Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 27 (1910)
- Issue
- 26 (1.7.1910)
- Date
- 1910-07-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 26 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 447 Anschaulichkeit und Kunst wie ein Schriftsteller und ein hochbegabter von Beruf. Für die Geschichte der sozialen Kämpfe und die Entstehung der Sozialdemokratie in Deutschland ist das Buch eine wahre Fundgrube. S. Oskar Blumenthal, Die Kunst zu lächeln und anderes- Berlin. 1910. Georg St i-I k e. M. 2.—.— Diese Neuausgabe geistschillernder Feuilletons, die nicht nur ihrem Erscheinen in Wiener Blättern, sondern ebenso dem Inhalt der meisten nach als gut österreichisch angesprochen werden dürfen, konnten keinen passenderen Titel finden. Ein Schalk, der das Schleifen des Stilets und das Schnitzen giftiger Pfeile — man sieht es ihm deutlich an — sehr wohl meistert, aber doch nur gutmütigem Scherze seine Dienste weiht, streift hier mit leicht geschwungener Pritsche kleine allzumenschliche Seiten, vor allem die Modetorheiten der armen Weiblein. Ein Buch voll geistiger Confituren. L. M. Die Schrift „Vom Aberglauben" von Karl Huß. Herausgegeben von A. John. Beiträge zur deutsch-böhmischen Volkskunde. IX., 3. Prag, 1910. Calve'sche k. u. k. Hof- und Universitätsbuchhandlung. Das merkwürdige Buch des Egerer Scharfrichters und Sammlers, .... den.auch ein Goethe besucht und Gustav Freitag gewürdigt hat, zeigt unter Anderem S. 14 und 40, wre man dem Inden damals in jener Gegend Zauberkünste zugetraut hat. ' Es ist für die allgemeine Volkskunde von Jnteresie, R. I. Eisenberg. Das Leben der Propheten nach der arabischen Legende. Petersburg, 1910. Druckerei S. L. D e i t-s ch e r. Eine hebräische Uebersetzung der betreffenden arabischen Texte, zunächst über Hiob und Moses. L. R. Fahrt, Zur Geschichte der Karaiten in Galizien. Separatab. aus „Hakedem". Berlin, 1910. Druckerei Jtzkowski. Der erste Versuch, ein bisher unbetretenes Gebiet zu erschließen. Wir wiffen von der Geschichte der galizischen Gemeinden im Allgemeinen noch viel zu wenig. R. Neue Bücher. Dr. Arnold Grünfeld. Die Lehre vom göttlichen Willen bei den Religionsphilosophen des Mittelalters. Von Saadja bis Maimuni. Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung. Münster. 1909. Dr. Jacques Faillowitch. Quer durch Abessynien- Meine zweite.. Reise zu den Falaschas. Berlin. Verlag von M. Poppelauer. _ Kriefkaste«. „Gelübde". Wenn der Mann ein Gelübde der Frau auflöst, braiM er keineswegs die Schuld des unerfüllten Gelübdes auf sich zu nehmen. Das Gelübde hat seine Giltigkeit überhaupt eingebüßt. - €L~ M. Wie üppig das Wuchergeschäft in Palästina blüht, mag man daraus ersehen, daß zwei arabische Christen aus Beirut es fertig gebracht haben, fast die ganze Ebene Jesreel, die ihnen zinspflichtig war, in ihr Eigentum zu bringen. * Kaph. Der jetzt so gefeierte Prof. Paul Ehrlich konnte keine ordentliche Professur erlangen, weil er Jude ist, und die Zumutung der Taufe mit der gebührenden Antwort zurückwies. Er blieb wie Prof. Wekge rt in Frankfurt a. M. Vor zwei Jahren erhielt Paul Ehrlich den Nobel-Preis. Rabbiner Dr. K. Wir bedauern, Ihre Anschauung nicht zu teilen. Daß der Ausdruck „Locken wie Purpur" sich auf die Form der Frisur beziehe, ist einfach ausgeschlossen. Die Althebräer hatten in ihrer Mitte neben schwarzhaarigen auch Blondköpfe. Das ist zweifellos sichergestellt. ' ' Notiz. Ferienheim in Vösla»' Das seit 25 Jahren von dem Pädagogen B. Nassau musterhaft geleitete Knabenpensionat II., Czerninplatz 4, übersiedelt zu Beginn der Ferien, 2. Juli, in sein eigenes Ferienheim nach Voslau. Die ihm anvertraüten Zöglinge haben zum größten Teile, wie olle Jahre, ihr Studium mit gutem Erfolge vollendet. Außer einer sorgsamen Erziehung und Pflege genießen die Zöglinge. Söhne der vornehmsten Familien des In- und Auslandes, einen von den besten Lehrern erteilten Unterricht in allen Schulgegenständen, so daß auch die minder Begablm vorwärtskommen.'