Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 38 (23.9.1910)
- Date
- 1910-09-23
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite $88 Dr. Wlochsc WochenschrM die Mündung des Kanals, sondern auch dieser selbst, und zwar in seiner ganzen Länge ein Werk von Menschenhand ist". Diese These deS reich illustrierten, slüssig geschriebenen Buches wird gewiß zu neuen Diskussionen anregen. R. G. Klameth, Vom Ausbau des 2. Tempels bis zum Mauerbau Nehemras (515 bis 441 v. Ehr.) (Progr. d. Staatsgymn. in Mähr.-Ostrau, 1909 bis 1910.) Verlag des Kaiser Franz Joseph- StaatSgymnasiums. DaS Dunkel, das über dem Jahrhundert von Zerubbabel bis Nehemia lagert, beginnt langsam sich zu lichten. Scharfsinnige Hypothesen bekleiden die an sich etwas schemenhafte Figur des ersten Gola- Führers mit Attributen und Charatterzügen, die ihn in fast deutliche historische Beleuchtung rücken. Die Geschehnisse der Esther-Geschichte in Verbindung mit den aus anderen Quellen bekannten Vorgängen im Perserreich liefern einen Hintergrund, aus dem auf die Ereignisse zur Zeit Nehemias und die, die seinem Auftreten vorausgehen, gleichfalls ziemlich Helles Licht fällt. Die vorliegende Studie referiert sorfältig über diese Konstruktionen und zeigt in der Bewertung der einzelnen Hypothesen ein gesundes Urteil. R. Von Be«-Jehuda s großem hebräischen Wörterbuch. Soeben ist in dem bekannten Vertag G. Langenscheidt, Berlin- SchönÄberg das 3. Heft des 2. Bandes des Thesaurus Totius Hebraftatis von Elieser Ben-Jehuda erschienen. Von dem Werke liegen bis jetzt 15 Lieferungen vor, die bis zum Buchstaben Gimel reichen. DaS vollständige Werk wird zwölf Bände von durchschnittlich 600 Seiten umfassen. Der erste Doppelband soll mit dem Ende dieses Jahres fertig vorliegen. In den darauffolgenden Jahren soll die ' Herausgabe eine Beschleunigung erfahren, so daß das ganze Werk etwa im Jahre 1915 vollendet sein wird. Der Subskriptionspreis für das ganze Wörterbuch beträgt 250 Mark. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Inden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Berlin C. 2. An der Spandauerbröcke 15. Begründet von Dr. Athur R u p p i n. Redigiert von Dr. Bruno B l au. Heft 8/9. 6. Jahrgang. August- September 1910. Inhalt: I. Abhandlungen. 1. Dr. öc. Pub. Jakob S e g a l l, Berlin: Die Ergebnisse der Berufszahlung von 1907 in Bayern, Sachsen und Württemberg. — 2. Dr. Salomon Margot i n, St. Petersburg: Zur Untersuchung der Lage des jüdischen Handwerkerstandes in Rußland. — 3. Die bayerischen israelitischen Kulmsgemeinden im Jahre 1907. — 4. Dr. Rudolf Wassermann, München: Der Selbstmord beiden Juden in Deutschland. — II. Statistisches Archiv. 33. %a1)ve&bevid)t der Landes Rabbiue.- schnle in Budapest. Für das Schuljahr 1909 bis 1910. Voraugcht: Die hebräische und arabische „Poesie der Juden Jemens? von Professor Dr. Wilhelm Bacher. Israelitisches Gebetbuch. Im Aufträge der Verwaltung der israelitischen Gemeinde in Frankfurt a. M. bearbeitet vom Rabbiner Dr. C. Seligmann. Erster Teil: Sabbat, Festtage und Werktag. — Zweiter Teil: Neujahrsfest und Versöhnungstag. — Frankfurt a. M. 1910. Selbstverlag der israelitischen Gemeinde in Frankfurt a. M. Krieflraster^ . Lasar Sam, Brody. Die Liste der aus dem Judentum Ausgetretenen entnehmen wir amtlichen Quellen. Auch Wohnung und Adresse entstammt diesem Aktenmaterial. Daß der Betreffende iuzwischm die Wohnung gewechselt hat, mag sein. K.'InP. Neuheiten in jüdischen Neujahrskarten er' halten Sie in großer Auswahl beim Kunstverlag Inslicht, Wien, II/3, Stesaniestraße 3. K. B. Die Zionisten New-Aorks haben der Stadtverwaltung einen Antrag unterbreitet, eine Straße oder einen Park in New-Iork nach Dr. Theodor Herzl zu benennen. U. M. Besten Dank für die hochinteressante Sendung. Stud. P. Z. Es ist ein Marokkanisches Sprichwort: „Das Kamee! sieht seinen eigenen Buckel nicht, aber es steht sehr gut den seines Nachbarn. Notizen. . Jüdisches