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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-07-15 · 28 (15.7.1910) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
28 (15.7.1910)
Date
1910-07-15
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 28 @e.*e 47u Dr. Btochs Wochenschrift.' enttzegenbrächte. Der würdig auSgestattete Band besitzt nicht nur literarischen Wert, er liefert auch wertvolle Beiträge zur Charakteristik deS -Monarchen. Otto Julius B i e r b a-u mbetont, daß das neue Wachsen des Zutrauens zum monarchi'chen Gedanken nrcht zum geringen Teil dem Beispiel zu verdanken ist, das unser Kaiser den Fürsten wie den Völkern gegeben bat. Otto Ernst plädiert mit kernigen Worten für die Idee des Völkerfriedens. „Der wahre Pöbel ist immer daran zu erkennen, daß er keinem Menschen gestatten wll, anders zu sein als er selbst." Max G r u n w a l d vergleicht unseren Kaiser mit Rhamses II., dem einzigen Herrscher eines großen Reiches in der Vergangenheit, der bisher die Regierungsdaucr Franz Joseph I. erreicht hat und der in dieser Antithese zu einer lehr wirksamen Folie für unseren Kaiser wird. B. M ü n z hebt die unbeugsame Energie des Monarchen hervor. Bertha v. Suttner ei wartet vom Kaiser die Einberufung eines Friedenskongnsses. „Gäbe der achtzigste Geburtstag nicht einen herrlichen Anlaß dazu?" Das Buch wird jedem Friedensfreunde, von den Patrioten ganz abgesehen, eine herzliche Freude bereiten. L. Ludo Moritz Hartwann, Der Untergang der antiken Welt. Wien, tö10. Hugo Heller u. Co. M. 1.25. Für die hier geschilderten, historischen Vorgänge, vor allem die durch die VölÜrwanderung hervorgerufenen Wandlungen im Machtbereich der römischen, ^asaren kann man sich kaum einen sichereren und gefälligeren Führer wünschen. Der sechste und lrtzte dieser populären Vw träge Mt als Endziel der ganzen Darstellung an, „zu zeigen, wie. das komische Kaisertum nicht untergegangen ist, sondern vielmehr seine Kulturidee und der Zusammenhang des römischen Reiches immer aufrecht erhalten blieb. In diesem Sinne bezeichnen wir noch heute das Höchste, was wir kennen, mit dem römischen Namen Zivilisation,..nicht mit Unrecht, denn .das römische Reich ist auch sterbend der Boden, die Grundlage geworden für die heutige Kultur, x. Eduard Fuchs, „Die galante Zeit". (Zweiter Band der "Illustrierten Sittengeschichte vom Mittelaller bis zur Gegenwart".) Mit über 450 Texlillustrationrn und 50 bis 60 meist doppelseitigen, farbigen und schwarzen Beilagen, bestehend ans den schönsten und seltensten bildlichen Dokumenten zur Sittengeschichte des Barock- und' Rokkokozeitalters. Lieferung 9. Komplett in 20 Lieferungen. Verlag von Albert Langen in München, 1910. Kanter-F., Heomiletische Essays über zeitgemäße Fragen' z^u allen Wochenabschnitten des Jahres. Frankfurt a. M., 1910. I. Kauffmann. :--M. ^25;. '■ * ' Wenn man trotz der Ueberproduktion der modernen, homiletischen Literatur es sich nicht verdrießen laßt, von Zeit -zu Zeit zu einer Neuerscheinung auf diesem durch Unfruchtbarkeit und in gewissem Sinne Raubbau diskreditierten Gebiete zu greifen, kann man, wie die vorliegende Probe zeigt, einen Glückstreffer machen. Diese Essays schöpfen