Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 44 (4.11.1910)
- Date
- 1910-11-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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bette 730 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 44 27. Oktober erschien eine dreigliedrige Abordnung unter Führung des kaiserlichen Rates, k. f. Bezirksschulinspektors August Hofer in der Schulkanzlei der Mädchenschule in der Novaragasse und überreichte dem Gefeierten das künstlerrisch ausgestaltete Ehrendiplom. Kaiserlicher Rat Direktor August Hofer hielt hiebei eine überaus schmeichelhafte Ansprache, in welcher er der großen, unvergänglichen Verdienste des Begründers des Vereines gedachte und der Hoffnung Ausdruck gab, Herr Direktor Weber werde seines geistigen Kindes stets in Liebe gedenken und ihm auch in Zukunft mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die hohe Ehrung, die dem Verdienstollen, jüdischen Schulmanne zuteil wurde, wird nur der voll und ganz zu würdigen in der Lage sein, der die Prinzipien dieses Vereines kennt. Wir beglückwünschen Herrn Direktor Weber zu dieser seltenen Ehrung, sie ist und bleibt für das ganze Judentum ein Kidusch Has.yem. Sch. . . Wie». Der Bethausvercin. II., Hammer-Purgstallg a s s e 5, der nachweislich über 60 Jahre besteht, hat sich infolge Anregung des Herrn Rabbiners Goldsteiu unter dem Namen „A g u d a s Achim" neu organisiert und wurden nach den neuen, von der Behörde bewilliaten Statuten folgende Herren in die Vereinsleitung gewählt: Wilhelm Brody, Obmann, Dr. Armin Koh«, Obmannstellvertreter, Ignaz Lichtmeß. Kaffier, Isidor Jellinek, Schriftführer und als Ausschußmitglieder die Herren: David Gansl, Michael Kohl, Wilhelm Oberudreit, Sigmund Schreiber und Samuel Schwarz. Wien. (Israelitisches Spital.) Donnerstag den 21. v. M.. 10 Uhr vormittags, fand im Spital der Wiener israelitischen Kultusgemeinde (Rothschild. Spital) die Amtseinführung des an Stelle des verstorbenen Hofrates Professor Dr. Oser neuernannten Direktors Dr. Karl Fleischmann, Primarius an der gynäkologischen Abteilung der Anstalt, statt. In der Direktionskanzlei hatten sich aus diesem Anlaffe eingefunden: Der Präsident der Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern, II. Viz, Präsident Hofrat Dr. Rappaport, der Obmann der Spitalskommission Wilhelm Kuffuer, die Vertreter Salo Cohn, Max Frank und Profeffor Dr. Pollak, die Kultusvorsteher Professor Dr. Ehrmauu und Emauuel Hoffmann, I. Sekretär kaiserl. Rat Dr. Lieben, Herr Richard Bettelheim in Vertretung des Baron Rothschild, Professor Dr. Otto Zuckerkand! und Professor Dr. Klein, Abteilungsvorstand Dozent Dr. Katz, Primarius Dri Jnfeld, sämtliche Assistenten und Sekundarärzte des Spitales, die Präsidentin des Damenkomitees Frau Jda Diamant, Spitalsverwalter Dr. Korauyi, Redakteur Dr. M Löwy, zahlreiche Aerzte rc. Präsident Dr. Stern hielt eine Ansprache, in welcher er auf die großen Verdienste des 'früheren Direktors Hofrat Professor Dr. Oser hinwies, der im Vereine mit ausgezeichneten und tüchtigen Mitarbeitern dem Spitale einen Weltruf verschaffte, und dann übergab er die Anstalt der Obhut des neuen Direktors. Direktor Dr. Fleischmauu dankte dem Kultusvorstande für das Vertrauen, das ihm durch Uebertragung des bedeutungsvollen und verantwortungsreichen Amtes zuteil wurde, und versicherte, all sein Streben und Können einzusitzen, um das Spital im Sinne und Geiste seines unvergeßlichen Vorgängers zu leiten und auf seiner bisherigen Höhe zu erhalten. Seine Devise werde sein: Snprema lex salus aegroium. 