Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 31 (5.8.1910)
- Date
- 1910-08-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 522 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 31 Manien, Galizien und in letzter Zeit auch aus Ungarn eingewanderten Juden. Diese Eingewanderten haben in London gewisse Gewerbe geschaffen, die noch vpr wenigen Jahrzehnten in England überhaupt unbekannt waren. Zu diesen gehört auch die Schuhfabrikation. Vor Beginn des großen Einwanderungsstromes aus den östlichen Staaten Europas bildeten die Schuhwaren einen aus dem Auslande bezogenen starken Importartikel. Die jüdischen Einwanderer brachten dieses Gewerbe so sehr in die Höhe, daß das ausländische Produkt allmählich verdrängt wurde und heute selbst die Kolonien mit heimischer Waare versehen werden können. In den neunziger Jahren wurden Zigaretten und Zigarettenhülsen fast ausschließlich aus Deutschland und Belgien bezogen. Seit der großen jüdischen Einwanderung am Schlüsse des vorigen Jahrhunderts hat dieser Fabrikationszweig in England einen solchen Aufschwung genommen, daß seine Produkte heute nicht nur in die englischen Kolonien, sondern auch nach Frankreich exportiert werden. Dasselbe ist auch mit bestimmten Tischlerwaren, Holzschnitzereien und anderen Erzeugnissen der Fall, deren industrielle Herstellung erst durch die östlichen Juden in England begründet wurde. Vom Karaiten - Kongreß in Rußland. Wie bereits einmal gemeldet, findet demnächst in Eupatoria ein Karaiten-Kongreß statt. Laut der nunmehr vorliegenden Tagesordnung werden auf dem Kongresse u. a. folgende wichtigere Fragen behandelt werden: „lleber Aenderung einzelner Gesetze und Gebräuche, die dem heutigen Zeitgeiste nicht mehr, entsprechen." — „Ueber die Regelung der religiös-ethischen Erziehung der „karaitischen Jugend." — „Ueber die Mittel zur Erhaltung alter karaitischer Heiligtümer. Die Stadt Tschufikalä in der Krim mit ihrem berühmten alten Friedhof und die alte karaitische Synagoge in Jerusalem." — „lleber Schritte zur Erlangung gewisser Zivilrechte für „die Karaiten, besonders: die Zulassung von Karaiten zur Advokatur ohne besondere Zustimmung des Ministers in jedem einzelnen Falle; Zulassung von Karaiten als Vorsitzende der Geschworenenbank, wie es in früheren Zeiten bereits der Fall war." — „Ueber die Einführung der karaitischen Sprache und der karaitischen Religionslehre in Schulen, wo ein großer Teil der Schüler Karaiten sind." An dem Kongresse werden sich 30 Delegierte von karaitischen Gemeinden beteiligen. Der oberste Chacham der Karaiten Rußlands hat überdies dem Ministerium des Innern ein Memorandum unterbreitet, in welchem darüber Klage geführt wird, daß die Polizei gewisse, gegen die Juden gerichtete Begrenzungen auch gegen die Karaiten anwende. Der Ehackam wird nunmehr dem Kongresse die Mitteilung machen, daß das Ministerium die Polizeibehörden bereits angewiesen habe, diese Begrenzungen gegen die Karaiten nickt anzuwenden, da ein solches Vorgehen gesetzwidrig sei. ‘;^!f! »'.WWW Eine Erklärung des Jubeldichters S. Frug. Der jüdisch-russische Poet Simon Frug erfuhr, daß man in dielen russischen Städten zur Feier seines 30jährigen Dichterjubiläums rüstet. Er sandte daher an die russischen und jüdischen Blätter die folgende Erklärung : «Ich lehne jede Art von „Ehrungen" ab. Dreißia Jabre ist kein Jubiläumsabschnitt. Und jetzt ist auch keine Zeit zu Jubiläumssestlichkeiten. Als Schriftsteller ist mir die Aufmerksamkeit meiner Leser lieb und teuer. Sollte sich jedoch unter den Hunderten von Juden, die aus Kiew'vertrieben werden, oder unter den zahlreichen jüdischen Familien, die in den verschiedenen Städten infolge Feuersbrunst obdachlos geworden sind, auch nur einer finden, der meine Lieder gelesen, halte ich jede Feierlichkeit für einen »Chillul-Hakodesch«. (In Rußland gibt cs natürlich' kaum einen