aus dem Vollen. Hier ist Geist und Fleisch, modernes Leben auf gut altjüdisches Wissen aufgepropft. Wir empfehlen dieses Buch selbst Predigtfeinden. M. W. A. Stern, DieMedizinim Talmud. Sänger u. Friedberg. Frankfurt a. M., 1901. M. 0.60. Ein Schriftchen, das ausgezeichnet über den heutigen Stand der Erforschung dieses für die Geschichte, der Medizin hochdedeutendcn Gebietes unterrichtet. Es ist zur Propaganda für eine gerechte Würdigung des jüdischen Schrifttums, des Talmuds insbesondere, wie wenige gre gnet. R. F. Perles, Abraham Geiger. Königsberg i. Pc. Hartung'sche Buchdruckerei. Ein Vortrag, der das Bild des großen Theologen mit liebevollem Verständnis zeichnet und eine würdige Ehrung Geigers zu seinem hundertsten Geburtstag bildet. R. A. H. Landau. .Ein n e u e s L i ch t. 1910. N. L ö w i t. Wien I., Rotenturmstraße 27. Die Misere einer Rabbinatsbewerbung neueren Stiles mit all den widerwärtigen Begleiterscheinungen, wie Probepredigten nach dem Geschmack der mexikanischen Hahnenkämpfe, Heiratsspekulationen töchterbegabter Vorsteher u. dergl., wird in dieser Schilderung aus dem modernen Ghetto durch den rosigen Optimismus des Verfaffers tröstlich gemildert. Nachdem uns Schnitzer auf diesen Blättern seine saft- und kraftvollen Schilderung einer solchen Khillebewegendcn Rabbinerwahl aus älterer Zeit geboten hat, werden hier etwas, abgeblaßte Typen aus der Gegenwart mit Liebe geschildert. Ob solche Figuren aus Fleisch und Blut irgendwo existieren können — der Autor wird es wiffen. Denn daß er Manches nach persönlichem Erlebnis schildert, leuchtet durch die. Zeilen. Im Durchschnitt zeigt das Leben schärfere Kanten und schroffere Gegensätze. M W i e n e r Lepp. Löweystein, Zur G e s.chjch t e de r Juden in Fürth. ' Frankfurt a. M., 1909. Sänger und Friedberg. 1 Das rrste Heft, in dem das Fürther Rabbinat behandelt wird, führt uns mit Wiener Landsleuten zusammen. Wir begegnen (S. 2 f.> dem. WienerEabbiner Sabbütai Schestel Horwitz, der 1860 hier in Wien das Zeitliche gesegnet hat. In unserer Nähe, m Längenlöis» wirkte eine Zeit lang Aron Samuel Kaidenower (S. 6). In Wie», geboren war Bärmann Fränkl (S. 22) lieber diese und manchei andere, die Geschichte der Juden in Oesterreich berührenden Personefi' bietet das sorgfältig gearbeitete Heft willkommenen Aufschluß. R. D. Sanders. Handwörterbuch der deutschen Sprache. Neu bearbeitet von I. E. Wülfling. Leipzig, 1910. Otto^ Wigand. Die auf diesen Blättern wiederholt erwähnte vortreffliche achte Auflage des Meisterwerkes ist bis zur 7. Lieferung gediehen. : Bücher der Weisheit und Schönheit. Herausgegeben von I. G. Frh. v. Grotthuß. Greurer und Pfeiffer. Stuttgart,, 1910. Jeder Band M. 2.50, Buchschmuck von Staffen. Viktor Hugo, herausgegeben von A. S l e u m e r. Der gro^e Romantiker wird zu seinem 25. Todestage durch diese geschmackvolle Auswahl einiger Gedichte und tiefer Ketnsprüche aus seinen Prosawerken würdig gefeiert. Die Uebersetzer, Freiligrath uud Geibe', komnren dem Originale erstaunlich nahe. Einen besenders glücklichen Griff bedeutet Latzes Mikrokosmus, dieseeinst sogar politisch hie und da verfehmte geniale Werk, in Auswahl herausgegeben von O. Richter mit einem