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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-05-13 · 19 (13.5.1910) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
19 (13.5.1910)
Date
1910-05-13
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 19 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 335 und der König weilte häufig bei ihnen zu Gaste. In erster Reihe ist Sir Ernst Cassel zu nennen, der einen großen Teil des Privatvermögen Eduards VII. verwaltete und häufig auf dessen Wunsch Reisen unternahm, bei denen der geschäftliche Zweck von der diplomatischen Absicht nicht immer genau zu unterscheiden war. Sir Ernst Cassel weilte, wie erinnerlich, im Herbst 1909 in einer derartigen Miffion in Berlin, als deren Ziel die Beteiligung Englands am Bagdadbahnunternehmen galt. Besonders gern verweilte der verstorbene König zu Gast bei Sir Artur Sassoon, dem Mitglied jener alten jüdischen Kaufmannsfamilie, die heute von Bombay aus den ganzen Detailhandel im Orient und in Nordafrika beherrscht. Im Hause Sassoon speiste der König einige Tage koschere Speisen. Herr Neumann aus Schottland war häufig Gast des Königs. Ebenso die Rothschilds, deren englischer Zweig mit der Familie Sassoon verschwägert ist, waren bei dem englischen Monarchen sehr beliebt. Früher unterhielt der König, damals noch Prinz von Wales, Beziehungen zum Baron Hirsch. Obwohl der König äußerlich an der Konfession der anglikanischen Staatskirche festhielt, war er religiös durchaus vorurteilsfrei. Er nahm besonders auf die Vorschriften der jüdischen Religion Rücksicht und verlegte zum Beispiel einen offiziellen Festtag, wenn er mit einem jüdischen Feiertag zusammentraf. F. G. Daß die genannte Taufjüdin mit besonderer Vorliebe in den Veranstaltungskomitees jüdischer Vereine sich breit macht, ist darum nicht unbegreiflich, nachdem christliche Kreise ihr verschlossen bleiben. „Freisinn". Advokat Dr. Hock ist kein Renegat, er gehört der jüdischen Gemeinde an. womit wir die Mitteilung unseres Berichterstatters in Nummer 17 richtigstellen. Die geistige Qualifikation des Herrn Dr. Fürth haben wir so wenig bestritten wie die des Dr. Neumann; sie sollen ihren Ehrgeiz in der Eroberung reaktionärer, christlich, sozialer Mandate suchen, nicht aber in einem Wahlbezirk mit gesicherter jüdischer Majoriät, der unbestritten jüdischen Besitzstand bildet. Dr. B. Das improvisierte Wahlkomitee hat bei der Auswahl der Kandidaten in erster Reihe auf Angehörige des Kaufmanns- und Gewerbestandes und auf Industrielle sein Augenmerk gerichtet, im Gegensatz zum offiziellen Wahlkomitee, welches fünf Advokaten präsentiert hat. H. E. in S. Warum Direktor Kr. und Dr. T. aus dem Judentum ausgetreten sind, können wir leider nicht wissen; ebensowenig sind wir in der Lage, eine Liste sämtlicher Juden, die in Staats¬ und Militärdiensten sowie auch in Zivil Auszeichnungen erhalten haben, zu publizieren. Anglo-Oesterreichische Bank. Kundmaehung. Zufolge Beschlüsse der am27.Märzl907 und 7. April 1910 stattgehabten Generalversammlungen unserer Aktionäre und der diesbezüglich erhaltenen Vollmachten bringen wir behufs Durchführung der Erhöhung des Aktienkapitals von 60 Millionen auf 80,000160 Kronen 83.334 neue mit je K 240.— vollelngezablte Aktien zur Ausgabe. Den Inhabern der dermalen im Umlaufe befindlichen 250.000 Aktien (Nr. 1 bis 250.000) wird das BßZUgSPßCht auf 30.000 Stück neue Aktien, welche an dem Erträgnis der Bank vom 1. Jänner 1910 an partizipieren, zum Preise VDÜ K 295.