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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-11-11 · 45 (11.11.1910) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
45 (11.11.1910)
Date
1910-11-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 45 Dr. Bwchs Wochenschrift. Seite 743 Von Herrn Fleischmann I., Franz Josefs-Kai: f. d. Armenanstalt.. K 10.— „ „ Speiseanstalt ... 10.— „ „ Theresien-Kreuzer Verein . . . „ 10— K 30.— Frau Therese Pappenheim für Arme.„ 30.- „ Herrn Karl Förster für das Altersversorgungshaus „ 30.— „ E. Th. für Arme. 30.- „ Anonymus durch Herrn Präsidenten Dr. Gustav Kohn „ 25.— „ Herrn k. u. k. Stabsarzt d. R. Dr. S. Freudenthal „ 25.— „ Herrn Vize-Präsidenten Dr. Gustav Kohn für Arme . . K 20.— „ Anonymus zur Verteilung an Kranke und Rekonvaleszente des Spitales der israel. Kultusgemeinde . . „ 40.— „ Herrn Dr. Knebel für arme Witwen..„ 20.— „ Herrn Siegmund Leopold Grünberger für Arme. . . . „ 20.— „ Fräulein Frankel für die Brigittenauer Schulküche...» 20.—' „ Anonymus für das israel. Siechenhaus.„ 10.— „ T. W. für das Jeiteles Pfründnerhaus .. 10.— » T. W. » „ » ..» 10.- » T. W. » » „ » - .. 10.- n Frau Helene Herz zur Verteilung an arme, unterstützungsbedürftige Kinder.. 10.— „ Virginie Obersteiner für die Brigittenauer Schulküche . „ 10.— „ Siegfried Gelhard für Arme.. 7.— „ Fräulein Olga Nadler für arme Schulkinder.. 6 — „. B. Straßer zur Ausspeisung armer Kinder ..„ 6 — „ P. Auer für arme Frauen ..„ 5.— „ Josef Wrabez für arme russische Juden .„ 4.— „ Rosa Bunzel für eine arme kranke Familie.„ 3.— ,, Herrn Josef Powondra für arme russische Juden ...» 2.-- Entnahme aus den Sammelbüchsen im Gemeindetempel Fünfhaus: Für Arme..K 110.75 Von Frau Sophie Littmann Wäsche und Kleidungsstücke zur Verteilung an Arme. Spenden im Bethause Leopold st ad t: Rektor Dr. Adolf Schwarz K 10, Bernhard Grosner 25, Dr. Adolf Schmied! 10. Ignaz B.ckmann 100, Heinrick Ausländer 10. Doktor Hermann Löwy 20, Dr. Elias Münz 20, Peter Boichan 10, Siegmund Horak 10, I. Klein 10, Hugo Werner 15, Moriz Adler 20, Josef Klein 10. Summa K 270. Spenden im Gemeindetempel Währing: Heinrich Glücksthal K 80, Markus Stein 5, Berthold Löwenstamm 2, Leopold Goldschmidt 2, Adolf Wengraf 1, Moriz Schneier 1, Jakob Klein 5, David Adler 4, Simon Zinner 4, Wilhelm Weiner 15, S. O. Simon 30, Dr. Moriz Neumann 4, Emanuel Hofmann 20, Simon Fleischer 20. Jakob Stern 4, Josef Rossig 15, Moriz Bratmann 30, Simon Donath 15, David Thumim 15, Jakob Klein 2, Samuel Kugel 6, Leopold Subak 4, Simon Friedmann 2. Anton Stern 20, Eduard Berger 35, Berger sen. 29, Dr. Ignaz Winter 4, Julius Weiß 10, Moriz Feigelstock 8, Adolf Kraus 5, Jakob Grotte 2, Josef Serebrenik 2. Summa K 402. Der galizische Landtag und die Jca. Der galizische Landtagsabgeordnete Baron Battaglia, der vor einiger Zeit im Interesse der galizischen Jndustriebank in Paris Unterhandlungen pflegte, benützte diese Geleg-nheit, um mit den Führern der Jca in Paris wegen Schaffung einer Hausindustrie für die galizischen Juden in Fühlung zu treten. Die Ergebnisse dieser Unterhandlungen legte Baron Battaglia in einem Berichte nieder, der vor einigen Tagen im volkswirtschaftlichen Ausschüsse des galizischen Landtages beraten wurde. In dem Berichte dieses Ausschuffes an den Landtag wird hierüber folgendes gesagt: „Die Hausindustrie muß Gegenstand der Fürsorge der Landespatronage für Handwerk und Kleingewerbe werden, die über den Stand und die Bedingungen der Hausindustrie, sowie über die Notwendigkeit und die Formen der öffentlichen Hilfe genaue Untersuchungen anstellen wird. Der Ausschuß will jedoch schon jetzt die Aufmerksamkeit des Landtages auf ein einzelnes Moment auf diesem Gebiete hinlenken, weil die Aktion, die sich hieraus entwickeln könnte, einen selbständigen Zweig des Tätigkeitsgebietes der Landespatronage bilden könnte, wie auch deshalb, weil mit diesen Formen der Hausindustrie in die Grenzlinien der Großindustrie, wenn nicht gar der Fabriksindustrie eingegriffen werden könnte. Wie dem Ausschüsse von privater Seite bekannt wird, wäre die Jewish Colonisation Association (Jca) bereit, eine bedeutende Summe für eine Aktion zu bewilligen, die den Zweck hätte, die Hausindustrie in Galizien zu fördern, und knüpft daran die Bedingung, daß entweder der Landesausschuß von Galizien oder ein aus christlichen und jüdischen Vertretern bestehendes gemeinsames Komitee sich an die Spitze dieser Aktion stelle und daß ferner in dieser Hausindustrie zumindest die Hälfte der Beschäftigten aus jüdischen Arbeitern bestehe. Bei der Schaffung des Absatzgebietes könnte der Wiener „Hilfsverein für die notleidenden Juden in Galizien" mithelfen, indem er solche Abnehmer ausfindig machen würde, die persönliche und fachliche Garantie bieten könnten, dafür, daß fie in jedem konkreten Falle die eingegangenen Verträge und Kontrakte zum Schutze gegen die Ausbeutung der Arbeiter genau einhalten würden. In diesem Falle könnte hieraus eine sehr ernste Aktion entstehen, die geeignet wäre, sowohl das Elend des jüdischen wie auch dasjenige des christlichen Proletariats zu lindern, die Produktion des Landes und feine Einnahmsquellen zu erhöhen. Es wäre also Aufgabe des Landes, das Programm einer solchen Aktion auszuarbeiten und mit der Jca in die diesbezüglichen Verhandlungen einzutreten." Auf Grund dieser Ausführungen beantragt nun der volkswirtschaftliche Ausschuß u. a. die Annahme der folgenden Resolution: „Der Landtag empfiehlt den Landesausschuß, sowohl mit dem „Hilfsverein für die notleidenden Juden in Galizien" in Wien, wie auch mit der »Jewish Colonisation Association« (Jca), die Verhandlungen wegen einer eventuellen, größeren öffentlichen Aktion zur Hebung der Hausindustrie im Lande anzubahnen und dann im Rahmen der ihm zur Verfügung stehenden Mittel eine Aktion einzuleiten oder der nächsten Landtagsseffion einen bezüglichen Antrag vorzulegen." Die Rabbinerfrage in Galizien. Die galizische Statthalterei hat ihre Vorschläge betreffend die Aenderung der Bestimmungen über die Qualifikationen der galizischen Rabbiner der Zentralregierung in Wien unterbreitet. Es handelt sich hierbei darum, daß die Bestimmung, wonach jeder Rabbiner zumindest die Absolvierung eines Gymnasiums Nachweisen müsse, geändert werden soll. Ursprünglich hatten die orthodoxen Rabbiner die Absicht, in dieser Angelegenheit eine Landeskonferenz abzuhalten, die jedoch wiederholt verschoben wurde. Nun hat der Statthalter dem bei ihm jüngst erschienenen Rabbi von Belz erklärt, daß er, ohne die Konferenz mehr abzuwarten, seine Vorschläge nach Wien geschickt habe. Berlin. Das Deutsche Bureau der „Alliance JsraMte Universelle" teilt mit, daß das Zentralkomitee der „Alliance" in Paris für die jüdische Bevölkerung in Tripolis, die von der Cholera besonders heimgesucht wird-, 1000 Franks überwiesen hat. Berlin. (Mitteilung aus dem Deutschen Bureau der „Alliance I s r a e l i t e Universell e".) Nach Drahtberichteu, die bei dem Zentralkomitee der „Alliance Jsraelite Universelle" eingegangen sind, ist das jüdische Stadtviertel in Schiras (Persien) völlig verwüstet worden. 5000 Personen stehen mittellos da. Mehrere Juden wurden getötet, viele schwer verwundet. Gleich nach Eingang dieser Meldung hat das Zentralkomitee telegraphisch 5000 Franks nach Schiras überwiesen und das Auswärtige Amt in Paris um eine Intervention bei der persischen Regierung zum Schutze der Israeliten gebeten. Berlin. Ueber die Zurücksetzung der Juden in der Armee und die Aufgaben des Verbandes der Deutschen Juden werden in der von diesem gemeinschaftlich mit dem Zentralverein Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens am Sonntag den 13. November, vormittags Val 2 Uhr, in der Philharmonie veranstalteten öffentlichen Versammlung der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes Prof. Dr. Martin Philippson und der Landtagsabgeordnete Geh. Justizrat Cassel sprechen. An der am 24. November folgenden Versammlung in Breslau werden außer Profeffor Philippson der bekannte dortige Nationalliberale Geh. Regierungsrat Prof. Dr. K a u s f m a n n und der Vorsitzende der Ortsgruppe des Zentralvereins Sanitätsrat Dr. Reich als Redner teilnehmen.

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