guten Bilde des Meisters. Diese Sammlung beweist mit jeder neuen Nummer die Berechtigung ihrer Beliebtheit. L. Neue Bücher. Leo Tolstoi. Jüdische Legenden. Gesammelt von L. Teneromo, Deutsch von Eman. Mischnajewsly-Runin, Berlin- Leipzig 1909, Modernes Verlagsbureau Curt Wigandt. Max Rordau: „Das Judentum im 1#. und 20 Jahrhundert". Jüdischer Verlag Köln, 24 Seiten Gr. E. Preis 30 Pfg.) Adolf Böhm, „Der Jüdische Nationalfonds", ein Instrument zur Abhilfe der Judennot. (Jüdischer Verlag Köln, Gr. 8^, 64 Seiten. Preis 30 Pfg.) Isidor Borchardl, Die schwarze Chaje. Ein Kultur-, bild. Verlag I. Kaufmann. Frankfurt a. M. 1910. Onkel. Siegfried (Siegfried Mühsam), Die. Killeberger. Nach der Natur ausgenommen. 3. Auflage. Fünftes und sechstes Taufend. Verlag von M. W. Kaufmann. Leipzig 1910. Kriefkasterr» I. L. Professor Dr. Hausdorff, der bekannte Leipziger Mathematiker und Nietzsche-Forscher, hat einen Ruf an die Bonner Universität erhalten, wo er Mathematik lesen wird. Proseffor Hausdorff, der Jude ist, hat seinerzeit den literarischen Nachlaß Nietzsches geordnet. Er ist unter dem Pseudonym Paul Mongre auch als Bühnenschriftsteller bekannt und hat u. a. das Lustspiel „Der Arzt seiner Ehre" geschrieben. In der wissenschaftlichen Welt ist er durch zahlreiche Schriften über höhere Mathematik und Astronomie bekannt geworden. R. F. Eine der vollständigsten Sammlungen jüdischer Literatur; die in der Welt vorhanden sind, befindet sich im jüdisch-theologischen' Seminar in Newyork. Den Grundstock bildet die Bibliothek deS alten Seminars mit etwa 6000 Bänden; dazu stifteten Herr M. Sulzberger aus Philadelphia, ein Mitglied des Aussichtsrates der Bibliothek seine eigene Sammlung jüdischer Literaturwerke von etwa 10.000 BäüdeNdarunter viele Seltenheiten, ferner der bekannte Finanzmann I. H. Schiff die Bibliothek des berühmten Theologen und Orientalisten Steinschneider. Auch andere Zuwendungen kamen hinzu, so daß. die Bibliothek heute rund 33.000 Bände umfaßt. In der Sammlung befinden sich zahlreiche mittelalterliche wiffenschaftliche Werke in hebräischer, arabischer und lateinischer Sprache, Handschriften und Rechtsentscheidungen. eine große liturgische Literatur mit zahlreichen seltenen Ritualien; ferner nicht weniger als 57 von den 101 überhaupt bekannten jüdischen Inkunabeln, so daß diese Sammlung nach der des Britischen Museums hierin die vollständigste der Welt darstellt. Des weiteren find natürlich zahlreiche Ausgaben des Alten Testaments und des' Talmuds sow« eine ganze Bibliothek über die Geheimniffe der Kabala vorhanden. P. S. in F. Die AuStrittsliste enthält die Namen derjenigen, die aus dem Judentume austreten, ohne Rücksicht darauf, ob sie stch konfessionslos erklären, oder in eine andere Konfession übertreten. I. St. Sie haben Recht, wenn. Sie . behaupten, daß der. Nach-- weis der jüdischen Abkunft Christof Columbus' schon früher nachgewiesefl würde. Die „Oesterreichische Wochenschrift" hat hierüber bereits H ihrer Nummer vom 25. März 1904 einen lehrreichen Artikel („ColümbUS« der Sohn einer Jüdin") aus der Feder ihres Mitarbeiters, Hertri Dr. Markus Landau, veröffentlicht.

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