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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-10-07 · 40 (7.10.1910) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
40 (7.10.1910)
Date
1910-10-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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r.ii ii MSMa Nr. 40 ||pB BlOCh’S I-Hrgsnsxxv» Zentralorgan für die gesamten Unteressen des Judentums. -D~.~D- Wien, 7. Oktober 1910 Erscheint jeden Freitag. Brief-Adresse: Wie', IX/i, Hahngasse 15. * Telegramm-Adresse: Bloch'S Wochenschrift, Wien. OO- -— p Vrxrrgspreis für Orflrrreirh: Halbjährig 8 Kronen: Einzelexemplare 50 Heller. Fiir's Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Di.- 4mal gefpal- 1) tene Pettrzeile 24 Heller. C nO ■ ■■ -Do OG p D. k PoflfPsrkaffrnsmr Lleartng-Verll ebr Nr. S10.S76. Redaktion und Administration: 0^ i tt IX/i, Hahugasse Nr. 15. Telefon Nr. 14.847. Oo o oG= =Oo Inhalt: Leitartikel: Zar Laudtagswahl in der Lecpoldstadt. — Die Retter. — Vom Jahrmarkt des Lebens: Jüdische Freiwillige als Kämpfer für die weltliche Herrschaft des Papstes. Die Entwicklung einer jüdischen Stadt. Geschliffenes Glas im alten Palästina. Ein Rassenkongrest. Graf Leo Tolstoi u>d das Kol-Nidre. Rückkehr der Marannen. Palästinensische Olivenbäume. — Die Sprachen der Inden. - Korrespondenzen: Gin Wort. B thausverein „Am Volkert" Aach die polnischen Konservativen aegen den prog-ssiven Antisemitismus. Berlin. Die jüdischen Lehrer in der Türkei. Erschwerungen der jüdischen Kolonisation in Palästina. Königlicher Besuch in einer jüdischen Diamantschleiferei. Ehrenmarsch der Rewyorker Peddler für Bürgermeister Gaynor. Die neuen Bestimmungen gegen jüdische Einwanderer m Kanada. — Vermischtes. — Feuilleton: Skizzen und Studien zur Geschichte der Inden in Polen. — Literatur. — Briefkasten. — Inserate. An unsere geehrten P. T. Abonnenten! Wir bitten um rechtzeitige Erneuerung des Abonnements, damit in der Zusendung des Blattes Leine Verzögerung eintrete. Zur Einsendung der Beträge wolle man sich der in letzter Nummer beigelegten Eos - erlagscheine bedienen. Da wir im Begriffe sind, neue Adrcstschleifen drucken zu lassen, ersuchen wir unsere geschätzten Abonnenten um Be kanntgabe der Adressänderuugen, eventuell um Richtig - stellung von mangelhaften Adressen. Die Administration der „Oefterr. Wochenschrift" IX/1, Hahngasse 15. Zur Kandtagswahl in der Keopoldstadt. (Gin Briefwechsel.) Wohlgeboren Herrn Dr. Bloch, Wien. Als langjähriger Abonnent Ihres Blattes kann ich nicht umhin, Ihnen mein Befremden über die Art Ihrer Schreibweise über Herrn Dr. Schwarz-Hiller, als auch über den freiheitlich-sozialen Verein Ausdruck zu geben. Es wäre Pflicht Ihrerseits gewesen, wenn Sie über eine Person oder einen Verein Ihre Ansicht oder Ihr Urteil abgeben, sich doch früher zu informieren. Das sollte man von einem loyal denkenden Juden voraussetzen können: dieses trifft bei Ihrer Schreibweise nicht zu. Ich erlaube mir nun. Ihnen die ergebene Mitteilung zu machen, datz ich auf die Zusendung Ihres Blattes Kr die Folge verzichte, vorausgesetzt, datz Sie nicht in Ihrer nächsten Nummer einen objektiv gehaltenen Artikel bringen, der die Vor- und Anwürfe, die Sie früher sowohl gegen Herrn Dr. S.-H., als auch gegen den freiheitlich-sozialen Verein brachten — revozieren. Autzerdem mache Ihnen die ergebene Mitteilung, datz Herr Dr. S.-H. Mitglied eines nichtpolitischen jüdischen Vereines ist, also von einem Renegaten oder getauften Juden, wie man zu insinuieren wagte, keine Spur. Man sollte voraussetzen können, datz man von einem Publizisten Ihres Schlages mehr Objektivität zu beanspruchen das Recht hätte. Hochachtend Josef Reiman, Herrn Josef Reiman, Wien, II., Grotze Mohrengasse 3. Es ist sonst meine Gewohnheit nicht, auf Briefe von der Art Ihrer Zuschrift vom 30. v. M. eine Antwort zu erteilen. Allein die Vorgänge in der Leopoldsladt aus Anlatz der bevorstehenden Landtagswahl bilden ein öffentliches Aergernis und ein beschämendes Zeugnis politischer Unreife. Es scheint mir darum eine ernste Pflicht, keine Gelegenheit, aufklärend zu wirken, ungenützt zu lassen. Bei der letzten Landtagswahl wurden zirka 23.000 Stimmen abgegeben, davon 12.300 für den antisemitischen Kandidaten. Das Mandat kann demnach der Reaktion nur dann entrissen werden, wenn es gelingt, einen Kandidaten aufzustellen, der die Stimmen aller jüdischbürgerlichen Parteigruppen und auch jene der christlichsozialen Sezessionisten auf sich vereinigt. Alle persönlichen und alle Gruppeninteressen müssen hinter diesem Kampfzweck zurücktreten, alle freiheitlichen Wähler, Juden wie Christen, müssen ihre Stimmen auf einen einzigen Kandidaten vereinigen. Ein Hindernis dieser von allen Seiten eindringlich gepredigten Einigung ist ausschlietzlich die Kandidatur des Dr. Schwarz-Hiller. Diese Kandidatur wird denn auch von allen Wortführern der jüdischen öffentlichen Meinung ohne Ausnahme auf das Schärfste verurteilt. — Eine Einstimmigkeit in der Verurteilung, welche jeden zum ernstlichen Nachdenken anregen sollte. Zionisten. Nationaljuden, Orthodore, Fortschrittler, die Leitung der „Oesterreichisch-Israelitischen Union", Männer, welche in ihren Anschauungen sich sonst selten begegnen, wie die Herren Sigmund Mayer, Bernhard Hofbauer und Lucian Brunner, stimmen darin überein, datz jene Landtagstandidatur eine schwere Schädigung der fortschrittlichen Sache überhaupt und insbesondere des Wiener Judentums bedeutet, und nur den Triumph der antisemitischen Reak-

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