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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-09-23 · 38 (23.9.1910) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
38 (23.9.1910)
Date
1910-09-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 633 Dr. Nlochs Wochenschrift. Nr. 38 ein Zeugnis der Univerfitätsverwaltung beibringen, daß die Rigorosen bereits begonnen haben. Eine Folge dieses Zirkulars ist, daß auf die Pässe der jüdischen Studenten des vierten Jahrganges fortan ei» besonderer Zettel angehestet wird, auf welchem der Ablauf des Wohnrechtes des betreffenden Studenten ersichtlich gemacht werden wird. Alte Schekelfunde in Rußland. Aus Bialystok wird berichtet: Anläßlich der Fundamentierung eines Hauses im jüdischen Viertel wurde eine große Anzahl alter Münzen gefunden, unter denen sich auch mehrere hebräische befanden. Eine Münze trägt die Prägung: „Schekel Israel" und „Jeruscholajim hak'doschah". Das Prägejahr ist nicht mehr leserlich. Es wird angenommen, daß der Schekel zweihundert Jahre vor der Zerstörung Jerusalems geprägt wurde. Was ist ein „Ebreo"? In Italien herrscht jetzt eine große Entrüstung über einen königlichen Schulinspektor. Dieser Hüter und offizielle Förderer der Aufklärung und Kultur in Italien, namens Rafarle Salerno hat ein Wörterbuch für die Mittelschulen des Königreiches Italien geschrieben, in welchem die Vokabel „Ebreo" (Jude) folgendermaßen erklärt wird: „Nomo che non crede le theorie de G. C. Avaraccio, usuraio“ (ein Mensch, der nicht au die Lehre I. Ehr. glaubt. Geldgierig, Wucherer.) Diese merkwürdige Lehre eines Funktionärs des öffentlichen Unterrichtswesens hat in den fortschrittlichen Kreisen Italiens großes Aergeruis hervorgerufen. Die „Univerfitö Jsraelite" in Livorno hat sich mit dem Schulrate dieser Provinz ins Einvernehmen gesetzt und es wurde der Beschluß gefaßt, das Buch aus den Schulen der Provinz Livorno zu entfernen; ferner an den Unterrichtsminister eine formelle Protestkundgebung zu richten. Ueberdies wurde an sämtliche Regional-Schulbehörden die Aufforderung gerichtet, sich der Protestaktion anzuschließen. Zahlreiche Gemeinden haben der Aufforderung bereits Folge geleistet. „Zu meinem größten Bedauern muß ich Ihnen mitteilew daß ich in Sachen der Agunoth leider nicht imstande bin, nach irgend einer Richtung zu helfen. Fast jeden Tag erhalte ich aus Europa und besonders aus Rußland Briefe, in denen ich gebeten werde, Männer zu eruieren, die ihre Frauen und Kinder vor Jahren verlassen haben. Mehr als den Scheidebrief verlangen die armen Verlassenen nicht, denn sie wissen ganz gut, daß sie mehr von ihren herzlosen Männern nicht erreichen könnten. In der Regel ist es gar nicht schwer, die Männer ausfindig zu machen, aber damit ist noch nichts erreicht. Nach den argentinischen Gesetzen sind Ehescheidungen überhaupt verboten und so hat auch der Rabbiner kein Recht, eine jüdischrituelle Ehescheidung zu vollziehen. Es gibt wohl hier eine Anzahl nicht anerkannter Rabbiner, die für Geld Scheidungen vornehmen, woraus nur noch größere Uebelstände entstehen, denn diese sogenannten Rabbiner gehen nur darauf aus, Geld zu machen und richten gegen das Land und das jüdische Gesetz in den jüdischen Familien die heillosesten Verwirrungen an." Die Kongreßwahlen in Amerika. In Amerika beginnt man schon zu den Wahlen der Kongreßmitglieder zu rüsten. Die Juden spielen im amerikanischpolitischen Leben eine bedeutende Rolle und die einzelnen Parteien beginnen schon heute um ihre Gunst und ihre Stimmen zu werben. Da der nächste Wahlkampf einer der heftigsten zu werden verspricht, haben besonders in Staate