. Eltern, welche keine Gelegenheit haben, ihre Kinder im Hause in ihren Studien bewachen zu können, finden für dieselben in diesem Pensionate ein angenehmes Heim, welches das Elternhaus möglichst ersetzt. Referenzen erteilen die Direktoren und Professoren der öffentlichen k. k. Staatsgymnasien und Realschulen sowie, die Handelsakademien. Aufnahme täglich bis 3. Juli im Wiener Heim, -II., Czerninplatz 4. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der laufenden Abonnementsgebülir, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Velräge wolle man sich des in der vorigen Nummer beigelegten PosteHafj»» Scheines bedienen. Die Adminisiration. IDa. 33.1s:. Anlässlich meines 70. Geburtstages sind mir von nah und fern so überaus zahlreiche Kundgebungen ehrender Anerkennung, aufrichtiger Freundschaft und treuer Anhänglichkeit zugekommen, dass es mir — da ich derzeit zum Kurgehrauche in Karlsbad weile — ganz unmöglich ist, jedem einzelnen zu danken. Ich bitte sonach alle verehrlichen Korporationen, alle meine liebwerten Kollegen, Freunde und Gönner, die mich alle weit über mein Verdienst zu ehren die Güte hatten, vorläufig auf diesem Wege meinen innigsten, tiefgefühlten Dank freundlichst entgegennehmen zu wollen. Karlsbad den 26. Juni 1910. Leopold Schulhof. Konkursaussehreibung. Bei der israelitischen Kultusgemeinde Waidhofen a. d. Thaya gelangt die Stelle eines Rabbiners welcher gleichzeitig Religionslehrer und Vorbeter ist, zur sofortigen Besetzung. Mit dieser Stelle ist ein Jabresgehalt von 2000 Kronen nebst den üblichen Emolumenten und dem Ertrage der Matrikenführung verbunden. Bewerber wollen ihre Gesuche unter Anschluss ihrer Zeugnisse, insbesondere der über den Bildungsnachweis, der vollständigen Absolvierung eines Obergymnasiums und die bisherige Verwendung, wenn möglich mit einer Photographie, bis 30. Juli 1910 an den Kultusvorstand einsenden. Die Anstellung eifolgt auf 3 Jahre provisorisch und werden nur dem Akzeptierten die Reisespesen ersetzt. Waidhofen a. d. Thaya im Juni I9l0. Der Kultusvorsteher: Dr. Alexander Graf. In der israelitischen Kultusgemeinde Baden bei Wien gelangt der Posten eines Kantors zur Besetzung. Bewerber, nicht über 35 Jahre alt, muss nebst musikalischen Kenntnissen auf kantoralem Gebiete ein vorzüglicher Baa1-Ko**eli sein und alle auf das Kantorfach bezughabenden Fähigkeiten besitzen. Zeugnisse von autorisierter Seite über bisherige Verwendung lind angemessenen Lebenswandel sind bis zum 15. Juli 1. J. an den gefertigten Vorstand zu richten. Gehalt K 3800 nebst den hierortsüblichen Emolumenten. Baden, 20 Juni 1910. BXoriz Iieitner Kultuspräsident. Als Korrepetitor sucht Gymnasiast der VII. Klasse Unterkunft bei israel. Familie über die Ferien. Zuschrift an Leop. Nytrai, Komorn. In Jägferndorf, Oesterr.-Schlesien, findet ein PAnttiflll Realschüler aus gutem Hause vorzügliche ■ und gewissenhafte Beaufsichtigung und Förderung in seinen Studien. Nähere Auskunft erteilt Babbiner Dr. D. Rudolfer, Jägerndorf. G