Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 31 (5.8.1910)
- Date
- 1910-08-05
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 31 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 527 legung des Judentums in den Tempel anstatt ins Haus, in die Familie erblicken wir eine Verschiebung des Schwerpunktes. Auch in seiner Bibelkritik können wir ihm nicht immer folgen. Ohne Bedenken unterschreiben wir aber das Urteil, das Nöldeke über ihn gefällt hat: „Möge die Entwicklung des Judentums dereinst zu dem Geiger vorschwebenden Ziele führen oder nicht, auf alle Fälle war er einer der bedeutendsten Repräsentanten in der Neuzeit und zugleich ein hervorragender, in mancher Hinsicht bahnbrechender Gelehrter." Nahrhaft, gesund und billig ist, wie in immer weiteren Kreisen anerkannt wird, die vegetarische Küche. Es ist daher erfreulich, daß die Zahl der Anhänger der vegetarischen Lebensweise ständig im Wachsen begriffen ist. Aber häufig hört man Hausfrauen, die aus Gesundheitsrücksichten, aus Ueberzeung oder aus haushälterischen Gründen vegetarischen Tisch führen oder einrichten wollen, die Frage: Was soll ich kochen, um Abwechslung zu bieten? Erschöpfende Antwort darauf gibt das soeben im Verlage W. V o b a ch u. K o., Leipzig, erschienene Buch : Die vegetarische Küche. Fleischersatz für 365 Tage in Küchenzetteln nnd Kochrezepten von M. Briegleb. — Anschließend an die Geschmacksrichtung erleichtert dieses empfehlenswerte Buch den Uebergang von der Fleischkost zur vegetarischen Küche und gibt der Hausfrau wertvolle Anleitung, den vegetarischen Tisch abwechslungsreich zu gestalten und zum Wähle ihrer Familie dauernd beizubehaltn. Das praktische Buch kostet nur Mk. 1.50 und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen, oder wo eine solche nicht bekannt ist, von obengenannter Verlagsbuchhandlung. „Die Quelle". Die letzte Nummer des III. Jahrganges, ein Doppelheft vom 1. August d. I., ist unserem Kaiser und Rud. Hans Bartsch gewidmet. Aus dem Inhalte, der gewohnt gediegen ist, heben wir nur besonders Ottokar Kernstocks herrliches Gedicht „Unser Kaiser", sowie Arthur Achleitners Jagdhumoreske aus dem Leben des Monarchen „In fröhlicher Laune" hervor. Es folgt dann der mit Porträt versehene Aufsatz K. I. Natislavs über Rudolf Hans Bartsch, der selbst mit der prächtigen Novelle „Die Schauer im „Don Giovanni" vertreten ist. Besonders intereffant ist das Charakterbild, das Franz Karl Ginzkey über seinen Freund Bartsch entwirft. In der Rubrik „Neue Lyrik" sind Franz Herold, Regierungsrat Freund, Ernst Redlich, O. Staudigl, S. K. F. Escujer und der Herausgeber Doktor Robert Reinhard vertreten, denen mit Bild versehene Gedichte von Alfons Petzold folgen. Den Beschluß bildet nebst einem Generalregister des III. Jahrganges und der wichtigen Rubrik „Gegen den Strom" der mit Hans Thomas prächtigem „Kinderreigen" geschmückte umfassende Schluß der Erzählung „Verlorenes Glück" von Stevhan Milow. — Das erste Heft des IV. Jahrganges ist für den 1. Oktober geplant und raten wir im Interesse der guten Sache dringendst zur besten Förderung des selbstlosen Unternehmens. Ein neues Ullstein-Buch. Fedor von Zobeltitz veröffentlicht in der Serie der Ullstein-Bücher seinen reizvollen Roman „Das G a st h a u s zur Ehe". Ein prächtiges Buch des trefflichen Kenners der deutschen Aristokratie, das fesselndste in der bisher erschienenen Serie. Waschzettel. Hexensabbath, Grotesken, Skizzen und Schlüsselgeschichten von Mirsky-Tauber betitelt sich ein im Verlage „Kunstanstalt Gloria", Hannover, erschienenes Buch — Preis 2 Kronen — welches sehr humorvolle, flotte, pikante Erzählungen und Schlüsselgeschichten aus der Gesellschaft enthält. Mirsky- Tauber ist als Mitarbeiterin der bedeutendsten, humoristischen Blätter bekannt und wünschen wir ihr den besten Erfolg. Den Lesern wird aber durch dieses Buch die Langweile vertrieben. „Die Hilfe." Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Friedrich Naumann, Berlin-Schöneberg. Aus dem Inhalte aus Nr. 30: Hermann H u m m e l, M. d. L.: Der badische Großblock. — Fritz Wertheimer: Der ruffisch-japanische Vertrag. II. — Ernst Kahn und Otto M u g a n, M. d. R.: Die fortschrittliche Volkspartei und die Reichsfinanzreform. —. Gottfried Traub: Geschwätz. — Karl Hönig: Ersatzkünste. I. — Walther Kluge: Vom Schulhaus. — Georg R u s e l e r: Glaubenskampf. Airg. Wünsche. Aus Israels Lehrhallen. Der Midrasch Samuel. Zum ersten Male nach der Buberschen Textausgabe ins Deutsche übersetzt. V, Band. (I. und II. Hälfte.) Verlag von Eduard Pfeiffer. Leipzig, Nordstraße 30. Neue Bücher. Dr. Nathan Birnbaum. (Mathias Ascher.) Ausgewählte Schriften