Dheater. Am 5. Oktober wird das Jüdische Theater im Hotel Stefanie JL, Taborstraße 12, unter Leitung des Herrn Siegler wieder eröffnet. Unter den engagierten Mitgliedern befinden sich die Damen Frau Siegler, Fraulein Weintraub, Frau S. Weinberg, Nr. 98 Fräulein Menkes, Frau Stein, die Herren Siegler, Reißmann, Podzamee, Rosen stein, Deutsch, Stein. Weinberg, Binder, Graff u. a. Die aus dem Vorjahre in gutem Andenken stehende Leitung hofft Len gesteigerten Erwartungen eines kunstsinnigen Publikums im vollen Maße gerecht zu werden. Näheres die Tagesplakate. „Austro-Amerieana." Wie uns aus Triest mitgeieilt wird, hat die Schiffahrts-Gesellschaft „Austro-Americana", welche einen regelmäßigen Pasiagierdienst mit erstklassigen Doppelschraubendampfern von Triest nach Nordamerika (New- Aork) und von Triest nach Südamerika (Brasilien und Argentinien) unterhält, Vorkehrungen getroffen, daß ebenso, wie gelegentlich des Aufenthaltes der Passagiere in Triest im Auswandererheim der Gesellschaft, auch an Bord der Dampfer eine rituelle Küche für jüdische, religiös fromme Passagiere vorgesorgt wird. Die betreffenden Einrichtungen stehen unter ständiger Kontrolle der in Betracht kommenden Triester Kultusgemeinde. Aufruf! Der Bethausverein „Am Volkert" hat bereits einen sehr geeigneten, im zweiten Bezirke an der Kaiser Josefstraße gelegenen Baugrund zur Erbauung eines würdigen und großen Gotteshauses mit einem Fassungsraume von mehr als 850 Personen käuflich, erworben. Der Erstehungspreis einschließlich des mit 115.000 Kronen vereinbarten Baugrundes wird auf etwa 360- bis 380.000 Kronen präliminiert. Derzeit verfügt der Bethausverein nur über ein bescheidenes Kapital, das keinesfalls hinreicht, um mit dem Baue zu beginnen. Da dieses zur Erinnerung an den achtzigsten Geburtstag unseres ruhmgekrönten Monarchen zu erbauende Gotteshaus für ewige Zeiten den Namen „Kaiser Franz Joseph I. Huldigungstempel" führen soll und da der 2. D e z e m b e r 19 10, der Tag der Thronbesteigung unseres allseits verehrten Kaisers, für die Grundsteinlegung in Aussicht genommen ist, erlaubt sich der gefertigte Vorstand des Bethausvereines „Am Volkert" unter Hinweis auf das Begleitschreiben des Oberrabbiners Herrn Doktor M. Güdemann an den bekannten und stets bewährten Edel- und Wohltätigkeitssinn des Gesamtjudentums im Allgemeinen und der Wiener jüdischen Bevölkerung insbesondere zu appellieren, um durch hochherzige Spenden das Gelingen des Baues dieses als ewiges Wahrzeichen für die unter der glorreichen Regierung unseres erlauchten und hocherhabenen Herrschers gesetzlich sichergestellte Gleichberechtigung und unverrückbare Gleichstellung der Judenschaft mit den übrigen Staatsbürgern und für die freie Betätigung und Ausübung unserer Religion dienenden Gotteshauses zu fördern. Für den Bethausverein „Am Volkert". Dr. Moritz Kohu, Adolf Schramek, Schrififüyrer. Obmann. Der Israelitische Bethänsvereifi „Am Volkert“, II., Fugbachgasse 7, hat bedingungsweise einen an der Kaiser Josefstrasseliegenden Baugrund erworben, ..um auf demselben ein würdiges, 850 Personen fassendes Gotteshaus zu errichten. Die Leopoldstadt besitzt das grösste Kontingent unserer Gemeinde. Es ist daher ein höchst verdienstliches'Unternehmen des genannten Bethausvereines, wenn er denjenigen jüdischen Bewohnern dieses Bezirkes, die in dem sohstigen.Gemeindebethaus nicht Platz finden, eine ständige und würdige Andachtsstätte bereitet, so dass sie nicht gezwungen sind, besonders an den hohen Feiertagen, in gelegentlichen Zusammenkünften . ihre Andacht zu verrichten. Möge der Verein durch den bekannteil Wohltätigkeitssinn unserer Gemeinde in die Lage versetzt werden, sein verdienstliches Unternehmen auszuführen. Ich richte deshalb an alle verehr liehen Mitglieder unserer Gemeinde die herzliche Bitte, das güte Werk dm ch zahlreiche Beiträge zu fördern. Wien, 10. September 1910. Dr. M. Gü de man n. m. p. Oberrabbiner.