— pro Aktie zuzüglich 5 Perzent Zinsen von diesem Betrage ab 1. Jänner 1910 in der Weise eingeräumt, dass je 25 alte Aktien das Anrecht zum Bezüge von drei neuen Aktien, beziehungsweise je 9 alte Aktien das Anrecht auf eine neue, 17 alte Aktien auf 2 neue Aktien geben. Aktienbruchteile oder Zertifikate auf Bruchteile von Aktien werden nicht ausgegeben. Die Anmeldung des Bezugsrechtes hat hei sonstigem Verluste desselben vom 17. bis Inklusive 21. Mai 1910 bei der LIguldatar der ÄnQlo-OestePfethischen Bank in Wien, I., Strauchgasse l, beim Wechselhause der Anglo-Oesterrelclilsclien Bank in Wien, I, Straucbgass 1, bei der Anglo-Austrlan-Bank in London, bei den Wechselstuben in Wien, VII., Marlahllferstrasse 70, IX, Alserstrasse 31, XIII,, HIetzInger Hauptstrasse 4, XXI., Floridsdorf, Am Spitz 16, bei den Filialen der Anglo-Oesterrelchischen Bank ln Aussig, Bodenbach, Brünn, Budapest, Graz, Linz, Prag, Prossnitz, Teplitz, letschen, Trautehau, Triest, Znalm und bei der Bank- Kommandlt-Gesellschaft Hofmann & Kottlarzig in Pilsen während der bei diesen Stellen üblichen Geschäftsstunden zu erfolgen. Aktionäre, welche das Bezugsrecht auszuüben beabsichtigen, haben dasselbe mittels einfacher Konsignation anzumelden und unter einem die zum Bezüge berechtigenden Mäntel der alten Aktien beizubringen, welche nach Vornahme einer die erfolgte Ausübung des Bezugsrechtes ersichtlich machenden Abstempelung zurückgestellt werden. Formulare werden bei der Anmeldestelle ausgefolgt. Bei der Anmeldung des Bezugsrechtes sind auf jede zu beziehende neue Aktie K 55.— zuzüglich 5 Perzent vom 1. Jänner 1910 bar einzuzahlen. Der Bestbetrag von K 240.— zuzüglich 5 Perzent Zinsen vom 1. Jänner 1910 bis Zahlungstage ist bis spätestens 27. JQDI 19i0 bei derselben Steile, bei welcher die Anmeldung erfolgte, bei sonstigem Verluste jedes Anspruches aus der geleisteten Anzahlung aaf einmal bar einzuzahlen. Bei der Anglo-Austrian Bank in London sind die Einzahlungen zum Londoner Tageskurse der Devise Wien zu leisten. Gegen Rückstellung der die Vollzahlung ausweisenden Bestätigung, beziehungsweise Bestätigungen werden die neuen Aktien vom 20. Juni 1910 ausgefolgt. Wien, 7. Mai 1910. Amglo-Oesterreicliisclie Bank. (Nachdruck wird nicht honoriert.) Zur gefälligen Beachtung! Wirersiichen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebtihr im Rückstände sind, die znr Einhebnng derselben von nns versendeten Postauftr&ge gefälligst honorieren zu wollen. Die Administration. Danksagung- Anlässlich des Ablebens unseres langjährigen, verdienten Ersten Kantors, Herrn Juda Roman, sind der gefertigten Vereinsleitung Kundgebungen des Beileides und der Sympathie in solcher Zahl zugegangen, dass der Vorstand, ausserstande, jede einzelne zu beantworten, in dieser Weise den herzlichsten Dank auszudrücken sich veranlasst findet. Für den Vorstand des Brigittenauer Tempelvereines: Dr. Max Weissenstein Hermann Elt bogen Schriftführer. Obmann. Ettel Gofdschmidt Stiftung für Schüler der Wiener höheren Gewerbeschulen. - Anzahl der Plätze: zwei im Betrage von je K 200.—. — Bewerbungsberechtigt: Israel. Schüler der Wiener höheren Gewerbeschulen. — Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, letztes Schulzeugnis. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Mai 1910. Einreichstelle: I, Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungs- Protokoll) — Näheres in den von der Einreichstelle unentgeltlich zu beziehenden Gesuchsbögen. Wien, 1. Mai 1910. Der Vorstand der isr. Kultusgemeinde Wien. Konkursaussehreibung. Bei der neu gegründeten israelitischen Kultusgemeinde Oderberg Bahnhof-Schönichel gelangt die Stelle eines zweiten Kantors zur Besetzung. Bewerber müssenbefähigt sein, das Sekretariat zu leiten, Religionsunterricht an öffentlichen Volksschulen zu erteilen und nebstdem die rituellen Schlachtungen vorzunehmen. Mit der Stelle ist ein Anfangsgehalt von K 1600 und ein Wohnungsbeitrag von K 400 verbunden. Der Beamte hat nebstdem Anspruch auf die statutenmässig festgesetzten Emolumente. Musikalisch gebildete Bewerber werden bevorzugt. Die mit dem Nachweise der bisherigen Verwendung versehenen Gesuche sind bis spätestens 1. Juni 1910 an den gefertigten Kultusvorsteher zu richten. Viktor Lustig 1228 Kultus Vorsteher. Eröffnungs-Anzeige. Gestützt auf meine 20jährige Praxis in der Restauration in Wien mit der Piämiierung m der Kochkunst-Ausstellung 'Goldene Medaille) beehre ich mich, einem P. T; Publikum ergebenst anzuzeigen, dass ich in KARLSBAD Kaiserin Elisabeth - Kai, Haus „Katserhbi“, ein IW5 RESTAURATION 1W2 eröffnet habe und bitte das geehrte Publikum umihrea werten Besuch. Hochachtungsvoll Moria:

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