Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 27 (8.7.1910)
- Date
- 1910-07-08
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2- Dr. Bkochs Wochenschrift. Seite 46s -s'IILN (Der Führer.) Mit Bezug auf die in Nr. 25 der „Oesterr. Wochenschrift" unter obigem Titel erschienenen Artikel gestatte ich mir folgendes zu entgegnen: 1. Es besteht meines Wissens keine traditionelle Vorschrift für Abfassung von Lehr- oder Hilfsbüchern. Meiner Meinung nach soll man jedes Hilfsmittel zur Hebung des Religionsunterrichtes wie zur Förderung der Kenntnis der Bibel und des Hebräi'chen nur freudig begrüßen. 2. Der Schöpfungsruf: „Es werde Licht", setzt eine vorhergegangene Finsternis voraus Vergl. auch a'ron zur Stelle h. Die Eigenschaften Gottes muß man, ohne Rücksicht auf ihre Anzahl vollständig anerkennen; a l l e sind Glaubenswahrheir. Sache des Lehrers ist es, dieselben nach dem Fassungsvermögen seiner Schüler gemäß vorzutragen und zu erklären. 4. Sowohl das Verbum als auch böp wenden die modernsten Grammatiker als Paradigma an. Vergl. Straks hebräische Grammatik Seite 134—135. 5. Das Nomen abstrakt nur wurde bereits in Schulbüchern ausgenommen. Vergl. 2VN N12LV von Kohan Seite 111. Die talmudische Nebenbedeutung des Wortes kennt sicherlich kein Schulkind; viel näher liegt dem Kinde die Identität des Wortes mit dem ihm aus dem Gebetbuche bekannten i'N'N *v». 6. Das Wort „der" in Genesis 1/8, 13,19, 23 haben auch Luther, Mendelssohn, Fürst, Zunz und Bernfeld in ihren Uebersetzungen gebraucht. Schließlich der Bemerkung des Herrn Fuchs über das angeblich ihm entlehnte geistige Eigentum gegenüber erkläre ich, daß bereits viele Bücher vorhanden sind, in welchen die Uebersetzung parallel beigedruckt ist. Diese Form kann keineswegs als geistiges Eigentum eines Mannes angesehen werden. BoSkowitz. I. L. Rabinowitsch. Otto Schulz-Mehrin, Glück und Persönlichkeit. Berlin, 1910. Verlag: Neues Leben bei Wilhelm Borngräber. M. 2.— , geb. 3.-. Ein von christlichem Standpunkte aus warm und schön geschriebener Wegweiser in der Entwicklung durch Sittlichkeit zur Persönlichkeit mit optimistischer Perspektive. Die Ausstattung ist geschmackvoll. Th. Fritzsch, Philanthropismus und Gegenwart. Leipzig- 1909. Ernst Wiegandt. Ein lehrreicher Vortrag, der auf die Bedeutung Basedows und seiner Anhänger für die Fragen der modernen Pädagogik hinweist, jener Philanthropisten, die unter Anderem forderten : „Die Religion darf nicht eine Folter des Gedächtnisses sein, sie muß wieder eine Angelegenheit des Herzens werden." L. Horwitz, Hofjuden in Kurhessen. (Separataddruck aus „Hessenland".) Kassel, 1909. Verlag des Verfassers (Lehrer L. Horwitz). Aus dem 17. Jahrhundert wird Benedikt Goldschmidt, aus dem 18. Jahrhundert Abr. David, Moses Sußmann Abraham. Holländer, Feidel, Hertz, Josef Levy, Wolf Breidenbach, aus dem 19. Jahrhundert Mose Joseph (Büding) und Herz Gotthelft genannt. x. Kriefkaste«. A. I. Herr M. A. Klausner hat sein Amt als Geschäftsführer der Deutschen Konferenzgemeinschaft der „Alliance Jsraelite Universelle" niedergelegt. B. Prag. Daß bei den beiden großen Insolvenzen tschechischnationalantisenntischer Firmen in Prag, Balcar u. Comp., Konfektionsgeschäft. und Hlad u. Blas, Musikinstrumente, beide in der Lucerna, Wassergaffe, unter den geschädigten Gläubigern sich fast ausschließlich oder doch in hervorragender Weise — Juden befinden, ist eine gerechte Nemesis und ein Beweis für die großartige, vielgerühmte Solidarität der Juden, die mit Vorliebe mit den Antisemiten — Geschäfte machen. L. B> Der zum Rektor der Prager deutschen Universität gewählte Prof. Dr. Georg Pick ist ein Neffe Philipp Josef Picks, hat in Ansehehung des antisemitischen Treibens der „deutschen" Studentenschaft die Wahl abgelehnt. Dasselbe tat ja auch seinerzeit der Chemiker Goldschmid, der hervorragendste Mann der Prager Gelehrtenwelt. Er lehnte die gleiche Würde ab, zweifellos aus gleichen Motiven. D. Die Geschichte vom Hehler und Stehler ist ja zutreffend; allein es ist noch nicht an der Zeit, das wahre Charakterbild L.'s historisch festzustellen. Druckfehler..Daß das Wort „Eklektizismus" in „Elektrizismus" verschlimmbessert wurde, hat der Kobold im Setzerkasten verschuldet, was jedem gebildeten Leser sofort erkennbar ist. ' L. Epp. Budapest. Wir haben Ihren Vorschlag einer maßgebenden Stelle zur Beratung übergeben. ÄLfruf; Ein total verarmter und sehr