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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1910-05-13 · 19 (13.5.1910) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
27 (1910)
Issue
19 (13.5.1910)
Date
1910-05-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 19 Dr. Bkochs Wochenschrift. Seite 333 ' nähme ihrer Kinder in das bekannt musterhaft geleitete Internat bewerben wollen, schon jetzt Anmeldungen senden. Prospekte versendet die Kanzlei des jüdischen Internates in Prag, Königshofergasse 12. Prag. (9 0. Geburtsjahr.) Der Chef der vormaligen Getreidefirma Brüder Fischl tn Prag, Herr David Fischl, vollendete am 30. April sein 90. Lebensjahr: Herr Fischl erfreut sich trotz seines hohen Alters voller geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit. Dem Jubilar wurden bei seinem Erscheinen am Samstag beim Gottesdienst im Tempel, Geistgasse, besondere Ehrenbezeugungen erwiesen. Der Prediger der Gemeinde hielt eine feierliche Ansprache, welche mit einem Mbet für das weitere Wohlergehen schloß, worauf das große Halleluja vom Chore gesungen wurde. Der Vorstand des Vereines richtete an denselben ein Gratulationsschreiben, in welchem die Achtung und die Wertschätzung zum Ausdrucke gelangte. Herr Fischl hat vier Söhne, die in angesehener Stellung in Prag tätig sind. Spezialarzt Dr. Leopold Fischl, kais. Rat Dr. Friedrich Fischl, Herr Heinrich und Gustav Fischl. Prag. (Probevorträge.) Für die zu besetzende Stelle eines Kantors im israelitischen Tempel, Geistgasse, hat sich eine große Anzahl musikalisch gebildeter, bereits im Amte bewährter Kantoren als Bewerber angemeldet. Der erste der Probevorträge fand Freitag den 6. Mai um 7 Uhr abends und Samstag den 7. Mai um 9 Uhr morgens beim Gottesdienste ü t Tempel statt. Der Kantor Herr G. K w a r t i n aus Stanislau, dem ein guter Ruf vorangeht, wurde als Erster vom Vorstande des Vereines für geregelten Gottesdienst der Israeliten berufen. Herr K w a r t i n entstammt einer Kantorenfamilie. Sein Bruder Herr S. K w a r t i n ist in der ersten Synagoge in Petersburg als Oberkantor angestellt. Weitere Probevorträge von Kantoren folgen nach. — Der Kantor und Chor-Dirigent der Tiergarten-Synagoge in Berlin, Herr Jakob Beymel wird Freitag den 13. Mai um 7 Uhr abends und Samstag den 14. Mai um 9 Uhr morgens Probevorträge abhalten. Herr Beymel hat außer seiner Tätigkeit an der Tiergarten-Synagoge am Potsdamerplatz durch fünf Jahre in den beiden großen Gemeinde-Synagogen Berlins Oranienburgerstraße und Lützowstraße an hohen Feiertagen als Kantor mit Chor und Orgel sehr zufriedenstellend fungiert. Sein diesjähriges Abgangszeugnis aus der Musikschule der königlichen Akademie der Künste in Berlin, die er durch 6 Jahre bei dem Professor Herrn Friedrich Gernsheimer besuchte, hebt denselben als gereiften, selbständigen Künstler hervor. Unter seinen Kompositionen werden angeführt eine orientalische Suite für Orchester und ein Psalm für gemischten Chor und Orchester. Preran. Die Trauung des Herrn Rudolf Gntmann, Sohn des Religionslehrers I. Gutmann in Teschen, Beamter der Firma Jakob und Josef Kohn, mit Fräulein Grete Glück, Tochter des Herrn Moritz Glück, Brauhausbesitzer in Göding, vollzog Herr Bezirksrabbiner Dr. I. Tauber. Dieselbe fand in der Haasischen berühmten Koscher-Restauration statt, wo auch das vorzügliche Gastmahl serviert wurde. Eiwanowitz. Zu Prag verschied die Rabbinerswitwe Berta Eisler, geb. Alt. Dieselbe wurde nach Eiwanowitz überführt, um an der Seite ihres hochgelehrten Mannes Rabbiners Leopold Eisler bestattet zu werden. Die Kultusvorstände und Vertreter der Gemeinden Eiwanowitz und Wischau gestalteten das Leichenbegängnis dieser durch Bildung, Frömmigkeit und Herzensgüte ausgezeichneten Frau so ehrenvoll als möglich. Zahlreiche Nichten und Verwandte, die sie erzogen und für deren Zukunft sie gesorgt hatte, eilten wehmutsvoll herbei, um ihr die letzte Ehre dankerfüllt