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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-09-16 · 37 (16.9.1910) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
37 (16.9.1910)
Date
1910-09-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 620 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 37 maetin sinuAbrabami subsequentes! Ihr könntet uns vorwerfen, datz wir unser unschuldig vergossenes Blut mit fremdem Blut abwaschen, aber wir wissen, datz sanguis sanguine non abluitur, sed condemnatur, und kennen den Wortlaut der Heiligen Schrift: Quicunque effuderit sanguinem bumanum, fundetur sanguis illius. ad imaginem quippeDei, factus est bo m.“ Was Tiere nicht tun, das sollen wir verüben? Hugo Grotius sagt über die Juden in seinem Werke: „De veritate religionis Chris tian a e: „A tanto tempore, quo Judaei dispersi Inter nos vivunt, illi neque ad falsum deorum cliltum deflexisse, ut olim, nec caedibus se contaminasse, nee de adulterio comperti sunt.“ Im berühmten'! Werke des .Gregor Letus Jtalianus: Oe statu Italiae finden wir über Juden folgende Bemerkung: , Judaei aut meliore sub titulo Hebraei, qui bodie inter nos degunt, moribus undequaque integris et legibus et justitae submisse se gernnt.“ Diese und andere Autoren beweisen, datz wir im Mosaischen Gesetz leben und wenn man sagen würde, datz wir den Talmud heranziehen, so dient ja der Talmud nicht zum Verneinen der Thora oder zur Beschimpfung der Geistlichkeit und der Christen, sondern zur Bestätigung der Thora und ihrer Umzäumung. Und es steht ja im III. Buch Mosis cap. 17 geschrieben: „Homo quilibet de domo Israel et de advenis, qui peregrinantur inter eos, si comederint sanguinem, disperdam de populo suo usw." Und wir sollen gegen das Naturgesetz und gegen das Gottesgesetz auftreten? Kann das Euer Verstand fassen? Daher wenden wir uns an Dich, Ehrwürdiger Herr auf Mikulicze Mikulski, Kanonikus und Lemberger Generaladministrator und bitten Dich, o Herr, uns von "Gott gegeben, zu glauben, datz die Kontratalmudisten durch Verdrehung und Entstellung verschiedener Verse aus der Schrift und dem Talmud zu Trugschlüssen gelangen. Wir ersuchen Dich, o Herr, datz Du eingedenk des Ausspruches: „levioniDus subjacet rationibus, Judaeos innocuum sectari sanguinem, de qua Juvenalis satyra asserit: Scriptus integro credat flnitus Orestes.“ uns und das ganze Haus Abrahams beschützest." I. Antwort auf das Buch Aurech Chaim Megine Erez betreffs des roten Weines. Kennet ihr den nicht, oder wollet ihr nicht die früheren Autoren kennen? Es steht ja im Jerusalemer Talmud, Masecheth Psachim Fol. 37, geschrieben: „Rabbi C h i j a lehrt, datz wir am Pesach vier Portionen Wein trinken sollen: der Wein kann alt oder jung sein, nur soll er Geschmack und Farbe des Weines haben. Es wäre am besten, roten Wein zu genietzen, denn die Bibel hält roten Wein für den besten, wie es in den Sprüchen Salomos, Cap. 23 und 31 — Siehe den Wein nicht an, datz er so rot ist — geschrieben steht." Dasselbe bemerkt der Tur und der Schulchan Aruch. Ila) Somit haben die Kontratalmudisten den Vorsatz des Rabbi Dawid (Ture Sahaw) weggelassen und aus dem Nachsatz den Schlutz gezogen. Und doch würde es heitzen, datz der rote Wein dem weitzen vorzuziehen sei, da er besser ist. b) Auch heitzt es sticht: „ich winke dir" nur „es ist noch eine Ursache", denn winken heitzt hebräisch v-,p wie es in den Sprüchen Cap. 16. Vers 30 steht?