unglücklicher Familienvater, der sich 27 Jahre in einem Dorfe redlich und ehrenhaft durch ein kleines Kaufmannsgeschäft ernährt hat, ist durch einen antisemitischen Konsum- Verein und durch große schwere Familienunglücksfälle mit seinen vier unmündigen Kindern in die entsetzlichste Notlage geraten. Derselbe ist auch mit einer bösen Augenkrankheit behaftet und er kann daher kein anderes Gewerbe betreiben. Durch beispringende Hilfe und Unterstützung könnte er in ein anderes Dorf übersiedekn und sein älteres Mädchen eine kleine Greislerei eröffnen. Wir bitten daher unsere edlen Glaubensbrüder um milde Gaben für diesen armen, unglücklichen, bedauernswerten, in größter Not und Verzweiflung sich befindenden Familienvater! Spenden übernimmt das Bezirksrabbiuat Damboritz in Mähren. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen unsere ge schätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der lausenden Abonnementsgebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man stcki der bereits zugesandten Posterlagscheine bedienen. Dir Administration. Tberese WertheimsteinsGhe Brautausstattungs-Stiftung. Anzahl der Stiftplätze: Einer im Betrage von K 320.—. — Bewerbungsberechtigt Sind arme, mütterlicherseits oder gänzlich verwaiste israel. Mädchen ans der hiesigen Kultusgemeinde. — Gesuchsbellagen: Geburtszeugnis, Armutszeugnis, Sittenzeugnis, Brautstandsnachweis, Totenscheine.—Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Juli 1910. — Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. stock (Einreichungsprotokoll). — Bewerberinnen, welche sich vor Verleihung dieser Stiftung verehelichen, werden Jedes Anspruches an dieselbe verlustig. — Näheres ln den von der Einreichstelle unentgeltlich zn beziehenden Gesuchsbdgen. M. L. Biedermann-Walsen Stiftung. Anzahl der Stlftpiätze: Unbestimmt im Betrage von zusammen K 5900. — Bewerbungsberechtigt sind: ln erster Linie hilfsbedürftige Waisen, welche das 20. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und direkte Nachkommen der nachbenannten Personen sind, und zwar der Herren M. L. Biedermann, Simon Biedermarn, Josef Biedermann jun, Hermann Biedermann, Anton Biedermann, Josef Biedermann sen., Samuel Biedermann, J. Goldschmidt, 8. J. H. Goldschmidt, J. L. Hofmann Edler von Hofmannsthal, Aron Hermann, R. M. Kaula, Jacob Löwy, J. H. Mannheimer, M. Stross, H. Edler von Wertheimstein und der Frau Amalie Lang. In zweiter Linie und insoweit nach Beteilung der obenbezeichneten Bewerbungsberecbtlgten noch ein Erträgnisrest verbleibt, hilfsbedürftige israelitische Waisen, welche das 20. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und deren verstorbenen Väter Mitglieder der Israelitischen Kultus gemeinde Wien waren. — Gesucbsbellagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Totenschein, Verwandtschaftsnachweis, Sittenzeugnis. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Juli 1910. — Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). — Näheres ln den von derElnrelchstelle unentgeltlich zu beziehenden GesuchsbSgen. Heinrich Kilnger-Widmung 1902 für Handels- oder Gewerbetreibende Anzahl der Plätze: Zwei im Betrage von Je K 200.—. — Bewerbungsberechtigt sind unterstützungsbedürftige und würdig» jüdische Handels- oder Gewerbetreibende. — Gesuchsbellagen: Nachweis über den Betrieb eines Handels- oder Gewerbeunternehmens (Erwerbssteuerbogen, Gewerbeschein etc.), Geburtsschein, Armutszeugnis. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Juli 1910. — Elnrelchstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). — Verleihungstag: l. Oktober 1910. — Näheres ln den von der Einreichstelle unentgeltlich zu beziehenden Gesuchshflgen. Ignaz Klepetasch-Helratsausstattungsstiftung. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von K 200.— — Bewerhungsberechtigt 8lnd arme, verwaiste Mädchen jüdischer Konfession, welche sich zu verehelichen im Begriffe stehen. — GeSUChShellagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Sittenzeugnis, Brautstandsnachweis, Totenschein. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Juli 1910. — Elnrelchstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll) — Bewerberinnen, welche sich vor Verleihung dieser Stiftung verehelichen, werden Jedes Anspruches an dieselbe verlustig. — Näheres in den von der Elnrelchstelle unentgeltlich zu beziehenden Gesuchsbdgen. Der Verstand der isr. Knltnsgemeinde Wien.