zu bezeigen. Vor dem Temvel hielt der Verklärten einen hinreißenden Nachruf Herr Dr. Jakob Tauber, Bezirksrabbiner zu Prerau. Am Friedhofe sprach im Namen der Gemeinde schöne Worte des Trostes Herr Pfaff. Aus Gakatz wird uns berichtet: Am 30. v. M. starb hier nach kurzer Krankheit Herr Emil Sulz er. Der nun Verstorbene bekleidete früher die Stelle eines Sekretärs der Europäischen Donau-Kommission, verheiratete sich später mit der Tochter des Generalkonsuls Mändl und trat als Kompagnon in die hochangesehene Firma seines Schwiegervaters ein. Emil S u l z e r erfreute sich durch seinen überaus liebenswürdigen Charakter wie durch seine hohe Bildung allseitiger Beliebtheit. Er war Ruier des Fcauz-Jofepy-Ordens, besaß mehrere ausländische Dekorationen und betätigte sich in regster und humanster Weise als Vorstandsmitglied der hiesigen Kultusgemeinde. Emil Sulzer, welcher ein Alter von 72 Jahren erreicht hat, hinterlätzt eine Witwe, zwei Söhne und drei Töchter. Sereth. Am 8. Mai d. I. hat die II. Generalversammlung der jüdischen Volksbank und Sparkassa stattgefunden. Gewählt wurden nachstehende Herren: Direktor N. Kraft zum Präsidenten; Dr. M. Geber zum Präsidenten-Stellvertreter; Emil Gottlieb, Joachim Enzer und Leon Berat zu Direktoren; Bahnvorstand Bong. N. Gläsel, H. Schalet und S. Grünberg zu Ausschußmitgliedern. Zürich. Rechtsanwalt Dr. David Farbstein ist mit großer Mehrheit in den Stadtrat wiedergewählt worden. Berlin. Dr. Moritz Licht, Schwiegersohn des jetzt hier wohnenden Philosophen Prof. Dr. Ludwig Stein, wurde zum besoldeten Stadtrat in Schöneberg gewählt. Sofia. (Jüdische Bibliothek und Lesehalle.) Herr Dr Rosenwasser dahier hat mit Unterstützung des Hilfsvereins der deutschen Juden in Berlin und hiesiger opferwilliger Bürger das obengenannte Institut begründet. Der Buchbestand wird allen denjenigen Männern und Frauen zur freien Benützung überlassen werden, die sich über Juden und Judentum orientieren wollen. Die Lesehalle und Bibliothek ist m den Räumen der deutsch-israelitischen Schule. „Erarch Joseph" 55. untergebracht. Es liegen deutsche, bulgarische, französische, jüdisch-deutsche und hebräische Zeitungen und Zeitschriften auf. Geöffnet ist die Lesehalle: Samstag und Sonntag von 4—8 Uhr und Mittwoch von 6—9 Uhr abends. Der Eintritt ist frei. I. Die Fledermäuse. C’est trahir ä la fois, sous un masque hypocrite, Et le Dieu, qu’on prefere et le Dieu que l’on quitte. Voltaire, Alzire, 5, 5. Ein Krieg war ausgebrochen, Ingrimmig rang, was oben fleuchi, Mit allem, was da oben kreucht, Kein Schlag blieb ungerochen. Es naht dem Vogelkreise, Ein wüst Getier: „Wir bringen euch, Sukkurs", so quiekt's „zuBiß und Streich, Ein Fähnlein Fledermäuse." „Zu eurer Sipp' gehören l Wir, flink in jeder Fliegekunst, Laßt uns im fahlen Dämmerdunst Taufwassersiichlige. Zu euer Fahne schwören." Die Vögel kichern leise: „Das Kriechgezücht ist uns zu dumm, Wir taufen nicht zu Vögeln um Die plumpen Fledermäuse. Was sollen uns die frommen? Schon haben Eul' und Uhu wir, Zum Flatterdienst im Nachtrevier, Mehr als uns will bekommen." Nun eilet zum Gehäuse Der Mäuse hin das Zwitterding, Und pfeift nach deren Sang und Sing: „Nehmt auf uns Fledermäuse!" „Ihr wißt, in dunklen Schlüften, In Ritz' und Spalt ist unser Heim. Wir gehen Keinem auf den Leim, Wie Vögel in den Lüften." Doch Jene: „auf die Reise, Macht flugs euch, ihr kommt nicht vom Fleck Am Boden, Schlotterer hinweg, Hinweg ihr Fledermäuse!" „Es gilt nicht uns, auf Ehre", Beteuert Fledermäuserich, „Ach uns bekümmert ängstiglich, Der Kinder Karriere." Trotz schimpflicher Verweise Um Zulaß bitten da und dort Gar kläglich noch von Ort zu Ort Die armen Fledermäuse. „Nein!" ruft es aus dem Aether Wie aus den Schlüpfen; unser Blut Soll schänden nicht die Bastardbrut; Zerrbilder und Verräter, Trollt euch aus unsrem Kreise, Ihr könnt nicht laufen, flieget schlecht,

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