zur jüdischen Frage. Band 2. Herausgegeben auf Initiative eines Komitees. Verlag der Buchhandlung Doktor B i r n b a u m und Dr. K o h u t. Czernowitz 1910. Kriefkafk«. Postoffizial Adlerstein. Professor Ehrlich ist am 14. März 1854 in der schlesischen Kleinstadt Strehlen als Sohn des Kaufmannes I. Ehrlich geboren. Seine Mutter stammte aus der bekannten Familien Weigert. Er besuchte die Universitäten Breslau, Straßburg, Freiburg. Seit 1883 ist er mit Hedwig Pinkus verheiratet, einer Tochter des bekannten Großindustriellen, Geheimen Kommerzienrates Pinkus in Neustadt!, Oberschlesien. Er hat zwei Töchter, von denen die ältere mit dem Fabriksbesitzer Dr. Ernst Schwerin in Breslau verheiratet ist, die jüngere mit dem Geheimen Rate Professor Dr. Leopold Landau in Berlin. Geheimer Rat Ehrlich, im Jahre 1808 durch den Nobelpreis der Medizin ausgezeichnet, ist gegenwärtig einer der größten Wohltäter der Menschheit. Redaktion der „Reichspost". Mit dem „Borromäus"-Rummel haben Juden nichts zu schaffen. Zum Bau der Karl Borromäus-Kirche in Wien haben bekanntlich zwei Juden, Marx und Mayer Hirschl, 150.000 Goldgulden gespendet und so den Bau ermöglicht. „Kaph". Die amüsante Szene spielte sich jüngst bei einem Berliner Standesamt ab. Zwei jüdische Väter meldeten gleichzeitig die Geburt eines Mädchens und eines Knaben an. Letzterer soll den Namen Dagobert erhalten, das Mädchen Anelise Margot heißen. Bei der Aufnahme der Personalien kommt der Beamte den Herren Vätern bei dem Punkt Konfession mit der Bemerkung zuvor: „mosaisch". Die beiden Väter sehen sich erstaunt an, denn ihre äußere Erscheinung und ihre Namen lassen ihre Zugehörigkeit zum Judentum kaum ahnen. Der Beamte, der dieses Erstaunen wahrnimmt, sagt mit einem freundlichen Lächeln: „Wenn mir diese seltsamen Namen genannt werden, dann weiß ich schon, daß die Eltern Israeliten find." Heinrich Ramsche Ausstattungs-Stiftung. Anzahl der Stiftplätze: Einer im Betrage von K 250.—. — Bewerbungsberechtigt Sind arme, brave jüdische Mädchen, welche sich im Brautstände befinden. — Bevorzugt Sind Verwandte des Stifters, Herrn Heinrich Stern, gestorben in Wien am 14. Oktober 1887.— Gesuchsbeilagen: Geburtszeugnis, Armntszengnis, Sittenzeugnis, Verlobungsnachweis eventuell Verwandtschaftsnachweis. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. August mo. — Einreichste Ile: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). — Bewerberinnen, welche sich vor Verleihung der Stiftung verehelichen, verlieren den Anspruch an dieselbe. — Näheres In den van der Einreichstelle unentgeltlich zu beziehenden Gesuchsbögen. Klara Krasnopolsky-Stlftung für Arme. Anzahl der Stiftplätze: Unbestimmt zusammen K 110.— — Bewerbungsberechtlgt sind israelitische Arme. — Bevorzugt Sind arme Verwandte der Stifterin. — Verleihungstag: 31. Oktober 1910 (38. Tischri). — GesuCOSbellagen: Geburtsschein, Armutszeugnis. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. August 1910. — Einrelcbstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). — Näheres ln den von der Elnrelchstelle unentgeltlich zu beziehenden Gesuchsbägen. Heinrich L. Reltllnger-Wohltätlgkeitsstlftung für verarmte würdige Israelitische Familien. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von K 210.—., — Bewerbungsberechtlgt Sind die Oberhäupter verarmter, würdiger, israelitischer Familien, welche in Wien wohnhaft sind und in deren Mitte Sinn für die Religion herrscht. — Verleihungstag: 29. Oktober 1910 (26. Tischri). — GesuchsbelJagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Bestätigung des Babbinates über die sittlichreligiöse Lebensführung des Petenten und seiner Familie. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. August isio. — Elnrelcb- Stelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). Näheres In den von der Elnrelchstelle unentgeltlich zu beziehenden Gesuchsbügen. Josef und Gäcllle Adler-Stiftung für Wohnungsmietebeiträge. Anzahl der Plätze: Unbestimmt in Beträgen von K 40.— bis K 60—, zusammen K 240.—. — Bewerbungsberechtigt sind arme, israelitische Personen. — Berücksichtigung finden in erster Linie: Verwandte der Stifterin, Cäcilie Adler, sodann Witwen mit unversorgten Kindern, ältere hilflose Frauen oder Mädchen, die sich durch Handarbeit ernähren, endlich dem Lehrfache ungehörige Personen. — Verleihungstag: 26. Oktober 1910. — Gesuchsbeilagen: Geburtsschein. Armutszeugnis, eventuell Totenschein des Gatten. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 3i. August mo. — Einrelcbstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll) — Näheres In den von der Elnrelchstelle unentgeltlich zu beziehenden Gesuchsbügen.