-) ' c) Datz Farao die Judenkinder hinschlachten lietz, steht zwar nicht in der Bibel geschrieben, jedoch haben **) Im angeführten Vers heißt es: n'J? ftätjf wer mit den Augen winkt, wahrend i'NLv pp wer mit den Lappen deutet heißt. wir es in der Tradition und es kann aus' der Bosheit Faraos geschlossen werden. Ueberdies ist ja das Blut des Lammes, welches die Israeliten beim Verlassen Aegyptens geopfert haben. Wrodus Cap. 12. V. 1., V. 13., V. 14., Et tollens de sanguine, ponentque super duos postes et insuperliminari, — Et erit sanguis ille in signum in domibus, in quibus, vos fueritis et videns sanguinem illum, praeteribo vos; nec erit vobis plaga interitus, quando eos execuero in Terra Aegypti; erit dies illa vobis in memoria“ d) Rabbi Iechiel lätzt die Charosis locker aus Aepfeln, Gewürze und Ingwer machen, als Symbol der Grausamkeiten Faraos, in der Zeit, als die Juden die zwei Städte bauten. Der Apfel ist ein Symbol des Lehms, das Gewürz symbolisiert das Stroh. III. Ihr fraget uns, wozu wir den Absatz über roten Wein brücken und woher stammt vom Wein die Vlutanklage: darauf antworten wir Euch, mit Euerer Frage: Welchen Bezug hat der Wern mit der Bllutbeschuldigung? Den zweiten Vorwurf, warum man das drückt, wenn man infolge der Anklage den roten Wein nicht mehr braucht, beantworten wir dahin, datz es noch Länder gibt wie Deutschland, Italien, die Türkei, in denen man solchen Fabeln keinen Glauben schenkt. IV. Euere Interpretation U d v m (rot) und E d o m (ein Volk) ist ganz willkürlich, da man hier nur von Wein spricht, von rotem oder von weitzem, und von nichts anderem. V. Auch heitzt Edom nirgends und demnach nicht in dem von euch zitierten Ramban : „diejenigen, die den Sonntag heiligen." VI. Auch können wir an Christen keine Rache üben dafür, datz Farao Judenkinder schlachtete, da die Christen nicht von Farao abstammen. Wenn sie aber auch Aegypter oder Edomiterstämmlinge wären, dürften wir es auch nicht tun, da es ausdrücklich im V. Buche Mosis Cap. 23 Vers 8 steht: „Den Edomiter sollst du nicht für Greuel Hallen, er ist dein Bruder, — den Aegypter sollst.,auch nicht für Greuel halten, denn du bist ein Fremdling in seinem Lande gewesen." VII. Das Nolarikon des Rabbi Juda ist ganz gewöhnlich, denn es wird im Buche Menuches Cap. II berichtet, datz Rabbi Juda stets solche Notarika absatzte. Auch hat das Notarikon den Zweck, datz wir nicht irren in der Ordnung der Plagen, indem wir Psalm 78 Vers 44 uns merken formten. VIII. Auch kommt ein Gegensatz in Eueren Ausführungen vor. Einmal saget Ihr, datz nur die Rabbiner vom Blute was wissen, ein andermal behauptet Ihr, datz wrr a lTe Blut brauchen. Auch das von Euch aufgelöste Nolarikon ist unsinnig. Wie könnet Ihr aus der Letter 2 (b) die zwei Worte: 'nir»2 entnehmen und aus dem zweiten 2 (b) das ganze n,J7t«vv2 Cs kann ja an das Praefir b (in) ein jedes andere Wort angeschlossen werden. 2 ist ja eine Präposition. IXa) Ihr fraget uns, warum wir die Mazzoth am Pesach so hüten? Die Antwort liegt im II. Buche Mosis, cap. T2 und 15, ibidem V. 18, wo das Hüten anbefohlen ist. b) Im Buche Aurech Chaim steht aber kein Verbot, in Anwesenheit eines Fremden, eines Dieners, Kleinen und Dummen Mazzoth zu kneten und zu backen, sondern durch einen Fremden darf das nicht gemacht werden, es dürfen dabei sogar hundert Fremde sein und in grotzen Städten werden die Mazzoth sogar im Hause eines christlichen Bäckers zubereitet, wenn kein jüdischer Bäcker vorhanden ist.

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