Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-07-08 · 27 (8.7.1910) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
27 (8.7.1910)
Date
1910-07-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3020846-3021873-3021901--19414-3044395
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 27 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 46 t schaffmig der P ämien verdienstvoll Sorge trug, Obmann-Stellvertrcter G. Dukes, Talmud-Thora-Obmann Max Neumann, Dr. Ruß, Karl Sinai, drückten sowohl dem Herrn Rabbiner Dr. Rosenmanu als den Schöpfer und Leiter der Fortbildungsschule für Mittelschüler wie auch den eifrigen Lehrern ihren Beifall aus. Austritte ans dem Judentum Vom 26. Juni bis 3. Juli 1910. Bauer Ottilie, geb. Heinisch, Private, geb. 6. Februar 1885, Bergstadt, VIII., Josefstädterstrasse 85. Fried Alice, Private, geb. 22. Juni 1888, Vöslau, I., Graben 27. Fried Margaretha, Private, geb. 22. Oktober 1890, Wien,I., Graben 27. Hellmann Irene geb. Redlich, Industriellens-Gattin, IX., Günthergasse 1. Kiss Stefan, geb. 22. September 1891, Szegedin, VI., Webgasse 11. Mathias Adolf, Dr., Hof- und Geiichtsadvokat, geb. 8. Juni 1867, Köln a. Rhein, IX., Wasagasse 11. Schäfer Wilhelm, Klavierlehrer, geb. 31. Jänner 1888, Wien, VI., Kaunitzgasse 12. Wahringer Alfred, Pressvergoldergehilfe, geh. 10. August 1891, Wien, VII, Foekygasse 6 Weiner Jan, Beamtin, geb. 20. April 1664, Pirnitz, V., Schönbrunnerstrasse 110. Zentner Kar', k. k. Maschinen-Ingenieur. geb. 20. Oktober 1884, Wien, VII., Stuckgasse 13. Csaktornya. Am 29. Juni l. I. feierten Herr Oberrabbiner Jakob Schwarz und Frau das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Das ursprünglich ganz intim geplante Familienfest nahm durch das vollzählige Erscheinen aller Familienmitglieder und deren Kinder, sowie durch die Teilnahme des Kultusvorstandes, des Frauenvereines, der Chewra-Kadischa und sonstiger Vereine größere Dimensionen an. Nach dem Schacharithgebete versammelten sich die Kinder und Enkel des Jubelpaares im Hause der Eltern, wobei Herr Oberrabbiner Dr. Moritz Schwarz aus Naab eine formvollendete, inhaltsreiche Ansprache an fe.ne Eltern richtete. Hierauf folgte die Uebergabe zahlreicher Geschenke, die von Nah und Fern eingelaufen waren. Namens des Israel. Frauenvereines, dessen Präsidium korporativ erschien, richtete Frau Präsidentin Rudolf Wollak eine herzliche Ansprache an das Jubelpaar, seitens der Kultusgemeinde Herr Vorsteher Advokat Rudolf Wollak, für welche ebenso herzlich gedankt wurde. Beim Diner toastierten Herr Sekretär Nathan Schwarz aus Essek, ein Sohn der Jubilare, in launiger Weise, Herr Dr Markus Wiener, Rabbiner in Güns, als Schwiegersohn, in geistvoller Rede auf das Jubelpaar. Es liefen bei hundert telegraphische Beglückwünschungen ein und die ununterbrochene Reihe der Gratulanten während des ganzen Tages, war ein sprechender Beweis für die Hochachtung und Verehrung, deren sich die Jubilare in- und außerhalb ihrer Gemeinde erfreuen. P. A. Leipzig Der Mathematiker und Nietzsche-Forscher Professor Dr. H a u s d o r f f hat einen Ruf an die Bonner Universität erhalten, wo er Mathematik lesen wird. Hausdorff ist unter dem Pseudonym Paul Mongrö auch als Bühnenschriftsteller bekannt und hat unter Anderem das Lustspiel „Der Arzt seiner Ehre" geschrieben. In der wissenschaftlichen Welt ist er durch zahlreiche Schriften über höhere Mathematik und Astronomie bekannt geworden. London. Leutnant S h a p u r k e r, der Militärinstruktor des 122. Regimentes in Bombay, quittierte, um den Sabbath nicht entweihen zu müssen, seinen Dienst und