9lad) Vorstellung der Aerzte und Funktionäre fand unter Führung des neuen Direktors ein Rundgang durch das Spital statt. „ Jüdische Toynbeehalle. XX., Othmarg rsse 46. Sonntag den 6. November d. I. nimmt die Jüdische Toynbeehalle ihre Tätigkeit wieder auf. Von da ab finden die populär-wissenschaftlichen Vorträge und die Konzertvrranstaltungen in der Weise statt, daß der Freitag den Bibelerklärungen, der Samstag musikalischen Darbieiungen und die übrigen Tage dr Woche den verschiedenen Wissensgebieten gewidmet werden. Das erste Wochenproaramm ist, wie folgt, festgesetzt: Sonntag den 6. d. M.. Sekretär Josef Kohu: „Die soziale Frage und ihre Geschichte." (I. Teil.) — Montag den 7. d. M., Dr. Josef Jerusalem: „Dienst- und Arbeitsrecht." (Zyklus, jeden zweiten Montag.) — Dienstag den 8. d. M., Frau Dr. Sophie Großmann: Literarischer Abend. Vorlesung eigener Dichtungen. — Mittwoch den 9. d. M, Dr. I. Samuely: „Modernes aus Palästina". — Donnerstag den 10. d. M., Sekretär Josef Kohu: „Die soziale Frage und ihre Geschichte". (II. Teil.) — Freitag den II. d. M., Lehrer H. Löw-Vogel: Bibelerklärung. — SamStag den 12. d. M.: Konzert. Beginn an Wochentagen um halb 8 Uhr. Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen um 7 Uhr abends. — Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten an den Obmann Doktor I. Samuely, L, Fischerstiege 6, erbeten. Wie«. Am Erew Sukoth verschied in seiner Wohnung, XX/ Treustraße 52, Herr Leopold Preßburger, Seniorchef der Großfirma Leopold Preßburger und Sohn, im 69. Lebensjahre und wurde Donnerstag den *.0. d. M. unter zahlreicher Veteiliguntz aus allen Kreisen der Wiener Bevölkerung zu Grabe getragen. Unter den Anwesenden bemerkte man den Vorstand des Vrigittenaner Tempelvereines mit dem Obmann Herrn Hermau« Eltbogen korporativ, eine Abordnung des Tempelvereines «Beth Israel" in der Leopoldsgasse, des Bethausvereines „Bne Brith" in der Karajangasse und Vertreter mehrerer humanitärer Vereine. Ueber ausdrücklichem Wunsche des Verblichenen wurde die Beerdigung in der einfachsten, traditionellen Weise, ohne jedes Zeremoniell, veranstaltet. Als ein langjähriges Mitglied des Brigittenauer Tempelvereines brachte der Verblichene demselben namhafte materielle Opfer und übte.er auch das schöne Gebot Zedoko bathesser in des Wortes edelster Bedeutung. Trotz seiner streng konservativen Gesinnung war Herr Preßburger ein warmer Freund von Intelligenz und Bildung. ' Mit seiner Gattin Frau Fanni Preßburger beging er vor drei Jahren das seltene Fest der goldenen Hochzeit. An seiner Bahre trauern die Gattin, Söhne und Töchter, Schwiegersöhne und Schwiegertöchter, Enkel und Urenkel, wie auch zahlreiche arme Verwandte, die ihren Wohltäter an ihm verloren haben. Verband der Jüdisch-nationalen Finken an den Wiener Hochschulen. Der Ausschuß bringt zur Kenntnis, daß die IV. ordentliche Generalversammlung Samstag den 19. November 1910, ^8 Uhr abends, im Saale des Zentralvereins, IX., Türkenstraße statifindet. Statutengemäß wollen Anträge und Kandidaturen bis 16. November inkl. an unten bezeichnete Adressen bekanntgegeben werden. Alle Gg. Finken werden zur Teilnahme an der Versammlung aufgefordert, da wichtige Fragen zur