New-Iork die Parteien beschlossen, die Stimmen der Juden dadurch sich zu sichern, daß sie für einzelne hervorragende Stellen Juden kandidieren. So haben sowohl die republikanische, als auch die demokratische Partei für das Amt eines Gouverneurs für den Staat New-Iork je einen jüdischen Kandidaten nominiert. Die Demokraten stellen den bekannten Richter Dr. Sulzer auf, während die Republikaner William Bennet, gleichfalls Jude, kandidieren. Beide Kandidaten find in der jüdischen Bevölkerung sehr populär, da beide sich auch im jüdischen Leben hervorragend betätigen. Die Frage der verlassenen Frauen als Folge der Auswanderung. Mit dem Anwachsen der jüdischen Auswanderung aus den östlichen Ländern Europas wächst auch die Bedeutung der Frage der verlaffenen Frauen. Unter den vielen tausenden Männern, die nach Amerika gehen, um dort Brot zu finden, finden sich nicht wenige, die herzlos genug sind, der zurückgelaffenen Frau und Kinder zu vergessen. Es gibt heute fast keine russische Ortschaft, wo Juden wohnen, in der sich nicht einige solcher verlassener jüdischer Frauen finden würden, die ratlos find und nicht wissen, was anzufangen. Diese unglücklichen Geschöpfe wenden sich an die Rabbiner und andere einflußreiche Persönlichkeiten mit der Bitte, ihnen in der Ausfindigmachung ihrer Ehegatten behilflich zu sein und sie von dem Zustande der Verlassenheit zu befreien. Aber nicht immer ist diesen Frauen damit geholfen, daß man ihre treulosen Männer verlassenen Frau nicht in allen 43 Staaten der nordamerikanischen Republik dieselben find und der „deserted man“, wie der treulose Ehemann in Amerika genannt wird, durch einen einfachen Domizilwechsel von einem Staate in den anderen sich den Verpflichtungen seiner verlaffenen Frau gegenüber leicht entziehen kann. Mit dieser wichtigen Frage beschäftigt sich gegenwärtig das Petersburger Jnformationsbureau der „Jca". In der letzten Nummer des „Jüdischer Emigrant" find die Auskünfte abgedruckt, welche das Bureau von verschiedenen jüdischen Schutzgesellschaften in Amerika über diese Frage erhalten hat. In allen diese« Anskünsteu wird auf die Schwierigkeit hingewiesen, die mit einer erfolgreichen Tätigkeit ans diesem Spezialgebiete uer&mrbezz fzzzb. jQrxtterefiaztt ifit bcxr JBx&f As# jnbifgpm «r fRmnrunß Antisemitisches in Kanada. Große Aufregung herrscht gegenwärtig unter den Juden in Kanada wegen einer Meldung, wonach die Einwanderungsbeamten den Befehl erhallen hatten, jüdische Einwanderer, ohne Rücksicht auf das Land, aus welchem sie iausgewändert sind, als Asiaten zu betrachten, die nach den kanadischen Einwanderungsgesetzen nur dann hereingelassen werden können, wenn si,e den Besitz von 200 Dollars Nachweisen. Die kanadischen Juden haben gegen dieses unerhörte Vorhaben in einer scharfen Eingabe an den Ministerpräsidenten Protest erhoben. Parlaments-Wahlen in Südafrika. Aus Kapstadt wird der ,,N. I. K." gekabelt: Am 15. September wurde das Ergebnis der Wahlen für das erste Parlament der „Vereinigten Staaten von Südafrika" bekannt pai, Lmch R W kl tza wählt worden: Mr. Max Langermann (Nationalist) sür Krugersdorp, Mr. Lionel Phillips Unionist für Aeoville und Mr. Morris Alexander (Schwiegersohn des Professors Dr. S. Schechter, Rektor des Jüdischen Seminars in New-Iork) für einen Bezirk in Kapstadt. Vermiscbtes. Gratulationen anläßlich des 7UU,") VX^-Festes zugunsten der Chewra-Kadischa. Einem seit Jahren eingebürgerten Brauche folgend, laden wir unsere p. t. Leser ein, Neujahrsgratulationen durch eine STjrgeige ixz bexr SSZ&cIjtrzzfdjzrift" CZXI berr v\ v «. < < <

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