akzeptierte die bedeutend geringer dotierte Stelle eines Sekretärs bei der Bombayer jüdischen Gemeinde. Feuilleton. Koten. Ein Märchen von Schalom Asch Es ist Nacht und alles schläft. Der blaue Himmel, der große, helle Mond und die goldenen Sternlein regieren jetzt. Sie wachen und leben, wenn Alles schläft. . . Ein Lüftchen regt sich und jagt dahin. Es erhebt sich bis zum Himmel und flüstert einem Sternlein etwas zu. Das Sternlein ist sehr erstaunt und eilt plötzlich schnell davon. Es begegnet einem anderen Sternlein, dem es das Geheimnis zuflüstert. Mit einem traurigen Lächeln sehen sie einander an. doch bald verabschieden sie sich und ziehen nach verschiedenen Richtungen fort. Ein Sternlein gelangt zu einem Häuschen und blickt durch eine Spalte im Fensterladen in die Stube. Drinnen sitzt ein Mädchen beim Lampenscheine und stickt einen Tefilim-Sack. Es ist ein schlankes, schönes Mädchen, mit roten Wangen, hellblauen Augen und langem, blonden Haar. Trauer und Frömmigkeit malt sich auf ihrem schönen Gesicht. Das Mädchen ist verträumt. Bald legt es die Nadel weg und betrachtet den Tefilim-Sack mit unendlicher Wehmut. . . Das Sternlein lächelt und versteckt sich, um von dem Mädchen nicht gesehen zu werden. Das Mädchen sieht sich nach allen Seiten um und als sie niemand gewahr wird, spricht sie also: ..Jüngling, Jüngling mit den großen, rührenden Augen, mit dem traurigen, lieblichen Gesicht, der Du mich so mild und unschuldsvoll angeblickt hast, setz' Dich wieder zu mir und sieh mich an wir wollen uns vor einander nicht schämen. . ." ..Lüftchen, Lüftchen, sage hin zu ihm: sage ihm, daß ich stets an ihn denke und daß ich für ihn einen ' Tefilim-Sack nähe. . . Er soll nicht mehr traurig sein!" Das Mädchen sitzt in Sinnen versunken und Tränen rollen über ihre Wangen. Das Sternlein lächelt und eilt von dannen. . . * * Auch das zweite Sternlein ist weit fortgeflogen, bis es zu einem Häuschen kommt. Durch eine Spalte im Fensterladen blickt es in die Stube. Ein Jüngling fitzt über dem Talmud gebeugt und lernt mit leiser, trauriger Stimme. Das Sternlein errät, .daß dies der Jüngling ist, der dem Lüftchen sein Herzensgeheimnis anvertraut hat. Das Sternlein lächelt und versteckt sich: sieht aber Alles, was in der Stube vorgsht. Der Jüngling hört bald zu lernen auf. Er sitzt verträumt und flüstert: „Lüftchen. Lüftchen, Du kommst überall hin! Jage dahin, bis Du das Mädchen mit den traurigen, blauen Augen siehst, und grüße sie von mir. - Sag' ihr, ich denke nur an sie, ich lerne nur für sie und schicke ihr mein Wissen. . . Denkt sie auch zuweilen an mich? Sag' es mir, Lüftchen!" Das Sternlein hört diese Worte und lacht. Dann fliegt es davon. . . — And die zwei Sternlein jagen von Tal zu Tal, von Berg zu Berg, von Wald zu Wald — bis sie einander wieder begegnen. Beide lächeln. „Hast Du es gehört?" „Ja — und Du?" „Auch." Sie flüstern eine Weile, aber sie schämen sich sehr und können einander nicht ansehen. Nach einer Weile eilen sie nach verschiedenen Richtungen fort. Das Sternlein, das den Jüngling beobachtet hatte, flog jetzt zu dem Mädchen hin. Es stellte sich vor dem Fensterladen und ließ durch die Spalte im Fensterladen sein blinkendes Licht in die Kammer fallen, so daß sich das Mädchen wegen der großen Helligkeit sehr verwunderte. Und das Sternlein sprach: „Sei unbesorgt, Mädchen!" Mich schickt der Jüngling. bei dem Deine Gedanken sind. Auch er denkt an Dich: ja, sogar beim Lernen und Beten schwebt ,ihm Dein Bild vor. — Er grüßt Dich und schickt Dir sein Wissen als Brautgeschenk."

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.