Sprache kommen. Der Ausschuß teilt ferner mit, daß die Fechlsektion auch in diesem Semester wieder eingerichtet wird, und ersucht um umgehende Anmeldung der Interessenten. Zuschriften und Anfragen sind derzeit zu richten an die Adressen der Herren cand. pbil. A. Engländer, II., Schwarzingergasse 8, und oauä. zur. Fr. Weffely, II, Darwingasse 27. Frau Rosalie C. Herrmann. Am 30. Oktober fand in aller Stille am Wiener Zentralfriedhof das Leichenbegängnis der Frau Rosalie C. Herrmann statt, Witwe nach dem seinerzeit nicht nur in Wien, sondern in ganz Europa und Amerika bekannten und gefeierten Prestidigitateur Professor C. Herrmann. Zu Lebzeiten ihres Gatten waren die Salons der Frau Herrmann ein beliebter Sammelpunkt der hohen und höchsten Aristokratie und der Vertreter der Kunst und Wissenschaft. Als vor dreiundzwanzig Jahren Professor Herrmann aus dem Leben schied, zog sich seine Witwe aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Im Stillen übte sie viel Werke der Barmherzigkeit und Nächstenliebe. Einen Teil ihres Vermögens hat die Verstorbene, die eine treue Jüdin war, zu wohltätigen Zwecken als Herrmann-Stiftung hinterlassen. Wie«. Der Private Mayer Brunner und seine Gattin Julie Brunner geb. Ballon wohnhaft 1I/l. Lessinggasse 13, feierten am 24. Oktober im Kreise der Familie und Verwandten das Fest der goldenen Hochzeit. Dem Ehepaare, das seit langen Jahren leidend und arbeitsunfähig, ist, sind zum Jubeltage ansehnliche Ehrengeschenke zugekommen, darunter auch von dem löblichen Magistrate der Stadtgemeinde Wien, als auch von der israelitischen Kultusgemeinde. Das Ehepaar fühlt sich verpflichtet, auf.diesem Wege seinen besten, innigsten, verbindlichsten Dank auszusprechen. Wien. (Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien.) Das Lokal der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler befindet sich ab 12. November l. I. im IX. Bezirk, Porzellangasse 11, Mezzanin. Wien. Die Lese- und Nedehalle jüdischer Hochschüler in Wien veranstaltet Donnerstag den 10. November, 7 Uhr abends, im Hörsaalr 41 der philosophischen Fakü.tät einen Jungjüdischen Abend. Vortragen werden die Herren: Dr. Hugo Zuckermann: Lyrische Gedichte. Schriftsteller Dr. Oskar Rosenfeld: Novellen. Cand. pb.il. Theodor Reik: Aphorismen und Satyren. Gäste-willkommen. Wien. (.Adaß Jisroel" Privat-Religionsschule.) Für Knaben und Madch.n von 6 —14 Jahre, II., Malzgasse 16 (Haus Talmud-Thora). Die P. T Eltern werden dringend ersucht, die Einschreibung sofort vornehmen zu lassen, dr die Rücksicht auf den Unterricht eine Schüleraufnahme nach dem 15..November verbietet. Der Vorstand. Wien. Der humanitäre Geselligkeitsverein „Wohltätige jüdische Jugend", II., U tere Augartenstraße »11, veranstaltet Samstag den 5. November'1910, im Festsaale des Hotel Guth, II., Stefaniestraße 14, einen Vergnügungsabend verbunden mit Vorträgen und Tonzkränzchen. Wien. (Joachim Gollerstepper) Samstag den 29. Oktober verschied hier Herr Joachim Gollerstepper, Ehrenpräsident des Vereines „Tefilas Haneorim". im 87. Lebensjahre. Im Alter von 75 Jahren, in welchem gewöhnlich d.s Bedürfnis nach Ruhe vorherrscht, unternahm es der Verblichene mit einer ganz geringen Zahl Gleichgesinnter einen Verein zu gründen, der es unserer Heranwachsenden Jugend ermöglicht, an den hohen Feiertagen in eigenen Betstätten ihre Andacht zu verrichten. Unter seiner unermüd-