Juden, der die Frug'schen Lieder — nicht kennen würde. Anm. d. Red.) Sollte Gott meine Jahre verlängern, werde ich natürlich auch mein Jubiläum feiern. Aber das wird einmal sein in einer passenderen Zeit. Vorläufig jedoch „weint meine Seele im Geheimen" und wollen wir jeder unsere Arbeit in Stille und Trauer verrichten". Wie Juden voNt Rudinstein - Preis ausgeschlossen werden. Am Petersburger Konservatorium besteht ein Rubinstein-Preis, der im Wege einer internationalen Konkurrenz in Petersburg verliehen wird. Daß ausländischen jüdischen Künstlern verwehrt wird, zur Anteilnahme an der Konkurrenz nach Petersburg zu kommen, ist etwas, womit man sich schon abgefunden hat. Nun wird aber selbst russischen Juden, die in Petersburg kein Wohnrecht haben, auch nicht gestattet, sich an der künstlerischen Konkurrenz zu beteiligen, und alle diesbezüglichen Gesuche werden schlankweg abgewiesen. Es wäre nur interessant zu erfahren, ob nicht der ansehnliche Rubinstein-Preis etwa von einem Juden gestiftet wurde. Vermischtes. Kranzablösungsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenoffen- Anläßlich des Ablebens des sel. Josef S i l b e r m a r k: Von Leopold und Louise Singer X 20. Anläßlich der Ablebens des sel. Wilhelm H i l l e r: Von Philipp Budic X 30, Karl Hirsch 20, Ing. Samuel Bauer 10, Karl Lang 20, Hirsch 20, Wilhelm Stiller 20, Felix von Pollack 50, Moxida Stiller 100, kais. Rat Leopold Sachs 50, H. H. 50, E. H. 50. Zusammen X 420. Anläßlich des Ablebens der sel. Albine Baum garten: Von Dr. Julius Koch X 10, Dr. Meise! 6. Zusammen X 15. Anläßlich des Ablebens des sel. Ludwig Fried: Von Samuel Fried X 10, Georg Fried 10, Ludwig Basch 10, Franziska und Dr. Sigmund Hofmann 40. Zusammen X 70. , Anläßlich des Ablebens der sel. Anna Wilhelm: Von Mox und Minna Prager X 20, Effektenabteilung der Länderbank 20. Zusammen X 40. Anläßlich des Ablebens des sel. Armin Kohn: Von Gustav Kohn X 20, Moriz Fleischmann 10. Zusammen X 30. Anläßlich des Ablebens der sel. Joscfine Loewy: Von Eduard Schubert X 5, Max Hamburger 5, Pauline Sommer 5, Dr. Grünberger 5, Dr. Heinrich Loewy 20, Dr. Isidor Grünberger 5, Julius Ellinger 5. Zusammen X 60. Anläßlich des Ablebens der sel. Julie Steiner: Von Wilhelm Gallia X 20, Dr. Ludwig Gallia 20. Zusammen X 40. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Johann H i r s ch k r o n: Kr. Moriz Hellmann X 10, Dr. Hermann Deutsch 10. Zusammen X 20. Anläßlich des Ablebens des sel. Wilhelm Melzer: Von Dr. Joief Salus X 10. Anläßlich des Ablebens des sel. Jsak Juda P e k e l: Von Dr. Hermann Kästenbaum K 20, Dr. Moriz Kästenbaum 10, Heinrich Amar 20, Anna und Adolf Herdan 20, Stabsarzt Dr. Rold und Frau 20, Fanny Pekel 20. Alfred Pekel 20. Zusammen X 130. Anläßlich des Ablebens des sel. Arnold Kron gold: Vom Sohne X lO. Anläßlich des Ablebens des sel. Eduard P e u tl a r: Von Josef Weiß, Karlstadt. X 60, Natan Winkler und Frau 10, Adolf Kohn u. Co. 10, Ingenieur Belgrader und Amalie Peutlar 10, Philipp Braun und Frau 10, Moritz Beck 10. Zusammen X 100. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosa Ferda: Von der Familie X 55. Anläßlich des Ablebens des sel. Jakob Adler: Von Doktor Ludwiu Pisk X 5. Anläßlich des Ablebens der sel. Jeanette Berger: Von Familie Haas X 5, Goldschmidt u. Cie. 10. Zusammen X 15. Anläßlich des Ablebens des sel. Hermann Stein: Von Gustav Pollak X 30. Emil Wiener 10, Salo und Camilla Kohn 30, Zusammen X 70. Anläßlich des Ablebens der sel. Anna G r u n w a l d: Von Rudolf X 10. Anläßlich des Ablebens der sel. Robert Jellinek: Von Josef Jrllinek X 20, Gabor Bader 20, S. Taussig 5, Mundi und Teres 10, Paul Friedmann 10. Zusammen X 65. Anläßlich des Ablebens des sel. Oberinspektors Max Weinb e rZg e r: Johanna Goldreich, Lundenburg, X 20, Ingenieur Armin Goldreich, Oderfurt, 20, Ingenieur H. Goldreich, Oderfurt, 20, Rosa