, öeiohäfts- 14 Schneider 2 Branntweinversch’. und Bureaudiinir — Schriftsetzer I Buchbinder 35 Hilfsarbeiter 2 Schuhmacher 1 Buchdrucker 2 Kellner 3 Spängler — Bürsten-und Pinsel- 1 Kürschner u. Kappenm.— Steinmetzer macher — Kutscher 2 Tapezierer — Drechsler 3 Laufburschen 3 Taschner — Elektromonteure — Lederzurichter 5 Tischler 3 Fleischhauer 3 Magazineure 1 Uhrmacher 1 Friseur — Maschiniste u. Heizer — Zeichner 2 Gas- und Wasser- 3 Mechaniker 1 Zimmermaler leitungs-Instailateure 2 Metallarbeiter — Zuckerbäcker Tiiohtige und verlässlich« Hausbesorger. II. Klasse: Kaufmännische Angestellte. 15 Buchhalter u. Korrespondenten 6 Manipulanten und Expedienten — Inkassanten 8 Platz-Agenten und -Vertreter 10 Kanzlisten und Schreiber — Praktikanten 44 Kommis diverser Branchen 2 Reisende 20 Komptoiristen u. Strazzisten Tüchtige Aushilfs-Buchhalter u. Korrespondenten, auch solche, die gegen massiges Honorar Abendbeschäftigung annehmen, sind stets vorgemsrkt Weibliche Abteilung. 6 Bonnen und Kindermädchen — Laufmädchen — Buchhalterin — Lehrmädchen — Dienstmädchen 2 Maschin- und Handnäherinnen II Expedientmnen und Manipulant. — Modistinnen 4 Hilfsarbeiterinnen — Praktikantinnen 3 Kassaträulein — Schneiderinnen — Kellnerinnen — Sitzkassierinnen — Kindermädchen 30 Verkäulcrinen — Köchinnen 1 Verschleisaerin 28 Kontoristinnen u. Kanzlistinnen — Wirtschafterinnen und Stützen 30 » Anfängerinnen der Hausnrau Das Bureandes Vereines hat seit seiner Eröffnung im November 1899 bis inklusive 19. November 1910 31.476 Vermittlungen dorchgeföhrt.

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